worin liegt dieses Phänomen eigentlich begründet?
Bei meinem Beispiel passt der Begriff „herrschen“ jetzt vielleicht nicht wirklich oder ist zu überzogen.
Ich mache gerade eine Umschulung im sozialen Bereich.Einige dozenten sind weder Fachlich noch sozial Kompetent.
Das sehen ca. 95% der Schüler so aber niemand sagt etwas.
Man selber steht dann allein und somit als „Querschläger“ da.So nach dem Motto:…nur Sie beschweren sich,alle anderen kommen doch auch klar usw.
Mir ist schon klar das „Feigheit“ mit Unsicherheit und Ängsten zu tun hat(in diesem Fall eben die Angst vor schlechteren Benotungen,extremes Nachbohren der Dozenten bei mündl. Prüfungen quasi als Machtdemonstration usw.)
Das ein einzelner nichts sagen mag o.k.,aber wie heisst es noch so schön:…gemeinsam sind wir stark!!
Warum begreifen Gruppen so etwas nicht???
Wenn ich schon so manches mal beobachte wie ein einzelner Schüler in der Lage ist 20 andere verbal einzuschüchtern dann geht mir die Hutschnur hoch!!
Hallooooo…20 gegen 1 und keiner traut sich.
Was steckt hinter diesem Verhalten??
Doch wohl nicht etwa purer Egoismus?Nach dem Motto…Hauptsache auf mich fällt nix negatives zurück?
*verwirrtbin*
Jeder weiss, dass er was sagen könnte, schiebt jedoch die Verantwortung von sich…
Nimm doch die Sache selbst in die Hand und trommel die Leute zusammen…hoffentlich findet sich dann ein Grüppchen Mutiger, die in der Gruppe stark sind und den Mund aufmachen.
Tag Xenia, der Mensch ist ein Gruppen- bzw. ein Herdenviech. Nur nicht auffallen, friedlich grasen, der Führer wird das schon tun. Darum gab, gibt und wird es immer despotische A… geben. Gruß
ein Lösungsvorschlag:
a) in der Klasse klären, ob Deine Sicht der Dinge (viele Dozenten sind fachlich, didaktisch und methodisch eher „unterbelichtet“) von den anderen Teilnehmern geteilt wird. Und: klären, ob die anderen an einer Veränderung interessiert sind. Sofern hier Konsens: dann über Lösungsmöglichkeiten nachdenken.
b) falls ein persönliches Gespräch mit den Dozenten zu keiner Veränderung führt, könnte im nächsten Schritt das Gespräch mit der Schulleitung gesucht werden. Wird man auch hier „abgespeist“ könnte der nächste Schritt das Gespräch mit dem Kostenträger sein.
Der von Dir beschriebene Sachverhalt (Qualifikation der Dozenten) hängt direkt mit den Kosten zusammen, die der Bildungsträger (das Schulungsunternehmen) von den Kostenträgern (z.B. Bundesagentur für Arbeit oder Bundesversicherungsanstalt) bekommt. In den letzten Jahren ist der Teilnehmer-Stundensatz von ca. 5 Euro auf ca. 2 Euro heruntergefahren worden.
Bei 20 Teilnehmern an einer Bildungsmaßnahme würde der Bildungsträger 20 x 2 Euro = 40 Euro erhalten, um davon alle Kosten zu bezahlen (Raummiete; Strom; anteilige Verwaltungsausgaben; Honorar für den Dozenten etc.).
Viele Dozenten arbeiten für 16 Euro pro Stunde. Hört sich viel an: für einen Freiberufler jedoch zu wenig zum leben und zu viel zum …
Im Zuge der Effizienzsteigerung der Qualifikation von Arbeitsuchenden wurden - speziell im letzten Jahr - erhebliche Mittel eingespart (Bsp.: es gibt (fast) keine beruflichen Umschulungen mehr). Viele Bildungsträger haben erheblich Personal abgebaut und werden dass auch weiterhin tun müssen. Konsequenz für die Schulungsteilnehmer: wie von Dir beschrieben.
Um das Bild abzurunden drei weitere Aspekte zum Bildungs"system":
a) Die Abbrecherquote an den Hochschulen unseres Landes liegt bei einem sehr hohen Wert (es finden sich Angaben von 25 - 40 %).
b) PISA Studie (die vielfach propagierte Durchlässigkeit des Bildungssystems ist nicht gegeben)
c) Lehrstellen- und Fachkräftemangel
Insgesamt bedarf unser Bildungssystem dringend einer radikalen Umstrukturierung (Radikal im Sinne von „an die Wurzel gehend“).
Die Mehrheit der hier lebenden Bevölkerung wurde jedoch durch ein Bildungssystem erzogen, dass eben nicht zu Mut, Konfliktfähigkeit, Selbständigkeit und Mündigkeit erzieht. (Die lobenswerten Ausnahmen, die unser Land vorweisen kann bestätigen leider die Regel). Das bestehende Bildungssystem neigt zu einer Nivellierung vorhandener Fähigkeiten zu einem Mittelmaß (genannt: Bildung). Konsequenz: den Mitschülern Deiner Bildungsmaßnahme fehlt (vermutlich) die Übung berechtigte Kritik adressatengerecht zu formulieren und vorzutragen, weil sie es nie gelernt haben. Leider.
meine Beobachtung (auch am eigenen Leib)
Viele Menschen haben (zum Glück:wink:) nur zu Dingen eine eigenen Meinung, die ihnen aus welchen Gründen auch immer wichtig sind.
Bei allen anderen Dingen sind sie unentschlossen und gehen den Weg des geringsten Widerstandes.
Dieser ist entweder die Anpassung an die vehement und selbstbewußt geäußerte Meinung eines anderen, was entweder durch stillschweigende Duldung oder sogar durch Mitlaufen geschehen kann (Dein Beispiel mit 1-em, der mehrere andere dominiert)
Oder es ist die Enthaltung bei Konflikten, denn eine Teilnahme an einem Konflikt ist ja gerade eine extreme Form der Meinungsäußerung.
Das ist für mich natürlich, denn auch ich selber vermeide Energieverschwendung und eine Meinungsäußerung zur falschen Zeit ist pure Energierverschwendung und beinhaltet natürlich das schlecht kalkulierbare Risiko von Konsequenzen.
Aber tröste Dich: Seine Meinung vehement zu äußern ist eine Grundvoraussetzung für Führungsstärke, was ja per se nicht schlecht ist. Denn Führer müssen(!) zwangsläufig zu vielem eine Meinung haben…
Dass die Gefahr der „Einsamkeit im falschen Moment“ immer da ist, das haben schon größere als Du festgestellt. Viele davon wurden anschließend geköpft:wink:
Du wirst also eine „Zusammenrottung“ mit Deinen Mitschülern nur erreichen, wenn Du entweder
a) sehr dominant bzw. ein charismatischer Führer bist, denn dann gehts häufig zumindest kurzfristig von alleine
oder b) sehr überzeugend bist, Du den anderen also bildhaft machen kannst, welche großen persönliche Vorteile sie von der von Dir gewünschten Handlung haben werden.
Zu b) solltest Du allerdings konstruktive Kritik an der Situation üben, d.h. solange Du keine Alternative für den schlechten Fortbilder hast oder zumindest eine Perspektive aufzeigen kannst, wie die Situation mittelfristig zu ändern ist, wird kaum jemand mit Dir ins Feld ziehen… Denn jemand anderem an den Kopf zu werfen, er sei unfähig, ist den meisten dann doch zu blöde…
seit Urzeiten gibt es im Zusammenleben von Horden,
Herden, Rudeln , Stämmen usw. höher entwickelter
Lebewesen hierarische Strukturen.
Im Tierreich und bei den Urmenschen war in der Regel
aber nicht der Klügste, sondern der Stärkste der Chef.
Das hat die Evolution offensichtlich als optimale
Verhaltensweise herausgebildet.
Daß diese Hierachien gerade in der jetzigen Zeit wo
individuelle Freiheit und Gleichberechtigung groß
geschrieben werden, auch zu Problemen führt, ist sicher
klar, aber Du wolltest ja wissen, woher das Phänomen kommt.
Letzendlich ist es auch heute noch so, daß Führungspersonen
unabdingbar sind für die Funktion von Firmen, Institutionen,
Parteien, Armeen usw. Nur in wenigen Bereichen werden
Führungspersonen auch gewählt.
Nehme einer militärischen Einheit, einer Firma, einer Partei
oder Arbeitskollektiv die Führung, und alle werden kopflos
herumlaufen. Die Effektivität sinkt gegen null, es gibt
Auflösungserscheinungen und Selbstzerfleischung.
Das ist also in der Regel der sichere Untergang, wenn
sich nicht recht schnell neue Führer/Leiter/Chefs finden.
Auch wenn sich infolge soclher Verhältnisse völlig
ungeeignete Führer an die spitze setzen kann das
fatale Folgen haben.
Deshalb ist vor dem Absetzen/Rebellieren gegen
Führungspersonen/Vorgesetzte immer genau abzuwägen, ob
damit wirklich die Verhältnisse verbessert werden oder
ob nur eine schlechte Führung durch Anachie ersetzt
werden soll. Anarchie führt auf Dauer immer ins Chaos.
Gruß Uwi
Was ist den „Gruppe“ anderes als viele „Einzelne“? Solange die Gruppe nicht geführt wird, ist sie ein zahnloser Tiger - unabhängig von Mehrheit oder Minderheit. Ich verstehe Dein Posting so, dass Du mangelnde Führungsbereitschaft (bei anderen) kritisierst und auch nicht bereit bist, selbst die Führung zu übernehmen. Letztlich bemängelst Du also bei anderen etwas, was Du selbst auch nicht tust oder bereit bist, zu tun.
ja genau das ist der punkt. nichts zu tun ist kurzfristig für einen selber die ökonomisch beste lösung: erfolg über absehbare hürden, aber mit dem geringsten risiko. erst wenn der leidensdruck auf sehr viele sehr groß wird, würde es zu einem umsturz kommen. dasselbe passiert ja auch in der politik.