Mindesttemperatur im Treppenflur?

Lieber Experte,

können Sie mir sagen, wie die empfohlene Mindestemperatur in Treppenfluren, also außerhalb von Wohnräumen ist, ohne Schimmel oder andere Schäden zu provozieren?

Hier die Hintrgrundinfos, falls nötig:

Unser Treppenflur ist ziemlich groß, verbindet eine Einliegerwohnung und das Haupthaus, den Kellerzugang und den Inneneingang zur Garage miteinander. Zum Keller und zur Garage gehen Metalltüren, die unten einen breiten Luftschlitz haben, durch den naturgemäß die Luft auch ordentlich zieht.
Das Treppenhaus geht in die 1. Etage, aber die hohe Decke bis zur 2. Etage - über eine offene Empore. Also sehr viel Luftvolumen welches dort zu heizen wäre. Die Mauern sind massiv, isoliert und es stehen 2 Heizkörper im Flur, die natürlich Frostschutzeinstellungen haben. Außerdem ist ein Wintergarten-Erker mit Doppelverglasung im oberen Stockwerk. Die Wände sind von innen verputzt und mit Putzfarbe gestrichen.

Nun frage ich mich, inwieweit dort geheizt werden muss, um Taupunkte zu verhindern und Schimmel nicht zu begünstigen.

Wir haben das Haus vor einem Jahr gekauft, es ist BJ 1998, das Treppenhaus wurde so weit ich weiß noch nie geheizt - es ist bisher kein Schimmel aufgetreten. Also insofern eigentlich positiv erprobt.
Im letzten Winter hat der Frostschutz an den Heizkörpern jedoch gegriffen, als es so kalt war mit -15 Grad draußen. Die Heizungen haben also geheizt und geheizt - in die Garage, in den Keller und zur Straße hinaus…

Diesen Winter möchte ich mich unbedingt zeitig drum kümmern. Falls ein gedämmter Treppenflur nicht geheizt werden muss, evtl. die Heizungen abmontieren. Denn einfach nur den Frostschutz abzustellen, könnte glaube ich die Heizrohre einfrieren lassen? Oder wenn ein Heizen notwendig, dann Temperatur-Thermostate und Türschlitzdichtungen. Wobei die Schlitze glaube ich vorschriftsmäßig eine Sinn erfüllen, also fraglich ob man die überhaupt dicht machen darf. Ich bin also ein wenig hin und her gerissen und ratlos und hoffe auf Ihre erfahrene Hilfe!

Gibt es empfohlenen Heizrichtlinien für sogenannte Verkehrsflächen am Haus, also eine Temperaturempfehlung die nicht unterschritten werden sollte? Oder haben Sie persönlich einen Tip für mich, damit ich nicht weiterhin die Garage heize bei Minusgraden und auch sicher sein kann, keinen Schimmel zu begünstigen :wink: ?

Ich bedanke mich im Voraus für das Lesen des langen Textes und freue mich auf Ihre Antwort!

Hallo,

die Luft aus der Garage darf keinesfalls in das Treppenhaus strömen (Vegiftungsgefahr). das ist mit Sicherheit so nicht geplant sondern Zufall bzw. ein Mangel. Es muss natürlich in der Gerage für ausreichende Belüftung gesorgt werden.

Sofern keine warme Raumluft der Wohnungen in das Treppenhaus gelüftet wird, sehe ich auch keine Schimmelgefahr.

Mehr als Frostschutzstellung sollte nicht nötig sein, wenn die Fenster dicht und nicht dauerhaft geöffnet sind (Isolierglas)

mfG
Uhrig

Hallo,
zuerst mal muß ich sagen, dass ich zwar Bauingenieur bin, jedoch ausschließlich im Bereich Brücken- und Ingenieurbau - Brücken beheizt man i.a. eher nicht :wink: . Ich hoffe, sie haben noch andere Experten angefragt …

Von meinem grundsätzlichen Verständnis her sehe ich bei dem beschrieben Treppenhaus eher wenig Probleme, solange keine Feuchtigkeit eingebracht wird (Topfpflanzen, Undichtigkeiten, Zuluft aus bewohnten Räumen). Eine explizite Mindesttemperatur für Treppenhäuser gibt es meines Wissens nach nicht. Ob die Gefahr der Bildung von Kondensationsfeuchtigkeit besteht, hängt von vielen Faktoren ab. Da müsste man entsprechende bauphyskalische Berechnungen anstellen.

Sie schreiben, dass die Außenwände gedämmt sind - ich vermute jedoch, dass die Zwischenwand zu den Wohnräumen nicht zusätzlich gedämmt ist. Hier sehe ich eher das Problem, dass diese Wände in den angrenzenden Wohnräumen auskühlen könnten, falls bei starkem Frost auch im Treppenhaus Minustemperaturen herrschen. Je nach Heiz- und Lüftungsverhalten (Schränke direkt an der Trennwand?) besteht hier Schimmelgefahr.

Wenn die Trennwand ungedämmt ist, sollte die übergehende Wärme eigentlich ausreichen um das Treppenhaus frostfrei zu halten. Wenn Sie die Heizkörper abmontieren oder den zugehörigen Heizstrang absperren, sollten Sie - falls dann im Treppenhaus Frost auftreten kann - auch alle Rohrleitungen entleeren. Ich würde jedoch die Heizkörper auf Frostschutz stehen lassen. Sie springen nur bei wirklich niedrigen Temperaturen an und in solchen Fällen sollte man es mit der Sparsamkeit auch nicht übertreiben.

Achten Sie darauf, dass die Türen zu den Wohnräumen dicht sind, damit hier keine feuchte Wohnraumluft ins Treppenhaus gelangt. Die Lüftungsöffnungen in der Keller- und Garagentür können Sie m.E. nach abdichten, um so Zugluft und Wärmeverluste zu vermeiden.

Eine Überlegung zur Garagentür: Diese ist wichtig als Brandschutztüre. Es ist eigentlich nicht Sinn der Sache, dass hier Lüftungsschlitze vorhanden sind, denn hierdurch können Rauchgase ins Treppenhaus (Fluchtweg!?) gelangen.

Ich hoffe, diese Überlegungen helfen zumindest ein wenig,
mfG, M. Meyer

Verändern Sie nicht die vorgesehene „Beheizung des Treppenhauses“.Dieses hat bisher nicht geschadet. U.N

Danke Herr Meyer,

Sie haben mir wirklich sehr geholfen bei meinen Überlegungen. Ich werde die Heizungen auf Frostschutz laufen lassen und dafür die Luftschlitze beseitigen. Die Brandschutztür wird durch eine verbesserte Rauchschutztür ersetzt und ist dann auch wirklich dicht. Vielen Dank für Ihre Mühe sich in meine Problematik hinein zu versetzen!

viele Grüße
youwel

Stichwort Energieoptimierung :wink:

Verändern Sie nicht die vorgesehene „Beheizung des
Treppenhauses“.Dieses hat bisher nicht geschadet. U.N