habe auf einem lybischen Meteoriten dieses 0,3 Millimeter große grasgrüne seltsam aussehende Mineral gefunden. Es befindet sich in einem kleinen Riss in der Schmelzkruste.
Hamada al Hambra ist ein L6 ordinary chondrite - also ein undifferenzierter Meteoerit.- eine Matrix aus Olivin und Pyroxen und dazwischen chondren und typische Fe-Ni-Minerale wie Troilit, Taenit, und Kamacit.
Olivin ist grundsätzlich sehr wahrscheinlich vorhanden aber unter dem Mikroskop ist ein Olivin nicht grün, sondern eher grau-grünlich. Das, was wir da sehen ist ziemlich sicher kein Olivin. Die Farbe ist so grell, dass eigentlich die meisten durchsichtigen Minerale ausscheiden.
Hier mal ein Beispiel, wie durchsichtige Minerale wie olivin und pyroxen im Dünnschliff aussehen:
Der Meteorit ist also sehr frisch und unverwittert beschrieben. Das heißt das ist auch kein Umwandlungsprodukt, wie Serpentinit-Minerale oder ein Glimmer wie Fuchsit. Alles in allem ist dieses leicht gelbstichige Grün eher selten in der Welt der Minerale.
Kurzum, ich bin ein bisserl ratlos. Gibt es eine Chance, dass es sich dabei um eine Kunstfaser oder einen anderen externen Fremdkörper handelt?
Ein irdisches Mineral, dass bei der Verwitterung von nickelhaltigen Materialien auf der Erde entsteht. Da das kleine angeschnittene Fragment des Meteoriten um die Eiseneinlagerungen schon rostfarbe zeigt, gehe ich mal von einer sehr langen Verweilzeit auf unserem Planeten aus.
Finde ich schwierig mit dem Fundort überein zu bringen. Der Fundort ist notorisch arid - was ja einer der Gründe ist, warum man dort sehr gut Meteoriten finden kann. Der Meteorit wird im allgemeinen mit hoher Wahrscheinlichkeit einem Feuerball von 2018 zugeordnet.
So oder so - das Foto lässt leider keine eineindeutige Bestimmung zu und Paraotwayit ist zumindest schon mal in Meteoriten gefunden worden. Ohne zumindest eine chemische Untersuchung, kommt man da nicht weiter.
Ich hab zu meiner Zeit Meteorite mit Mikrosonde untersucht - sowas fänd ich bei dem Stück mal wirklich spannend
Mikrosonde hab ich leider nicht. Ist ja auch klar, das man nur durch einen Bildvergleich, in der Regel, keine Gesteinsbestimmung vornehmen kann. Aber für mich, wie auch für viele andere, ist das die günstigste Möglichkeit vielleicht mal einen Treffer zu landen.