Minimalanzahl von Viren um Infektion hervorzurufen

Hallo!
Ich habe gehört, dass für den Ausbruch einer Erkrankung eine minimale Anzahl von Viren nötig ist. Für HIV, glaube ich, etwa 1000. Kann mir vielleicht jemand sagen, weshalb dafür so viele nötig sind? Meine bisherigen Mutmaßungen:
Eventuell müssen mehrere Viren in eine Zelle eindringen, um eine Konzentration von benötigten Proteinen zu erreichen, die für die Reproduktion ausreicht.
Wie hoch ist die Fehlerquote beim Eindringen in eine Zelle?
Vielleicht werden auch viele durch die unspezifische Abwehr erledigt.
Und dann wäre es noch interessant, in wie weit die Werte statistisch sind (Ist es möglich, wenn auch wahnsinnig unwahrscheinlich, sich durch Tröpfcheninfektion mit HIV zu infizieren?).
Ich habe leider bisher im Internet keinerlei Informationen zu Thema gefunden und eine Ärztin aus dem Bekanntenkreis sagte, dass es einfach Erfahrungswerte seien.
Es wäre nett, wenn mir jemand bei der Frage weiterhelfen könnte.
Vielen Dank und viele Grüße,
Jan

Ich habe gehört, dass für den Ausbruch einer Erkrankung eine
minimale Anzahl von Viren nötig ist. Für HIV, glaube ich, etwa
1000.

Ich habe schon höhere Zahlen gelesen. Das sind aber eh wohl alles eher vage Vermutungen, es wird ja keiner experimentell überprüfen wollen. Wenn du die 1000 Kopien direkt in die Blutbahn spritzt, könnten die vielleicht reichen. Beim GV vermutlich bei weitem nicht.

Kann mir vielleicht jemand sagen, weshalb dafür so viele
nötig sind?

AFAIK machen die Viren nach dem Eindringen in den Körper ein komplizierte Kette durch, bei der sie nacheinander verschiedene Zelltypen infizieren, bevor sie bei den T-Zellen angelangt sind. Das ist wohl bis dato noch nicht mal richtig verstanden. Vielleicht verschleißen sich viele Viruspartikel selbst, indem sie an ungeeignete Zelltypen andocken, sicher finden sehr viele keine geeignete Wirtszelle, bevor sie kaputt gehen oder vom Immunsystem breit gemacht werden.

Und dann wäre es noch interessant, in wie weit die Werte
statistisch sind (Ist es möglich, wenn auch wahnsinnig
unwahrscheinlich, sich durch Tröpfcheninfektion mit HIV zu
infizieren?).

Da man nicht beweisen kann, das etwas dass noch nicht passiert ist unmöglich ist und nicht nur sehr unwahrscheinlich, kann man die Möglichkeit einer Tröpfcheninfektion wohl nicht völlig ausschließen. Aber es gibt AFAIK eben auch keinen HIV-Fall, für den dieser Infektionsweg belegt wäre. Somit ist die Wahrscheinlichkeit angesichts der Zahl vieler Millionen HIV-Infizierter doch zumindest verschwindend gering.

Ich habe leider bisher im Internet keinerlei Informationen zu
Thema gefunden und eine Ärztin aus dem Bekanntenkreis sagte,
dass es einfach Erfahrungswerte seien.

Auf der Homepage des RKI gibt es jede Menge an Info-Material, Statistiken und wissenschaftlichen Artikeln zu HIV, das meiste auch als pdf zum Download: [http://www.rki.de/cln_006/nn_225576/DE/Content/InfAZ…](http://www.rki.de/cln_006/nn_225576/DE/Content/InfAZ/H/HIVAIDS/hiv node.html nnn=true)

LG Jesse

Ich halte 1000 für HIV für sehr wenig.
Die höchste Infektiösität die ich kenne ist bei Hepatitis b, wo man von weniger als 1000 aufgenommenen Viren ausgeht. Dazu reicht also schon eine Menge Blut die mit bloßem Auge nicht sichtbar ist.
Ansonsten werden eher 5-6 stellige Zahlen genannt.

Die Viren verteilen sich im ganzen Körper, müssen dann aber auf der Oberflächen bestimmter Zielzellen eine bestimmte im Bezug zur Gesamtoberfläche winzige Oberflächenstruktur treffen und das auch moch mit ihrer richtigen Seite.
Da die Viren ihr Ziel nicht aktiv suchen, geht es da nur nach Wahrscheinlichkeit.
Dabei gehen durch unspezifische Abwehrmaßnahmen ständig Viren verloren, so dass unterhalb einer gewissen Anzahl die Infektionswahrscheinlichkeit gegen null tendiert.

Theoretisch reicht aber ein einziges Virus, das ist je nach virus aber so unwahrscheinlich, dass es vielleicht während der gesamten Dauer des Universums einmal geschieht. Kann aber heute sein.

Gruß
Werner

Gegenfrage: wozu möchtest Du es wissen?

Wieviele Tropfen Wasser brauchst Du auf einem Blatt Papier damit Du sagen kannst es ist „nass“? Und wie genau definierst Du einen Tropfen?!!

Es klingt sehr akademisch, und es ist wahrscheinlich dass es keine astreine Antwort gibt da viel zuviele Faktoren eine Rolle spielen. Ich würde damit sagen, daß, falls jemand behauptet, eine genaue Antwort zu haben, dies vermutlich unwahr und wissenschaftlich unhaltbar ist. Erfahrungswerte und Durchschnittswerte ja vielleicht, doch absolute Zahlen sicherlich nicht. Und, sicherlich: Minimum ist ein einziges Virus, falls alle Rahmenbedingungen stimmen.

Tille71

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]