Miniteich: Wasserqualität und -pflege

Hallo,

vor anderthalb Wochen habe ich im Garten einen Miniteich angelegt, der sich in einer vormals durch Weinkelterung gebrauchten Eichenfass-Hälfte befindet. Das Fass war ausgewaschen und wies nur kleinere farbliche Rückstände an der Innenwand auf. Das Fass war überdies zum Miniteich-Gebrauch ausgewiesen.

Mit Ziegelsteinen wurden verschiedene Höhenpositionen für die Pflanzkörbe geschaffen, welche mit Teicherde befüllt und - entsprechend der unterschiedlichen Zonen (Rand, Sumpf, Tiefwasser, Unterwasser etc.) - mit einer Auswahl an Pflanzen bestückt wurden. Es befinden sich nun eine Binsensorte, verschiedene Iris-Sorten, eine Funkie, zwei Zwerg-Seerosen sowie Hornblatt als Unterwasserpflanze und zur Wasserreinigung im Teich.

Seit einigen Tagen fängt das Wasser an, unangenehm zu riechen, es ist nach wie vor trübe (bräunlich bis gräulich, soweit man es im Trog erkennen kann) und bildet auf der Oberfläche einen dünnen, bräunlichen Film aus Schleim, den ich schon mehrmals mit einem Netz abgehoben habe. Der Teich steht offen ohne Überdachung in einer sonnigen bis halbschattigen Position, nur leicht windgeschützt.

Der Teich wurde in etwa drei Tagen nach und nach mit Leitungswasser (kein Regenwasserdepot vorhanden) befüllt und mit dem „Teichstarter“-Pulver der Marke Söll durchsetzt.

Meine Fragen lauten: Sind diese Symptome zu Anfang normal und pendeln sich allmählich positiv ein? Fehlt dem Ökosystem im Teich ein entscheidendes Element? Gibt es (zeitlich und preislich im Rahmen gehaltene) Mittel, wie ich gegen diese Symptome vorgehen kann? Und ferner: Wie verhindere ich eine Mückenplage?

Im Voraus bereits herzlichen Dank!

Viele Grüße

Hallo,

vor anderthalb Wochen habe ich im Garten einen Miniteich
angelegt, der sich in einer vormals durch Weinkelterung
gebrauchten Eichenfass-Hälfte befindet. Das Fass war
ausgewaschen und wies nur kleinere farbliche Rückstände an der
Innenwand auf. Das Fass war überdies zum Miniteich-Gebrauch
ausgewiesen.

wir haben ein Eichenfass zum Wassersammeln …

Mit Ziegelsteinen wurden verschiedene Höhenpositionen für die
Pflanzkörbe geschaffen, welche mit Teicherde befüllt und -
entsprechend der unterschiedlichen Zonen (Rand, Sumpf,
Tiefwasser, Unterwasser etc.) - mit einer Auswahl an Pflanzen
bestückt wurden. Es befinden sich nun eine Binsensorte,
verschiedene Iris-Sorten, eine Funkie, zwei Zwerg-Seerosen
sowie Hornblatt als Unterwasserpflanze und zur Wasserreinigung
im Teich.

uff! das ist reichlich viel Gewächs und reichlich viel Erde für ein „Fass“.
Aus eigener trüber Erfahrung und weil ich lange auch Aquarien hatte:
Nie, nimmernie Erde in einen Teich (Größe egal)!
Das ist das absolute no-go, egal, was woauchimmer darüber gelobt wird.
In einen künstlichen Teich, gleichgültig ob aus Glas, Beton, Holz, Plastik wasimmer, gehört Kies! Feinkrönig als Abdeckung, grobkörnig für den Untergrund. Gewaschen muss er nicht unbedingt sein. Was an Trübung kommt, setzt sich auch wieder.

btw Hornblatt zur Wasserreinigung - da müsstest Du schon den kompletten Teich damit vollstopfen. Als Jungpflanze ist das viel zu beschäftigt mit Überleben. Zweitens fatalerweise ein Gewächs, das empfindlich auf die falsche Wasserqualität reagiert.

Seit einigen Tagen fängt das Wasser an, unangenehm zu riechen,
es ist nach wie vor trübe (bräunlich bis gräulich, soweit man
es im Trog erkennen kann) und bildet auf der Oberfläche einen
dünnen, bräunlichen Film aus Schleim, den ich schon mehrmals
mit einem Netz abgehoben habe. Der Teich steht offen ohne
Überdachung in einer sonnigen bis halbschattigen Position, nur
leicht windgeschützt.

okay - dieses Problem kommt vom Weinfass.
Du hast massiv Weinhefen auf der Holzoberfläche und somit Kamhaut auf der Wasseroberfläche. Dieses Problem erledigt sich mit der Zeit - Monate! von selbst.
Bei uns - Regenwassersammelfass - kein Problem. Wir vergießen das Wasser. Pflanzen geht es damit prächtig.
Für einen Teich wird nur Warten und ständig Wasserwechseln helfen.

Der Teich wurde in etwa drei Tagen nach und nach mit
Leitungswasser (kein Regenwasserdepot vorhanden) befüllt und
mit dem „Teichstarter“-Pulver der Marke Söll durchsetzt.

Der Teichstarter wird gegen die Weinhefen vorläufig nicht gewinnen können. Die sind in der Überzahl.
btw gibt das Eichenholz auch noch nach Jahren Gerbstoffe ab.
Diese senken den pH-Wert aus dem Leitungswasser automatisch.
Fragt sich nur wohin, aber das festzustellen gibt es im Aquarienhandel Test-Sets.

Meine Fragen lauten: Sind diese Symptome zu Anfang normal und
pendeln sich allmählich positiv ein?

schon

Fehlt dem Ökosystem im
Teich ein entscheidendes Element?

Du hast mindestens ein Element zuviel - die Nährstoffe in der Erde.

Gibt es (zeitlich und
preislich im Rahmen gehaltene) Mittel, wie ich gegen diese
Symptome vorgehen kann?

Wasser wechseln, Wasser wechseln
Nitrattestset und pH-Testset kaufen und anwenden
und Geduld, Geduld, Geduld.
Alte Weinfässer brauchen eine Weile, bis sie sich Richtung Ökosystem entscheiden.

Und ferner: Wie verhindere ich eine
Mückenplage?

im Kunstteich?
Leider gar nicht, bzw. nur mit dem Kescher.
Besorge Dir einen Damenfeinstrumpf, zieh ihn über einen Kescherring und mach Dich ans Fischen.
Ein Fisch ist keine Option. Dafür ist der „Teich“ zu klein.
Möglicherweise kriegst Du nächstes Jahr Libellenlarven.
Die machen dann schon.
Allerdings darf der Teich dafür im Winter nicht geleert werden und nicht komplett durchfrieren. Er sollte dafür in die Erde eingegraben sein und mindestens 1 Meter tief sein.

Viele Grüße
Geli

Hallo,

zur Ergänzung:
Es gibt Mittel gegen Stechmückenlarven z.B. von neudorff zum Einsatz in Wasserfässern

Gelis Ausführungen stimme ich zu, auch denen zu Erde in Miniteichen und den zu vielen Nährstoffen, die die Brühe ergeben. Aber andererseits werden Binsen und Funkien in reinem Wasser, Steinchen und Kies nicht wachsen. Grundsätzlich wohl schwierig, ein stehenden Sumpf mit gedüngter Blumenerde einzurichten und klares Wasser zu erwarten.

Hallo,

zur Ergänzung:
Es gibt Mittel gegen Stechmückenlarven z.B. von neudorff zum
Einsatz in Wasserfässern

Gelis Ausführungen stimme ich zu, auch denen zu Erde in
Miniteichen und den zu vielen Nährstoffen, die die Brühe
ergeben. Aber andererseits werden Binsen und Funkien in reinem
Wasser, Steinchen und Kies nicht wachsen.

wir haben unseren 12 Kubikmeter Folienteich nur mit Kies bestückt und von Sumpfdotterblume über Rohrkolben bis Seerosen alles damit eingepflanzt.
Wächst prächtig. Ein Freiluftteich bekommt durch Feinstaub, im Wasser gestorbende Kleininsekten, abgestorbene Bakterien und Algen, Herbstlaub etc. derart viele Nährstoffe, dass Erde überflüssig ist.

btw - dass Funkien gerade Sumpf mögen, wäre mir neu.
Die in unserem Garten sind im Gegenteil ganzjährig unter Bäumen bzw. in niemals gegossenen Blumenkübeln üppig. Ich lasse mich aber gerne eines Anderen belehren

viele grüße
Geli

Hallo Geli.

Grundsätzlich gebe ich dir natürlich recht.

Bei der Kahmhaut bin ich mir nicht so sicher, die entsteht, auch im Aquarium, häufig aus Staub, der sich auf der Oberfläche ansammelt und dann Bakterien zur Nahrung dient.

Erde, wenn überhaupt, nur in einem Topf, mit Sand abgedeckt, einbringen. Am Besten aber garnicht, oder wenigstens das erste Jahr abwarten.

Wie groß ist denn das Fass? Wieviel Liter?

Eventuell könnte ein großzügig dimensionierter Aquarienfilter Abhilfe bringen.

Oder auch nur mittels einer Pumpe, über einen Eimer mit Filterwatte filtern.

Starkstrom- Anschlüsse im Freien, also z.B. die Pumpe, müssen unbedingt über einen FI-Schalter abgesichert sein.

mfg

Hallo,

zuerst einmal besten Dank für die zahlreichen und vor allem hilfreichen(!) Antworten. Zu ein paar Punkten möchte ich Rückmeldung geben.

Frage Erde oder Kies:
Ich habe keine normale Blumenerde, sondern Teicherde verwendet. Diese hat eine spezielle Zusammensetzung, was Nährstoffe anbelangt und eine etwas schwerere, „klebrigere“ Struktur. Bei Befüllen des Fasses schwamm schon etwas davon auf der Wasseroberfläche, war aber gut abschöpfbar und seitdem hat sich keine größere Menge mehr aus den Pflanzkörben gelöst. Da die Seerosen beispielsweise ebenfalls in Teicherde bzw. Lehm-Erd-Gemischen verkauft wurden, gehe ich davon aus, dass die Pflanzen schon ein bisschen Substrat benötigen. Reinen Kies habe ich noch nicht ausprobiert, würde ihn aber, sollte ich weiterhin Probleme mit der Wassertrübung haben, bei der nächsten Umpflanzung austesten. Eines werde ich schon jetzt nachholen: Ich decke die Pflanzkörbe um die Triebe herum mit feinem Kies ab, um die Oberfläche zu festigen.

Frage Hornblatt:
Das Hornblatt entwickelt sich derzeit recht gut und ich bin zuversichtlich, dass es schon bald eine ausreichende Größe erreicht hat, um seinen Teil zum Wasserklima beizutragen. Sollte das nicht der Fall sein, existiert es eben als simple Unterwasserpflanze und sieht schön aus. Es ist ja nicht die einzig mögliche Maßnahme zur Verbesserung der Wasserqualität. Die Anzahl der eingesetzten Pflanzen hörte sich übrigens nach mehr an als es sind. Die Pflanzen sind teilweise speziell kleinwüchsig gezüchtet (z.B. die Binse) oder lassen sich gut zurechtstutzen (z.B. Funkie). Von den Iris-Sorten habe ich jeweils nur 1-2 Exemplare ausgewählt. Insgesamt entspricht die Anzahl der Pflanzen den Pflanzvorschlägen aus einschlägigen Büchern.

Frage Weinhefen:
Ich habe das Gefühl, dass sich der Film langsam verringert. Weiterhin schöpfe ich regelmäßig ab und fülle mit neuem Wasser auf. Desweiteren habe ich mich gestern nochmal beraten lassen und eine Aquaristik-Wasserpumpe gekauft, die sich mit ein paar Modifikationen auch draußen einsetzen lassen dürfte. Dadurch bringe ich etwas Bewegung in das stehende Gewässer und hoffe, so einen optimaleren Kreislauf zu erzielen. Der pH-Test wird trotzdem gemacht, dann kann mit weiteren Maßnahmen gegebenenfalls gegengesteuert werden.

Frage Mückenbekämpfung:
Es gibt, wie ich gestern herausgefunden habe, biologisch basierte Tabletten von „Söll“, die sich auf der Wasseroberfläche auflösen. Außerdem soll Gerstenstroh helfen, dazu weiß ich jedoch nichts Näheres. Der Sommer wird zeigen, was wirklich hilft.

Frage Funkien:
Die Pflanzen wurden speziell als Teichbepflanzung verkauft, vielleicht gibt es verschiedene Arten mit unterschiedlichen Vorlieben. Bisher entwickelt sie sich gut, es sind schon einige Blätter hinzugekommen und sie fault nicht.

Frage Filter:
Nach der gestrigen Beratung bin ich aufgrund der geringen Größe des Teichs von einem Filter abgekommen und probiere die Pumpen-Lösung aus. Trotzdem behalte ich diese zweite Option im Hinterkopf. Danke für den Hinweis zum Sicherungsschalter, das wird berücksichtigt.

Nochmals vielen Dank!