Hallo,
vor anderthalb Wochen habe ich im Garten einen Miniteich
angelegt, der sich in einer vormals durch Weinkelterung
gebrauchten Eichenfass-Hälfte befindet. Das Fass war
ausgewaschen und wies nur kleinere farbliche Rückstände an der
Innenwand auf. Das Fass war überdies zum Miniteich-Gebrauch
ausgewiesen.
wir haben ein Eichenfass zum Wassersammeln …
Mit Ziegelsteinen wurden verschiedene Höhenpositionen für die
Pflanzkörbe geschaffen, welche mit Teicherde befüllt und -
entsprechend der unterschiedlichen Zonen (Rand, Sumpf,
Tiefwasser, Unterwasser etc.) - mit einer Auswahl an Pflanzen
bestückt wurden. Es befinden sich nun eine Binsensorte,
verschiedene Iris-Sorten, eine Funkie, zwei Zwerg-Seerosen
sowie Hornblatt als Unterwasserpflanze und zur Wasserreinigung
im Teich.
uff! das ist reichlich viel Gewächs und reichlich viel Erde für ein „Fass“.
Aus eigener trüber Erfahrung und weil ich lange auch Aquarien hatte:
Nie, nimmernie Erde in einen Teich (Größe egal)!
Das ist das absolute no-go, egal, was woauchimmer darüber gelobt wird.
In einen künstlichen Teich, gleichgültig ob aus Glas, Beton, Holz, Plastik wasimmer, gehört Kies! Feinkrönig als Abdeckung, grobkörnig für den Untergrund. Gewaschen muss er nicht unbedingt sein. Was an Trübung kommt, setzt sich auch wieder.
btw Hornblatt zur Wasserreinigung - da müsstest Du schon den kompletten Teich damit vollstopfen. Als Jungpflanze ist das viel zu beschäftigt mit Überleben. Zweitens fatalerweise ein Gewächs, das empfindlich auf die falsche Wasserqualität reagiert.
Seit einigen Tagen fängt das Wasser an, unangenehm zu riechen,
es ist nach wie vor trübe (bräunlich bis gräulich, soweit man
es im Trog erkennen kann) und bildet auf der Oberfläche einen
dünnen, bräunlichen Film aus Schleim, den ich schon mehrmals
mit einem Netz abgehoben habe. Der Teich steht offen ohne
Überdachung in einer sonnigen bis halbschattigen Position, nur
leicht windgeschützt.
okay - dieses Problem kommt vom Weinfass.
Du hast massiv Weinhefen auf der Holzoberfläche und somit Kamhaut auf der Wasseroberfläche. Dieses Problem erledigt sich mit der Zeit - Monate! von selbst.
Bei uns - Regenwassersammelfass - kein Problem. Wir vergießen das Wasser. Pflanzen geht es damit prächtig.
Für einen Teich wird nur Warten und ständig Wasserwechseln helfen.
Der Teich wurde in etwa drei Tagen nach und nach mit
Leitungswasser (kein Regenwasserdepot vorhanden) befüllt und
mit dem „Teichstarter“-Pulver der Marke Söll durchsetzt.
Der Teichstarter wird gegen die Weinhefen vorläufig nicht gewinnen können. Die sind in der Überzahl.
btw gibt das Eichenholz auch noch nach Jahren Gerbstoffe ab.
Diese senken den pH-Wert aus dem Leitungswasser automatisch.
Fragt sich nur wohin, aber das festzustellen gibt es im Aquarienhandel Test-Sets.
Meine Fragen lauten: Sind diese Symptome zu Anfang normal und
pendeln sich allmählich positiv ein?
schon
Fehlt dem Ökosystem im
Teich ein entscheidendes Element?
Du hast mindestens ein Element zuviel - die Nährstoffe in der Erde.
Gibt es (zeitlich und
preislich im Rahmen gehaltene) Mittel, wie ich gegen diese
Symptome vorgehen kann?
Wasser wechseln, Wasser wechseln
Nitrattestset und pH-Testset kaufen und anwenden
und Geduld, Geduld, Geduld.
Alte Weinfässer brauchen eine Weile, bis sie sich Richtung Ökosystem entscheiden.
Und ferner: Wie verhindere ich eine
Mückenplage?
im Kunstteich?
Leider gar nicht, bzw. nur mit dem Kescher.
Besorge Dir einen Damenfeinstrumpf, zieh ihn über einen Kescherring und mach Dich ans Fischen.
Ein Fisch ist keine Option. Dafür ist der „Teich“ zu klein.
Möglicherweise kriegst Du nächstes Jahr Libellenlarven.
Die machen dann schon.
Allerdings darf der Teich dafür im Winter nicht geleert werden und nicht komplett durchfrieren. Er sollte dafür in die Erde eingegraben sein und mindestens 1 Meter tief sein.
Viele Grüße
Geli