…das kann etwas heftig werden, aber i.M. ist hier niemand,
dem ich mitteilen kann, was mich auf den Siedepunkt bringt:
Es geht um den Therapeuten meiner 10jährigen Tochter. Ich hab
grad tel. die Therapie beendet. Ich weis gar nicht, wo ich anfangen soll. Seit 3 Monaten schreib ich Protokolle, mache Aufnahmen von ihrem Verhalten. MICH hat er auseinandergenommen,
gut, wenns meiner Tochter hilft, hätte er mich sonstwie
zermatschen können. Nur hier zu Hause kommen wir einfach nicht
weiter. Sie wurde als mittelschwer hyperaktiv eingestuft.
Auch o.K. hab alles mittlerweile drüber gelesen. Aber nach einem
halben Jahr Gesprächs-Spiel-blablabla-Therapie hab ich das
Gefühl, ich weis nimmer weiter. Sie entzieht sich mir immer
mehr. Macht was sie will, egal, was ich sage. Haut ab, stiehlt munter weiter, lügt, schlägt mich und macht kaputt, was ihr
in die Hände kommt. Mittlerweile hab ich kein Tel. mehr, keinen
Fernseher, Dinge, wo sie weis, die sind mir wichtig, verschwinden. Na usw. Hab heute, nach einem furchtb. Tag (sie wollte runter, aber das Wetter hier war soooo schlecht u. sie
ist erkältet) dann den Therapeuten angerufen. Der sagt: viel Geduld und Liebe. Klar, ja nur…wenn so gar nichts zurückkommt - und das seit 5 Jahren in zunehmender Weise - . Habs versucht,
ihm zu erklären. 2 Menschen stehen sich gegenüber, der eine wirft einen Ball (Liebe, Zuneigung), der andere macht aber nicht mal die Arme auf…
Ach Mist, was tu ich denn nun? Sie muß weiter therapiert werden,
aber nochmal von vorn anfangen??? Um Entschuldigung bitten?
Ich hatte sogar noch vor 2 h erwartet, er meldet sich nochmal, aber nein…
Es tut mir leid, wenn das hier so raussprudelt, aber ich mag auch nicht mehr Freunden davon erzählen. Ab einem best. Punkt
hört da eh keiner mehr genau hin.
Ich hab das Gefühl, langsam brauch ich eine Therapie ???
Das macht mich derart hilflos, dass ich hier poste…
Liebe Dilarah,
ich weiss Dir eigentlich im Moment keinen Rat!
Aber dafür nehme ich Dich mal lieb in den Arm und versuche, Dich zu trösten (wenn auch nur virtuell).
Sich einfach mal alles von der Seele reden tut manchmal gut und schafft Raum für neue Gedanken.
Einen ganz lieben Gruß
User
Hallo Dilarah,
Dein Posting hat mich sehr betroffenen gemacht und mir fallen momentan auch gar keine tröstenden Worte ein. Es ist einfach schlimm, wenn man sich bemüht und bemüht und die Situation scheint nur immer noch aussichtsloser zu werden. Gerade wenn es sich um das eigene Kind handelt ist man ab einem bestimmten Punkt nur noch hilflos, verzweifelt und müde.
Ich weiss nur wenig über Hyperaktivität, kann Dir also in der Beziehung auch keine Ratschläge geben und wie Du ja selber schreibst, hast Du schon sämtlich Literatur darüber gelesen.
Ich kann mich jedoch noch an einen Zeitungsartikel erinnern, in dem Hyperaktivität u.A. auch auf die Ernährung zurück geführt wurde. Sprich: die Kinder reagieren auf verschiedene Inhaltsstoffe allergisch. Mit einer entsprechenden Ernährungsumstellung wurden gute Erfolge erzielt. Hast Du Dich schon in dieser Richtung erkundigt? Vielleicht hilft es ja.
Ein anderer Aspekte wäre der Kontakt zu einer Gruppe von Eltern mit hyperaktiven Kindern. Es hilft sicherlich weiter, wenn man sich mit Betroffenen austauscht. Diese verstehen die täglichen Kämpfe und Probleme wesentlich besser als die Freunde, die, wie Du schreibst, ab einem bestimmten Punkt nicht mehr zuhören.
Vielleicht gibt es ja in Deinem Ort solch eine Selbsthilfegruppe.
Das Du die Therapie abgebrochen hast, ist sicherlich in Ordnung. Es kann ja sein, dass Deine Tochter diesen Therapeuten einfach nicht mag. Dann bringt die „schönste“ Therapie auch nichts. Eventuell ist er auch gar nicht kompetent in der Behandlung der Hyperaktivität. Ich kann Dir nur empfehlen, Dich auch diesbezüglich genau zu informieren.
Hast Du Deine Tochter schon einmal in einer speziellen Kinderklinik vorgestellt? Auch das wäre eine Möglichkeit.
Ich wünsch Dir von Herzen ganz viel Kraft für Dich und Deine Tochter.
Alles Liebe und viel Licht von Lea
Nochmal „Hallo“ Dilarah,
mir hats keine Ruhe gelassen und ich habe bei google den Suchbegriff „Hyperaktivität bei Kindern“ eingegeben.
Dort gibt es jede Menge Links zu dem Thema.
Schau doch u.a. mal hier nach:
http://www.focus.de/D/DG/DGB/DGB04/dgb04.htm
Dort findest Du auch die Adresse des Bundesverbandes der Elterinitiative hyperaktiver Kinder.
Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig helfen.
Nochmals alles Liebe.
Lea
also ich weiß ja nicht…
hallo,
Das Du die Therapie abgebrochen hast, ist sicherlich in
Ordnung.
wer sagt das?
wieso sollte das in ordnung sein? die tochter ist therapiert worden, nicht die mutter. deshalb kann eigentlich auch niemand für einen anderen entscheiden, was gut ist.
das problem ist, daß kinder das leider nicht selbst entscheiden dürfen.
Es kann ja sein, dass Deine Tochter diesen
Therapeuten einfach nicht mag.
das geht aus der mail doch gar nicht hervor. es ist kein wort darüber gefallen, wie es der tochter mit der therapie geht. nur darüber, daß die therapie scheinbar keine ergebnisse vorweist und daß es dilarah schlecht damit geht.
halte ich für sehr bedenklich.
gruß,
fabienne
hallo dilarah,
ein halbes jahr ist nicht viel. es tut mir leid für dich, aber ich denke, die therapie für deine tochter (!!) abzubrechen, sprich für sie zu entscheiden, was gut oder schlecht für sie ist, das halte ich für absolut kontraproduktiv.
es mag schwer sein, für dich. für sie ist es mit sicherheit auch nicht leicht. aber wenn sie möglicherweise gerade mal angefangen hat, ein vertrauensverhältnis zu dem therapeuten aufzubauen, und dann nimmst du ihr das weg, dann kann der schuß ganz schön nach hinten losgehen.
hast du denn deine tochter mal gefragt, ob sie die therapie abbrechen will? du schreibst protokolle und läßt dich auseinander nehmen. aber REDEST du auch mit deiner tochter?
vielleicht wäre es gut, wenn du parallel zu ihr auch eine therapie machst. aber ihr das wegzunehmen, was ihr helfen kann, nur weil es dir nicht schnell genug geht mit den veränderungen oder weil die veränderungen aus deiner sicht in die falsche richtung gehen, das halte ich für bedenklich. wichtiger wäre es z.b., mit dem therapeuten zusammen zu arbeiten. er muß in der therapie thematisieren, was eure beziehung belastet, wo ihre grenzen sind, eben z.b. daß es nicht geht, dich zu schlagen oder zu bestehlen. aber ich halte es für wichtig, daß deine tochter weiterhin die möglichkeit hat, zu ihm zu gehen. denk doch nochmal drüber nach.
viele grüße,
fabienne
hallo,
Auch Hallo
Das Du die Therapie abgebrochen hast, ist sicherlich in
Ordnung.wer sagt das?
In dem Fall : ich
Ich wollte damit zum Ausdruck bringen, dass ich genauso gehandelt hätte. Pardon. Da habe ich mich vielleicht etwas unklar ausgedrückt.
wieso sollte das in ordnung sein? die tochter ist therapiert
worden, nicht die mutter. deshalb kann eigentlich auch niemand
für einen anderen entscheiden, was gut ist.
das problem ist, daß kinder das leider nicht selbst
entscheiden dürfen.
Ich würde dies hier nicht als vorrangiges Problem ansehen. Es ist so. Eltern müssen eben oftmals für das Wohl ihres Kindes eine Entscheidung treffen. Ob sie wollen oder nicht! Und ganz davon abgesehen hatte ich den Eindruck, dass sich Dilarah sehr intensiv damit auseinander gesetzt hat und sich diese ihre Entscheidung sicherlich nicht leicht gemacht hat.
Es kann ja sein, dass Deine Tochter diesen
Therapeuten einfach nicht mag.das geht aus der mail doch gar nicht hervor.
Hab ich doch auch nicht gesagt! Dilarah sollte es als Hinweis verstehen auch diesen Aspekt in Betracht zu ziehen.
es ist kein wort
darüber gefallen, wie es der tochter mit der therapie geht.
nur darüber, daß die therapie scheinbar keine ergebnisse
vorweist und daß es dilarah schlecht damit geht.
Glaubst Du allen Ernstes, dass es Dilarahs Tochter dabei gut geht??
So wie Dilarah schreibt, stellt sie eine deutliche Verschlechterung seit Beginn der Therapie fest. Jedenfalls habe ich ihre Beschreibung so verstanden.
halte ich für sehr bedenklich.
Du kannst das ja für bedenklich halten. Ich kann Deine Einwände jedenfalls nicht ganz nachvollziehen.
Schön wäre jedoch gewesen, zumindest für Dilarah, wenn Du etwaige konstruktive Vorschläge/Tipps oder ein freundliches Wort für sie hättest.
Lea
gruß,
fabienne
Tja…
hallo nochmal,
Ich würde dies hier nicht als vorrangiges Problem ansehen. Es
ist so. Eltern müssen eben oftmals für das Wohl ihres Kindes
eine Entscheidung treffen. Ob sie wollen oder nicht!
und auch: ob sie’s können oder nicht.
davon abgesehen hatte ich den Eindruck, dass sich Dilarah sehr
intensiv damit auseinander gesetzt hat und sich diese ihre
Entscheidung sicherlich nicht leicht gemacht hat.
mein eindruck war genau umgekehrt: spontan in einem anfall von ärger zum telefon gegriffen und die „bla-bla-therapie“ abgebrochen.
aber ich denke, darüber brauchen wir beide nicht streiten, weil es jeweils eigene interpretationen dessen sind, was sie geschrieben hat.
Glaubst Du allen Ernstes, dass es Dilarahs Tochter dabei gut
geht??
hmm… ich glaube, das kann niemand wissen außer der tochter, und für mich ist nicht aus der ganzen sache hervorgegangen, daß die überhaupt gefragt wurde…
So wie Dilarah schreibt, stellt sie eine deutliche
Verschlechterung seit Beginn der Therapie fest. Jedenfalls
habe ich ihre Beschreibung so verstanden.
habe ich auch wieder anders interpretiert. eine deutliche verschlechterung für WEN, die mutter oder die tochter? beschrieben wurde eine deutliche verschlechterung der äußeren umstände, aber wie es in der tochter aussieht, das steht da nicht. kann ja auch gar nicht.
Schön wäre jedoch gewesen, zumindest für Dilarah, wenn Du
etwaige konstruktive Vorschläge/Tipps oder ein freundliches
Wort für sie hättest.
waren meine vorschläge nicht konstruktiv? ich meine die aus der mail direkt an dilarah und nicht aus der mail an dich?
und was nützt es der tochter (zur erinnerung: sie ist diejenige, die therapie macht, also die, die hilfe braucht!), wenn ich dilarah bedaure und bemitleide? es tut mir leid, aber ich denke auch an die tochter und bin vermutlich eher parteiisch für sie. weil kinder ohnehin meistens keine lobby haben.
gruß,
fabienne
hallo nochmal,
Ich würde dies hier nicht als vorrangiges Problem ansehen. Es
ist so. Eltern müssen eben oftmals für das Wohl ihres Kindes
eine Entscheidung treffen. Ob sie wollen oder nicht!und auch: ob sie’s können oder nicht.
Wer will, wer kann das wirklich objektiv beurteilen?
davon abgesehen hatte ich den Eindruck, dass sich Dilarah sehr
intensiv damit auseinander gesetzt hat und sich diese ihre
Entscheidung sicherlich nicht leicht gemacht hat.mein eindruck war genau umgekehrt: spontan in einem anfall von
ärger zum telefon gegriffen und die „bla-bla-therapie“
abgebrochen.
aber ich denke, darüber brauchen wir beide nicht streiten,
weil es jeweils eigene interpretationen dessen sind, was sie
geschrieben hat.
Ja, ich gebe Dir recht. Streiten brauchen wir darüber wirklich nicht. Zumal es Dilarah und ihrer Tochter nun wirklich nicht hilft.
Glaubst Du allen Ernstes, dass es Dilarahs Tochter dabei gut
geht??hmm… ich glaube, das kann niemand wissen außer der tochter,
und für mich ist nicht aus der ganzen sache hervorgegangen,
daß die überhaupt gefragt wurde…
Da habe ich wohl von mir auf Dilarah geschlossen. Entschuldige. Für mich wäre selbstverständlich allererste Vorraussetzung gewesen vorab vorsichtig zu ergründen, ob die Tochter sich in der Therapie „wohl fühlt“.
So wie Dilarah schreibt, stellt sie eine deutliche
Verschlechterung seit Beginn der Therapie fest. Jedenfalls
habe ich ihre Beschreibung so verstanden.habe ich auch wieder anders interpretiert. eine deutliche
verschlechterung für WEN, die mutter oder die tochter?
beschrieben wurde eine deutliche verschlechterung der äußeren
umstände, aber wie es in der tochter aussieht, das steht da
nicht. kann ja auch gar nicht.
Dilarah beschrieb eine zunehmende Verhaltensauffälligkeit
Schön wäre jedoch gewesen, zumindest für Dilarah, wenn Du
etwaige konstruktive Vorschläge/Tipps oder ein freundliches
Wort für sie hättest.waren meine vorschläge nicht konstruktiv? ich meine die aus
der mail direkt an dilarah und nicht aus der mail an dich?
Dein Posting an Dilarah habe ich jetzt erst gelesen.
und was nützt es der tochter (zur erinnerung: sie ist
diejenige, die therapie macht, also die, die hilfe braucht!),
wenn ich dilarah bedaure und bemitleide?
Oh weh, das klingt in meinen Ohren einfach sehr kühl. Sie wollte sicherlich kein Bedauern oder Mitleid (o.k. meine Interpretation),sondern ist momentan mit ihrer Kraft wohl ziemlich am Ende. Und da hilft es, wenn man sich einfach mal alles von der Seele schreiben/reden kann und *vielleicht* ein wenig Anteilnahme spürt. Dann kann man wieder weitermachen.
Doch wenn Du schon so genau bist:
Dilarah hat gepostet nicht die Tochter
…
Und „Hilfe“ brauchen beide!
es tut mir leid, aber
ich denke auch an die tochter und bin vermutlich eher
parteiisch für sie.
Ja, so habe ich es empfunden. Nur: hilft Parteilichkeit wirklich weiter? „Jedes Ding hat zwei Seiten“!
weil kinder ohnehin meistens keine lobby
haben.
Ich stimme Dir zu und kann Deine Parteilichkeit dadurch ein wenig nachvollziehen.
Lea
gruß,
fabienne
hallo lea, zum dritten 
und auch: ob sie’s können oder nicht.
Wer will, wer kann das wirklich objektiv beurteilen?
objektiv… eigentlich keiner. vielleicht der therapeut, der kinder 20 jahre nach ihrer kindheit behandelt? das ist meine eigene erfahrung.
hmm… ich glaube, das kann niemand wissen außer der tochter,
und für mich ist nicht aus der ganzen sache hervorgegangen,
daß die überhaupt gefragt wurde…Da habe ich wohl von mir auf Dilarah geschlossen.
Entschuldige. Für mich wäre selbstverständlich allererste
Vorraussetzung gewesen vorab vorsichtig zu ergründen, ob die
Tochter sich in der Therapie „wohl fühlt“.
dafür brauchst du dich nicht zu entschuldigen. ich nehme es ja eigentlich auch an. aber das ist eben - unsere interpretation.
Dilarah beschrieb eine zunehmende Verhaltensauffälligkeit
stimmt. unter anderem aus eigener erfahrung weiß ich aber, daß, wenn man eine therapie anfängt, das, WESHALB man die therapie macht, in den ersten 6-8 monaten erstmal schlimmer werden kann. das kann nun nicht jeder wissen. vielleicht therapeuten und leute, die selbst 'ne therapie gemacht haben.
Oh weh, das klingt in meinen Ohren einfach sehr kühl. Sie
wollte sicherlich kein Bedauern oder Mitleid (o.k. meine
Interpretation),sondern ist momentan mit ihrer Kraft wohl
ziemlich am Ende. Und da hilft es, wenn man sich einfach mal
alles von der Seele schreiben/reden kann und *vielleicht* ein
wenig Anteilnahme spürt. Dann kann man wieder weitermachen.
okay, da gebe ich dir recht.
ich habe hier auch nicht nur bzw. nicht vorrangig als „sozialpädagogin“ oder „fachfrau“ oder einfach, wie es das forum verlangt, als „expertin“ geschrieben. sondern in diesem fall wohl ein bißchen auch aus meiner eigenen situation heraus. ich denke, es wäre für mich selbst verdammt gut gewesen, wenn ich als kind schon therapie hätte machen können und damit nicht warten müssen, bis ich 22 jahre alt war. und dann lese ich sowas und mein erster gedanke war „na toll, jetzt ist es zu anstrengend, dann wird gleich die therapie beendet, ohne zu gucken, was FÜR DAS KIND gut ist.“ niemand ist fehlerfrei. vermutlich habe ich von meinen erfahrungen mit meiner mutter auf dilarah geschlossen…
Doch wenn Du schon so genau bist:
Dilarah hat gepostet nicht die Tochter…
stimmt, aber ich muß mich ja nicht automatisch auf die seite dessen schlagen, der hier postet… oder?
Und „Hilfe“ brauchen beide!
das denke ich auch und habe ich ja auch geschrieben.
hilft Parteilichkeit
wirklich weiter? „Jedes Ding hat zwei Seiten“!
mir und dir nicht, dilarah selbst vielleicht auch nicht, aber grundsätzlich schon. der therapeut z.b. muß parteilich sein. als sozialpädagogin muß ich auch parteilich mit meiner klientengruppe arbeiten, sonst kann ich kaum was erreichen. aber meine parteilichkeit rührt, zugegeben, eben auch ein bißchen daher, daß ich meistens auf der seite der kinder stehe, weil ich weiß, was ausgeliefertsein (den entscheidungen der eltern, was gut ist…) auslösen kann.
so, nun aber genug vom thema abgeschweift… abgeschwiffen… wie heißt das? *ab ins sprachenbrett* *grins*
liebe grüße,
fabi
Erstens vielen vielen Dank, es hat wirklich an mehr oder
weniger seelischem Beistand bei mir gefehlt, als ich gestern
abend gepostet hab.
Mittlerweile war ich doch bei diesem Therapeuten und hab relativ emotionslos nochmal und nochmal erklärt, was ich in den vergangenen Monaten immer wieder erklärt hab. Auch, daß es
mich traurig macht, daß ich die Verantwortung so alleine trage
(es gibt ja auch einen Papa, der allerdings alles von sich weist und der Meinung ist, es ginge hier nur um mich und sie). Man
stelle sich mal vor, dem Mädchen passiert bei ihren Streifzügen
nach der Schule was, dann heisst es, tja …Manchmal erreiche
ich sie ja noch, aber sehr sehr selten. Ich muß nun der fairnisshalber auch zugeben, daß der Th. mir einen Psychiatrie-
platz für sie angeboten hat (halbes Jahr ohne jeden Kontakt zu
mir - außer Telefon, jeden Sonntag, wenn sie es möchte). Das lehnt sie aber ab, liebe bringe sie sich um, denn das würde
ja bedeuten, genau ihr Problem, dass sie mal was tun müßte.
Ich hab monatelang nicht geschlafen, bin immer wieder in ihr
Zimmer (Müllgrube), nachdem ich sie einmal im Fenster stehend
erwischt hat, obwohl ich weiss, daß sie es sicher nie tun würde,
sie wehrt sich ja ganz vehement, nur gegen was??? Aber ihr
könnt Euch die Angst vorstellen, mit der ich seit dem lebte und
nun merke ich, wie ich langsam aggressiv werde, wenn ich nur dran denke, daß gleich die Schule aus ist.
Na gut, ich habs i.O. gebracht, wir haben vereinbart, es noch
ein paar Monate durchzuhalten. Sie sagt nichts dazu, ihr ist es
(Zitat) sch***egal.
Ich danke nochmal, mir sind gestern fast die Sicherungen durchgebrannt und es tat unheimlich gut, dies hier zu lesen.
Eure H.-D.
Krise mit Chancen
Hallo Dilarah,
es mag jetzt ein wenig mystisch klingen, aber ich glaube daran, dass wir Frauen in Gefühlsdingen supergut funktionierende Antennen haben, die uns zu den genau richtigen Vorgehensweisen und Zielen verhelfen - Intuition, 6ter Sinn, nenn es wie Du magst.
Diese Antennen können aber erst funktionieren, wenn wir uns von eigenen Gedankenspiralen verabschieden, für eine Weile zumindest. Manche Menschen meditieren, manche erschlafen und erträumen sich ihre Entscheidung. Egal wo oder wie man sich entspannt (dem Geist die Zugkraft entziehen), wichtig ist, sich von Gedanken, die krampfhaft nach einer Lösung suchen, zu distanzieren.
Ich hätte da ein paar Vorschläge: Vielleicht nimmst Du Dir für das kommende Wochenende irgendetwas vor, was Dir und Deiner Tochter Spaß macht: Kinder schwimmen so gerne und fühlen sich wohl im Wasser (mit Schnupfen auf eine Stunde verkürzen), in ein Kindertheater gehen, oder bei einem langen Spaziergang etwas für den Weihnachtsbaumschmuck sammeln - für Weihnachten Pläne schmieden. Und wenn Deine Tochter angefüllt von einem schönen Tag müde ins Bett sinkt, dann lasse für Dich ein Programm einfallen: ein leichter warmer Rotwein, lauschige Musik, ein wohliges Vollbad mit einem wohlriechendem Badezusatz, Ordnung schaffen in Unterlagen, Briefen, in den PC-Ordner… sich ablenken und sich selber eine Freude machen (nicht nur der Tochter).
Vielleicht hilft es beim Lösen von Schwierigkeiten, wenn Du sie auflistest (aus dem Sinn, in Reih und Glied verlieren sie ihre Mächtigkeit und gar ihre Macht):
beim Therapeut bleiben oder neuen suchen
macht es Sinn Kind betreuen zu lassen oder weiterhin selber betreuen
wer könnte noch einen beraten
besteht die Möglichkeit sich Unterstützung einer Selbsthilfegruppe mit ähnlichen Schwierigkeiten zu suchen
usw…
Wenn Du mit Dir und Deiner Tochter freundlich umgehst, dann hast Du sowohl einen Schutzpanzer um Euch geschaffen, als auch die Voraussetzung, wieder leichter Entscheidungen zu fällen und zu tragen.
Solche Abstürze sind wichtig, so glaube ich, weil sie einem ermahnen, nicht über die eigenen Kräfte hinauszugehen.
liebe Grüße
Claudia
Claudia,
das war unheimlich entspannend für mich zu lesen.
Zur Zeit war die Spannung zwischen uns so groß, dass
ich furchtbare Angst hatte, z.B. hab ich ihr eine
Ohrfeige verpasst, was mich nachts hat nicht zur Ruhe
kommen lassen, infolge dessen bist Du morgens schon
gereizt. Es schaukelt sich dann so hoch.
Es war gut, hier zu schreiben, genau in solchen Momenten.
Zum Glück hab ichs getan, wenn es auch die Probleme nicht
aus der Welt schafft, aber ich hab wieder die nötige Ruhe,
um einfach weiterzumachen.
Nochmal an alle hier ein liebes Dankeschön.
hd
Hi Dilarah,
Üblicherweise heißt es - chercher la femme( suche die Frau) - aber in diesem Fall, würde ich vorschlagen, den Mann zu suchen.
Du hast diesen einmal kurz erwähnt, so daß ich nicht viel über eure Paarsituation weiß.
Deshalb auch ganz kurz und wage eine Interpretation: Die Therapie deiner Tochter, ist ganz allein deren Sache und ihres Therapeuten! Auch ein 10-jähriges Kind hat eine Privatsphäre.
Dieser Übergriff war vielleicht nicht der erste!?
Sie soll der Unterstützung deiner Tochter dienen.
An sich Arbeiten, denke ich, sollen hier andere. Du und dein (Ex?)Mann.
MfG Harald
nicht aufgeben
bitte nicht böse sein, dass ich jetzt auch noch meinen senf dazugebe (es hört sich ein bisschen so an, als hättest du genug rat-schläge bekommen). ich hätte ein paar fragen, die vielleicht nur meine ahnungslosigkeit und inkompetenz dartun, aber falls du zeit und lust hast, sie zu beantworten, wäre ich dir dankbar.
was ich nicht verstanden habe: es hört sich ganz grauenvoll an, was du über das leben mit deiner tochter schreibst. gibt es wirklich keine möglichkeiten, sich vor solchen katastrophen zu schützen? also: eine art tresor aufstellen, zum beispiel, wo die sachen drin sind, an die sie wirklich nicht randarf? oder noch besser: ein abschließbares zimmer in der wohnung, wo dann dein telefon, dein fernseher etc steht? sicherungseinrichtungen fürs kinderzimmerfenster, damit sies gar nicht erst aufkriegt? oder habe ich das ganze problem nicht verstanden?
hat der therapeut eigentlich über die diagnose hyperaktivität hinaus vielleicht noch andere benennbare störungen angedeutet? deckt sich seine auffassung des problems mit deinem wissen über hyperaktivität? warum riet er zu einem aufenthalt in einer derart harten einrichtung? oder sind solche rigorosen maßnahmen etwa normal (sie scheinen mir schon für erwachsene ziemlich streng zu sein, für kinder regelrecht grausam)?
ehrlich gesagt, nach dem, wie du dein leben dargestellt hast, kann ich mir vorstellen, wie es zu „mir-langts“ krisen kommt. wundere mich sogar, dass sie nicht noch schlimmer ausfallen. deshalb dachte ich unwillkürlich über möglichkeiten nach, wie du dich erst einmal primär schützen kannst und ein eigenes einigermaßen intaktes leben wahren kannst. denn es hat ja keiner was davon, wenn du auch noch den rest lebenskraft und durchblick verlierst. das wäre für mich wirklich erst einmal die oberste priorität. dem kind zuliebe sich selbst schützen, damit frau selbst wenigstens soweit gesund bleibt, dass sie für die fundamentalsten erziehungsentscheidungen zur verfügung steht.
also, bitte nicht böse sein, wenn hier nur meine ahnungslosigkeit deutlich wird. sind ehrlich gemeinte fragen.
grüße juliane
ich bin erst heute auf Deine Antwort aufmerksam geworden. Habe keine „Antwort-Mail“ diesbezüglich erhalten, was manchmal passiert.
Weißt Du, was mich an Deinem Artikel berühert hat, das einmal
jemand auch an die Mütter solcher Kinder denkt.
Und jetzt ein paar Antworten dazu:
was ich nicht verstanden habe: es hört sich ganz grauenvoll
an, was du über das leben mit deiner tochter schreibst. gibt
es wirklich keine möglichkeiten, sich vor solchen katastrophen
zu schützen? also: eine art tresor aufstellen, zum beispiel,
wo die sachen drin sind, an die sie wirklich nicht randarf?
es geht hierbei ja um „Ausbrüche“, ich kann kein Tel., Fernseher, Geschirr und dergleichen in einem Tresor aufbewahren.
Ganz wichtige Sachen (z.B. Geld, Papiere, Fotos) sind schon
unter Verschluß, was ich trotzdem schrecklich finde.
oder noch besser: ein abschließbares zimmer in der wohnung, wo
dann dein telefon, dein fernseher etc steht?
Das würde nichts nützen, weil in meinem Falle Türen mit Glas
(mittlerweile Kunststoff) ausgestattet sind. Drei davon hat sie
schon geschafft.
sicherungseinrichtungen fürs kinderzimmerfenster, damit sies
gar nicht erst aufkriegt?
Ist bei einem 10jährigen Mädchen zwecklos, sie bekommt es auf.
oder habe ich das ganze problem
nicht verstanden?
Man kann das nicht verstehen. Mein Sohn (19) ist „gesund“ .
War ein völlig anderes Lebensgefühl, ihn aufzuziehen.
Die Kleine hingegen kann ja im Grunde nichts dafür, nur es ist
manchmal einfach zuviel für mich. In so einem Augenblick hatte
ich gepostet. In der Therapie hab ich das Gefühl, es geht alle
halben Jahre 1 Schritt vor und 4 zurück. Ganz besonders in
solchen Situationen.
hat der therapeut eigentlich über die diagnose hyperaktivität
hinaus vielleicht noch andere benennbare störungen angedeutet?
Nein.
deckt sich seine auffassung des problems mit deinem wissen
über hyperaktivität?
Jein, weil gewisse Charakterzüge auch nicht wegzuerziehen sind.
Ich soll als Kind auch ziemlich unbeherrschbar gewesen sein…??
Allerdings war unsere Familiensituation damals auch nicht die
beste.
warum riet er zu einem aufenthalt in
einer derart harten einrichtung? oder sind solche rigorosen
maßnahmen etwa normal (sie scheinen mir schon für erwachsene
ziemlich streng zu sein, für kinder regelrecht grausam)?
Ich weiß es nicht. Aber ich kenne mindestens 2 Kinder, die sich dort aufgehalten haben (im Alter meiner Tochter), denen es gut
gefallen hat. Nur waren da auch andere Diagnosen (einmal Eß-
störungen und einmal Depression) im Spiel, was aber dort erst
unter genauester Beobachtung diagnostiziert wurde. Eine Tante
des einen Mädchens hat mich allerdings gewarnt.
ehrlich gesagt, nach dem, wie du dein leben dargestellt hast,
kann ich mir vorstellen, wie es zu „mir-langts“ krisen kommt.
wundere mich sogar, dass sie nicht noch schlimmer ausfallen.
Ehrlich gesagt, ich mich auch. Aber ich bin Meister im schwierige Lebenslagen meistern. Ich hab die 10 Jahre
soviel Verluste erlitten (fast meine ganze Familie ist verstorben bis auf eine Tante, um die ich mich kümmere, 2 meiner
besten Freunde sind gestorben, ich selber wurde krank, Trennung meiner Familie, Verlust meiner Arbeit)und bin trotzdem ein
fröhlicher Mensch geblieben. Aber alles ist mal zuviel und ich
denke, es steht einem dann ganz einfach zu, auch mal auszuticken. Solange dies nur in Form eines klitzekleinen Hilferufs per Posting passiert, ist es doch in Ordnung. Ich hab
einfach aufgehört, mir die Schuld an der Situation meiner Tochter zu geben. Zum Glück hab ich Menschen, die mir dabei geholfen haben.
deshalb dachte ich unwillkürlich über möglichkeiten nach, wie
du dich erst einmal primär schützen kannst und ein eigenes
einigermaßen intaktes leben wahren kannst. denn es hat ja
keiner was davon, wenn du auch noch den rest lebenskraft und
durchblick verlierst. das wäre für mich wirklich erst einmal
die oberste priorität. dem kind zuliebe sich selbst schützen,
damit frau selbst wenigstens soweit gesund bleibt, dass sie
für die fundamentalsten erziehungsentscheidungen zur verfügung
steht.
GENAU zu dieser Erkenntnis bin ich mittlerweile auch gelangt.
Ich hab mich sehr über diese Zeilen von Dir gefreut. Damit
ist ein Mensch mehr der Meinung, die ich so lange, fast zu lange
nicht akzeptieren konnte.
also, bitte nicht böse sein, wenn hier nur meine
ahnungslosigkeit deutlich wird. sind ehrlich gemeinte fragen.
Um Himmelswillen. Ich bin alles andere als böse, ich bin sehr dankbar.
Ich wünsche Dir ein glückliches Weihnachtsfest und ein tolles
neues Jahr.
…
und mir auch.
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