'Missionierung' von Kindern

Hallo Isa,

die Mission ist das Ergebnis des „Missionsbefehls“.
Hier im Wortlaut:
Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.“ (Matth.28,19-20)

Ein wichtiger Teil der Mission ist: „lehret sie“
Das ist doch genau das, was wir mit unseren Kindern machen.

Gruss Harald

2 „Gefällt mir“

Hallo,

in der Diskussion geht es ja unter anderem um die Frage, ob
Kinder religiös erzogen werden sollten und es kamen hier auch
schon die Antworten, dass man Kindern hier nichts aufzwingen
soll. Da mich wundert, dass ausgerechnet und oft nur in diesem
Bereich auf Erziehung verzichtet werden soll, wollte ich das
einmal gezielt ansprechen.

Mir ist nämlich völlig unklar was damit eigentlich genau
gemeint ist, da die Erziehung von Werten notwendig ist und
ansonsten man von antiautoritärer Erziehung spricht, wo ja
genau auf dieses verzichtet wird (im Extremfall). Wenn nun die
Eltern religiös sind (und nur darum kann es ja gehen), dann
ist es doch normal, dass sie die sich daraus ergebenden Werte
und Vorstellung auch an ihre Kinder vermitteln. :Warum sollen
sie nur dann darauf verzichten, wenn die Basis dieser Werte
eine Religion ist? Wo seht ihr hier die Gefahr? Wo ist das
Problem?

Wie bist Du denn auf den Begriff schwarze Pädogogik gekommen?

Wie ich in meinem vorherigen Beitrag schon deutlich gemacht habe, kann ich absolut nachvollziehen, dass religiöse Eltern Ihre Kinder religiös erziehen und dabei handelt es sich nicht nur um die Erziehung in Bezug auf Wertevermittlung sondern eben auch um den ganzen „Klimbim“ auf dem das ganze begründet wird.

Auch die Frage danach welche Gefahr hier besteht sehe ich gar nicht gestellt?

Prinzipiell wird Eltern heutzutage nur das untersagt, was dem Kind direkt Schaden zufügt, wobei die Beweislage häufig sehr schwierig ist.

Anwendungen von Gewalt (Züchtigung), die vielleicht durch die eigene Religion nicht verboten ist, gehört eben dazu.

Ob nun Relgion oder nicht, prinzipiell besteht immer das Bedenken, dass Kinder leicht beeinflußt werden können und so beeinflußt, dass sie dazu erzogen werden gegen z.B. die derzeit bestehende Gesellschaft anzukämpfen bzw. Gesetze zu brechen.

Natürlich haben hier die Eltern einen großen Einfluß auf die Werteentwicklung der Kinder und diejenigen, die eben davon überzeugt sind, dass die religiöse Wertevermittlung in der Vergangenheit zu einer nachteiligen Gesellschaftsentwicklung geführt hat, würden es eben gerne sehen, wenn selbst religiöse Eltern auf die Weitergabe ihrer eigenen Werte verzichten würden bzw. sie „neutral“ vermitteln.

Das ist natürlich utopisch.

Anderer Antwortenden haben gleich das Thema Religion und Schule mit hier hineingebracht. Da ist auch klar, dass religiöse Eltern ihre Kinder gerne auf religöse Schulen schicken.

Ob das gesamtgesellschaftlich sinnvoll ist, wird meist nicht bedacht. Es teilt ja förmlich die Gesellschaft und fördert somit gegenseitiges Mißtrauen. Menschen sind ja so ängstlich, vor allem religiöse (was sich aus der Lehre ergibt).

Eltern von Kindern, die keiner Religion angehören, bzw. einer Religion, die keine eigenen Schulen betreibt, haben dagegen Bedenken, wenn es keine Wahl mehr gibt und sie aufgrund ihres Wohnortes ihre Kinder in Religionsschulen schicken müssen.

An für sich halte ich es da für gesellschaftlich unverantwortlich, dass es Schulen gibt, die nur eine bestimmte Klientel bedienen. Das ist aber mehr ein Problem in England und Irland als in Deutschland derzeit.

Besten Gruß
Mathias

Hallo Isa,

die Mission ist das Ergebnis des „Missionsbefehls“.
Hier im Wortlaut:
"Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet
sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen
Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen
habe.
" (Matth.28,19-20)

Ein wichtiger Teil der Mission ist: „lehret sie“
Das ist doch genau das, was wir mit unseren Kindern machen.

Also sollen wir jetzt alle schulen verbierten weil uns dort etwas gelehrt wird?

Ich bitte dich unsere Werte zu vermitteln und zu lehren gehört doch dazu sonst würde ja bald totales Caos heerschen ob ich nun nicht töten soll weil mir das das Gesetz Gottes des Staates oder was weis ich wer sagt is doch dabei gleichgültig oder?

Leider gibt es nicht soviele einsame inseln das jeder machen kann was er will! Und zum glauben kann niemand gezwungen werden es spielt sich doch im Kopf ab da kommt doch keiner rein! Es ist schon interessant wie sehr sich die Meinungen unterscheiden bei ein und der selben sache und unterschiedlichen quellen!

Interessant ist auch das es Religionen ohne Missionsauftrag gibt die ihre Kinder trotzdem in ihrem glauben erziehen! Missionieren die jetzt trotzdem?

Gruss Isa

Gruss Harald

1 „Gefällt mir“

offtopic fliegendes spagettimonster
hi mtahias,

macht der rosa drachen dem fliegenden spagettimonster konkurrenz?

grüsse
coco

Moin, meine Meinung ist: Sobald eine Religion dogmatisch gelehrt wird bzw. als Dogma angesehen wird, ist es Gewalt an Kindern. Gruß

http://66.249.93.104/search?q=cache:FsVL-hKt7ZEJ:www…

Hallo
interessante fragen

  1. Ist es erwünscht, gefordert oder völlig freigestellt, daß
    die Eltern dem Kind ihre Religion „nahebringen“?

Das sogenannte neuitral verhalten ist eine völlige Utopie:

  1. Nicht von Gott reden, zeigt dem kind an, dass es keinen Gott gibt oder das dieser zumuindest nicht wichtig ist. Also bringt man dem Kind die Religion "Atheismus " nahe. Anders gesagt, die Eltern können nur wählen „was“ und nicht "ob"man dem Kind religion nahe bringt
  2. Man lernt dem Kinde viele sachen, wie man sich benimmt, wo man uriniert etc etc und lässt es da auch nicht im dunkeln tappen bzw seinen weg wo man sein "geschäft " erledigt, bzw wie man mit dem Mitmes^chen umgeht, selber entscheiden. Wieso nicht auch im religiösen inne?
    Kleines beispiel zu den beiden sachen. Hidus haben das kastendenken. Sobald die eltern mit dem Kind jemanden von einer niedrigen Kaste begegnen, werden sie sofort religiös handeln, auch wenn sie nicht handlen. oder anders gesagt durch ein allfälliges nicht handeln haben sie den Hindischen Glauben missachtet und das Kind weg davon gebracht (was nebenbei miner ansicht nach auxch gut wäre…)
  1. Gibt es hinsichtlich 1. Unterschiede oder Angaben zum
    geeigneten Alter des Kindes?

Nein. Es gibt kein Mindestalter für erziehung, keines wann das kind merken soll, wer seine irdischen Eltern7Versorger sind, dito im geistlichen Sinne.

  1. Wird dieser Fall „Eltern -> Kind“ anders betrachtet als
    der zwischen beliebigen Personen, und falls ja, inwiefern?

Klar, genau so wie Eltern Ihr Kind erziehen sollen und duieses mit anderen kinder/Leuten nicht tun können/dürfen.

  1. Gibt es einen Unterschied zwischen „Missionierung“,
    „Religiöser Erziehung“ und „religionsgetreuer Erzeihung“, und
    wenn ja, inwiefern?

Hinter den Begriffen sind gewisse individuelle Vorstellungen verborgen, weshalb sich die Frage nicht absolut beantworten lässt.
Wie im Beispiel oben (Hindu) aufgeführt, können die sachen nicht getrennt werden. Mit der lebens und Verhaltensart, welche religiös geprägt ist, verbreitet man auch seinen glauben. So wird der andere automstisch ein klein wenig missioniert, oder aber eben vion dieser religion abgeschreckt.

  1. Wie sieht die Situation aus, wenn die beiden Eltern
    unterschiedlichen Religionsgemeinschaften angehören? Hier sei
    jeweils miterwähnt, ob das überhaupt ein erlaubter Zustand ist
    oder nicht.

Hier muss man spätestens zwischen religion und Glauben unterschieden. Im christlichen Glauben sind unterschiedliche christliche Religionen ein kleines Problem, da Religion ja im wesentlichen die Rituale und nicht den Kern beinhaltet (das geht oft soweit, das es religiöse Leute gibt, die gar nicht so richtig an einen Gott glauben). Die unterschiedlichen rituale kommen als kleinkind nicht zum Zuge, später kann man sie dem Kind erklären. Eine Ehe zwischen einem Christen und nicht Christen soll gemäss Bibel klar vermieden werden, ist also nicht „erlaubt“.

  1. Widerspricht evtl. eure persönliche Meinung dazu der
    Meinung/Lehre eurer Religionsgemeinschaft und falls ja, wie
    löst ihr diesen Konflikt?

Keinen nenneswerte widersprüche oder Konflikt

Gruss
beat

Hallo Malte,

1.) Defacto gibte es eine religionsfreie Erziehung genauso wenig, wie es eine wertefreie Erziehung gibt. Auch eine agnostizistische Einstellung ist eine religiöse Einstellung.
Die Kinder haben das Beispiel der Eltern vor Augen und stellen Ihnen auch entsprechende Fragen.

Der Unterschiede liegen nun darin, ob die Eltern selber wissen was sie glauben, inwieweit sie es ausdrücken und darstellen und wie konsequent die Eltern ihre Einstellung weitervermitteln.

Selbst wenn die Eltern wenig vermitteln, wachsen die Kinder nicht in einem Vakuum auf. Die Kinder übernehmen viel aus ihrer direkten Umgebung.

Anders ausgedrückt, wenn es dir nicht egal ist, welche Werte und religiöse Vorstellungen dein Kind übernimmt, muss dies Teil deiner Erziehung sein.

Im Juden- und Christentum und Islam ist die relgiöse Erziehung ein Gebot.

2.) Erziehung sollte altersgerecht sein. Spätetens dann, wenn dein Kind dich fragt, solltest du ihm antworten. Und dein Kind wird dich fragen.

3.) Sicherlich ist das Verhältnis Eltern-Kinder ein ganz anderes. Du bist für die etisch-religiöse Erziehung deines Kindes verantwortlich.
Die Frage ist also nict ob, sondern wie du es tust.

5.) Dies ist ein wichtiger Grund, weswegen in den monotheistischen Religionen die Heirat zwischen undterschiedlichen Religionen nicht gerne gesehen wird.

6.)Die religiöse Ansichten sollten den eigenen Überzeugungen entsprechen. Die eigenen Überzeugungen seinen Kinder weiterzutragen ist eine Herzensangelegenheit.
Wenn das nicht der Fall ist, sollte man seine eigenen religiöse Zugehörigkeit überdenken.

Gruß
Carlos

Hallo,

Die islamische Sicht deckt sich weitgehend mit anderen Religionen.

  1. Ist es erwünscht, gefordert oder völlig freigestellt, daß
    die Eltern dem Kind ihre Religion „nahebringen“?

(Kreuzchen) „gefordert“… Es ist gewissermassen eines der Rechte, die ein Kind seinen Eltern gegenüber hat.

  1. Gibt es hinsichtlich 1. Unterschiede oder Angaben zum
    geeigneten Alter des Kindes?

Die Erziehung fängt vor der Geburt an, indem jedes der Elternteile einen geeigneten Ehepartner aussucht. Im Islam ist die vorrangige Erziehungsmethode das Vormachen. Wenn aber der Ehepartner nicht mitmacht, dann wird es umso schwieriger.

Es gibt keine Taufe oder dergleichen, obwohl rituell dem Neugeborenen der Aufruf zum Gebet ins Ohr geflüstert wird. Mit drei Jahren lernen die meisten muslimischen Kinder ihre erste Sure (noch bevor sie lesen können). Alles andere kommt nach und nach. Da der Mensch nicht für Dinge zur Rechenschaft gezogen wird, die er entweder nicht verantworten konnte oder nicht besser wusste, müssen Kinder bis zur Pubertät nicht wirklich irgendeine der Gebote erfüllen (Beten, Fasten oder gar Almosen zahlen). Nichtsdestotrotz beten sie schon früher „leicht“ mit, fasten den halben/viertel Tag oder geben von ihrem Taschengeld einem Armen… Ich denke das Konzept ist klar.

  1. Wird dieser Fall „Eltern -> Kind“ anders betrachtet als
    der zwischen beliebigen Personen, und falls ja, inwiefern?

a) Die Verantwortung den eigenen Kindern gegenüber ist grösser als jemandem auf der Strasse.
b) Das rechtliche „Erziehungsrecht“ wird im Islam als „Erziehungspflicht“ interpretiert. Genauso wie man dem Kind Tischmanieren, Mathematik und Schwimmen beibringt, bringt man ihm den Islam bei. (Ich habe gerade gemerkt, dass die drei zufällig gut gewählt sind, da Tischmanieren ohne Begründung kommen (das gibt es auch, da die Eltern meist nicht alles wissen können), Mathematik der Logik entspringt (ja, selbst in der Religion gibt es viel Logik) und fehlende Schwimmkenntnisse nachweisbare Nachteile mit sich bringen - ausserdem machen die zwei letzten „Lehren“ mitunter spass!)
c) Kinder sind definitionsgemäss jung (duh!) und werden deshalb auch anders angesprochen. Vor allem bei Fragen wird man schnell die Unterschiede merken: „Hat Gott auch die U-Bahn geschaffen?“ wird keine ältere Person fragen, oder?

  1. Gibt es einen Unterschied zwischen „Missionierung“,
    „Religiöser Erziehung“ und „religionsgetreuer Erzeihung“, und
    wenn ja, inwiefern?

Ich muss ehrlich sagen, der Begriff der „Missionierung“ ist mir im islamischen Zusammenhang einfach nicht bekannt. Einen Unterschied zwischen religionsgetreuer und religiöser Erziehung kann ich nicht ausmachen.

Wenn du mit Missionierung eine dogmatische Erziehung meinst, dann ist das nicht der islamische Ansatz.

  1. Wie sieht die Situation aus, wenn die beiden Eltern
    unterschiedlichen Religionsgemeinschaften angehören? Hier sei
    jeweils miterwähnt, ob das überhaupt ein erlaubter Zustand ist
    oder nicht.

Der Islam sieht die interreligiöse Ehe von muslimischen Männern mit christlichen oder jüdischen Frauen. Auch hierbei sollte vorher festgelegt werden, wie erzogen werden wird.

  1. Widerspricht evtl. eure persönliche Meinung dazu der
    Meinung/Lehre eurer Religionsgemeinschaft und falls ja, wie
    löst ihr diesen Konflikt?

Ich bin zufrieden :wink:

Gruss und gute Nacht, Omar Abo-Namous

Hallo Malte,

  1. Ist es erwünscht, gefordert oder völlig freigestellt, daß die Eltern dem Kind ihre Religion „nahebringen“?

Gefordert bei bestimmen Religionen auf jeden Fall.

  1. Gibt es einen Unterschied zwischen „Missionierung“, „Religiöser Erziehung“ und „religionsgetreuer Erzeihung“, und wenn ja, inwiefern?

Missionierung - Ungläubige zu Gläubigen machen.
Religiöser Erziehung - Es vorleben.
Religionsgetreuer Erzeihung - Streng nach Bibel, Koran, Thora oder anderen sogenannten Heiligen Büchern.

  1. Wie sieht die Situation aus, wenn die beiden Eltern nterschiedlichen Religionsgemeinschaften angehören? Hier sei jeweils miterwähnt, ob das überhaupt ein erlaubter Zustand ist oder nicht.

Beispiel: Heirat zwischen Katholikin und Protestanten in einer Katholischen Kirche ist nur möglich, wenn Eltern die Verpflichtung eingehen, daß ihre Kinder katholisch erzogen werden.

  1. Widerspricht evtl. eure persönliche Meinung dazu der Meinung/Lehre eurer Religionsgemeinschaft und falls ja, wie löst ihr diesen Konflikt?

Austreten.

Gruß,
M.