Hallo,
in der Diskussion geht es ja unter anderem um die Frage, ob
Kinder religiös erzogen werden sollten und es kamen hier auch
schon die Antworten, dass man Kindern hier nichts aufzwingen
soll. Da mich wundert, dass ausgerechnet und oft nur in diesem
Bereich auf Erziehung verzichtet werden soll, wollte ich das
einmal gezielt ansprechen.
Mir ist nämlich völlig unklar was damit eigentlich genau
gemeint ist, da die Erziehung von Werten notwendig ist und
ansonsten man von antiautoritärer Erziehung spricht, wo ja
genau auf dieses verzichtet wird (im Extremfall). Wenn nun die
Eltern religiös sind (und nur darum kann es ja gehen), dann
ist es doch normal, dass sie die sich daraus ergebenden Werte
und Vorstellung auch an ihre Kinder vermitteln. :Warum sollen
sie nur dann darauf verzichten, wenn die Basis dieser Werte
eine Religion ist? Wo seht ihr hier die Gefahr? Wo ist das
Problem?
Wie bist Du denn auf den Begriff schwarze Pädogogik gekommen?
Wie ich in meinem vorherigen Beitrag schon deutlich gemacht habe, kann ich absolut nachvollziehen, dass religiöse Eltern Ihre Kinder religiös erziehen und dabei handelt es sich nicht nur um die Erziehung in Bezug auf Wertevermittlung sondern eben auch um den ganzen „Klimbim“ auf dem das ganze begründet wird.
Auch die Frage danach welche Gefahr hier besteht sehe ich gar nicht gestellt?
Prinzipiell wird Eltern heutzutage nur das untersagt, was dem Kind direkt Schaden zufügt, wobei die Beweislage häufig sehr schwierig ist.
Anwendungen von Gewalt (Züchtigung), die vielleicht durch die eigene Religion nicht verboten ist, gehört eben dazu.
Ob nun Relgion oder nicht, prinzipiell besteht immer das Bedenken, dass Kinder leicht beeinflußt werden können und so beeinflußt, dass sie dazu erzogen werden gegen z.B. die derzeit bestehende Gesellschaft anzukämpfen bzw. Gesetze zu brechen.
Natürlich haben hier die Eltern einen großen Einfluß auf die Werteentwicklung der Kinder und diejenigen, die eben davon überzeugt sind, dass die religiöse Wertevermittlung in der Vergangenheit zu einer nachteiligen Gesellschaftsentwicklung geführt hat, würden es eben gerne sehen, wenn selbst religiöse Eltern auf die Weitergabe ihrer eigenen Werte verzichten würden bzw. sie „neutral“ vermitteln.
Das ist natürlich utopisch.
Anderer Antwortenden haben gleich das Thema Religion und Schule mit hier hineingebracht. Da ist auch klar, dass religiöse Eltern ihre Kinder gerne auf religöse Schulen schicken.
Ob das gesamtgesellschaftlich sinnvoll ist, wird meist nicht bedacht. Es teilt ja förmlich die Gesellschaft und fördert somit gegenseitiges Mißtrauen. Menschen sind ja so ängstlich, vor allem religiöse (was sich aus der Lehre ergibt).
Eltern von Kindern, die keiner Religion angehören, bzw. einer Religion, die keine eigenen Schulen betreibt, haben dagegen Bedenken, wenn es keine Wahl mehr gibt und sie aufgrund ihres Wohnortes ihre Kinder in Religionsschulen schicken müssen.
An für sich halte ich es da für gesellschaftlich unverantwortlich, dass es Schulen gibt, die nur eine bestimmte Klientel bedienen. Das ist aber mehr ein Problem in England und Irland als in Deutschland derzeit.
Besten Gruß
Mathias