'Missionierung' von Kindern

Hallo,

angeregt durch Isas Artikel möchte ich das Thema gerne mal etwas umfassender und allgemeiner ansprechen.

Also, Situation: Die Eltern seien Angehörige einer beliebigen Religionsgemeinschaft, es sei angenommen, sie lebten in einem gemeinsamen Haushalt und bekämen ein Kind.

Dazu folgende Fragen, deren Antworten mich sowohl aus eurem persönlichen Blickwinkel wie auch aus dem „generellen“ Blickwinkel eurer Glaubensgemeinschaft interessieren:

  1. Ist es erwünscht, gefordert oder völlig freigestellt, daß die Eltern dem Kind ihre Religion „nahebringen“?

  2. Gibt es hinsichtlich 1. Unterschiede oder Angaben zum geeigneten Alter des Kindes?

  3. Wird dieser Fall „Eltern -> Kind“ anders betrachtet als der zwischen beliebigen Personen, und falls ja, inwiefern?

  4. Gibt es einen Unterschied zwischen „Missionierung“, „Religiöser Erziehung“ und „religionsgetreuer Erzeihung“, und wenn ja, inwiefern?

  5. Wie sieht die Situation aus, wenn die beiden Eltern unterschiedlichen Religionsgemeinschaften angehören? Hier sei jeweils miterwähnt, ob das überhaupt ein erlaubter Zustand ist oder nicht.

  6. Widerspricht evtl. eure persönliche Meinung dazu der Meinung/Lehre eurer Religionsgemeinschaft und falls ja, wie löst ihr diesen Konflikt?

Vielen Dank für eure Ansichten dazu. Natürlich interessieren mich auch Meinungen von Leuten, die sich keiner Religion oder Glaubensgemeinschaft zugehörig fühlen, sofern diese Fragen auf sie anwendbar sind.

Gruß,

Malte

Hallo Malte,

angeregt durch Isas Artikel möchte ich das Thema gerne mal
etwas umfassender und allgemeiner ansprechen.

das kann ja heiter werden :wink:
Aber da ich gerade dabei bin, kommt auch gleich meine Meinung.

Also, Situation: Die Eltern seien Angehörige einer beliebigen
Religionsgemeinschaft, es sei angenommen, sie lebten in einem
gemeinsamen Haushalt und bekämen ein Kind.

so was soll vorkommen :wink:

  1. Ist es erwünscht, gefordert oder völlig freigestellt, daß
    die Eltern dem Kind ihre Religion „nahebringen“?

Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen und sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt oder unterwegs bist, wenn du dich niederlegst oder aufstehst.“ (5.Mose 6,6-7)

Der Text ist, glaube ich, eindeutig.

  1. Gibt es hinsichtlich 1. Unterschiede oder Angaben zum
    geeigneten Alter des Kindes?

Das Gespräch muss natürlich der Entwicklungsstufe des Kindes entsprechen. Es wird im Kindergarten auch nicht die Relativitätstheorie durchgenommen.

  1. Wird dieser Fall „Eltern -> Kind“ anders betrachtet als
    der zwischen beliebigen Personen, und falls ja, inwiefern?

nein

  1. Gibt es einen Unterschied zwischen „Missionierung“,
    „Religiöser Erziehung“ und „religionsgetreuer Erzeihung“, und
    wenn ja, inwiefern?

nein

  1. Wie sieht die Situation aus, wenn die beiden Eltern
    unterschiedlichen Religionsgemeinschaften angehören? Hier sei
    jeweils miterwähnt, ob das überhaupt ein erlaubter Zustand ist
    oder nicht.

Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten.“ (1.Kor.6,12)
Wenn ein Paar unterschiedlicher Konfessionen heiratet, sollte es schon vorher die Richtung festgelegt haben, die sie mit ihren Kindern gehen wollen.

Das Kind muss dann selber entscheiden, welche Richtung es gehen will.
Aber das gilt eigentlich für alle Kinder.

  1. Widerspricht evtl. eure persönliche Meinung dazu der
    Meinung/Lehre eurer Religionsgemeinschaft und falls ja, wie
    löst ihr diesen Konflikt?

Da würde ich auf der Stelle austreten.

Gruss Harald

Hallo,

  1. Ist es erwünscht, gefordert oder völlig freigestellt, daß
    die Eltern dem Kind ihre Religion „nahebringen“?

"Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu
Herzen nehmen und sollst sie deinen Kindern einschärfen und
davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt oder unterwegs
bist, wenn du dich niederlegst oder aufstehst.
" (5.Mose
6,6-7)

Der Text ist, glaube ich, eindeutig.

ja, ist er. Trotzdem frage ich dazu mal weiter: Wenn ich das richtig verstanden habe, gibt es bzgl. vieler Punkte in der Bibel Unterschiede „AT vs. NT“, mitunter Widersprüche, oft aber mindestens „ergänzende und angepasste“ Aussagen. Ist das bei diesem Thema auch so?

  1. Gibt es hinsichtlich 1. Unterschiede oder Angaben zum
    geeigneten Alter des Kindes?

Das Gespräch muss natürlich der Entwicklungsstufe des Kindes
entsprechen. Es wird im Kindergarten auch nicht die
Relativitätstheorie durchgenommen.

Gut, das ist klar, ich wollte damit mehr darauf hinaus, ob es ein „Anfangsalter“ gibt, in Bezug auf Taufe, Konfirmation/Kommunion etc. gibt es ja schon Unterschiede also im „Maße der Intensität des Nahebringens“, um es mal neutral auszudrücken.

  1. Wird dieser Fall „Eltern -> Kind“ anders betrachtet als
    der zwischen beliebigen Personen, und falls ja, inwiefern?

nein

Heisst das, der oben von Dir zitierte Absatz wird von Dir nicht nur auf Deine Kinder, sondern auch bspw. auf Gäste in Deinem Haus angewandt?

  1. Wie sieht die Situation aus, wenn die beiden Eltern
    unterschiedlichen Religionsgemeinschaften angehören? Hier sei
    jeweils miterwähnt, ob das überhaupt ein erlaubter Zustand ist
    oder nicht.

"Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum
Guten.
" (1.Kor.6,12)
Wenn ein Paar unterschiedlicher Konfessionen heiratet, sollte
es schon vorher die Richtung festgelegt haben, die sie mit
ihren Kindern gehen wollen.

Nun bringen es ja unterschiedliche Konfessionen oder gar unterschiedliche Religionen mit sich, daß sie sich zumindest in Teilbereichen widersprechen oder einander übertreffen. Daraus folgt, daß mindestens einer der Partner aktiv oder passiv an einer Erziehung beteiligt wäre, die seinem Glauben oder den Maßstäben seiner Glaubensgemeinschaft widersprächen.

Ich konnte leider weder aus Deiner Homepage noch aus hauskirchen.at (die btw. ohne Impressum aufwartet - ist das in AT nicht Pflicht?) beim Überfliegen herauslesen, wie Du Dich selbst da einordnest, aber nehmen wir mal an, Deine Frau würde einer anderen konfession angehören - wie würdest Du dieses Problem lösen? Oder wäre eine solche Partnerschaft für Dich undenkbar?

Gruß,

Malte

Hallo Malte

Warum sich an den alten Dogmen der Religionen orientieren? In einer zukünftigen Gesellschaft, dürften diese Zwänge alle wegfallen, wenn man den Blick offen für andere Dinge hat. Schaut auf Auroville und orientiert euch dort. Die Zukunft hat schon begonnen.

http://www.auroville.org/

gruß
rolf

Hi Malte,

ich schicke voraus, dass ich keiner Religion angehöre und auch keine vermittelt bekam. Darum kann ich auch nicht zu allen Punkten etwas sagen.

  1. Ist es erwünscht, gefordert oder völlig freigestellt, daß
    die Eltern dem Kind ihre Religion „nahebringen“?

In D ist es rechtlich freigestellt, von der Kirche gefordert und von vielen gläubigen Christen erwünscht.

Erzwungen wird aber die Teilnahme am Ethikunterricht, für nicht am Religionsunterricht teilnehmende Schüler (Zumindest in B-W)

Ich persönlich finde, dass jeder Mensch selbst entscheiden dürfen soll, ob, und welche Religion/Überzeugung/Glaube er annimmt.
Kinder können sich leider noch nicht wehren und sind den elterlichen ‚Manipulationen‘ leider ausgeliefert. Es steht mir aber nicht zu, in anderer Privatleben einzugreifen.
Religion sollte m. E. strikt vom Staat abgespalten werden.

  1. Gibt es hinsichtlich 1. Unterschiede oder Angaben zum
    geeigneten Alter des Kindes?

Um es zu begreifen (sofern das rational gesehen überhaupt möglich ist), muss das Kind natürlich eine gewisse geistige Reife erreicht haben. Was das Begreifen von „Gut“ und „Böse“ „Das darfst du, das darfst du nicht“ betrifft, lernt das Kind ja unentwegt und ahmt das Verhalten seiner Eltern nach, bzw. passt sich dem an.
Die Moralvorstellungen und das soziale Handeln der Eltern, erfährt das Kind durch Vorleben der Eltern, also von klein an.

  1. Wird dieser Fall „Eltern -> Kind“ anders betrachtet als
    der zwischen beliebigen Personen, und falls ja, inwiefern?

Eindeutig ja.
Die Eltern können mit ihrem Kind nunmal „machen was sie wollen“.
Sie alleine bestimmen, was sie dem Kind vermitteln möchten. Sie müssen die Wünsche des Kindes nicht berücksichtigen, denn sie haben die Macht, es z. B. in die Kirche zu zwingen. Es kann sich kaum wehren, ist in einem Abhängigkeitsverhältnis und somit in einer Art „moralischen Zwickmühle“. Es wird ihm ja erst ab 14? die Religionsmündigkeit zugesprochen.

Fremden gegenüber hat man sehrwohl die „Pflicht“ von Bekehrungen etc. abzusehen, wenn dieser das wünscht. Erst recht, da wohl in den meisten Religionen gilt, andere Menschen zu achten.

  1. Gibt es einen Unterschied zwischen „Missionierung“,
    „Religiöser Erziehung“ und „religionsgetreuer Erzeihung“, und

lat.: missio = Auftrag

Einige Religionen fordern die Missionierung, also anderen etwas aufzuzwingen, oder gelinder ausgedrückt, sie zu überzeugen.

Ist Vermittlung der eigenen Werte, respektive Erziehung ansich, nun Missionierung? Streng genommen vielleicht schon, denn es besteht ja ein Auftrag. Allerdings dürfen Eltern diesen selbst definieren.

Da du zw. Missionierung und religiöser Erziehung differenzierst, würde ich die Vermittlung vom eigenen Glauben gegenüber dem Kind als religiöse Erziehung definieren. Anderen gegenüber eher als Missionierung.

Den Unterschied zw. religiöser und religionsgetreuer Erziehung verstehe ich leider nicht.

bye

Hallo,

danke für Deinen Artikel.

Da du zw. Missionierung und religiöser Erziehung
differenzierst, würde ich die Vermittlung vom eigenen Glauben
gegenüber dem Kind als religiöse Erziehung definieren. Anderen
gegenüber eher als Missionierung.

ich differenziere da nicht, in meinen Augen ist beides dasselbe.
Aber das mögen andere anders sehen, daher die Anführung beider Begriffe.

Den Unterschied zw. religiöser und religionsgetreuer Erziehung
verstehe ich leider nicht.

Es ist möglich, daß es Bekenntnisse gibt, in denen man bspw. ein Kind so erziehen kann, daß es gemäß den Werten des Bekenntnisses lebt, ohne unbedingt Teil der Glaubensgemeinschaft sein zu müssen.

Einfach gesagt: Angenommen, die 10 Gebote seien die einzigen verbindlichen Regeln, wäre es „religionsgetreu“, wenn ich mein Kind so erziehe, daß es nach ihnen lebt, weil ich es ihm beigebracht habe. „Religiös“ wäre es, wenn ich meinem Kind beibringe, danach zu leben WEIL es die 10 Gebote sind.

Der Unterschied ist also a) die Motivation bei der Erziehung und b) der Umfang dessen, was ich „nahebringe“.

Ob es Religionen/Glaubensbekenntnisse gibt, die ersteres ermöglichen, weiß ich nicht.

Gruß,

Malte

Hallo Malte,

ich denke, das Eltern zwangsläufig ihren Kinder erstmal das nahe bringen, an was sie selbst glauben und was sie selbst leben- ob das Religion, ethische Werte allgemein oder eine bestimmte Parteizugehörigkeit ist.

Werzu Religion ein eher gleichgültiges Verhältnis hat, wird auch diese Gleichgültigkeit erstmal transportieren. Wer jeden Sonntag in die Kirche geht, in einer Gemeinde aktiv ist, wird seine Kinder erstmal in eine andere Richtung bringen. Sie sehen, was ihre Eltern machen - und zumindest die Kleinen lernen ja erstmal viel durch „nachmachen“ bzw. „nacheifern“:smile:. (in der Pubertät kann das natürlich wieder ganz anders aussehen *g*)

Kinder fangen ja irgendwann an, Fragen zu stellen - und vermutlich wird die jeder Vater und jede Mutter in ihrem Erklärungssystem zu beantworten suchen. Wer an Gott glaubt, wird den Kindern das Thema Tod eventuell anders vermitteln als jemand, der das nicht tut. Beide vermitteln ihren Kindern ein bestimmtes Glaubenssystem, das für sie richtig ist und stimmt.

Insofern stellt sich für mich nicht die Frage, ob das gut oder schlecht ist: das Vermitteln der eigenen Werte und des eigenen Glauben.

Es ist für mich eher die Frage, 1. wie ich als Mutter/Vater damit umgehe. Also, wie viel Gedanken mache ich mir dabei. Wie bewusst vermittle ich bestimmte Werte? Und welche sind mir eigentlich besonders wichtig?
Mir sind da die Eltern lieber, die sich diese Gedanken machen.

Und 2. welchen Weg der Vermittlung ich gehe. Ich persönlich habe ein Problem damit, Kinder zu etwas zu zwingen. Ob durch Gewalt oder durch ein schlechtes Gewissen. ("wir sind ja so enttäuscht von dir, dass du nicht mehr in die Gemeinde gehst, fänd ich also genauso „schwarze Pädagogik“, wie körperliche oder andere Sanktionen.)

Das erstmal ganz allgemein dazu.

Schwierig wird für mich das ganze Thema, wenn wir uns in Bereiche begeben, wo die religiösen Werte sich gegen unsere Gesellschaft richten. Wenn also z.B. sehr strenge Christen ihre Kinder nicht in den Biologieuntericht lassen wollen oder Muslime ihren Töchtern den Sportunterricht verbieten wollen. Auch erst in diesem Moment sehe ich einen Konflikt, einen Reibungspunkt, wo die private Erziehung automatisch was „zwanghaftes“, „unnatürliches“ bekommt. Denn jetzt heißt es ja nicht einfach etwas für mich selbstverständliches vorleben, was ich für gut und richtig halte. Sondern gegen etwas aktiv kämpfen. Nämlich dagegen, dass Kinder von anderen vielleicht noch andere Sachen lernen können als von mir. Sich dagegen zu sträuben - da fängt für mich die wirklich problematische „Erziehung“ an. Denn jetzt verhindere ich als Eltern aktiv, dass die Kinder auch ihr Recht bekommen andere Lebens- und Denkweisen kennenzulernen.

Fazit: Ich finde es ok, seine Kinder in dem Sinne zu erziehen, den Kindern das nahe zu bringen an was ich glaube: von der Demokratie über die Menschenwürde bis zu einer bestimmten Religion. Ich habe ein Problem damit, wenn das in einer Form passiert, die jede andere Antwort „zensiert“.

Viele Grüße,

barbara

Hallo Malte,

auch wenn du und wohl auch viele andere hier, nicht meiner Meinung sind, trau ich mich auch mal was zu sagen *g*. Haut mich, schlagt mich. Immer drauf :wink:

Vorweg möchte ich sagen, dass ich von meinen Elter christlich, ja katholisch erzogen worden bin. Ich bin ihnen dafür auch dankbar. Ich kann jetzt nicht beurteilen, ob ich auch ohne diese Erziehung zum christlichen Glauben gekommen wäre. Und auch wenn ich nicht alles, was die katholische Kirche lehrt immer 100% gut finde, kann ich mich insgesamt recht gut damit identifizieren. Andererseits bin ich noch immer irgendwie auf der „Suche“. Vielleicht entscheide ich mich in ein paar Jahren dafür, zu einer anderen Kirche zu wechseln. (Wohl eher nicht zum Judentum, Islam, Buddhismus… Aber vielleicht zu den Protestanten.)

angeregt durch Isas Artikel möchte ich das Thema gerne mal
etwas umfassender und allgemeiner ansprechen.

Hab da auch schon was dazu geschrieben.

Also, Situation: Die Eltern seien Angehörige einer beliebigen
Religionsgemeinschaft, es sei angenommen, sie lebten in einem
gemeinsamen Haushalt und bekämen ein Kind.

Hab noch keine Kinder, möchte aber wohl welche.

  1. Ist es erwünscht, gefordert oder völlig freigestellt, daß
    die Eltern dem Kind ihre Religion „nahebringen“?

Natürlich ist es gewünscht, ja sogar gefordert, seine Kinder christlich zu erziehen. Soweit ich weiß, ist das bei uns sogar im Eheversprechen einer katholischen Heirat enthalten.

Ich glaube, das hab ich auch Isa schon geschrieben, dass ich mich bei meinen Kinder gar nicht völlig zurückhalten könnte, selbst wenn ich wollte. Meine Kinder werden mich fragen, warum ich bete, warum ich zur Kirche gehe usw. Was soll ich ihnen sagen. „Das sag ich euch nicht, ihr sollt euch selber aussuchen was ihr glauben wollt“? Ich würde ihnen dann naürlich auch erzählen, dass es andere Glaubensgemeinschaften gibt. Und dass sie nicht unbedingt das glauben müssen, was ich glaube. Aber ich kann ihnen nicht besonders viel vom Islam oder Judentum erzählen. Weil ich einfach nicht so viel drüber weiß.

  1. Gibt es hinsichtlich 1. Unterschiede oder Angaben zum
    geeigneten Alter des Kindes?

Kann man glaub ich so pauschal nicht sagen. Muss halt auch jeder selber wissen. Aber ich denke, man kann sehr früh anfangen von seinem Glauben kindgerecht zu erzählen. Und natürlich vorleben. Von Anfang an.

  1. Wird dieser Fall „Eltern -> Kind“ anders betrachtet als
    der zwischen beliebigen Personen, und falls ja, inwiefern?

Ich finde, dass man da nicht so viel Unterschied machen sollte. Ich kann/darf/soll jedem Menschen von meinem Glauben erzählen. Meinen Glauben vorleben. Aber ich sollte niemanden, auch meine Kinder nicht zu irgendetwas zwingen, oder krampfhaft überreden.

  1. Gibt es einen Unterschied zwischen „Missionierung“,
    „Religiöser Erziehung“ und „religionsgetreuer Erzeihung“, und
    wenn ja, inwiefern?

Weiß nicht so genau.

  1. Wie sieht die Situation aus, wenn die beiden Eltern
    unterschiedlichen Religionsgemeinschaften angehören? Hier sei
    jeweils miterwähnt, ob das überhaupt ein erlaubter Zustand ist
    oder nicht.

Ich möchte hier mal mit dem „erlaubt sein“ anfangen. Es ist natürlich erlaubt, dass ich als Katholikin, einen Protestanten heirate. Überhaupt kein Problem. Wenn man sich gut versteht, glaub ist auch die Erziehung kein Problem. Wie das jetzt ist, wenn ich z. B. eine Moslem heiraten würde, weiß ich gar nicht genau. Also ich weiß nicht, ob ich das vom katholischen Standpunkt aus darf. Ich glaube, dass ich es darf wenn ich eben im Eheversprechen sage, dass ich meine Kinder christlich erziehen will. Die Frage ist aber auch, ob ein Moslem vom Islam aus mich als Christin überhaupt heiraten darf. Ich denke aber auch nicht, dass sich mir dieses Problem überhaupt stellen wird, weil ich mir nicht vorstellen kann, mich in jemanden zu verlieben, der bei einem mir doch recht wichtigen Thema, so ganz anderer Meinung ist als ich. Dieses Problem gibts ja nicht nur bei der Religionszugehörigkeit.

  1. Widerspricht evtl. eure persönliche Meinung dazu der
    Meinung/Lehre eurer Religionsgemeinschaft und falls ja, wie
    löst ihr diesen Konflikt?

Da gibts eigentlicht bei mir kein Problem, aber ich glaub ich könnte damit leben.

Vielen Dank für eure Ansichten dazu. Natürlich interessieren
mich auch Meinungen von Leuten, die sich keiner Religion oder
Glaubensgemeinschaft zugehörig fühlen, sofern diese Fragen auf
sie anwendbar sind.

Bitte, bitte. Keine Ursache, gern geschehen. :smile: Ich hoffe nur, ihr zerreißt mich jetzt nicht gleich in der Luft, weil ich meine Kinder mal eher christlich erziehen will. :wink:

Gruß
Michaela

Hallo,

Also, Situation: Die Eltern seien Angehörige einer beliebigen
Religionsgemeinschaft, es sei angenommen, sie lebten in einem
gemeinsamen Haushalt und bekämen ein Kind.

Dazu folgende Fragen, deren Antworten mich sowohl aus eurem
persönlichen Blickwinkel wie auch aus dem „generellen“
Blickwinkel eurer Glaubensgemeinschaft interessieren:

  1. Ist es erwünscht, gefordert oder völlig freigestellt, daß
    die Eltern dem Kind ihre Religion „nahebringen“?

Ich habe dazu unseren rosa Hausdrachen befragt (wir sind Rosa Drakonier), er schwieg, was ich so deute, dass es absolut gefordert ist.

  1. Gibt es hinsichtlich 1. Unterschiede oder Angaben zum
    geeigneten Alter des Kindes?

Unsere Tochter findet den rosa Drachen schon jetzt „gut“, wenn ich die Blicke richtig deute, also steht einer einfachen Missionierung nichts im Wege.

  1. Wird dieser Fall „Eltern -> Kind“ anders betrachtet als
    der zwischen beliebigen Personen, und falls ja, inwiefern?

Irgendwie sind andere (vor allem Erwachsene) Personen immer sehr mißtrauisch und wenn ich davon erzähle wir sehr sich unser Leben positiv verändert hat, seitdem sich uns der rosa Drache offenbart hat, bekomme ich nur hilflose Blicke, ein Interesse an unserer Religion ist irgendwie nicht vorhanden.

Aber der rosa Drache fordert von uns, dass wir auch Fremde missionieren, aber nicht mit Gewalt und auch nicht wenn es uns nicht glücklich macht.

  1. Gibt es einen Unterschied zwischen „Missionierung“,
    „Religiöser Erziehung“ und „religionsgetreuer Erzeihung“, und
    wenn ja, inwiefern?

Ich habe jetzt mal die Buchstaben gezählt und es war ein Unterschied deutlich. Ich bevorzuge Missionierung, da es mich noch an etwas anderes Schönes erinnert.

  1. Wie sieht die Situation aus, wenn die beiden Eltern
    unterschiedlichen Religionsgemeinschaften angehören? Hier sei
    jeweils miterwähnt, ob das überhaupt ein erlaubter Zustand ist
    oder nicht.

Ausdrücklich erlaubt hat es der rosa Drache nicht, aber meine Frau ist nur schwach rosa drakonisch, was soll ich denn machen!

  1. Widerspricht evtl. eure persönliche Meinung dazu der
    Meinung/Lehre eurer Religionsgemeinschaft und falls ja, wie
    löst ihr diesen Konflikt?

Also widersprechen tun sie sich eigentlich nie, schließlich ist alles Auslegungssache. Das handhaben wir so schlau, wie der Rest der anderen großen Religionsgemeinschaften.

Vielen Dank für eure Ansichten dazu. Natürlich interessieren
mich auch Meinungen von Leuten, die sich keiner Religion oder
Glaubensgemeinschaft zugehörig fühlen, sofern diese Fragen auf
sie anwendbar sind.

Täte mich auch interessieren. Kann ich mir gar nicht vorstellen, wie es ist ohne Religion. Das Leben wäre gar nicht so schön bunt und fantastievoll.

Gruß,

Malte

Besten Gruß
Mathias

bs"d

Hallo Malte.

  1. Ist es erwünscht, gefordert oder völlig freigestellt, daß
    die Eltern dem Kind ihre Religion „nahebringen“?

Es ist gefordert und geht schon auf die Torah zurück: „lehre deinen Kindern“. Hierzu muss man wissen, dass die Verbote schon ab der Geburt gelten, die Gebete aber erst ab Barmitzwa bzw. Batmitzwa verpflichtend werden. Da bei so vielen Geboten nicht von einem Tag auf den nächsten alle umgesetzt werden können, werden die Kinder langsam herangeführt.

  1. Gibt es hinsichtlich 1. Unterschiede oder Angaben zum
    geeigneten Alter des Kindes?

Ja. Für jede einzelne Sache sind Zeiträume festgelegt wann man damit beginnen sollte und in welcher Form. Dieses halten die verschiednen Richtungen im Judentum aber unterschiedlich.

Bei uns beginnen die Kinder mit drei Jahren das Alefbeis zu lernen, ab vier fangen sie mit dem Chumasch und Raschi an usw.

  1. Wird dieser Fall „Eltern -> Kind“ anders betrachtet als
    der zwischen beliebigen Personen, und falls ja, inwiefern?

Sicherlich ist dieses anders, weil zum einen die Eltern Verpflichtungen diesbezüglich gegenüber den Kindern haben (s.o.) und umgekehrt die Kinder gegenüber den Eltern zu Ehre, Liebe und Furcht verpflichtet sind.

So ist z. B. jeder Mann selbst verpflichtet sich beschneiden zu lassen. Da die Beschneidung aber ab dem achten Tag erfolgen sollte, geht diese Pflicht auf die Eltern über und wenn diese dem nicht nachkommen können, auf die Gemeinde.

  1. Gibt es einen Unterschied zwischen „Missionierung“,
    „Religiöser Erziehung“ und „religionsgetreuer Erzeihung“, und
    wenn ja, inwiefern?

Missionierung ist jemanden einen neuen Glauben mehr oder minder aufzwingen zu wollen, unwichtig, ob dieser jemand schon einen anderen Glauben hat oder nicht. Religiöse Erziehung ist einfach Erziehung, welche eben auch im religiösen Bereich bildet und dient dazu den Menschen frei zu machen.

  1. Wie sieht die Situation aus, wenn die beiden Eltern
    unterschiedlichen Religionsgemeinschaften angehören? Hier sei
    jeweils miterwähnt, ob das überhaupt ein erlaubter Zustand ist
    oder nicht.

Im orthodxen Judentum ist dieses nicht erlaubt. Wenn die Mutter Jüdin ist, sind auch ihre Kinder Juden und somit ist sie zu obigem verpflichtet.

  1. Widerspricht evtl. eure persönliche Meinung dazu der
    Meinung/Lehre eurer Religionsgemeinschaft und falls ja, wie
    löst ihr diesen Konflikt?

Nein.

Scholem,
Eli

bs"d

Hallo,

in der Diskussion geht es ja unter anderem um die Frage, ob Kinder religiös erzogen werden sollten und es kamen hier auch schon die Antworten, dass man Kindern hier nichts aufzwingen soll. Da mich wundert, dass ausgerechnet und oft nur in diesem Bereich auf Erziehung verzichtet werden soll, wollte ich das einmal gezielt ansprechen.

Mir ist nämlich völlig unklar was damit eigentlich genau gemeint ist, da die Erziehung von Werten notwendig ist und ansonsten man von antiautoritärer Erziehung spricht, wo ja genau auf dieses verzichtet wird (im Extremfall). Wenn nun die Eltern religiös sind (und nur darum kann es ja gehen), dann ist es doch normal, dass sie die sich daraus ergebenden Werte und Vorstellung auch an ihre Kinder vermitteln. Warum sollen sie nur dann darauf verzichten, wenn die Basis dieser Werte eine Religion ist? Wo seht ihr hier die Gefahr? Wo ist das Problem?

Kol tuw,
Eli

Hallo,

zunächst mal als „Disclaimer“ vorweg: Da offensichtlich meine Art nachzuhaken mitunter falsch verstanden wird (hey, ich will nicht _immer_ provozieren, okay?), sei an dieser Stelle klargestellt, daß ich mit meinen Fragen in keiner Weise irgendjemanden angreifen möchte, auch nicht unterschwellig. Mir geht’s hier um reinen Informationsgewinn.

Eltern religiös sind (und nur darum kann es ja gehen), dann
ist es doch normal, dass sie die sich daraus ergebenden Werte
und Vorstellung auch an ihre Kinder vermitteln. Warum sollen
sie nur dann darauf verzichten, wenn die Basis dieser Werte
eine Religion ist? Wo seht ihr hier die Gefahr? Wo ist das
Problem?

Meiner Auffassung nach ist es ein Unterschied, ob ich einem Kind Werte vermittle oder ein komplettes Glaubensmodell. Bei der Vermittlung von Werten geht es ja, soweit ich das überschaue, im wesentlichen um die Gestaltung des Alltags mit all seinen Anforderungen.

In diesem Rahmen kann ich die Werte, die ich selbst auf Basis meines Glaubensmodells für wichtig halte, problemlos vermitteln, indem ich sie a) konkret vorlebe und b) anhand ihres Nutzens für mein Kind und/oder die Gemeinschaft, in der es lebt (andere Kinder, Familie etc.) erkläre - ohne daß es dazu gleichzeitig der Vermittlung von oder Begründung mittels meines Glaubensmodells bedarf!

Eine Erklärung und Begründung ohne religiösen Hintergrund ist zwar mitunter mühsamer, aber sinnvoll.

Warum ist das so und warum ist das erstrebenswert?

Aus meiner Sicht prägen sich sichtbare und konkrete Begründungen besser ein als abstrakte. Ich gehe also davon aus, daß meine Erziehung dadurch effektiver wird. Außerdem lasse ich meinem Kind damit die grösstmögliche Freiheit, unbeeinflusst (soweit möglich!) an das Thema „Glaube und Religion“ heranzutreten, was vermeidet, daß mein Kind mehr oder weniger sanft in eine Religion/einen Glauben hineingedrängt wird, von dem es sich evtl. später erst mühsam befreien muß und gleichzeitig viel früher und komplikationsfreier ermöglicht, daß es von sich aus, aus Überzeugung und freiem Willen, ein Glaubensmodell entwickelt/annimmt.

Nur dann kann ich mir auch halbwegs(!) sicher sein, daß mein Kind aus Überzeugung hinter seinem Glauben steht, und das, da denke ich, sind wir uns einig, ist in jedem Fall erstrebenswert.

Einschränkend sei bemerkt, daß ich weder Kinder habe noch einer Glaubensgemeinschaft angehöre, ich kann mir das also nur „theoretisch“ zusammenreimen - Kritik ist wie immer erwünscht.

Verstehst Du, was ich meine?

Gruß,

Malte

bs"d

Hallo Malte.

Meiner Auffassung nach ist es ein Unterschied, ob ich einem
Kind Werte vermittle oder ein komplettes Glaubensmodell. Bei
der Vermittlung von Werten geht es ja, soweit ich das
überschaue, im wesentlichen um die Gestaltung des Alltags mit
all seinen Anforderungen.

In der jüdischen Religion geht es um nichts anderes.

In diesem Rahmen kann ich die Werte, die ich selbst auf Basis
meines Glaubensmodells für wichtig halte, problemlos
vermitteln, indem ich sie a) konkret vorlebe und b) anhand
ihres Nutzens für mein Kind und/oder die Gemeinschaft, in der
es lebt (andere Kinder, Familie etc.) erkläre - ohne daß es
dazu gleichzeitig der Vermittlung von oder Begründung mittels
meines Glaubensmodells bedarf!

Diese Unterscheidung verstehe ich nicht, liegt vielleicht aber auch daran, dass das Judentum nicht auf einem Glaubensmodell aufbaut. Hier geht es zuerst einmal um das konkrete Handeln und weniger um das was wir glauben.

Eine Erklärung und Begründung ohne religiösen Hintergrund ist
zwar mitunter mühsamer, aber sinnvoll.

Warum siehst du dieses als sinnvoller an? Der Sinn kann doch dadurch gerade auch verschwinden?

Aus meiner Sicht prägen sich sichtbare und konkrete […]
komplikationsfreier ermöglicht, daß es von sich aus, aus
Überzeugung und freiem Willen, ein Glaubensmodell
entwickelt/annimmt.

Ich sehe hier keinen Unterschied zu übrigen Erziehung, auf welche dieses ebenso zutrifft, dass eine Befreiung des Kindes hiervon nur schwer möglich wird und Erziehung hat immer etwas mit Fremdbestimmung zu tun. Dieses kann nur dadurch erleichtert werden, in dem die Erziehung offen ist und es keine Tabus gibt, über die im Rahmen der Erziehung nicht gesprochen werden darf.

Ein schlechtes Beispiel dafür wäre: „Wenn du das(*) und das machts, wird du sterben.“ (*) Onanieren, am Schabbes ein Auto berüheren etc.

Wenn man aber stattdessen erläutert, wo jeweils das Problem liegt, wie es zu diesem Verbot kommt usw. dann sehe zumindest ich darin kein Problem, solange hat der Schuldkomplex umgangen wird.

Nur dann kann ich mir auch halbwegs(!) sicher sein, daß mein
Kind aus Überzeugung hinter seinem Glauben steht, und das, da
denke ich, sind wir uns einig, ist in jedem Fall
erstrebenswert.

Woher sollte dann aber dieser Glaube kommen, wenn diese nie Thema in der Erziehung war?

Verstehst Du, was ich meine?

Ich verstehe schon was du meinst, halte dieses aber ehrlich gesagt für eine naive Annahme und du hast nicht erklärt, warum du gerade im Bereich der Religion einen Unterschied machst.

Scholem,
Eli

Hallo,

Der Text ist, glaube ich, eindeutig.

ja, ist er. Trotzdem frage ich dazu mal weiter: Wenn ich das
richtig verstanden habe, gibt es bzgl. vieler Punkte in der
Bibel Unterschiede „AT vs. NT“, mitunter Widersprüche, oft
aber mindestens „ergänzende und angepasste“ Aussagen. Ist das
bei diesem Thema auch so?

Ich kann bei diesem Thema keinen Unterschied feststellen.
Da Eli auch diese Erklärung abgegeben hat, gehen wir in diesem Punkt konform.

Das Gespräch muss natürlich der Entwicklungsstufe des Kindes
entsprechen.

Gut, das ist klar, ich wollte damit mehr darauf hinaus, ob es
ein „Anfangsalter“ gibt, in Bezug auf Taufe,
Konfirmation/Kommunion etc. gibt es ja schon Unterschiede also
im „Maße der Intensität des Nahebringens“, um es mal neutral
auszudrücken.

Die Intensität hängt vom Interesse des Kindes ab.
Da kann man sehr gut das berühmte Fragealter nutzen.

  1. Wird dieser Fall „Eltern -> Kind“ anders betrachtet als
    der zwischen beliebigen Personen, und falls ja, inwiefern?

nein

Heisst das, der oben von Dir zitierte Absatz wird von Dir
nicht nur auf Deine Kinder, sondern auch bspw. auf Gäste in
Deinem Haus angewandt?

Im Prinzip, ja.
Mein Glaube ist mein Leben. Somit wird jeder Besucher irgendwie damit konfrontiert. Je nach dem, wie hoch das Interesse ist, können wir uns darüber unterhalten.

Nun bringen es ja unterschiedliche Konfessionen oder gar
unterschiedliche Religionen mit sich, daß sie sich zumindest
in Teilbereichen widersprechen oder einander übertreffen.
Daraus folgt, daß mindestens einer der Partner aktiv oder
passiv an einer Erziehung beteiligt wäre, die seinem Glauben
oder den Maßstäben seiner Glaubensgemeinschaft widersprächen.

In diesen Fällen wird ganz sicher der aktive Partner auch die Erziehung übernehmen.

Ich konnte leider weder aus Deiner Homepage noch aus
hauskirchen.at (die btw. ohne Impressum aufwartet - ist das in
AT nicht Pflicht?)

Danke, habe ich an den Webmaster weitergeleitet.

beim Überfliegen herauslesen, wie Du Dich
selbst da einordnest, aber nehmen wir mal an, Deine Frau würde
einer anderen konfession angehören - wie würdest Du dieses
Problem lösen? Oder wäre eine solche Partnerschaft für Dich
undenkbar?

Zum Zeitpunkt der Partnersuche war diese Option undenkbar.
Und heute stellt sich mir diese Frage nicht mehr :wink:

Aber theoretisch: ich wäre sicher der aktive Teil, der seine Vorstellung seinen Kindern weitergibt.
Aber die persönliche Entscheidung kann ich meinen Kindern ohnehin nicht abnehmen.

Gruss Harald

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Hallo,

wollte nur mal die Deffinition von misszionieren nahe legen missionieren heisst nähmlich „überzeugen andersgläubiger zur eigenen Religion“, da Kinder meist und die eigenen generell eigendlich noch keiner anderen Religion angehören können sie wohl nur schwer missioniert werden!

Eine Religöse erziehung ist somit das nahe bringen von religionen an Kindern und Religionstreue Erziehung das nahe bringen der eigenen Religion!

Gruss Isa

Hallo,

wollte nur mal die Deffinition von misszionieren nahe legen
missionieren heisst nähmlich „überzeugen andersgläubiger zur
eigenen Religion“, da Kinder meist und die eigenen generell
eigendlich noch keiner anderen Religion angehören können sie
wohl nur schwer missioniert werden!

Hier ein Auszug aus der (anderslautenden!) Definition der Wikipedia, die sich nebenbei auch mit den Definitionen der mir zugänglichen Lexika deckt:

„Eine missionierende Religion ist eine Religion mit dem Prinzip, sich selbst bzw. ihre Botschaft durch Mission (v. lat.: missio = Auftrag) zu verbreiten. Eine missionierende Religion fühlt sich berufen, d.h. glaubt einen (göttlichen) Auftrag zu haben, Nichtgläubige und Andersgläubige überzeugen zu sollen, die betreffende Religion anzunehmen.“

(Hervorhebung durch mich)

Du siehst, daß das auch auf religiöse Erziehung durchaus zutrifft.

Gruß,

Malte

Hallo Malte,
Auf die einzelnen Punkte kann ich nicht eingehen, da zu lang.
Jedoch macht es mich traurig und wütend, wenn den Kindern eine Religion eingetrichtert wird, so wie man Mastgänse füttert. Wird ja in allen Religions-Stunden an Schulen praktiziert.
Es ist auch der Grund, weshalb ich aus der Kirche ausgetreten bin und ein „mündiger“ Denker geworden bin. Alles andere ist für mich eine psychische und moralische Vergewaltigung. Ob durch die Eltern oder durch Lehrer ist einerlei.
Gruss: hardy

Hallo,

wollte nur mal die Deffinition von misszionieren nahe legen
missionieren heisst nähmlich „überzeugen andersgläubiger zur
eigenen Religion“, da Kinder meist und die eigenen generell
eigendlich noch keiner anderen Religion angehören können sie
wohl nur schwer missioniert werden!

Hier ein Auszug aus der (anderslautenden!) Definition der
Wikipedia, die sich nebenbei auch mit den Definitionen der mir
zugänglichen Lexika deckt:

„Eine missionierende Religion ist eine Religion mit dem
Prinzip, sich selbst bzw. ihre Botschaft durch Mission (v.
lat.: missio = Auftrag) zu verbreiten. Eine missionierende
Religion fühlt sich berufen, d.h. glaubt einen (göttlichen)
Auftrag zu haben, Nichtgläubige und Andersgläubige
überzeugen zu sollen, die betreffende Religion anzunehmen.“

Meiner meiner Meinung nach sind Kinder weder nicht noch anders Gläubige vorher sollten sie auch? Sie müssen erst erfahrung sammeln um einen Glauben oder Nichtglauben zu entwickeln! Das geschieht aber frühesten Im 4/5 Lebensjahr! Was ist also vorher? Wichtiger finde ich aber das ihre Erfahrungen ja nur von anderen Gläubigen oder Nichgläubigen kommen kann dann würde ja jeder von uns Missionieren!!

Gruss Isa

(Hervorhebung durch mich)

Du siehst, daß das auch auf religiöse Erziehung durchaus
zutrifft.

Gruß,

Malte

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Hi Malte,

da ich selbst „protestantisch“ (als Schleswig-Holsteinerin wohl auch „normal“) aufgewachsen bin mich aber nie jemand zu etwas gezwungen hat (ich wurde nicht in die Kirche geschickt o.ä.) wuerde ich mich nicht als sonderlich religioes bezeichnen.

Aber ich kann hier in Irland die Folgen bzw. Ergebnisse sehen wenn die Kirche (in diesem Fall roemisch-katholisch) in die Erziehung eingreift oder zumindest mitbestimmt - und es geht mir ziemlich gegen den Strich!

Dabei meine ich nicht nur Misshandlungen jedweder Art durch kirchliche Autoritaeten (z.B. „Christian Brothers“ oder auch Nonnen) in der Vergangenheit sondern die Erziehung die auch heute noch passiert. Kinder werden „nach dem Glauben“ (RK) erzogen da ein hoher Prozentsatz der Schulen immer noch kirchliche Traeger hat. Ich persoenlich finde das schlimm, das ist einer der Gruende weshalb Irland eine der hoechsten Teenie-Geburtenraten Europas hat - Aufklaerung = gibt’s nicht weil nicht mit der Religion vereinbar… da faellt mir nix mehr ein!!! Ein Freund von mir hatte Probleme eine Grundschule fuer seinen Sohn zu finden weil selbiger nicht getauft ist… Solche Beispiele gibt es etliche!

Ich habe keine Kids (und dat ward wohl ok nix mehr warn *g*) aber ich haette hier schon ein Problem mit „der Religion“.

liebe Gruesse,
Astrid

Hallo nochmal,

aus meiner Sicht kannst du das nur deshalb für dich so klar trennen, weil du eben keine bestimmte Religion lebst. Wenn Religion und Glaube aber ein Teil deiner Identität ist, ist das anders. Bleiben wir beim Thema Erziehung: Bestimmte Werte oder Handlungen beruhen auf einem Glaubenssystem X oder auf Religion Y. Das eine lässt sich nur vom anderen trennen, wenn man wie du hier eine Trennung sieht. Wenn ich aber im Glaubenssystem X oder in Religion Y für mich plausibel handle und denke, dann gibt es keinen Grund, wieso ich das für mein Kind aufeinmal trennen sollte. Ich tue es ja für mich auch nicht, sehe die Trennung, die du siehst, nicht.

Also: In dem Moment, in dem du bestimmte Werte vermittelst/vorlebst, vermittelst du einen bestimmten Glauben an irgendetwas. Immer! Dein Malte-Wertesystem beruht genauso auf bestimmten Prämissen wie das von Religionen. :smile:

Meiner Auffassung nach ist es ein Unterschied, ob ich einem
Kind Werte vermittle oder ein komplettes Glaubensmodell. Bei
der Vermittlung von Werten geht es ja, soweit ich das
überschaue, im wesentlichen um die Gestaltung des Alltags mit
all seinen Anforderungen.

Ich denke in der Praxis wird es eher selten passieren, dass ein Vater jedesmal ein komplettes Glaubensmodell referiert, wenn der Sohn fragt, warum tust du dies oder das.

In diesem Rahmen kann ich die Werte, die ich selbst auf Basis
meines Glaubensmodells für wichtig halte, problemlos
vermitteln, indem ich sie a) konkret vorlebe und b) anhand
ihres Nutzens für mein Kind und/oder die Gemeinschaft, in der
es lebt (andere Kinder, Familie etc.) erkläre - ohne daß es
dazu gleichzeitig der Vermittlung von oder Begründung mittels
meines Glaubensmodells bedarf!

Warum sollte man Dinge künstlich voneinander trennen, die zusammen gehören? Für dich vielleicht nicht, weil du ein anderes Werte-/Glaubenssystem hast. Aber eben für Vater X oder Mutter Y?

Eine Erklärung und Begründung ohne religiösen Hintergrund ist
zwar mitunter mühsamer, aber sinnvoll.

Nur dann kann ich mir auch halbwegs(!) sicher sein, daß mein
Kind aus Überzeugung hinter seinem Glauben steht, und das, da
denke ich, sind wir uns einig, ist in jedem Fall
erstrebenswert.

?? Überzeugungen werden ja auch durch Erziehung geprägt. Deine Methode hieße ja, auf Erziehung in einem bestimmten Bereich zu verzichten - was aus meiner Sicht sowieso nicht praktikabel ist, weil man wie gesagt allein schon durch Beispiel und Vorbild geben ja erzieht und überzeugt. Und wenn mich mein Kind fragt, warum ich dies oder jenes tue, werde ich nicht anfangen zu lügen und irgendeine abstrakte, religionsfreie Begründung angeben, hinter denen ich nicht stehe, wenn ich ja andere (religiöse) Motive habe.

grüße,

barbara

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