Missmutig: unwirsch oder mutlos?

Hallo, ihr lieben Wissenden,

nachdem eine junge Bekannte von mir das Wort „missmutig“ mit „schlecht gelaunt, unwirsch“ gleichgesetzt hatte, wurde sie von der Lehrerin korrigiert: missmutig bedeute „mutlos“. Jemand lässt Mut missen/es an Mut fehlen.

Öööh … das wäre mir neu. Hat der Begriff „missmutig“ irgendwann einmal „mutlos“ bedeutet und im Lauf der Zeit einen Bedeutungswandel erfahren? Ich bin sicher, die Etymologie lässt sich irgendwo im www nachschlagen, aber ich hab’s nicht gefunden. Wer weiß was?

Schon jetzt vielen Dank!
LG
Edith

Schlecht gelaunt, muffig, grämig, vergrätzt
Hallo Edith,

alleine nur die Googlesuchte bringt Definitionen aus diversen Quellen, die alle ziemlich eindeutig die Bedeutung „miese Stimmung“ angeben. Neben meinem eigenen Gedächtnis.

Gruß

Stefan

Hallo, Edith,

nachdem eine junge Bekannte von mir das Wort „missmutig“ mit
„schlecht gelaunt, unwirsch“ gleichgesetzt hatte, wurde sie
von der Lehrerin korrigiert: missmutig bedeute „mutlos“.
Jemand lässt Mut missen/es an Mut fehlen.

vielleicht lässt sich die Lehrerin davon überzeugen:

Grimm zu MISZMUT: übele, verdrieszliche stimmung

http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbu…

Schon im Mittelhochdeutschen bedeutete „missemüete“ neben verschieden gesinnt, uneinig auch missgestimmt.

http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbu…
http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbu…

Gruß
Kreszenz

Hallo Edith!

Missmutig muss nicht zwingend von „Mut“ kommen, sondern kann auch von „Gemüt“ abgeleitet werden. Insofern bezieht sich missmutig dann mehr auf die Stimmung als auf den Mut.

LG ChrisTine

Hallo, Edith,
Das schöne Wort „Mut“ hat ja nicht immer die heutige Bedeutung gehabt. Ursprünglich steht das ahd. „muot“ für „Seele, Geist, usw.“ sodass also die Bildung „missmutig“ durchaus nicht als „mutlos“ sondern viel eher als „missgestimmt, übellaunig“ zu nehmen ist.

Das wird auch deutlich, wenn wir andere Zusammensetzungen mit „mut“ anschauen: Anmut, Demut, Langmut, Unmut, mutmaßen, vermuten, zumuten usw. haben wesentlich mehr mit der Stimmung oder dem Seelenzustand zu tun als mit Keckheit, Tapferkeit oder Wagemut.

Selbst der Wagemut ist eine „Stimmung, etwas zu wagen“. Die Erklärung der Lehrerin ist also m.E. unrichtig, mindestens aber zu eng.

Gruß
Eckard

vielleicht lässt sich die Lehrerin davon überzeugen:

Grimm zu MISZMUT: übele, verdrieszliche
stimmung

… oder es reicht schon ein Blick in den aktuellen Duden: http://duden.xipolis.net/suche/trefferliste.php?such…

Gruß
Kreszenz

Hallo Edith,

meine Englischkenntnisse sind ja eher bescheiden, aber die Definition von mood

http://dict.leo.org/?lp=ende&from=fx3&search=mood

scheint ja auch eher auf die miese Gemütslage zuzutreffen.
Wenn da nicht mal ein Zusammenhang besteht :smile:

lg Heike

Danke an alle!
Ich gebe eure Erkenntnisse so weiter. Hab schon gesagt, die Schülerin kann ja ihre Mutter ja mit dem Duden in die Lehrersprechstunde bitten. Dass es besagter Mutter nicht an Mut fehlt, wenn sie missmutig ist, wird die Lehrerin dann schon merken. :wink:

Liebe Grüße und nochmals ein herzliches Dankeschön an alle!

Edith