Mit 31 noch studieren ?

hallo

ein freund von mir steht grade vor einem grossen problem. er weiss nicht wie er seine zukunft gestalten sollte. natürlich kann ihn darin niemand helfen und er muss seine entscheidung alleine treffen, aber er hätte gern mal ein paar meinungen pro und contra dazu.

folgende situation : mein kollege arbeitet seit er 20 ist für eine grosse firma ( schichtarbeit, wird auch gut bezahlt ). trotz aller weiterbildungsmassnahmen die er neben der arbeit machte ( technischer fachwirt, meister in elektrotechnik ) bekommt er bei seiner firma überhaupt keine chance sich beruflich zu entwickeln. er sitzt auf einer guten ( aber leider sehr eintönigen und monotonen ) arbeit fest. nun überlegt er sich ob er ein vollzeit studium anfangen soll um endlich mal beruflich einen aufstieg oder veränderung zu bekommen.

aber er fragt sich halt ob es sich noch lohnt mit 31 zu studieren. bei dem jugendwahn den die firmen haben wäre er als austudierter ca 36 jahre alt, zwar mit 10 jähriger berufserfahrung, aber halt schon 36. für die meisten firmen schon zu alt.

was denkt ihr ??? würdert ihr es machen ? er ist ungebunden, ledig, keine kinder, lediglich eine mietwohnung zu zahlen, aber wenn er studieren würde, würde er in eine kleinere wohnung ziehen, oder eine WG.

gruss

Hallo,

trotz aller weiterbildungsmassnahmen die er neben der arbeit
machte ( technischer fachwirt, meister in elektrotechnik )
bekommt er bei seiner firma überhaupt keine chance sich
beruflich zu entwickeln.

warum bewirbt er sich nicht auf eine andere Stelle (extern).

was denkt ihr ??? würdert ihr es machen ? er ist ungebunden,
ledig, keine kinder, lediglich eine mietwohnung zu zahlen,
aber wenn er studieren würde, würde er in eine kleinere
wohnung ziehen, oder eine WG.

Es gibt eine ziemlich strikte Grenze, die da lautet:
Mit 30 sollte das Studium beendet! sein.
Ältere Kandidaten haben es schwer.

Nun gibt es sicher gute Gründe die Dein Kumpel vorbringen kann, aber mit knapp 40 sehe ich recht schwarz.

Noch ein Gedanke.
So ein Studium (ich vermute mal ein technisches), ist alles andere als Zuckerschlecken. Der gute ist, trotz aller Weiterbildung, aus der Übung.

Wie möchte er denn seinen Lebensunterhalt verdienen?
Man gewöhnt sich leicht an einen hohen Lebensstandard, umgekehrt tut man sich meist recht schwer.

Gandalf

hallo Leeroy,

da ich selber mal in einer ähnlichen Situation war (allerdings als alleinerziehende Mutter und aus der Szialhilfe heraus), möchte ich mal hier aus dem Nähkästchen plauadern:

folgende situation : mein kollege arbeitet seit er 20 ist für
eine grosse firma ( schichtarbeit, wird auch gut bezahlt ).

Nun, da ist ja ein Aspekt, dass Schichtarbeit je nach Gestaltung der Schichten nicht ganz ohne gesundheitliche Probleme ist, daher sind Überlegungen, das zu ändern sicher sinnvoll.

trotz aller weiterbildungsmassnahmen die er neben der arbeit
machte ( technischer fachwirt, meister in elektrotechnik )
bekommt er bei seiner firma überhaupt keine chance sich
beruflich zu entwickeln. er sitzt auf einer guten ( aber
leider sehr eintönigen und monotonen ) arbeit fest.

Das ist definitiv keine Aussicht für die nächsten 30 Jahre.

nun überlegt er sich ob er ein vollzeit studium anfangen soll um
endlich mal beruflich einen aufstieg oder veränderung zu
bekommen.

Hat er denn eine Aussicht, in seiner jetzigen Firma mit einem Vollzeitstudium weiterzukommen? Sonst wäre doch auf jeden Fall die Lösung, von der auch Gandalf schrieb, bei weitem vorzuziehen: Einen Job bei einer anderen Firma zu suchen. Gerade die Kombination „Weiterbildung und keine Weiterentwicklung in der aktuellen Arbeitssituation“ ist doch der klassische Grund, nach einer anderen Stelle zu suchen. Nach 20 Jahren ist das auch gewiss kein Zeichen von Unstetigkeit.

aber er fragt sich halt ob es sich noch lohnt mit 31 zu
studieren. bei dem jugendwahn den die firmen haben wäre er als
austudierter ca 36 jahre alt, zwar mit 10 jähriger
berufserfahrung, aber halt schon 36. für die meisten firmen
schon zu alt.

Es ist mit Sicherheit keine Kleinigkeit, mit Mitte 30 als Frischling ohne Berufserfahrung im studierten Fach von der Uni/FH zu kommen. Und ein durchgängig und zügig absolviertes Studium ist bei den älteren Studierenden auch keineswegs selbsterständlich. Da kommt wegen mangelndem Anspruch „BAFöG“ das Jobben neben dem Studium dazu, auch das Lernen fällt nicht mehr so leicht…

Ich war 35, als ich mein Diplom in Elektrotechnik in der Tasche hatte. Und das waren Zeiten, als Siemens noch tönte, dass es drei Absolventen-Jahrgängen auf einmal neue Aussichten bieten würden (sie meinten aber nur das obere Drittel, zu dem die Spätstudierer im Allgemeinen aus den oben genannten Gründen nicht gehören). Ich habe meinen Beruf dann „zwischen den Fächern“ gefunden, indem ich mein Sprachtalent aktivierte und Technische Redakteurin wurde. Schreibende Ingenieure sind nach wie vor selten, so dass ich sogar mit 47 Jahren im Jahre 2000 noch abgeworben wurde.

Und damit sind wir bei der konkreten Beratung: Wenn definitiv keine Bewerbung auf eine andere Stelle drin ist (als ungebundener sollte Dein Kumpel ja auch in der Lage sein, wegen eines Jobs umzuziehen), dann muss sich Dein Kumpel prüfen, was er dann tolles zusätzlich zum Studium bieten kann, damit er mit fast schon 40 (bei zwei Semestern über Regelstudienzeit) sich bei Unternehmen interessant machen kann.

Immer gesucht sind und waren Techniker mit Vertriebstalent, aber da hätte er mit Sicherheit auch heute schon ausreichend Qualifikationen aus seinen diversen Weiterbildungen. Dann wie gesagt die Nischen, deren eine ich besetze. Aber welche anderen Nischen in Frage kommen, hängt eben stark von Deinem Kumpel ab. Das können wir nicht aus der Ferne entscheiden.

Grüße,

Karin

Hallo!

Wie wäre es, wenn er es erstmal mit einem Fernstudium versucht? Bei der Fernuni Hagen kann man später auch vom Teilzeitstudent (meist Nebenberuflich) zum Vollzeitstudium wechseln.

Dabei kann er estmal testen, ob er den Anforderungen eines Studiums gewachsen ist und ob ihm das überhaupt gefällt. Ein späterer Wechsel an eine Präsenzuni dürfte z.B. nach dem Grundstudium auch möglich sein. Wenn er in der Nähe eines Studienzentrums wohnt, hat er außerdem die Möglichkeit, Kontakte zu anderen Studenten zu knüpfen und Lerngruppen zu finden.

Viele Grüße

Anne

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Hallo,

wenn Dein Freund sich für ein bestimmtes Fach interessiert und er überzeugt ist, dass er das Studium durchzieht, soll er es auf jeden Fall machen.
Ich war damals im gleichen Alter wie Dein Freund heute. Meine Kinder waren aus dem Gröbsten heraus und ich wollte Heilpädagogik studieren.
Leider habe ich auch die gleichen Gedanken gehabt, wie Dein Freund. Bin ich nicht schon zu alt dazu, bekomme ich hinterher noch einen Job u.s.w.(immerhin wäre ich nach beendetem Studium fast 40 gewesen).
Ich habe meinen Traum damals nicht verwirklicht und ich habe es schon tausend mal bereut. Aus der heutigen Sicht heraus, würde ich mich auf jeden Fall für`s Studium entscheiden.

VG Renate

Hallo,

ich denke, es ist fast nie zu spät. Er sollte auf jeden Fall probieren, wenn es unbedingt möchte. Wenn er gut ist, wird er immer einen guten Job bekommen. Das Ausland sieht das mit dem Alter übrigens überhaupt nicht so wie Deutschland. Also ich denke die Aussichten sind gut, er hat ja auch schon einiges an Berufserfahrung. Vielleicht nicht besonders umfangreich wegen der Monotonie, aber immerhin.

Oder er bewirbt sich woanders wo seine diversen Weiterbildungen eher anerkannt werden und er einen höher angesiedelten Job bekommt - das ist durchaus möglich.

Entscheidung liegt bei ihm.

Gruß
Isac

Hallo!

folgende situation : mein kollege arbeitet seit er 20 ist für
eine grosse firma ( schichtarbeit, wird auch gut bezahlt ).
trotz aller weiterbildungsmassnahmen die er neben der arbeit
machte ( technischer fachwirt, meister in elektrotechnik )
bekommt er bei seiner firma überhaupt keine chance sich
beruflich zu entwickeln. er sitzt auf einer guten ( aber
leider sehr eintönigen und monotonen ) arbeit fest. nun
überlegt er sich ob er ein vollzeit studium anfangen soll um
endlich mal beruflich einen aufstieg oder veränderung zu
bekommen.

aber er fragt sich halt ob es sich noch lohnt mit 31 zu
studieren. bei dem jugendwahn den die firmen haben wäre er als
austudierter ca 36 jahre alt, zwar mit 10 jähriger
berufserfahrung, aber halt schon 36. für die meisten firmen
schon zu alt.

Warum will er denn studieren? Wenn er schon jetzt mit seinen Weiterbildungen im aktuellen Unternehmen den Aufstieg nicht schafft, dann schafft er es auch mit Studienabschluss nicht. Einen ähnlichen Fall habe ich selbst im Bekanntenkreis gehabt.

Dein Bekannter sollte seine Bewerbungsunterlagen auf Vordermann bringen und sich bei anderen Unternehmen bewerben. Möglicherweise wissen diese seine Weiterbildungen zu schätzen und er bekommt eine interessante Stelle angeboten, bei der er sich auch weiterentwickeln kann.

Gruß
Tanja

Hallo Leeroy,

wir haben da in unserem Forum einen ähnlichen Fall:

http://www.fernstudium-forum.de/ff-php/weiterbildung…

Vielleicht ist das für Deinen Bekannten interessant.

Gruß Michael