hallo Leeroy,
da ich selber mal in einer ähnlichen Situation war (allerdings als alleinerziehende Mutter und aus der Szialhilfe heraus), möchte ich mal hier aus dem Nähkästchen plauadern:
folgende situation : mein kollege arbeitet seit er 20 ist für
eine grosse firma ( schichtarbeit, wird auch gut bezahlt ).
Nun, da ist ja ein Aspekt, dass Schichtarbeit je nach Gestaltung der Schichten nicht ganz ohne gesundheitliche Probleme ist, daher sind Überlegungen, das zu ändern sicher sinnvoll.
trotz aller weiterbildungsmassnahmen die er neben der arbeit
machte ( technischer fachwirt, meister in elektrotechnik )
bekommt er bei seiner firma überhaupt keine chance sich
beruflich zu entwickeln. er sitzt auf einer guten ( aber
leider sehr eintönigen und monotonen ) arbeit fest.
Das ist definitiv keine Aussicht für die nächsten 30 Jahre.
nun überlegt er sich ob er ein vollzeit studium anfangen soll um
endlich mal beruflich einen aufstieg oder veränderung zu
bekommen.
Hat er denn eine Aussicht, in seiner jetzigen Firma mit einem Vollzeitstudium weiterzukommen? Sonst wäre doch auf jeden Fall die Lösung, von der auch Gandalf schrieb, bei weitem vorzuziehen: Einen Job bei einer anderen Firma zu suchen. Gerade die Kombination „Weiterbildung und keine Weiterentwicklung in der aktuellen Arbeitssituation“ ist doch der klassische Grund, nach einer anderen Stelle zu suchen. Nach 20 Jahren ist das auch gewiss kein Zeichen von Unstetigkeit.
aber er fragt sich halt ob es sich noch lohnt mit 31 zu
studieren. bei dem jugendwahn den die firmen haben wäre er als
austudierter ca 36 jahre alt, zwar mit 10 jähriger
berufserfahrung, aber halt schon 36. für die meisten firmen
schon zu alt.
Es ist mit Sicherheit keine Kleinigkeit, mit Mitte 30 als Frischling ohne Berufserfahrung im studierten Fach von der Uni/FH zu kommen. Und ein durchgängig und zügig absolviertes Studium ist bei den älteren Studierenden auch keineswegs selbsterständlich. Da kommt wegen mangelndem Anspruch „BAFöG“ das Jobben neben dem Studium dazu, auch das Lernen fällt nicht mehr so leicht…
Ich war 35, als ich mein Diplom in Elektrotechnik in der Tasche hatte. Und das waren Zeiten, als Siemens noch tönte, dass es drei Absolventen-Jahrgängen auf einmal neue Aussichten bieten würden (sie meinten aber nur das obere Drittel, zu dem die Spätstudierer im Allgemeinen aus den oben genannten Gründen nicht gehören). Ich habe meinen Beruf dann „zwischen den Fächern“ gefunden, indem ich mein Sprachtalent aktivierte und Technische Redakteurin wurde. Schreibende Ingenieure sind nach wie vor selten, so dass ich sogar mit 47 Jahren im Jahre 2000 noch abgeworben wurde.
Und damit sind wir bei der konkreten Beratung: Wenn definitiv keine Bewerbung auf eine andere Stelle drin ist (als ungebundener sollte Dein Kumpel ja auch in der Lage sein, wegen eines Jobs umzuziehen), dann muss sich Dein Kumpel prüfen, was er dann tolles zusätzlich zum Studium bieten kann, damit er mit fast schon 40 (bei zwei Semestern über Regelstudienzeit) sich bei Unternehmen interessant machen kann.
Immer gesucht sind und waren Techniker mit Vertriebstalent, aber da hätte er mit Sicherheit auch heute schon ausreichend Qualifikationen aus seinen diversen Weiterbildungen. Dann wie gesagt die Nischen, deren eine ich besetze. Aber welche anderen Nischen in Frage kommen, hängt eben stark von Deinem Kumpel ab. Das können wir nicht aus der Ferne entscheiden.
Grüße,
Karin