Hallo Nici,
viele Deiner Fragen hatte ja Guido schon beantwortet, darum möchte ich nur noch ein paar Kleinigkeiten erwähnen.
Klar, wenn ich Chef wäre, würde ich auch jemanden nehmen, von
dem ich ausgehen kann, das auf ihn verlass ist und das
Arbeiten konstruktiv und möglichst angenehm ist.
Genau da triffst Du den Kopf auf den Nagel (sic!): denn es ist Dein Job, genau diesen Eindruck von Dir in Deinen Unterlagen zu vermitteln.
Was meinst Du bitte genau mit Bewerbungsstrategie?
Da Du Dich ja als Sekretärin bewirbst gehe ich mal davon aus, dass Deine Unterlagen „formell“ in Ordnung sind. Das heisst, die Zeugnisse existieren in sauberen Kopien und sind vollständig. Der Lebenslauf ist ebenfalls lückenlos, mit aktuellem Datum versehen und unterschrieben und natürlich perfekt formatiert (das ist DIE Gelegenheit Deine Word-Künste zu demonstrieren *fg*). Und das ganze ist in einer sinnvollen (sic!) Mappe sinnvoll sortiert. Auch das Anschreiben ist formell in Ordnung - neben den schon mehrfach erwähnten nicht vorhandenen Rechtschreibfehlern ist das nochmal eine Gelegenheit Deine Textverarbeitungskenntnisse zu zeigen. Aber wie gesagt, da gehe ich davon aus, dass das bei Dir 100%ig passt.
Mit der „Strategie“ meinte ich eher sowas wie: passt Du den Lebenslauf auf JEDE neue Bewerbung an? Das heisst, streichst Du beim Job der Sekretärin im SOS-Kinderdorf Dein Kindegartenpraktikum und die Babysittererfahrung stärker heraus als bei ner Bewerbung im Bestattungsinstitut?
Dann meine ich auch, wie Du das machst mit Deinen Bewerbungen. Schreibst Du den Standardtext „Sehr geehrte Damen und Herren, ich weiss zwar nicht genau was Sie so machen und ehrlich gesagt ist mir das auch egal, Hauptsache Sie stellen mich ein.“ und schickst das blindlings an 100 Firmen. Oder bist Du Fan der „originellen“ Bewerbungen und schickst Deine Bewerbung auf der Rückseite von nem Pizzakarton den Du um die Mittagszeit zusammen mit ner „Quatro Stagioni“ auslieferst*? Oder stehst Du mit den Unterlagen unterm Arm bei der Firma auf der Matte? Oder wendest Du pro Bewerbung ungefähr einen Tag auf und passt Anschreiben und Lebenslauf individuell an?
Im letzteren Fall könnte ich Dir anbieten, dass Du mal ein Anschreiben (ohne alle Namen und Adressen, sonst mit allem) samt der zugehörigen Stellenanzeige (dito) hier reinschreibst, vielleicht können wir Dir da noch ein paar Tips geben.
Ich vermute, dass die Firmen eine riesige Flut an Bewerbungen
erhalten. Mich würde das sehr nerven, wenn ständig Bewerber
„persönlich“ nachfragen, wie es um ihre Bewerbung steht.
Naja, ich glaub, das kommt ein bisschen drauf an. Ich für meinen Teil hab rausgefunden, dass die Art wie eine Firma mit ihren Bewerbern umgeht ein ziemlich guter Indikator dafür ist, wie sie mit ihren Mitarbeitern umgeht. Das heisst, in einer Firma die durch meine Nachfrage (und wir reden hier vom vernünftigen Rahmen) genervt ist - wie genervt ist die erst, wenn ich mal in Ferien gehen will oder so *fg*
Das heisst, was ich eigentlich meistens mache: ich versuche den zuständigen Menschen telefonisch zu erreichen (meist finden sich irgendwelche „Aufhänger“ in der Stellenanzeige). Dann „kennt“ man sich schon, kann das im Anschreiben erwähnen „Sehr geehrter Her Personalmichl, vielen Dank für das nette Telefonat heute Vormittag. Wie wir ja besprochen hatten, sende ich Ihnen hiermit…“ Und dann fällt’s auch leichter, mal telefonisch nachzuhaken, wenn keine „Wasserstandsmeldungen“ (Danke Guido, toller Ausdruck, den klau ich gleich mal) kommen. Und eventuell merkst Du auch beim ersten Gespräch, wie man auf solche Nachfragen reagiert. Sprich, wenn da jemand sagt „Schicken Sie halt mal hin, wir melden uns dann schon“ ist das ne andere Kategorie als wenn sich jemand Zeit nimmt, Dir Deine Fragen ausführlich beantwortet.
Und zu der Sache mit Deinem Englisch-Fernkurs: Willst Du damit sagen, dass Dein Englisch eher unterprächtig ist? Das ist natürlich für eine Sekretärin heutzutage ein schlimmes ko-Kriterium… Sprich, schau, dass Du dieses Manko so schnell wie möglich behebst - möglichst mit einem Vollzeit-Sprachkurs in England. IHK-Fernkurs mit gelegentlichen Telefonaten mit dem Fernkursbetreuer reicht da definitiv nicht.
*wink*
Petzi
*Das klingt bescheuert. Isses auch. Hab ich aber mal allen Ernstes in einem Bewerbungsratgeber gelesen…