Mit 38 zu alt für einen Job?

Hi Leute!

Ich hoffe, ich bin in dieser Rubrik besser aufgehoben als in Psychologie:

Ich habe bis vor einiger Zeit noch studiert, jedoch aus finanziellen Gründen konnte ich mein Studium nicht beenden. Jetzt suche ich nach einem Job in meinem erlernten Beruf als Sekretärin. Früher wurde ich mit Kusshand genommen (ehm, so vor 15 Jahren), aber die Zeiten haben sich geändert, wie ich merke…
Bin ich wirklich zu alt? Oder meint ihr es ist eine Frage der Zeit - bis man wieder einen Job hat.
Oder sollte ich vielleicht auswandern - oder umschulen?
Ich bin wirklich ratlos - wie ernst steht es um meine Existenz?
Würde mich über konstruktive Antworten freuen - hat jemand von Euch ähnliche Erfahrung gesammelt?

Danke

Nici

Moin Nici,

Jetzt suche ich nach einem Job in meinem erlernten Beruf als
Sekretärin. Früher wurde ich mit Kusshand genommen (ehm, so
vor 15 Jahren), aber die Zeiten haben sich geändert, wie ich
merke…
Bin ich wirklich zu alt?

Ich schätze, dass hat weniger mit deinem Alter zutun, als damit, dass du seit 15 Jahren aus deinem Beruf raus bist. Für viele Berufe gilt: Wer länger als 5 Jahre raus ist, gilt als „ungelernt“, weil in vielen Berufen innerhalb von 5 Jahren so viel neue Entwicklung da ist (z.B. im technischen Bereich).

Gruß
Marion

Hoffnung…
Hi Marion!

Da habe ich noch Hoffnung - nun ja, ich war nicht ganz raus… musste ja schließlich mein Studium mit Jobben finanzieren (im Hotel an der Rezeption, und als Aushilfe in einer Werbeagentur). Davon abgesehen, als Student hat man auch mit moderenen Medien zu tun. Ich kenne niemanden, der keinen PC hat - und nicht schon mit einer PowerPoint Presentation einen Vortrag gehalten hätte. Alles nur eine Frage wie schnell ich mich in ein neues Gebiet einarbeite.
Nun ja, wenn ich jetzt Maschinenbau studieren würde, dann gäbe es sicher wenn ich damit fertig bin wieder viel zu viele davon - und ich würde wahrscheinlich an der selben Stelle stehen wie heute.

Danke für eure Antworten… es wird schon weitergehen. Was auch sonst?
Nici

[MOD] Full quote entfernt.
R.

Hallo Nici,

Ich habe bis vor einiger Zeit noch studiert, jedoch aus
finanziellen Gründen konnte ich mein Studium nicht beenden.

…das war doch die Geschichte mit dem Partner wegen dessen Meisterschule Du aufgehört hattest? Naja, egal…

Jetzt suche ich nach einem Job in meinem erlernten Beruf als
Sekretärin. Früher wurde ich mit Kusshand genommen (ehm, so
vor 15 Jahren), aber

Hmm, ein Dir böses wollender Personaler könnte folgende Bedenken Dir gegenüber hegen:

  1. „zu lange raus“
  2. „zu alt“ - sprich, mit Anfang 20 ist jemand noch „formbar“ und fordert weniger Gehalt, während jemand mit knapp 40 doch schon eher seine Vorstellungen hat und unter Umständen dem Chef „Ärger“ (durch Mitdenken) bereitet
  3. „könnte schwanger werden“ - okay, das trifft für Frauen in einem weiten Altersbereich zu, aber unter Umständen unterstellt man Dir hier „Torschlusspanik“
  4. „nimmt bei nächster Gelegenheit ihr Studium wieder auf“ bzw. „ist überqualifiziert“ (wenn das Studium fachlich verwendbar war)
  5. „fängt bei nächster Gelegenheit beim Partner in der Firma an“

Sodele, und Dein Job ist’s nun in Lebenslauf und Anschreiben diese Punkte (und vielleicht fallen Dir noch mehr ein) zu entkräften. Das kann mehr oder weniger offensiv passieren, also „von NIE WIEDER werde ich eine Uni von innnen betreten, und Kinder will ich auch NIE HABEN“ bis „…bin ich auf der Suche nach einer langfristigen…“ kann das allerlei sein.

Oder meint ihr es ist eine Frage der
Zeit - bis man wieder einen Job hat.

Unter anderem der Zeit. Aber auch Deiner Bewerbungsstrategie. Und Deiner Flexibilität (räumlich, jobtechnisch). Und Deines Glücks - denn gerade die Entscheidung unter den „letzten 3“ Bewerbern ist oftmals eine reine Nasenentscheidung „passt derjenige ins Team?“.

Oder sollte ich vielleicht auswandern - oder umschulen?

Hmm, das kommt auf Deine Präferenzen an :wink: Oder anders gesagt: Auswandern ist ein Schritt, der Familie und Partner unter Umständen mit beeinflusst und eine gewisse Lebenseinstellung voraussetzt (guck doch mal die ganzen RTL/SAT/Dingsda Auswanderer-Sendungen an). Und umschulen zieht viele Fragen nach sich: in welchen Beruf? Wie sind Deine Chancen dort (viele der oben erwähnten Punkte treffen auf jeden Beruf zu)? Wer zahlt die Umschulung?

*wink*

Petzi

Markt zu klein

Jetzt suche ich nach einem Job in meinem erlernten Beruf als
Sekretärin. Früher wurde ich mit Kusshand genommen (ehm, so
vor 15 Jahren), aber die Zeiten haben sich geändert, wie ich
merke…

Ja, früher hatte jeder Abteilungsleiter eine Sekretärin. Heute haben wir … 25 Mitarbeiter gerade mal 1, die auch noch Einkauf mitmacht.

Und in der vorherigen Firma (100 Mitarbeiter) waren es genau 3 (2 x Geschäftsführung und Verwaltung), 1 x Serviceabteilung (Lieferscheine, Frachtpapiere, Zeitabrechnung)

Der Markt ist kräftig geschrumpft.

Und wenn hat es heute mehr den Office-Manager mit Fremdsprachenkenntnissen.

Oder sollte ich vielleicht auswandern - oder umschulen?

Weiterbilden?

Gruß

Stefan

Hallo Nici,

Ich habe bis vor einiger Zeit noch studiert, jedoch aus
finanziellen Gründen konnte ich mein Studium nicht beenden.

…das war doch die Geschichte mit dem Partner wegen dessen
Meisterschule Du aufgehört hattest? Naja, egal…

Exakt…

Ich wollte Lehrerin werden - aber wie ich derzeit mitbekomme, wird dieser Job auch immer unattraktiver, weil die nur noch Halbjahresverträge bekommen.

Jetzt suche ich nach einem Job in meinem erlernten Beruf als
Sekretärin. Früher wurde ich mit Kusshand genommen (ehm, so
vor 15 Jahren), aber

Hmm, ein Dir böses wollender Personaler könnte folgende
Bedenken Dir gegenüber hegen:

  1. „zu lange raus“
  2. „zu alt“ - sprich, mit Anfang 20 ist jemand noch „formbar“
    und fordert weniger Gehalt, während jemand mit knapp 40 doch
    schon eher seine Vorstellungen hat und unter Umständen dem
    Chef „Ärger“ (durch Mitdenken) bereitet
  3. „könnte schwanger werden“ - okay, das trifft für Frauen in
    einem weiten Altersbereich zu, aber unter Umständen
    unterstellt man Dir hier „Torschlusspanik“
  4. „nimmt bei nächster Gelegenheit ihr Studium wieder auf“
    bzw. „ist überqualifiziert“ (wenn das Studium fachlich
    verwendbar war)
  5. „fängt bei nächster Gelegenheit beim Partner in der Firma
    an“

Sodele, und Dein Job ist’s nun in Lebenslauf und Anschreiben
diese Punkte (und vielleicht fallen Dir noch mehr ein) zu
entkräften. Das kann mehr oder weniger offensiv passieren,
also „von NIE WIEDER werde ich eine Uni von innnen betreten,
und Kinder will ich auch NIE HABEN“ bis „…bin ich auf der
Suche nach einer langfristigen…“ kann das allerlei sein.

Klar, wenn ich Chef wäre, würde ich auch jemanden nehmen, von dem ich ausgehen kann, das auf ihn verlass ist und das Arbeiten konstruktiv und möglichst angenehm ist. Ich hoffe, das so ein Chef mich demnächst mal persönlich kennenlernen will.

Oder meint ihr es ist eine Frage der
Zeit - bis man wieder einen Job hat.

Unter anderem der Zeit. Aber auch Deiner Bewerbungsstrategie.
Und Deiner Flexibilität (räumlich, jobtechnisch). Und Deines
Glücks - denn gerade die Entscheidung unter den „letzten 3“
Bewerbern ist oftmals eine reine Nasenentscheidung „passt
derjenige ins Team?“.

Was meinst Du bitte genau mit Bewerbungsstrategie? Ich habe folgende Strategie: Bewerbung gut und überzeugend verfassen, hochwertiges Foto (siehe mein Profil), Zeugnisse und dann warte ich auf eine Reaktion. Meinst Du, es gäbe noch eine zusätzliche Möglichkeit? Ich hatte auch schon mal überlegt, einfach persönlich in einer Firma nachzufragen. Oder ist das zu aufdringlich?

Ich vermute, dass die Firmen eine riesige Flut an Bewerbungen erhalten. Mich würde das sehr nerven, wenn ständig Bewerber „persönlich“ nachfragen, wie es um ihre Bewerbung steht.

Oder sollte ich vielleicht auswandern - oder umschulen?

Hmm, das kommt auf Deine Präferenzen an :wink: Oder anders
gesagt: Auswandern ist ein Schritt, der Familie und Partner
unter Umständen mit beeinflusst und eine gewisse
Lebenseinstellung voraussetzt (guck doch mal die ganzen
RTL/SAT/Dingsda Auswanderer-Sendungen an). Und umschulen
zieht viele Fragen nach sich: in welchen Beruf? Wie sind Deine
Chancen dort (viele der oben erwähnten Punkte treffen auf
jeden Beruf zu)? Wer zahlt die Umschulung?

We`ll just play it by ear… bewerbe mich weiter und wenn alles nicht fruchtet, bin ich ohnehin gezwungen meine Fühler weiter auszustrecken.

Danke Dir erstmal!

You are right, ships should sail.

Nici

Hi Stefan!

Danke, für Deine Erklärung, wie das derzeit in den Büros ausschaut. Ich habe in den Stellenanzeigen gesehen, dass gutes Englisch ein Muss im Job geworden ist. Deshalb mache ich jetzt über die Fernschule „Fremdsprachenkorrespondentin Englisch“. Macht auch wirklich viel Spaß - hätte nicht gedacht, dass die Fernschulen so gut Stoff vermitteln können. Jedoch kostet mich das im Moment Geld, was ich eigendlich nicht habe.Ich hoffe natürlich, das das in meiner Bewerbungsmappe „zieht“.

Liebe Grüße

Nici

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Sprache lernen

über die Fernschule „Fremdsprachenkorrespondentin Englisch“.

Schau auch mal vor Ort nach Conversation Courses oder hat es vielleicht englischsprachige Familien in der Nähe?

In der Firma hat es auch einen Englischkurs und die Eröffnung ist immer, dass jeder über sein letztes Wochenende erzählen muss.

Wobei meine Motivation Songtexte (lyrics) über die Jahre (25 Jahre) waren und immer noch sind. Und heute schaue ich mir Reportagen der BBC im Original ohne Untertitel an (nur die aus dem Schlachthof, da hab ich nix verstanden). Oder lese auch englische Literatur, die es nicht auf Deutsch hat (Biologie, Psychologie, Philosophie, Technik, …).

Macht auch wirklich viel Spaß - hätte nicht gedacht, dass die
Fernschulen so gut Stoff vermitteln können. Jedoch kostet mich
das im Moment Geld, was ich eigendlich nicht habe.Ich hoffe
natürlich, das das in meiner Bewerbungsmappe „zieht“.

Diese Weiterbildung kannst du bei der Steuererklärung als Werbungskosten ansetzen und wenn du dafür Erspartes verwendest auch als Verlustnachtrag im Falle von Arbeit geltend machen.

Gruß

Stefan

Nicht zu alt…
Hi

Was meinst Du bitte genau mit Bewerbungsstrategie? Ich habe
folgende Strategie: Bewerbung gut und überzeugend verfassen,

Wichtiger wäre es, eine Bewerbung OHNE Rechtschreibfehler zu verfassen. Sorry, aber eine Sekretärin sollte solch grundlegende Rechtschreibregeln beherrschen (hier schreibst Du bspw. „dass“ grundsätzlich nur mit einem „s“) - ich hoffe nicht, dass Du Deutschlehrerin werden wolltest.

Ohne Englisch geht gar nichts mehr. Da ist ein Fernstudium nicht wirklich hilfreich. Fremdsprachen lernt man nur, wenn man sie kosequent SPRICHT.
Da würde ich vielleicht mal beim Arbeitsamt nachfragen, ob die nicht eine „richtige“ Schule finanzieren.

hochwertiges Foto (siehe mein Profil),

Klar ist ein Foto für den ersten Eindruck nicht unwichtig, allerdings bewirbst Du Dich nicht als Model.

Zeugnisse und dann
warte ich auf eine Reaktion.

Hast Du noch andere Referenzen, die Dich IRGENDWIE interessant(er) machen?

Meinst Du, es gäbe noch eine
zusätzliche Möglichkeit?

Weiterbildungen, Praktika, auch Minijobs in dem Bereich etc.

Der Beruf der Sekretärin ist einer, der vom Aussterben bedroht ist. Seit jeder Büroarbeitsplatz mit einem PC und Peripherie ausgestattet ist, braucht man keine Schreibkräfte mehr.

Und der ganze Rest wird halt stärker in den Vordergrund gerückt.
Wenn es früher die Chefsekretärin im Vorzimmer des Geschäftsführers gab, sitzt dort jetzt eine „Assistentin der Geschäftsführung“.
Wenn früher im Vorzimmer des Personalleiters eine Sekretärin saß, ist das heute eine Personalsachbearbeiterin mit Sonderaufgaben.

Man muss sich irgendwie von den anderen Bewerbungen abheben!

Ich hatte auch schon mal überlegt,
einfach persönlich in einer Firma nachzufragen. Oder ist das
zu aufdringlich?

Auf keinen Fall ist das zu aufdringlich.
Das „Problem“ wird sein, den Personalverantwortlichen ohne Termin vor den Lauf zu bekommen. Einen Termin zu bekommen wird ohne Bewerbung schwierig werden - ich weiß, dass das paradox klingt, aber offene Castings gibt es nur bei Bohlen & Co.

Ich vermute, dass die Firmen eine riesige Flut an Bewerbungen
erhalten. Mich würde das sehr nerven, wenn ständig Bewerber
„persönlich“ nachfragen, wie es um ihre Bewerbung steht.

Seriöse Firmen geben Wasserstandsmeldungen. Mahchen sie das nicht, haben sie auch kein „Recht“, sich zu beschweren *g*.

LG
Guido

1 „Gefällt mir“

Moin,

mach auf jedenfall in deiner Bewerbung deutlich, dass du technisch auf dem neuesten Stand bist (z.B. indem du aufführst, mit welchen Computerprogrammen du dich auskennst). Auch solltest du versuchen, mit deinen Studiensemestern ein paar Punkte zu holen. Was hast du da gelernt, was für einen Arbeitgeber interessant sein könnte? Auch in Schulen werden z.B. Sekretärinnen gesucht.

Ansonten ist wie schon geschrieben der „klassische“ Beruf der Sekretärin am Aussterben, aber es dürfte jede Menge artverwandte Stellen geben, auf die du dich bewerben könntest. Einige wurden hier ja schon genannt.

Zudem würde ich gerne noch auf die Möglichkeit einer Tägigkeit für eine Zeitarbeitsfirma hinweisen. Dort verdienst du zwar nicht die Welt, aber du kommst wieder in den Job rein und kannst dir Firmen von innen anschauen (und die Firmen können sich dich anschauen). Nutze die Zeitarbeitsfirma als Sprungbrett.

Gruß
Marion

Hi Marion!

Danke noch mal für Deine Antwort! Habe eine Bewerbung zu einer Schule geschickt und werde jetzt verstärkt die Zeitarbeitsfirmen anschreiben.
Danke!

Nici

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi

Was meinst Du bitte genau mit Bewerbungsstrategie? Ich habe
folgende Strategie: Bewerbung gut und überzeugend verfassen,

Wichtiger wäre es, eine Bewerbung OHNE Rechtschreibfehler zu
verfassen. Sorry, aber eine Sekretärin sollte solch
grundlegende Rechtschreibregeln beherrschen (hier schreibst Du
bspw. „dass“ grundsätzlich nur mit einem „s“) - ich hoffe
nicht, dass Du Deutschlehrerin werden wolltest.

Hi Guido! Bist ganz schön streng… aber Recht hast Du. Ich lasse meine Schreiben einen Tag liegen (damit ich meine Fehler selber finde) und habe eine Freundin, die noch mal Korrektur liest.
Nein, wollte nicht Deutschlehrerin werden (ev. Theologie, Anglistik und Kunst)

Ohne Englisch geht gar nichts mehr. Da ist ein Fernstudium
nicht wirklich hilfreich. Fremdsprachen lernt man nur, wenn
man sie kosequent SPRICHT.

Klar, ohne Übung vergisst man schnell was man lernt. Jedoch hat man die Möglichkeit mit Fernlehrern zu telefonieren. Immerhin ist der Abschluß über die IHKt. Ich hätte es auch nicht für möglich gehalten, dass man Englisch zu Hause vorm PC lernen kann. Man hat natürlich auch jede Menge Audio-Texte und Sprechübungen.

Da würde ich vielleicht mal beim Arbeitsamt nachfragen, ob die
nicht eine „richtige“ Schule finanzieren.

Das werde ich noch erfahren, sobald denen klar ist, wie sie mich „einstufen“ müssen.

hochwertiges Foto (siehe mein Profil),

Klar ist ein Foto für den ersten Eindruck nicht unwichtig,
allerdings bewirbst Du Dich nicht als Model.

Aber mal ehrlich, es gibt Bilder - die sollte man nicht verschicken und jeder macht sich sein Urteil über das Aussehen eines anderen. Als Sekretärin sollte man sich so gut es geht verkaufen (zumindest war es früher so). Deshalb habe ich die teuerste Variante beim Fotoladen gewählt. Immerhin 42 Euro fürs machen lassen, 6 Bilder + CD. Ich finde, ich sehe ganz ok aus. Habe auch schon Bilder machen lassen, die dann gleich im Mülleimer gelandet sind, so grausam sah ich da aus (obwohl, ich hätte sie besser an eine Geisterbahn verkauft… hm).

Zeugnisse und dann
warte ich auf eine Reaktion.

Hast Du noch andere Referenzen, die Dich IRGENDWIE
interessant(er) machen?

Ich setze meine Stärken schon so gut es geht ein, damit meine ich meine vielseitige Berufspraxis. Referenzen habe ich vor allem im sozialen, kreativen und kommunikativen Bereich.

Meinst Du, es gäbe noch eine
zusätzliche Möglichkeit?

Weiterbildungen, Praktika, auch Minijobs in dem Bereich etc.

Mal sehen, was das Arbeitsamt bezahlt. Ich bin natürlich auch mit einem Minijob zufrieden - aber ich würde am liebsten richtig gefordert werden. Kann ich einfach so ein Praktikum anfangen? Oder muss ich das mit der Arge absprechen?

Der Beruf der Sekretärin ist einer, der vom Aussterben bedroht
ist. Seit jeder Büroarbeitsplatz mit einem PC und Peripherie
ausgestattet ist, braucht man keine Schreibkräfte mehr.

Und der ganze Rest wird halt stärker in den Vordergrund
gerückt.
Wenn es früher die Chefsekretärin im Vorzimmer des
Geschäftsführers gab, sitzt dort jetzt eine „Assistentin der
Geschäftsführung“.
Wenn früher im Vorzimmer des Personalleiters eine Sekretärin
saß, ist das heute eine Personalsachbearbeiterin mit
Sonderaufgaben.

Man muss sich irgendwie von den anderen Bewerbungen abheben!

Ok!

Ich hatte auch schon mal überlegt,
einfach persönlich in einer Firma nachzufragen. Oder ist das
zu aufdringlich?

Auf keinen Fall ist das zu aufdringlich.
Das „Problem“ wird sein, den Personalverantwortlichen ohne
Termin vor den Lauf zu bekommen. Einen Termin zu bekommen wird
ohne Bewerbung schwierig werden - ich weiß, dass das paradox
klingt, aber offene Castings gibt es nur bei Bohlen & Co.

Danke… dann weiss ich schon, wo ich morgen früh hinfahre. (keine Sorge, ich fahre nicht zum Dieter!)

Ich vermute, dass die Firmen eine riesige Flut an Bewerbungen
erhalten. Mich würde das sehr nerven, wenn ständig Bewerber
„persönlich“ nachfragen, wie es um ihre Bewerbung steht.

Seriöse Firmen geben Wasserstandsmeldungen. Mahchen sie das
nicht, haben sie auch kein „Recht“, sich zu beschweren *g*.

Danke Dir nochmal, dass Du mir jede Menge wichtiger Tips gegeben hast. Schönen Tag noch!

Nici

Hallo Nici,

viele Deiner Fragen hatte ja Guido schon beantwortet, darum möchte ich nur noch ein paar Kleinigkeiten erwähnen.

Klar, wenn ich Chef wäre, würde ich auch jemanden nehmen, von
dem ich ausgehen kann, das auf ihn verlass ist und das
Arbeiten konstruktiv und möglichst angenehm ist.

Genau da triffst Du den Kopf auf den Nagel (sic!): denn es ist Dein Job, genau diesen Eindruck von Dir in Deinen Unterlagen zu vermitteln.

Was meinst Du bitte genau mit Bewerbungsstrategie?

Da Du Dich ja als Sekretärin bewirbst gehe ich mal davon aus, dass Deine Unterlagen „formell“ in Ordnung sind. Das heisst, die Zeugnisse existieren in sauberen Kopien und sind vollständig. Der Lebenslauf ist ebenfalls lückenlos, mit aktuellem Datum versehen und unterschrieben und natürlich perfekt formatiert (das ist DIE Gelegenheit Deine Word-Künste zu demonstrieren *fg*). Und das ganze ist in einer sinnvollen (sic!) Mappe sinnvoll sortiert. Auch das Anschreiben ist formell in Ordnung - neben den schon mehrfach erwähnten nicht vorhandenen Rechtschreibfehlern ist das nochmal eine Gelegenheit Deine Textverarbeitungskenntnisse zu zeigen. Aber wie gesagt, da gehe ich davon aus, dass das bei Dir 100%ig passt.

Mit der „Strategie“ meinte ich eher sowas wie: passt Du den Lebenslauf auf JEDE neue Bewerbung an? Das heisst, streichst Du beim Job der Sekretärin im SOS-Kinderdorf Dein Kindegartenpraktikum und die Babysittererfahrung stärker heraus als bei ner Bewerbung im Bestattungsinstitut?

Dann meine ich auch, wie Du das machst mit Deinen Bewerbungen. Schreibst Du den Standardtext „Sehr geehrte Damen und Herren, ich weiss zwar nicht genau was Sie so machen und ehrlich gesagt ist mir das auch egal, Hauptsache Sie stellen mich ein.“ und schickst das blindlings an 100 Firmen. Oder bist Du Fan der „originellen“ Bewerbungen und schickst Deine Bewerbung auf der Rückseite von nem Pizzakarton den Du um die Mittagszeit zusammen mit ner „Quatro Stagioni“ auslieferst*? Oder stehst Du mit den Unterlagen unterm Arm bei der Firma auf der Matte? Oder wendest Du pro Bewerbung ungefähr einen Tag auf und passt Anschreiben und Lebenslauf individuell an?

Im letzteren Fall könnte ich Dir anbieten, dass Du mal ein Anschreiben (ohne alle Namen und Adressen, sonst mit allem) samt der zugehörigen Stellenanzeige (dito) hier reinschreibst, vielleicht können wir Dir da noch ein paar Tips geben.

Ich vermute, dass die Firmen eine riesige Flut an Bewerbungen
erhalten. Mich würde das sehr nerven, wenn ständig Bewerber
„persönlich“ nachfragen, wie es um ihre Bewerbung steht.

Naja, ich glaub, das kommt ein bisschen drauf an. Ich für meinen Teil hab rausgefunden, dass die Art wie eine Firma mit ihren Bewerbern umgeht ein ziemlich guter Indikator dafür ist, wie sie mit ihren Mitarbeitern umgeht. Das heisst, in einer Firma die durch meine Nachfrage (und wir reden hier vom vernünftigen Rahmen) genervt ist - wie genervt ist die erst, wenn ich mal in Ferien gehen will oder so *fg*

Das heisst, was ich eigentlich meistens mache: ich versuche den zuständigen Menschen telefonisch zu erreichen (meist finden sich irgendwelche „Aufhänger“ in der Stellenanzeige). Dann „kennt“ man sich schon, kann das im Anschreiben erwähnen „Sehr geehrter Her Personalmichl, vielen Dank für das nette Telefonat heute Vormittag. Wie wir ja besprochen hatten, sende ich Ihnen hiermit…“ Und dann fällt’s auch leichter, mal telefonisch nachzuhaken, wenn keine „Wasserstandsmeldungen“ (Danke Guido, toller Ausdruck, den klau ich gleich mal) kommen. Und eventuell merkst Du auch beim ersten Gespräch, wie man auf solche Nachfragen reagiert. Sprich, wenn da jemand sagt „Schicken Sie halt mal hin, wir melden uns dann schon“ ist das ne andere Kategorie als wenn sich jemand Zeit nimmt, Dir Deine Fragen ausführlich beantwortet.

Und zu der Sache mit Deinem Englisch-Fernkurs: Willst Du damit sagen, dass Dein Englisch eher unterprächtig ist? Das ist natürlich für eine Sekretärin heutzutage ein schlimmes ko-Kriterium… Sprich, schau, dass Du dieses Manko so schnell wie möglich behebst - möglichst mit einem Vollzeit-Sprachkurs in England. IHK-Fernkurs mit gelegentlichen Telefonaten mit dem Fernkursbetreuer reicht da definitiv nicht.

*wink*

Petzi

*Das klingt bescheuert. Isses auch. Hab ich aber mal allen Ernstes in einem Bewerbungsratgeber gelesen…

Huch
Hi

Ich
lasse meine Schreiben einen Tag liegen (damit ich meine Fehler
selber finde) und habe eine Freundin, die noch mal Korrektur
liest.

Huch!
Machst Du das mit Schreiben, die Du beruflich erstellst auch so?
Sorry, aber da ist ein Ding, was als Sekretärin gar nicht geht. Tippfehler in einem Forum sind EIN Ding, Sachen kosequent falsch zu schreiben aber ein ganz anderes. Offene Worte: Bei mir würdest Du damit die Probezeit nicht überstehen.

Nein, wollte nicht Deutschlehrerin werden (ev. Theologie,
Anglistik und Kunst)

Anglistik?
OHNE brauchbare englische Sprachkenntnisse?!

Klar, ohne Übung vergisst man schnell was man lernt. Jedoch
hat man die Möglichkeit mit Fernlehrern zu telefonieren.

Ähm - Du verstehst mich nicht wirklich. Ich rede nicht von einem gelegentlichen Telefonat - ich rede vom täglichen Umgang mit der Sprache.

Immerhin ist der Abschluß über die IHKt.

…was OFT aber nun mal nicht immer eine Qualitätsgarantie ist.

Ich hätte es auch
nicht für möglich gehalten, dass man Englisch zu Hause vorm PC
lernen kann.

Man KANN es nicht. Es mag ok sein, wenn man etwas auffrischen will (mein schriftliches Englisch ist unterirdisch, da ich es nicht wirklich oft brauche - ich muss mich hier nur verständigen können / deshalb übe ich zwischendurch firmenintern im Intranet), aber zum echten LERNEN taugt es nicht.

Man hat natürlich auch jede Menge Audio-Texte und
Sprechübungen.

Vorgefertigte Muster ohne Individualität…

Das werde ich noch erfahren, sobald denen klar ist, wie sie
mich „einstufen“ müssen.

Das sind Dinge, nach denen man aktiv fragen muss - nur so als Anmerkung.

Ich finde, ich sehe ganz ok
aus.

Bei 42,-€ sollte Dein Bild jeden sofort umhauen, nicht nur ganz ok aussehen :smile:
Sorry, vernünftige Bilder sind ok, aber 42 € sind völlig überzogen.

Ich setze meine Stärken schon so gut es geht ein, damit meine
ich meine vielseitige Berufspraxis.

Schau mal, ob es nicht in der jüngeren Vergangenheit etwas gibt.

Mal sehen, was das Arbeitsamt bezahlt.

Naja, wenn Du von der Bezahlung des Arbeitsamte abhängig machst, ob Du weiterhin arbeitest, dann solltest Du Deine Einstellung mal überdenken.

Ich bin natürlich auch
mit einem Minijob zufrieden - aber ich würde am liebsten
richtig gefordert werden.

Der Minijob kann sich gut machen als Referenz. Damit man wieder im Job ist - obgleich da vermutlich die Zeitarbeitsschiene die bessere Wahl ist.

Kann ich einfach so ein Praktikum
anfangen?

Naja - bewerben sollte man sich schon.

Oder muss ich das mit der Arge absprechen?

Das muss auf jeden Fall abgestimmt werden, da man dem Arbeitsmarkt in dieser Zeit ja nicht zur Verfügung steht.

LG
Guido

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