Mit absicht Verluste machen

Hallo,

stimmt es das manche unternehmen mit Absicht
Geld in geschäfte investieren die keine Gewinn
oder sogar Verluste bringen?

Wenn ja wo liegt da der Vorteil?

Gruß
CB

Morgen.

Es gibt durchaus mehrere Gründe, warum ein Unternehmen in Projekte investiert, die unter’m Strich Verluste produzieren:

  • fehlerhafte Berechnungen (kann ja mal passieren :smiley: )
  • steuerlich günstiger (man denke an Bezahlungen bis zur sog. Bemessungsgrenze: nur 1 Euro zuviel an Verdienst erhöht u.U. massiv die Abgaben an Vater Staat. Da verdient man lieber weniger und behält in Relation gesehen mehr Geld.)
  • Projekt wird auf Befehl ‚von oben‘ durchgeführt. Hier hält die Deutsche Bahn als Beispiel her: die Verbindung zw. Mehdorn & Schröder sorgt dafür, dass aus Prestigegründen in Verlustprojekte investiert wird. Allerdings macht jetzt auch die Bahn Gewinn: http://www.manager-magazin.de/geld/artikel/0,2828,34…
  • Zusammen mit den Möglichkeiten des Steuerrechts (Abschreibungen) macht es sich durchaus besser, weniger Gewinn einzufahren als möglich, da unter’m Strich mehr Geld übrigbleibt (s.a. oben). Zu deutsch: der Grenznutzen des Gewinne einfahrens nimmt ab.
  • *bitte weitere Gründe einsetzen*

Aber man muss sich Verluste dieser Natur aber auch leisten können. Vielleicht steht das sogar im Zusammenhang mit BASEL II …? (muss ich mal im Buch schauen)

HTH
mfg M.L.

***Werbung***
http://www.manager-magazin.de/ (hier erkennt man auch, wie Verluste entstehen)

Hallo Markus,

Es gibt durchaus mehrere Gründe, warum ein Unternehmen in
Projekte investiert, die unter’m Strich Verluste produzieren:

  • steuerlich günstiger (man denke an Bezahlungen bis zur sog.
    Bemessungsgrenze: nur 1 Euro zuviel an Verdienst erhöht u.U.
    massiv die Abgaben an Vater Staat. Da verdient man lieber
    weniger und behält in Relation gesehen mehr Geld.)

Das mit den Steuern ist bis auf ganz ganz ganz wenige Ausnahmen ein Ammenmärchen, das in einem „Expertenforum“ eher nichts zu suchen hat.

  • Zusammen mit den Möglichkeiten des Steuerrechts
    (Abschreibungen) macht es sich durchaus besser, weniger Gewinn
    einzufahren als möglich, da unter’m Strich mehr Geld
    übrigbleibt (s.a. oben). Zu deutsch: der Grenznutzen des
    Gewinne einfahrens nimmt ab.

Siehe oben: Bei einer Kapitalgesellschaft wird der „Grenzgewinn“ nicht beeinflusst: Körperschaftsteuer, SolZ und GewSt verhalten sich hier absolut linear, höchstens bei einer Personengesellschaft nimmt der Grenzgewinn duch den progressiven Tarif in der Einkommensteuer und den Stufentarif in der Gewerbesteuer ab, ist aber trotzdem immer größer Null.

Grüße
Chris

  • *bitte weitere Gründe einsetzen*

Aber man muss sich Verluste dieser Natur aber auch leisten
können. Vielleicht steht das sogar im Zusammenhang mit BASEL
II …? (muss ich mal im Buch schauen)

HTH
mfg M.L.

***Werbung***
http://www.manager-magazin.de/ (hier erkennt man auch, wie
Verluste entstehen)

Hi,

  • steuerlich günstiger (man denke an Bezahlungen bis zur sog.
    Bemessungsgrenze: nur 1 Euro zuviel an Verdienst erhöht u.U.
    massiv die Abgaben an Vater Staat. Da verdient man lieber
    weniger und behält in Relation gesehen mehr Geld.)

wie schon erwähnt: Funktioniert in Deutschland nicht, weil für einige Einkunftsarten die Steuersätze mit steigendem Einkommen zwar zunehmen, der höhere Steuersatz nur für jeden zusätzlich verdienten Euro Anwendung findet.

  • Zusammen mit den Möglichkeiten des Steuerrechts
    (Abschreibungen) macht es sich durchaus besser, weniger Gewinn
    einzufahren als möglich, da unter’m Strich mehr Geld
    übrigbleibt (s.a. oben).

Dunkel ist der Rede Sinn.

Aber man muss sich Verluste dieser Natur aber auch leisten
können. Vielleicht steht das sogar im Zusammenhang mit BASEL
II …?

Ganz sicher nicht.

Gruß,
Christian

Verlustzuweisungen
Hallo,

stimmt es das manche unternehmen mit Absicht
Geld in geschäfte investieren die keine Gewinn
oder sogar Verluste bringen?
Wenn ja wo liegt da der Vorteil?

grob gesagt: Dabei handelt es sich meistens um Kommanditgesellschaften, bei denen der Anleger Kommanditist wird. Die Anlaufverluste werden den sog. Gesellschafterkonten belastet, die dann als Verlust aus Unternehmertätigkeit in der Steuererklärung mit anderweitig erzielten Einkünften verrechnet werden können. Gewinn erzielt man dann trotzdem, weil entweder am Ende des Projektes (bei Filmfonds bspw. am Ende der Verwertungsphase) Gewinne fließen oder aber die zugewiesenen Verluste das eingesetzte Kapital übersteigen. Bspw: 100.000 Euro investiert, Verlustzuweisung 300.000. Bei einem Grenzssteuersatz von 40% ergibt das eine Steuerersparnis von 120.000-- > Gewinn.

Soviel in aller Kürze zum Grundprinzip. Mangels Erfahrung verweise ich für ausführlichere bzw. aktuellere Antworten auf das Steuerbrett. Inzwischen sind derartige Verrechnungsmöglichkeiten übrigens deutlich eingeschränkt worden, wobei es derartige Konstruktionen aber immer noch gibt. Mehr wissen aber sicherlich die Steuerfritzen. :wink:

Gruß,
Christian

Hi !

Mehr wissen aber sicherlich die Steuerfritzen. :wink:

Genau. Die kennen nämlich unter anderem den § 2b Einkommensteuergesetz (EStG), der von dem allseits beliebten Finanzminister Oskar Lafontaine im Jahr 1998 eingeführt wurde und eine Verlustverrechnung, so wie in dem von dir genannten Beispiel vorgerechnet, ausschließt.

Des Weiteren kennen die auch den § 15a EStG, der bei Kommanditisten eine Verlustverrechnung ausschließt, die die Höhe ihrer Einlage überschreitet. Im Beispiel dürften also max. € 100.000 als Verlust steuerlich angesetzt werden, selbts wenn 300.000 zugewiesen werden. Da wird es dann wohl nichts mit dem Gewinn.

Und gerade weil eben immer wieder irgendwelche „pfiffigen Kerlchen“ denken, sie müßten die bestehenden Regelungen umgehen, wird unser deutsches Steuerrecht nun schon seit etwa 40 Jahren ständig vereinfacht.

BARUL76