Mit Auto-Gasmotor ein Haus heizen?

Hallo!

Wir wollen dieses Jahr ein Einfamilienhaus bauen und überlegen zur Zeit, was für eine Heizung wir einbauen wollen. Wir interessieren uns sehr für Wärmepumpen, wobei wir von den Luft/Wasser WP wieder abgerückt sind, da hierbei die Stromkosten unverhältnismäßig hoch sein sollen…

Hat sich hier schon jemand mit dem ‚ZuhauseKraftwerk‘ von Lichtblick-Strom beschäftigt? Hier wird ein üblicher Automotor auf Erdgasbetrieb umgerüstet und der entstehende Strom wird ins öff. Netz eingespeist. Die Wärme wird im Haus genutzt. Ob man sich solch ein System auch selbst bauen kann?

Viele Grüße, ich freue mich auf Antworten!

Blockheizkraftwerk

Hat sich hier schon jemand mit dem ‚ZuhauseKraftwerk‘ von
Lichtblick-Strom beschäftigt? Hier wird ein üblicher Automotor
auf Erdgasbetrieb umgerüstet und der entstehende Strom wird
ins öff. Netz eingespeist. Die Wärme wird im Haus genutzt. Ob
man sich solch ein System auch selbst bauen kann?

Hallo,

das Prinzip ist ja nicht neu. Sowas nennt man Blockheizkraftwerk (BHKW).

Das kann sich rentieren, wenn man einen hohen und das ganze Jahr bestehenden Wärmebedarf hat (insbesondere Hotels, Schwimmbäder…), denn das BHKW sollte ja nur dann laufen, wenn auch Wärme benötigt wird (wärmegeführt).
Aufgrund der hohen Anschaffungskosten ist aber eine Jahresbetriebsdauer von min. 5000h (eher 6-7000h) anzustreben.

In Einfamilienhäusern führt das meistens dazu, dass die Maschine so klein bemessen werden muss, dass eine zusätzliche Wärmequelle (Heizkessel) nötig wird.

Insgesamt sind die Kosten daher meist so hoch, dass sich ein Einsatz im EFH nicht lohnt.
Vorsicht: Anbieter von BHKWs rechnen gerne sehr optimistisch.

Zum Selbstbau: Theoretisch möglich, praktisch eher unmöglich.
Eine jährliche Betriebsdauer von 6000h entspräche bei einem Auto einer Jahresfahrleistung von 300.000km.
Da gehört schon eine Menge Know-How dazu, um solch eine Maschine einigermaßen dauerbetriebssicher auszulegen.
Außerdem kommen ja noch einige andere Komponenten dazu: Generator mit Netzanschluss, Steuerung, Wärmetauscher, Schalldämmung…

Ein Angebot anzufordern kostet ja noch nichts. Ich würde die Rechnung aber wie gesagt von einem neutralen Fachmann prüfen lassen.

Gruß Simon

Hallo, Simon

Danke für die schnelle Antwort. Also doch weitersuchen…
Inzwischen sind wir uns wohl einig, das wir dann doch eine Erdwärmepumpe mit Tiefenbohrung nehmen. Aber es wäre ja ne nette Alternative gewesen…

Viele Grüße

Inzwischen sind wir uns wohl einig, das wir dann doch eine
Erdwärmepumpe mit Tiefenbohrung nehmen. Aber es wäre ja ne
nette Alternative gewesen…

Allgemein gilt ja: je geringer der Wärmebedarf des Hauses ist, desto mehr fallen die Anschaffungskosten und desto weniger die Brennstoffkosten der Heizung ins Gewicht.
Sowohl BHKW als auch Wärmepumpe sind in der Anschaffung teuer.

Da du von einem EFH-Neubau sprichst, gehe ich von einem geringen Wärmebedarf aus.
Ich schätze (ohne Gewähr), dass eine Erdgas-Brennwertheizung die günstigste Lösung ist, evtl. mit solarthermischer Unterstützung.

Gruß Simon

Die meines Erachtens effektivste Art, ein Haus zu heizen, wäre eine Sole-Wasser Wärmepumpe, die nicht durch Strom, sondern durch einen kleines Erdgasmotor angetrieben wird. Dessen Abwärme geht dann 1:1 in die Heizung rein.

Gibt es sowas schon?

Hallo,
wow, ein Elektromensch, der eine Lösung ohne Strom vorschlägt - Respekt.
Vor ein paar Jahren wärst du mit so einer Antwort hier nicht durchgekommen, selbst für ein BHKW im Haus hätte man nur virtuelles Kopfschütteln geerntet.
Das Problem wird ähnlich wie beim BHKW liegen. Ein Elektromotor in der Leistungsklasse ist so viel einfacher, daß der Aufwand kaum lohnen wird. Wenn, dann könnte man es als „Hybrid“ (z.B. Dachs+Wärmepumpe) jetzt schon realisieren und hätte den Vorteil, daß beim Ausfall des (Gas-)Motors der Energieversorger mit Strom einspringen könnte bzw. das Netz das System stabilisieren würde.
Über die Kosten möchte ich jetzt nicht reden, war nur eine Idee.

Cu Rene

Hallo,

Wir wollen dieses Jahr ein Einfamilienhaus bauen und überlegen
zur Zeit, was für eine Heizung wir einbauen wollen. Wir
interessieren uns sehr für Wärmepumpen, wobei wir von den
Luft/Wasser WP wieder abgerückt sind, da hierbei die
Stromkosten unverhältnismäßig hoch sein sollen…

Letztlich kann man alle Verbrauchskosten als unkritisch ansetzen,
wenn der Verbrauch sehr gering ist.
Ich brauche pro Jahr etwa 400m² Gas für Warmwasser und ca. 700m³
für Heizung. Macht bei gegenwärtigen Preisen ca. 800€ fürs Gas.
Dafür ist ein Gasbrenner in der Anschaffung billig und hält locker
an die 20 Jahre. Beim Warmwasserverbrauch könnte ich noch einiges
mit Solarkollektoenr einsparen.

Jetzt überlege mal, ob es bei solchen Verbrauchskosten irgend wie
Sinn macht, tausende € für alternative Heizungen einzusetzen?

Das ein normaler PKW-Motor höchstens 2…3 Jahre läuft wurde schon
gesagt. Dann brauchst du in der Zeit, wo ich einen Brenner
verschleiße, ca. 5-6 Motoren.
Da du dann auch noch Brennstoff für den Motor brauchst und bei
Erdgas einen Anschluss mit Grundgebühren bezahlen musst, ist das
ganze reine Geldverschwendung.
Eine effektive Wärmepumpe mit Elektroantrieb hat da wenigstens noch
den Vorteil, sich einen Gasanschluss mit Grundgebühren zu sparen.

Ansonsten kannst du mit moderner Technologie (z.B. auch autom.
Lüftung mit Wärmetauscher und sehr gute Wärmedämmung) nochmal den
Heizwärmebedarf reduzieren.

Jegliche Investition in alternative Heizungen sollte sich dann an
den geschätzten Verbrauchskosten der nächsten 10 Jahre orientieren.
Bei derzeitigen Gaspreisen wären das incl. Tuerungsaufschlag
also geschätzt deutlich unter 20.000€.
Gruß Uwi

Njein.

Ich find jetzt dummerweise die Links nicht mehr, aber die bekannten Heizungshersteller Wolf, Vailant, Budrus etc. haben sowas alle in der Pipeline. Dürfte in den nächsten zwei bis drei Jahren als Serie auf den Markt kommen.

Allerdings geben die Wirkungsgrade von 140 - 145% an. Also grob ein Drittel besser als eine Brennwerttherme. Was bei einem vernünftig isolierten Haus dann vieleicht 200 oder 300 Euro im Jahr sind.

Und verglichen mit der doch recht simplen und robusten Technik eines Brennwert-Gerätes dürfte so eine Gas-Wärmepume doch deutlich komplexer, entsprechend teurer (Kollektoren!) und wahrscheinlich in der Anfangszeit auch anfälliger sein. Muss man also sorgfältig durchrechnen, ob das wirklich so sinnvoll ist. Ich hab da so meine Zweifel.

Allerdings werd ich in drei oder vier Jahren eh meinen Garten umbuddeln (derzeit noch Parkplatz) und überleg, ob ich bei der Gelegenheit nicht sicherheitshalber schon mal einen Flächenkollektor verlegen soll - dann hät ich für später, wenn die Technik ausgreift ist und meine Brennwerttherme sich dem Ende ihrer Lebensdauer nähert, schon mal die Option . . .

lg, mabuse

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo!

Vielen Dank für die Antworten bisher. Irgendwie können wir uns nicht so recht entscheiden…

Eine Gasbrennwerttherme würde warscheinlich am Billligsten in der Anschaffung, und dann eine Be-/Entlüftung mit Wärmerückgewinnung dabei, dann wäre der Gasverbrauch auch auf ein Minimum reduziert. Aber eigentlich… wollten wir weg von den ewigen Gaspreiserhöhungen.
Und so 'n bisschen Idealismus spielt da keine ganz untergeordnete Rolle. Kann denn jemand mal einigermaßen Exakte Zahlen zum Stromverbrauch so einer Pumpe nennen? Sonst findet man immer nur sehr wage ca. Werte…

Danke schonmal!

Allerdings werd ich in drei oder vier Jahren eh meinen Garten
umbuddeln (derzeit noch Parkplatz) und überleg, ob ich bei der
Gelegenheit nicht sicherheitshalber schon mal einen
Flächenkollektor verlegen soll - dann hät ich für später, wenn
die Technik ausgreift ist und meine Brennwerttherme sich dem
Ende ihrer Lebensdauer nähert, schon mal die Option

Im Winter könntest Du da auch Heißwasser einspeisen und das Schneeschaufeln ersparen, nur mal so als Idee!

(BTW: Wird gemacht - AKA „Rasenheizung“. Und als Pilotprojekt irgendwo, wo Autobahnbrücken mit Geothermie (meines Wissens ohne WP, einfache Umwälzpumpe) eisfrei gehalten werden sollen.)

Hallo,

Eine Gasbrennwerttherme würde wahrscheinlich am billligsten in
der Anschaffung, und dann eine Be-/Entlüftung mit
Wärmerückgewinnung dabei, dann wäre der Gasverbrauch auch auf
ein Minimum reduziert. Aber eigentlich… wollten wir weg von
den ewigen Gaspreiserhöhungen.

jede von Fremdanbietern bezogene Energieform wird immer teurer werden.
Irgend werden sich dann auch hohe Investitionskosten in eigene
Systeme zur Energiegewinnung und Speicherung lohnen.

untergeordnete Rolle. Kann denn jemand mal einigermaßen Exakte
Zahlen zum Stromverbrauch so einer Pumpe nennen?

Was soll den „so eine Pumpe“ sein?

Wenn es um Wärmepumpen geht, spricht man von der sogenannten
Leistungszahl? http://de.wikipedia.org/wiki/Leistungszahl
Wenn die Bedingungen sehr günstig sind, also niedrige Vorlauftemp.
und möglichst hohe Temp. der Quelle, dann kann die Leistungszahl
5…6 werden. Bei einem angenommenen Jahresbedarf von 10.000kWh
müsstest du also ca. 2000kWh Elektroenergie einsetzen.
Gruß Uwi

hi xstrom,
ich bin gerade dabei so etwas zu bauen.
trage mich schon lange damit schwanger.
ich heize schon seit ungefähr 30 jahren mit einer wasser/wasserwärmepumpe mein haus.
ich werde die anlage mit einem dieselmotor betreiben.
der dieselmotor fehlt mir noch.
der kompressor wird über keilriemen angetrieben.
nebenbei soll noch ein generator mit angetrieben werden.
die berechnung ist fertig.
es ergibt sich ein sehr guter wirkungsgrad, weil die erdwärme noch dazu kommt.
gruss gert

Im Winter könntest Du da auch Heißwasser einspeisen und das
Schneeschaufeln ersparen, nur mal so als Idee!

(BTW: Wird gemacht - AKA „Rasenheizung“. Und als Pilotprojekt
irgendwo, wo Autobahnbrücken mit Geothermie (meines Wissens
ohne WP, einfache Umwälzpumpe) eisfrei gehalten werden
sollen.)

Dran gedacht hatte ich schon. Aber halt nicht für den Rasen (ich geh im Winter eh nicht vom Sofa runter runter, da müsst ich mich ja aus meiner Wolldecke auspacken . . . ich hasse die Kälte), sondern für den Bürgersteig.

Aber hier am Niederrhein fällt der Schnne glücklicherweise nebeneinander, nicht übereinander .

Und für die Ausbeute einer Wärmepumpe wär das natürlich eher kontraproduktiv, der Tauscher sollte mindestens zwei Meter tief liegen.

lg, mabuse