Mit dem Hund gehen und unverständliche andere Hundbesitzer zu treffen

Hallo Wissende,

wir haben uns letztes Jahr einen Hund aus dem Tierheim geholt, von dem wir wussten, daß es schwierig wird. Wir wollten das, um dem in die Jahre gekommenen Schweißhund für die Jagd einen Partner zu geben.
Das Mädel ist eine Mischung aus Podenko, Terrier und etwas anderem und wurde offensichtlich Misshandelt - kam aus Spanien.

Es hat uns 2 Monate gekostet um diesen Hund aus dem Keller zu bekommen, ein Vertrauen aufzubauen und sie zu einem liebenswerten Gefährten für den gebrechlichen Hund und zu einem tollen Hund zu machen, die auf Kommandos in englischer Sprache so reagiert. Keine Ahnung warum Englisch.

So, zu dem eigentlichen Problem.

Luz hat keinen oder nur sehr wenig Bock, sich mit anderen Hunden einzulassen. Ich respektiere das und unterstütze Luz dahingehend.

Dennoch werde ich von anderen Hundebesitzern immer angefeindet und angemacht, weil ich Luz nicht an diesen „Ritualen“ teilnehmen lasse und Luz das auch nicht will.

Kommen wir zum Kern dieser Anfrage.

  1. Luz will das nicht und ich muss sie teilweise vor übergriffigen Hunden, welche frei laufen, schützen, obwohl es hier eine Leinenpflicht gibt. Aber ich habe immer meinen Bärenspray dabei.

  2. Warum muss ich mir von den anderen Hundebesitzern nur blöde Kommentare anhören müssen, weil es keine sog. „Sozialisierung“ gibt?

  3. Warum können Hundebesitzer nicht akzeptieren, daß es Hunde gibt, die so etwas nicht wünschen?

  4. Warum müssen andere Hundebesitzer immer versuchen einen Smalltalk über unbedeutende Themen bzgl. Hunde anfangen?

Warum können die nicht einmal die Fresse halten und so eine Situation zu akzeptieren?

Ich freue mich auf eure dezidierten Kommentare.

Gruß
Trianon

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Hallo,

ich möchte auf das ganze Posting gar nicht eingehen, ihr werdet eure Gründe haben und dann ist das so. Es ärgert mich persönlich nur, wenn ich sehe, dass andere Hunde offensichtlich Kontakt zu unserem (zeitweise bellfreundlichen aber ansonsten ganz harmlosen) Hund suchen und die Besitzer sie einfach weiterzerren.

Ich möchte dich nur darauf aufmerksam machen: https://www.gulahund.de/ Vielleicht ist das etwas für euch und es hilft.

Gruß
Christa

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Hallo,

das ist kaum eine echte Frage sondern eher Frust ablassen.
Wie wäre es, den Leuten kurz zu erklären, was los ist? Meist trifft man ja die gleichen Leute (Freilaufende Hunde spricht sehr für ländliche Region), so dass irgendwann jeder Bescheid weiß.

Gruß,
Paran

Das konnte man an der inzwischen gelöschten Antwort in Fäkalsprache erkennen.

Hallo Trianon!

GRATULIERE, dass du bereits ein Vertrauen zu Luz aufgebaut hast. Damit ist einer der wichtigsten, schwierigsten und langwierigsten Prozesse bei (wahrscheinlich) misshandelten Hunden schon getan! Ab jetzt kannst du dein Training weiter erfolgreich ausbauen, denn das Vertrauen des Hundes ist hier ein Grundbaustein ohne dem es nicht geht.

Du wirst dich sicherlich damit intensiv befasst und schnell gemerkt haben, dass bei solchen Typ Hund eine aversive Trainingsmethode (von dem ich generell nichts halte) nicht zielführend ist.
Wenn du wirklich willst, dass Luz kontaktfreudiger wird, dann kann man dies auch in gewissem Maß trainieren.
Bei Tierheim-Hunden ist es halt schwer die richtigen Trainingsmethoden zu finden, da du seine Vorgeschichte nicht kennst, aber es ist nicht unmöglich. Es erfordert einfach Geduld und einen guten Hundetrainer, der Körpersprache, Verhalten & Co deuten kann. ABER, es ist möglich ein Vertrauen/Interesse anderen Hunden gegenüber aufzubauen - genau so wie du Luz aus dem Keller gebracht hast.

Als Mann einer begnadeten Hundetrainerin bekomme ich natürlich einiges über die Thematik und Trainingsmethoden mit; ich selbst bin aber definitiv kein Profi ^^
Mich würde interessieren, wie dieses „Schützen vor anderen Hunden“ bei dir aussieht. Wenn du mit Bärenspray bewaffnet bist, ziehe ich jetzt einfach mal eine Behauptung die wahrscheinlich naheliegend ist: Ich nehme an, dass DU selbst bei einer Begegnung mit einem anderen (freilaufenden) Hund wahrscheinlich nicht gerade entspannt bist, und den Bärenspray schon auf Anschlag hast um Luz im schlimmsten Fall zu verteidigen.
Lieber Trianon, wenn ich damit auch nur annähernd recht habe, dann muss dir eines bewusst sein: Dein Hund analysiert dich in jeder Sekunde deines Daseins! Sobald du bei der Haustür reinkommst, weiß Luz schon ob du positiv oder negativ gestimmt bist. Hunde haben ein unglaubliches Talent dafür Körpersprache sowohl bei Artgenossen als auch bei Menschen zu lesen (ist ja auch deren (einziges) Kommunikationsmittel).
Wenn jetzt eine Hundebegegnung ansteht, und DU deswegen angespannt bist (und da musst du nichteinmal den Spray griffbereit halten - der Hund checkt ALLES an dir, deine Anspannung, ja selbst sogar deine Atmung, und deine Hormonausschüttung kann er riechen, usw…), dann wird auch Luz dadurch angespannt sein.

Verstehst du auf was ich hinaus will?
Der Hund hat Vertrauen in dich gefasst. Luz vertraut dir! Und wenn DU plötzlich angespannt bist, dann kann Luz darauf vertrauen, dass da etwas nicht stimmt und muss selbst angespannt sein.

Falls du jemanden kennst, der einen äußerst verträglichen Hund hat, von dem du weißt, dass da nix passiert, dann probier doch mal inszenierte Hundebegegnungen.
Geht immer wieder aneinander vorbei und achte dabei vor allem auf DICH selbst, und wenn DU komplett selbstbewusst und ohne Anspannung an dieser Begegnung nur vorbeigehst, wirst du schnell merken, dass auch Luz sich deinem Verhalten anpasst.
Zu Beginn darauf achten, dass genügend Abstand zwischen Luz und dem anderen Hund besteht, und dann langsam den Abstand (wenn nötig über Tage) verringern.

Ganz wichtig ist auch, dass du Luz - wenn es zu einer Hundebegegnung kommt - AUF KEINEN FALL an der Leine zu dir ziehst! Frei nach dem Motto: komm zu mir, ich beschütze dich!
Das ist einer der größten Fehler die du machen kannst.
Warum?
Luz hat, wenn du sie bei einer Begegnung zu dir ziehst, erstens keinen Freiraum mehr um selbst agieren zu können, und zweitens kann sie ihre eigenen Körpersprache nicht ausüben, um dem gegenüber zu zeigen was sie sagen will.
Und glaube mir, wenn ich dir sage, dass es hier um wortwörtlich Millimeter geht! Ziehst du Luz am Halsband auch nur ein bisschen zurück, hebt sich ihr Kopf (sie richtet sich auf) was der andere Hund SOFORT interpretiert. Und mit „sofort“ meine ich sofort! Ich rede hier von rund 5 Signalen je Sekunde! Wir haben das mal in einem Seminar mit Zeitlupe analysiert. Das ist unglaublich.

Aber ich schweife vom Thema ab (ich bin da sehr euphorisch wie man sieht ^^)

Ein „alter Hut“, das nicht nur bei dir zutrifft. So wie im Fitnesscenter jedes Mitglied auch ein Trainer und Ernährungsberater ist, so ist jeder Hundebesitzer ein Hundetrainer. Verstehst du was ich meine?! Jeder glaubt es besser zu wissen.
Du hast vollkommen recht und da stehe ich voll und ganz hinter dir, wenn du auf diese Art von Menschen pfeiffst. Was geht’s die an wie dein Hund sozialisiert ist? Kein Hund ist perfekt, und glaub mir eines: Die meisten Hundebesitzer geben es sowieso nicht zu, wenn ihr aller Beste® Probleme hat. Das sehe ich in meinem persönlichen Umfeld ebenfalls (und ich und meine Frau kennen enorm viele Hundebesitzer).
Keine Ahnung warum, aber jeder will seinen „perfekten“ Hund zur Schau stellen, und wenn es einen Luz gibt, der nicht so sozialfähig ist wie seiner, dann DANKED dem Herren - jetzt haben die jemanden um von den eigenen Problemen mit deren Vierbeiner abzulenken.
Scheiße, du hast einen (wahrscheinlich) misshandelten Hund dazu gebracht dir zu vertrauen!!! DAS muss dir erst einmal einer nachmachen!
Einen Labbi vom Züchter aus einer Großfamilie zu holen und dann damit anzugeben kann jeder! (dies jetzt nur als übertriebenes Gegenbeispiel - nichts gegen Labbibesitzer :grinning:)

Schau, wie war es denn bei uns.
Meine Frau, eine extrem erfahrene Hundetrainerin, und ich haben uns vor knapp 3 Jahren eine sehr schwierige Rasse mit ca. 10% Wolfsanteil angeschafft.
Natürlich hatten wir auch große Herausforderungen und Probleme. Futterneid, Beißhemmung, territoriales Verhalten, Bindungsaufbau, usw. usw. …
Die Liste war lang, und jedem den wir davon erzählt haben hats geheißen „ja typisch Wolfshund“. PUNKT. abgestempelt. Wir waren mit ihr bei vielen Trainern, und selbst die wussten nicht weiter. Auch von denen bekamen wir die Antwort „ja so sind halt die Wolfshunde…“
Das wollten wir aber nicht auf uns sitzen lassen, doch die größte Challenge die wir hatten: wer bitte kennt sich mit Wolfshunden aus? Das ist kein 0815 Hund der Futtergeil ist und Herrli/Frauli nur gefallen will. Nen Wolfshund musst du schon etwas spezieller trainieren als den normalen Haus- und Hofhund.
Lange Rede kurzer Sinn: Wir (also, ehrlicherweise meine Frau) haben den Hund mittlerweile so gut hinbekommen, dass du an ein Wolfshundverhalten gar nicht mehr denken würdest. Enorm sozial, keine Spur von Futterneid, definitiv nicht scheu, 0 Probleme mit dem „Beißen/Schnappen“, usw… Bis auf den äußerst ausgeprägten Jagdtrieb und Begegnungen mit Hündinnen wenn sie selbst läufig ist, haben wir alles hinbekommen, und das, obwohl viele (in unserem Kreise auch namhafte) Tiertrainer sie abgestempelt haben mit: „typisch Wolfshund“.

So, ich muss jetzt mal zum Punkt kommen, aber du siehst: alles ist möglich, und so wie bei uns es war - so wird es auch bei dir sein. Achte auf DEIN verhalten und such dir ggf. einen Trainer der Trainingsmethoden durch positives Verstärken macht. Auf keinen Fall aversive Trainingsmethoden, schon gar nicht bei (wahrscheinlich) misshandelten Hunden.
Du schaffst das! Kümmere dich nicht darum was die anderen sagen, die haben selbst genug Probleme und geben es nicht zu, glaub mir! Und wenn du dann ein offensichtliches Problem mit Hundebegegnungen hast, ja nichts leichter als das, von seinen eigenen Problemen auf dich zu lenken. Ich kenne genug solcher Fälle. Keine Ahnung warum man mit Problemen ein Geheimnis macht; ist ja nichts Schlechtes.

Und wenn Luz nicht geil auf Arschschnüffeln von Artgenossen oder Spielen ist,… ja und? das ist doch bitte kein Problem! Sind wir froh, dass sie aus dem Keller gekommen ist und wieder ein würdiges Leben führen darf!
Solange sie keine Aggressionsverhalten aufzeigt kannst absolut beruhigt sein :slight_smile:

Pfeiff auf die anderen - du machst das schon richtig!

Gruß,

Baumi

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Danke für diesen ausführlichen Kommentar.

Ja, es war ein beschwerlicher Weg Luz zu dem zu machen, was sie jetzt ist. Sie hätten mal diesen Haufen Elend sehen müssen. Die Bisswunden waren noch nicht richtig verheilt, immer in der Ecke gelegen. Aber die Augen sagten etwas anderes - bring mich raus aus dieser Hölle.

Ich kenne mich mit Hunden gut aus. Wir haben unseren Jagdhund auch selber erzogen und zur Prüfung geführt. Selbst der Malamut meines Freundes in Canada hat auf mich gehört, was bei solchen Hunden sehr schwierig ist. Ich denke, daß es damit zusammenhing das ich ihn als das behandelt habe, was seinem Naturel entspricht. Habe den an die Schleppleine genommen, auf das Fahrrad und dann hat der mich 20km durch Cranbrook gezogen. Kein Problem mit anderen Hunden - ein scharfes Kommando mit No war eine klare Ansage.

Natürlich bin ich für Luz das Alphatier in dem Rudel und sie weiss, daß sie mir vertrauen kann. Natürlich lesen Hunde das Verhalten des Chefs immer wieder. Das ist natürlich und auch sinnvoll aus Sicht des Hundes.
Manchmal wäre es vllt. sinnvoll Luz von der Leine zu lassen. Aber es steckt so viel Terrier in ihr und diese sind richtig agressiv. Habe ich schon gemerkt.

Dennoch ist es schön Luz zu haben. Unser altersschwacher Schweißhund ist ein wenig aufgeblüht. Viel Zeit hat er nicht mehr um auf seine letzte Reise zu gehen. Wenn es so weit ist, das sieht man an den Augen, werde ich ein letztes Mal mit ihm auf die Jagd gehen und ihm dann ein schnelles und würdiges Ende geben. Ohne Stress mit zum Tierarzt schleppen. Er soll an einem Ort auf die Reise gehen, den er geliebt hat. Das bin ich ihm schuldig.

Es ist immer wieder schon zu sehen, wie die 2 Hunde zusammen auf ihrem Platz liegen und sich Eric der Rote, unser Kater, dazwischenquetscht.

Das andere werden wir auch noch in den Griff bekommen.

Gruß
Trianon

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Du sprichst mir aus der Seele :slight_smile:
Wir hatten auch zwei alte Ladies, einen Mischling Goldy + Ridgeback, eine deutsch Drahthaar + Terrier Mischling. Und obwohl man es rassespezifisch nicht vermuten würde, aber die Drahthaar/Terrierdame hatte 0 Jagdtrieb :slight_smile:
Und wenn deine neue Luz vom alten noch etwas lernen kann - was willst du mehr.
Wir wussten damals auch, dass die zwei alten Ladies nicht mehr lange haben, wollten aber, dass die Neue von den Alten noch lernt, wodurch wir kurzzeitig 3 Hunde hatten. 3 Hunde, 4 Katzen, 1 Pferd + Kind. Zurückblickend fragt man sich „wie haben wir das geschafft“… :slight_smile:

Ich nehme an, du willst ihn - ums gerade aus zu sagen - an seinem Lieblingsplatz erschießen?
Falls dem so ist, stimme ich dir zu 100% zu.
Das schafft nicht jeder. Ich könnte das bspw. nicht, aber es ist letztendlich die humanste Art und Weise einen stressfreien Übergang zu haben. Ich wünsche dir dafür alles gute und vor allem viel Kraft!
Wir haben es damals so gelöst, dass die Tierärztin zu uns nach Hause kam… Da kommen mir jetzt schon wieder fast die Tränen :frowning:
Aber ja, der Weg zum Tierarzt ist für ein Tier nie angenehm, egal ob Hund oder Katze. Und sie zu erschießen hätte ich nicht übers Herz gebracht, obwohl ich weiß, dass dies eigentlich die humanste Lösung ist.
… aber gut, ich gehöre auch zu der Spezies Mensch, die Tiere über alles liebt und dennoch Steaks frisst bis zum Abwinken :joy: - gebe ich offen und ehrlich zu.
Nein ernsthaft, du hast meinen Respekt, denn das selbst durchzuziehen verlangt große Stärke; zumal du an deinen treuen Gefährten eine sehr starke Bindung hast. Aber wie du vollkommen richtig sagst: das bist du ihm schuldig!

ja, die sind nicht einfach, aber um so schönere Prachtexemplare.
Mein Hündin ist eine Mischung aus Husky, deutscher Schäfer, Grauwolf und Malamut. Also eine fabelhafte Kombi für jeden frischen Hundebesitzer :grinning: - Scherz am Rande :wink:

Weil ich mal ein paar Bücher über Wölfe gelesen habe… Wusstest du, dass es die sogenannten „Alphatiere“ im Wolfsrudel nur in jenen gibt, die in Gefangenschaft leben? Frei lebende Wölfe kennen das gar nicht. Da gibt es kein Alphatier. Ein Wolfsrudel funktioniert eher familiär. Wusste ich auch lange Zeit nicht.

Meine persönliche Einstellung mit Hunden zu leben, ist nicht der „dominante Anführer“ zu sein, sondern viel eher auf gleicher Ebene zu agieren. Bzw. „muss“ ich so denken, da in meinem Fall bei meiner Wolfshündin ein Dominanzverhalten meinerseits genau das Gegenteil bewirken würde. (ist ein bisschen anders als bei nicht-Wolfshunden).
Ich war immer der Überzeugung, dass ein gewisses Maß an aversivem Verhalten dem Hund „nicht schadet“ bzw. sie sich ja untereinander auch nicht immer mit Samtpfötchen anfassen (bildlich gesprochen), aber meine Frau hat mich definitiv eines Besseren belehrt.
Neben dutzenden Kursen hat sie noch zwei Jahre Hundewissenschaften studiert. Und mein Glauben, durch „dominantes“ Verhalten meinerseits den Hund unter Kontrolle zu bringen war schlichtweg falsch. Natürlich, es funktioniert auch, gar keine Frage, aber letztendlich geht es mir darum, ob mir mein Hund gehorcht weil er „Ehrfurcht“ vor mir hat, oder ob er mir gehorcht weil er mich als „gleichwertig“ respektiert; denn dieses „gleichwertige Prinzip“ funktioniert letztendlich sogar besser und langfristiger, als das „Ehrfucht“-Prinzip. Ich habe es selbst bis vor ein paar Jahren nicht geglaubt, erlebe es jetzt aber selber an meiner Hündin.

Ist alles ein bisschen blöd geschrieben, aber ich glaube du weißt was ich meine :wink:

Alles alles Gute!

Und wenn du Tipps für deine Luz brauchst, melde dich bei mir. Meine Frau ist auf solche „Problemfälle“ spezialisiert.

Beste Grüße,

Baumi

Servus,

ich finde unsere Konversation wirklich gut.

Ja, ich werde Angus an diesem Platz erschießen und auch da begraben. Darauf pflanze ich eine Rose, die er in unserem Garten so geliebt hat.

So wie ich es mit unseren Katzen schon gemacht habe. Sie können es sich nicht vorstellen, daß sich eine Katze mit den Vorderpfoten, mit Schaum vor dem Mund nach Hause geschleppt hat, nur weil die von einem Tierhasser vergiftet wurde. Aus unserem Dorf war es niemand - zum Glück.
Die andere Katze wurde überfahren und lag mit Schreien und gebrochenen Rückrat auf der Straße.

Ich kann da nicht auf einen Tierarzt warten, der für Kleintiere eh keinen Bock hat zu kommen.

So hat meine Frau einen Trank aus dem Kräutergarten (Mohn den echten und die andere Pflanze mit den 5-fingrigen Blättern) angerührt, den wir diesen Tieren eingeflößt haben. Dann waren die Schmerzen weg und sie waren entspannt.

Auch diese haben wir an ihren Lieblingsplätzen begraben, eine Rose gepflanzt und ein Feenlicht aufgestellt.

Danke für das Angebot. Wir werden ggf. darauf zurückgreifen.

Gruß
Trianon

Erstmal meinen Respekt, dass ihr einem Problemhund eine Chance gebt.

Ich habe zwei mittelgroße Hunde und die Erfahrung gemacht, dass frei laufende Hunde miteinander klar kommen. Der / Diejenige, die ihren Hund anleint, hat ein Problem, denn es gibt Gekläff und ggf. Aggressivität. Denn der angebundene Hund kann nicht ausweichen.

Viele Menschen setzen sich für artgerechte Haltung von Nutztieren ein. Aber auch „unnütze“ Hunde haben ein Recht auf artgerechte Haltung. Also ohne Leine zu laufen, zu schnuppern, das Bein zu heben, eigene Erfahrungen zu sammeln.

Bin kein Hundeflüsterer und habe erfreulicherweise keine Erfahrung mit Kampf- und Problemhunden. Aber einen Hund ständig angebunden zu haben, ist für mich keine Alternative.

Gruß, Kurti

Dabei muss ich an meinen treuen Freund denken, der mit 15 Jahren morgens nicht mehr aufgewacht ist. Ich habe ihn am Apfelbaum begraben und ihm aufgetragen, auf diesen Baum aufzupassen.

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Ach ja, ich kann da so mitfühlen.
Vor 3 Wochen haben sie eine meiner 4 Katzen überfahren. Eine heilige Birma. 10min. vorher lag sie noch auf meiner Couch :frowning:
Aber sie musste zum Glück nicht leiden und war sofort tot. Hätte sie gelitten, hätte ich wahrscheinlich auch meine Pistole geholt.
Wir haben ebenfalls überlegt sie im Garten einzugraben, aber da unsere Hündin sehr gerne gräbt, hätten wir da ziemlich tief runtergraben müssen; was im Konglomeratboden nicht gerade einfach ist. Wir haben sie dann einäschern lassen - jetzt steht ihre Urne in der Vitrine neben unseren zwei alten Hündinnen. Die waren e beste Freundinnen - die werden jetzt viel Zeit zum Spielen haben :slight_smile:

Was du da schreibst, scheinst du mir ein sehr naturverbundener Mensch zu sein. Tiere, Jäger, Garten (bei dessen Ernte ich dich gerne mal besuchen kommen würde :grinning:) gefällt mir :+1: und wahrscheinlich auch ein Jäger, der seinen Wildbestand in seinem Revier kennt und weiß welche entnommen werden müssen. Nicht so wie die schießgeilen Proleten, die alles wegballern was sich bewegt. Kenne da leider einige Unternehmer, die viel Geld für Jagden in Afrika und so nen Scheiß (sorry den Ausdruck, aber ist so) ausgeben, nur um einen Pavian oder Löwen zu schießen. Da kommt mir das Kotzen, echt.
Und noch viel schlimmer, wenn eines deiner Tiere vergiftet wird. Ich hab e schon mal zu meiner Frau gesagt, wenn sich da meine Hündin mal was einfängt, dann leg ich mich mit meinem Compound-Bogen auf die Lauer. :smiley:
Scherz natürlich, aber wenn so etwas passiert fängt halt ein Film bei mir zu laufen an, was ich tun würde wenn der erwischt wird…

Servus,

leider etwas verspätet meine Antwort.

Ich bin Jäger seit 40 Jahren und mein Onkel, der mich dazu gebracht hat, hat immer gesagt - es sind nicht die Köpfe, die Du nach Hause trägst, es ist deine Verantwortung für einen gesunden Bestand zu sorgen.

So lebe ich das seit dieser Zeit. Ich habe einen einzigen Kopf an der Wand und das ist ein Perrückenbock.

Meine Pflicht ist das kranke oder alte Wild zu schießen und den kräftigen Nachfolgern eine Vermehrung zu ermöglichen.

Viele Freunde und Bekannte kommen zu mir her, speziell auf dem Dorf, um ihre geliebten Tiere, die lange Jahre als Familienmitglied, da sind um diese zu erlösen.

Für mich ist das ein Gnadenakt. Die Menschen sind um das Tier, welche es liebten, streicheln und da sind und dann wird das erlöst.
Für mich ist das ein würdiger Abtritt ohne Schmerzen.

Natürlich wird es für einige Menschen einen Aufschrei bedeuten. Für diese menschen empfehle ich mal einen Besuch in einem Schlachthof. Dann werdet ihr ein wenig anders darüber denken.

Sehe ich auch so. Lieber ein gutes Stück Wild essen, das sein Leben lang im Wald herumhirschte (wortwörtlich :smile:) anstatt ein unglückliches und unwürdig gehaltenes Schwein vom Mastbetrieb. Obwohl ich der Meinung bin, dass diese Regulierung des Wildbestandes größtenteils die Natur mit Hilfe von natürlichen Raubtieren wie Luchs und Wolf auch selber übernehmen könnte, so wird ein Eingreifen des Menschen in unseren bewirtschafteten Wäldern immer von Nöten sein. Das ist - zumindest in den meisten Gebieten - unumgänglich.
Und der Satz deines Onkels gefällt mir sehr gut - wenn jeder Jäger nach dieser Devise leben würde wäre es ein harmonisches Miteinander. Leide kenne ich jedoch viel zu viele Jäger, die keine Ahnung über den Wildbestand haben und auf alles Schießen was sich bewegt.
Bis hin zu die eigenen Jagdkameraden, weil sie glaubten es sei ein Wildschwein in der Dämmerung gewesen. Luchse, Wölfe und Adler sind auch keine Seltenheit bei uns in Österreich. Aber da mache ich jetzt einen Punkt, sonst knallt mein Bluthochdruck wieder durch die Decke.
Was ich damit sagen will: die wenigsten kennen ihren Bestand bzw. können die Tiere überhaupt voneinander unterscheiden. Als Jäger, sollte man dies aber können und vor allem wissen, welches Stück entnommen werden soll, und welches nicht.

Wie gehts dir mit Luz und deinem alten Schweißhund? Alles OK?