… sehe ich mir täglich an, was nebenan passiert.
Ich wohne „auf´m Dorf“ in einem kleinen Fachwerkhäuschen.
Das habe ich selber in 10jähriger Arbeit restauriert.
Inklusive Fachwerkbalken tauschen, weil das Häuschen in einem Super-miesen Zustand war.
Nebenan stand ein neutral verputztes Häuschen.
Die Besitzerin im Heim, der Mann gestorben.
Nach 10 Jahren Heim starb auch die Besitzerin.
Ihre Familie verzichtete zugunsten eines jungen Mannes, den die ursprünglichen kinderlosen Besitzer als Sohn annehmen wollten.
Nachdem das alles geregelt war … rückte der Abrißtrup an.
Es kommt ein schönes neues 2-Familienhaus hin.
Nur, als der Außenputz runter war … war darunter das schönste Fachwerkhaus, dazu in einem Top-Zustand, von mir geschätzt mit Hilfe der alten Anwohner auf min. 200 bis 250 Jahre alt, 1A-Eichen-Fachwerk, mit eigenem Brunnen im Keller.
Und tagtäglich höre ich die Motorsäge jaulen und die alten Eichenbalken in Brocken in den Müll-Container fallen …
Dazu die ganze Inneneinrichtung, Geschirr, Möbel, Kleider, von mehreren Generationen, teilweise auch über 200 Jahre alt, alles in Top-Zustand, und alles landet im Container, alles landet im Müll.
Es treibt einem die Tränen in die Augen.
Das Häuschen renoviert, wäre ein Perle geworden, ein Glanzstück unseres Dorfes. Alleine die Einrichtung, die Möbel, das ganze Zierrat, wäre eine echte Bereicherung unseres Stadtmuseums geworden.
Naja, aber in einem neuen Häuschen lebt es sich halt schöner …
Winni the Pooh