Hallo Inselchen,
nun haben wir unseren Bruno seit zwei Wochen, und es ist nach
wie vor ein absoluter Traumhund
)))… hat
also schon seine eigene Tierarztakte, aber dafür wurde ich
auch gut beraten beim Arzt und weiß jetzt, dass wirklich alles
sonst okay ist in gesundheitlicher Hinsicht.
Mmh, das kenn ich, aber es ist doch beruhigend, zu wissen, daß erst mal alles in Ordnung ist.
Bruno ist ja ein Tierheimhund, hat dort mit anderen Hunden im
Rudel gelebt. Er kennt noch keinerlei Befehle, aber wir
arbeiten jeden Tag daran. Ein bißchen bockig ist er, wenn er
keine Lust hat, aber das sehe ich relativ gelassen, denn das,
was im normalen Zusammenleben wichtig ist (Stubenreinheit,
nicht an Hausecken markieren, nicht in die Küche gehen), hat
sofort problemlos funktioniert.
Das spricht ja doch dafür, daß er recht kooperativ ist. Wenn Du was Neues üben willst, versuchs doch einzuflechten, wenn er grad Lust hat, und möglichst nicht, wenn er eh grad „bockig“ ist, auch wenn Du da grade mehr Zeit hättest. Dann lernt sichs für alle Beteiligten streßfreier, und der Hund bekommt keine „negative Verstärkung“
Wir treffen eher selten Hunde, bisher
waren diese an der Leine. Schon von weitem hat Bruno sich da
so extrem aufgeführt, dass die anderen Hundehalter entweder
die Richtung gewechselt haben oder schnell vorbeigegangen sind
- keine Chance, die Hunde sich beschnüffeln zu lassen - würde
ich als anderer Hundehalter natürlich auch nicht machen.
Solltet ihr auch nicht, das wird ein unberechenbares Chaos. Aber bist Du schon mal auf die Idee gekommen, selber einfach mit deutlichem Leinenruck die Richtung zu wechseln, wenn er mit dem Theater anfängt? Macht er 'n dummes Gesicht und hört auf? Prima, lob ihn und schau Dir an, ob das Gebell beim nächsten Mal später einsetzt, oder er vielleicht sogar erstmal zu Dir schaut, und abwartet, was Du machst. Ist natürlich nicht überall und immer möglich. (Ich kenn das: vor der Arbeit schnell ne Runde drehen, da sind keine Extratouren eingeplant)
Soll auch kein Dauerzustand sein, sonst lernt er ja, daß Du vor anderen Hunden flüchtest, er soll nur erstmal weniger Bellen. wenn Du also mal einen Hund erspähst, den er vielleicht noch nicht gesehen hat, lob ihn kräftig, solange er noch nicht bellt, wenn er wieder anfängt s.o.
Nun möchte ich gerne zur Hundeschule, um die Erziehung besser
in den Griff zu bekommen. Wegen seines Ausrastens habe ich
zunächst mal eine Hundetrainerin gebucht, die nur
Einzeltraining anbietet. Auf Dauer aber denke ich, irgendwie
muss er ja auch Kontakt zu anderen Hunden haben und lernen,
wenigstens gelassen an ihnen vorbeizugehen !
Dazu wäre noch sehr wichtig: Ist Bruno kastriert? reagiert er auf Hündinnen genauso, wie auf Rüden? (Hunde erkennen das auf große Entfernung) Das Geschlecht beeinflußt die Verträglichkeit bei Hunden in viel höherem Maße, als persönliche Vorlieben und Rasse. Hatte er in seinem Rudel im Tierheim keine Probleme? Hatte er dort einen besonderen Freund/Freundin?
Ich meine, das beste wäre, wenn Du versuchst (ev. mit Hilfe der Trainerin) jemanden zu finden, der mit seinem Hund öfter mit Dir zusammen spazieren gehen kann, und der einen Hund hat, der möglichst gut zu Deinem paßt. Falls Bruno nicht kastriert ist wäre eine Hündin ideal, wenn er kastriert ist, lieber ein (ebenfalls kastrierter) Rüde, da dominante Hündinnen, kastrierte Rüden oft nicht als solche akzeptieren. Außerdem sollte er älter sein, das erhöht die Chance, daß er nicht auf einen pubertären Kampf aus ist und daß Bruno ihn als ranghöher akzeptiert. Ungefähr gleiche Größe bzw. gewicht wäre auch gut und wenn Bruno im Tierheim einen speziellen Freund hatte, wäre ein ähnlicher Hund optimal.Wenn ihr Euch das erste mal trefft, laßt sie nicht erst an der Leine Aggressionen aufbauen, sondern besprecht Euch zunächst ohne die Hunde und laßt sie dann los. Ihr dürft dann auf keinen Fall nah zu den Hunden treten, sondern solltet Euch demonstrativ desto mehr Schritte zurückgehen, je „krawalliger“ sie sich begegnen. Sollte es dennoch zu einem Kampf kommen, solltet ihr Euch vorher abgesprochen haben, wann und wie ihr eingreift, außerdem ist es immer besser, wenn man dann zu dritt ist.
Wenn Bruno aber auf diese Art erstmal mit einem Hund auskommt, kann man ja nach und nach versuchen, weitere Kontakte zu knüpfen. Auf jeden Fall aber erst mal immer nur zwei Hunde, falls noch ein dritter dazukommt, lieber erst alle wieder anleinen und mit den Haltern reden. Kommt ein unangeleinter Hund (wenns nicht grad ein Mini-Yorkshire ist) und Flucht oder Kontakt mit dem Halter unmöglich, würde ich auch eher zum Ableinen raten, aber nur im Notfall!
Meine Frage an Euch Experten: Soll ich so lange Einzeltraining
machen, bis die Grundbefehle sitzen, oder gibt es bei
Hundeschulen die Möglichkeit, so einen Randalierer
kontrolliert mit Artgenossen „streiten“ zu lassen ?
Zunächst mal sollte kein Hund streiten dürfen. Er muß lernen, daß Kämpfe unerwünscht sind, zumal er eh grad im "Raufalter"ist und es jetzt am besten lernt. Raufspiele sind natürlich erlaubt, die verlaufen aber sichtbar anders, und meist leise!
Das mit den Grundbefehlen ist zwar wichtig, aber beim Zusammentrefen, Raufen Spielen ist das mit dem Hören ohnehin schwierig und Du kannst ihm nicht den Sozialkontakt verwehren, bis er sich auch aus solchen Situationen abrufen läßt.
Das mit der Hundetrainerin ist sicher erstmal eine gute Idee, in einer Hundeschule mit Gruppenunterricht wäre man auch überfordert, wenn dort keine Einzelstunden mögich sind. das brächte allen Beteiligten nur Frust:
Dir, weil Bruno nur noch randaliert, den anderen Teilnehmern, weil ihre Hunde sich angegriffen fühlen, und der Trainer sich nicht mehr auf sie konzentrieren kann, und Bruno, weil er nur noch auf 180 im Halsband hängt, und nix lernt. Ich würde immer versuchen einen solchen Hund nicht in eine bestehende Gruppe zu integrieren, sonder erst mal alleine und dann langsam mit einem oder zwei anderen Hunden zusammen zu unterrichten.
Übrigens: Bruno ist ein 2 Jahre alter Spitzmischling, ungefähr
kniehoch, eher zierlich.
Ich halte Spitze für sehr gelehrige aber auch selbstbewußte Typen, auch wenn es die Meinung gibt, es gäbe keine rassespezifischen Charaktereigenschaften, denn damit würden wir auch die Rasselisten der Hundeverordnungen und-gesetze akzeptieren.
Gruß,
Eddy