Mit Menschen spielen

Hi,

welche Motivationen stecken (mit nach Möglichkeit Angaben von prozentualer Verteilung) hinter dem Spielen mit Menschen? Gemeint ist damit nicht der effiziente Einsatz mit den Bedürfnissen und Wünschen sowie Defiziten von Menschen in der Werbung und auch nicht, Menschen wohlwollend zu manipulieren; wir manipulieren Alle mehr oder minder… Ich meine Manipulationen bei denen der Mitspieler zwangsläufig zum Verlierer wird, wenn er den Ausstieg nicht schafft.

  • Widersprüchliche Aussagen treffen, z.B. ein unkonkretes „Nein“ und in einem Nebensatz dann ein nicht minder unkonkretes „Eventuell doch“ einbauen. Ambivalente Gefühle mögen hier nur bedingt eine Rolle spielen.
    Manipulationen um den anderen ab- und sich selbst aufzuwerten
  • Spielen um Einfluss und Macht zu gewinnen
  • Respektlosigkeit
  • Narzisschen leben

Dass Einer allein nicht spielen kann, versteht sich von selbst. Es gehört jemand dazu, der mit sich spielen lässt. Dennoch… aus welchen Gründen spielen Menschen derartige Spielchen?

Auch wenn es um die Motivationen für solches Verhalten geht, das Beispiel einer Gegenspielerin. Unterm Schreiben merkte ich schon ein paar Ungereimtheiten. Bislang hatten wir ca. fünf Gespräche, und die kreisten im Grunde nur um „IHN“.

Frau mit schwieriger Biografie lernt einen Mann kennen. Beide sind in einer Beziehung. Zwei Jahre später ist sie getrennt und er lebt noch mit Frau und einem halben Dutzend Kinder von Hartz IV. Sie meint, sie würden einander lieben. Diese Frau meint, dieser Mann würde in der Öffentlichkeit sehr vertraut sich geben, weil ein Teil von ihm „auffliegen“ möchte, da er zu schwach ist, die Trennnung von seiner Familie von sich aus anzuleiern. Auch erzählt sie, dass er beim Sex fertig ist bevor es überhaupt richtig losgegangen ist (Ejaculatio praecox). Auf die Frage, in was sie sich bei ihm verliebt habe, spricht sie von großer Anziehungskraft und dass sie spüre, es wäre was Karmisches. Ich frage sie, ob sie mit dem Sexleben einverstanden wäre. Sie reagiet ärgerlich und widersprüchlich. Einerseits spielt sie die Problematik runter. Es wäre ja gar nicht so als hätte sich noch nichts getan und als würde er nichts ändern wollen. Dann heißt es wieder im Wechsel, das wäre einer der Punkte, die sie an ihm kritisiert habe, und dass sie da eine Änderung verlangt habe.

Wir haben ca. fünfmal nun miteinander gesprochen, doch es ging bei diesen Gesprächen fast ausschließlich um diesem Mann. Versuche mal auf sie zu sprechen zu kommen, was sie will, schlagen fehl. Sie flutscht mir stets davon. :frowning: Sie kriegt nicht mal mit, in welchem Ausmaß sie von ihm spricht und wie wenig Raum sie sich selbst einräumt. Auf eine provokante Äußerung, es gäbe noch andere Themen als ihn, meinte sie eher lakonisch, sie wäre halt ein Beziehungsmensch.

Sage ich ihr, wieviel Aufmerksamkeit, wieviel Energie sie an diesen Menschen bindet, negiert sie das. Er würde das ja gar nicht merken. Immerhin habe ich ihr dann klar machen können, dass sie wohl mit der unklaren Situation doch sehr unzufrieden ist, dass sie Klarheit für sich schaffen sollte, wollte sie nicht weiter leiden. Und eben auch, dass sie ihre Energien doch mehr auf sich selbst richten solle… Fehlanzeige.

Nun hat sie sich mit ihm getroffen, ihm ihre Gefühle gestanden - und ist genauso schlau wie vorher. Er hat nämlich dazu nicht wirklich was gesagt. Er habe ja sooo traurig ausgesehen. Er sieht angeblich traurig aus und das entbindet ihn schon vor einer Stellungnahme. Toll wenn er so geschont wird. :smile:

Ich kann das nun nicht genau in Worte fassen, denn es waren auch ein paar Stunden Gespräch. Doch im Grunde sagt er weder dass er eine Beziehung mit ihr will noch dass er keine will. Eher tendiert er dazu zu sagen, er wolle nicht. Nicht dass er sagt, er wolle nichts von ihr. Sondern er sagt, er wolle nicht. Was will er nicht? Und sie hofft schon wieder, dass sie über ein Hintertürchen doch in sein Herz gelangen kann. Denn dann kommen trotz passiven Verhaltens und einer eher negierenden Haltung doch wieder auch Aussagen, die so interpretiert werden, dass sie ihm Zeit lassen soll. Ob er das nun tatsächlich so meinte oder ob sie das nur so hören wollte, weiß ich nicht.

Ich erlebe es als Außenstehene so, dass sich fast ihre gesamte ihr zur Verfügung stehende Energie um diesen Mann dreht. Eigenleben, Kinder, Haushalt, Arbeit… hat zwar angeblich auch seinen Platz, doch das war noch kein 10 Sätze wert.

Mag sein, dass er sie hinhält, weil er sich nicht entscheiden will oder entscheiden kann. Mag sein, dass er tatsächlich Zeit braucht, weil auch Trennungen ihrer Zeit bedürfen… Dies sollte nur ein Beispiel sein.

Welche Motivationen gibt es für Spiele, bei denen der Spielgeber den Mitspieler gerne als Verlierer aussehen lässt?

Ciao,
Romana

Die Auswahl an Möglichkeiten ist da sehr gross!

Zum einen gehört mal ein Gegenüber dazu, der das mitmacht!
Es finden sich zwei Menschen und die bedienen alte Muster-- man fühlt sich dort „wohl“ und kann da nicht aussteigen!

Man sollte nie demjenigen den Vorwurf machen, der sich anscheinend „schlecht“ verhält!
Er reagiert letztlich genauso auf dieses Muster, wie derjenige, der sich das gefallen lässt!

Es gehört sicher sehr viel Selbstbetrachtung dazu, um zu erkennen, warum man so oder so handelt-- etwas, was sehr Viele weder wollen noch können!

Der Grund, warum man diese Muster hat können unendlich vielfältig sein!
Und die Ursache liegt einfach in der Kindheit!

Wurde man mit dem Muster gross, daß man sich immer nach Liebe gesehnt hat…nie DEN Zuspruch bekam, den man brauchte- wird man sich als Erwachsener genauso solche Menschen suchen!
Menschen, die unerreichbar bleiben und um die man kämpfen muss!
Egal, wie aussichtslos ist!

Ich kenne mehr als einen Fall, indem das Festhalten einer aussichtlosen Situation der fast komplette Lebensinhalt wurde!
Kurioserweise- so scheint es- war es für diese Menschen auch immer so, daß Menschen, die auf diese Personen zugegangen sind-- die sie hätten haben können- total uninteressant gewirkt haben!
Der Reiz lag einzig in dem Kampf!!

Und neben der Position des einen, der genau diesen Kampf braucht- kommt dann die Position des Gegenüber, der mit recht wenig Aufwand diese Person an sich gerne bindet…
Dieses- auch scheinbar unfaire Spiel- ist genauso ein Muster- bei dem es um das Befriedigen dieser Macht geht!

Sich nicht klar äussern ist natürlich- gerade für bequeme Menschen- ein herrlicher Weg…um sich nicht festlegen zu müssen und dennoch den anderen „zu halten“!

Abhängiger in diesem Verbund ist mal ganz sicher, derjenige, der kämpft und nicht loslassen kann!
Und ich möchte auch nicht abstreiten, daß die Bequemlichkeit, die der Gegenpart dadurch ausleben kann, manchmal ohne grössere Gefühle abgeht (die der Gegenüber ja total hat).

Dennoch- gehört zu einer Beziehung IMMER das plus und minus…und wenn einer daran festhalten will, dann kann man als Aussenstehender nichts machen!

letztlich -so doof es klingt- fühlen sich diese Menschen in diesem System dann doch wohl-- selbst MIT immensem Leiden-- aber nur so haben sie es kennengelernt und was vertraut ist, wird weitergelebt…

kitty

Hi Romana,

Welche Motivationen gibt es für Spiele, bei denen der
Spielgeber den Mitspieler gerne als Verlierer aussehen lässt?

Ehrlich gesagt kann ich bei Deiner Beschreibung weder erkennen, wer tatsächlich der Spielgeber ist, noch, wer tatsächlich der Verlierer ist.

Auch offensichtliches „Verlieren“ kann „Macht“ bedeuten, es gibt wenig machtvolleres und manipulativeres (auch auf die Umgebung), als sich in seiner Schwäche zu präsentieren. Und das gilt in meinen Augen für beide.

Grüße
Jürgen

Hi Romana,

Welche Motivationen gibt es für Spiele, bei denen der
Spielgeber den Mitspieler gerne als Verlierer aussehen lässt?

Ehrlich gesagt kann ich bei Deiner Beschreibung weder
erkennen, wer tatsächlich der Spielgeber ist, noch, wer
tatsächlich der Verlierer ist.

War auch mein Problem, ich ahne zwar wer gemeint ist (er spielt mit ihr und romana muss zuschauen), aber wirklich deutlich wird es nicht.

Auch offensichtliches „Verlieren“ kann „Macht“ bedeuten, es
gibt wenig machtvolleres und manipulativeres (auch auf die
Umgebung), als sich in seiner Schwäche zu präsentieren. Und
das gilt in meinen Augen für beide.

kleiner Tipp für romana, nennt sich „erlernt Hilflosigkeit“, nämlich das ausnutzen der eigenen hilflosigkeit.
Dazu scheint dasMädel auch einen echten Knacks weg zu haben (evtl was Borderlineartiges o. sich zu sehr Idealvorstellungen hingeben; ähnlich einer geschlagenen Frau die immer noch meint ihn ändern zu können), während mir das Verhalten des Mannes eher ganz normal scheint (für einen Macker, halt so einen Ar***, wirkliches spielen kann ich da nichts sehen, aber halt so ein bisschen Ignoranz, Desinteresse oder so)
Für die Borderlineartigkeit spricht dann wieder das Verhältnis Sie zu Romana, denn romana, du bist hier die eigentlich Leidtragende, die sich das ganz anschauen muss und nicht objektiv sein kannst. Wenn du zu ihr hälst wird dich deren Gedöns kaputt machen und auch reif für die Couch machen, wenn du ihr objektiv sagst, dass auch ihr Verhalten (und auch ein bisschen realistätsverlust) es dem Mädel so schwer machen und der Typ es vielleicht gar nicht so fies meint, sondern eben ein Mann (die haben das nicht so mit Rücksicht auf Gefühle nehmen)ist, dann könnte das mädel die Freundschaft mit dir kündigen.
Für dich wäre es sicher günstiger die freundschaft eine Zeit auf Eis zu legen, dieVersion es ihr zuvor zu sagen, das das mädel professionelle Hilfe braucht ist die schlaueste, wenn auch schwerste, denn es kann einen gehörigen Knall geben. aber der bringt dem Mädel wenigstens die Möglichkeit nachzudenken, während sie, wenn du dich nur so zurückziehst, weiter in ihr unglück rennt.

gruß Susanne

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hi romana,

vorweg - ich kann aus div. gründen mit meinem posting total daneben liegen - wäre dem so nimms nicht persönlich - habe eine chaosphase.

ich versuchs aber dennoch mal:

wie die anderen vor mir nehme ich auch wahr das beide miteinander „spielen“ - und beide haben nicht wenig davon…

ich frage mich warum du das nicht so siehst und warum ihre fehler und ihre seite nicht so siehst wie seine - ich finde die nehmen sich unterm strich nichts - jeder benutzt den anderen. ihr jeder hat mehr als einen sekundären gewinn - einer ihrer gewinne ist ja das sie dich hat zum ausweinen und sich so nie wirklich damit befassen muss etwas zu verändern - du lebst ihre gefühl aus und so muss sie es nicht selbst tun.

das theme spielen wie du im betreff schreibst sehe ich so eigentlich nicht wirklich. eher menschen die unreflektiert sind und ihre macken oder neurosen gegenseitig nähren und ihrer fröhnen - aber nichtmal ahnend welcher art sie sind und überhaupt wenn den ist der partner schuld und nicht man selbst… ganz klassisch eigentlich finde ich - wie so viele, wenngleich es auch irgendwie erbärmlich ist…

das sie dich hat ist aber…
praktisch für sie - dein versuch ihr zu helfen kann nicht klappen weil das was su als hilfe ansiehst keine ist - es ist nur eine art aufschubhilfe - sie muss keine entscheidungen fällen weil „ihr fass“ überläuft - sie kann wie eine platte mit sprung immer wieder ihren überdruck bei dir ablassen und wie du ja weisst - ist sie sicher gegen ratschläge resistent und wie du beschreibst schützt sie ihn auch.

meiner erfahrung nach sind das mehr als eindeutige signale dafür das deine hilfe in dieser weise nicht mehr sinnvoll ist - im gegenteil.
hilfe wäre es eher wenn du ihr einmal sagst was du denkst und mitteilst dass du nicht mehr bereit bist ständig das gleiche zu hören und nichts ändert sich - und das du diese geschichten nicht mehr hören willst - und entsprechend konsequent bist - egal was es nach sich zieht - denn nur so käme sie an ihre grenzen und würde eines tages handlungsbedarf sehen. - und sie könnte dich nicht mehr benutzten als „ascheimer“ und du wiederum könntest zeit damit verbringen dich zu fragen wieso du sowas so lange mitträgst - deinen eigenen part mal beleuchten und nicht ihren…

aber das ist meine wahrnehmung die zugegebener maßen total eingefärbt ist von einer erfahrung die ich gemacht habe - deine schilderungen liessen die erinnerungen hochkommen - von daher mag es auch sein dass ich meine eigene erfahrung so stark wahrnehme dass ich sie über deine schilderungen stülpe - ich weiss es nicht - du aber kannst das erfühlen - liege ich auf dem richtigen weg mit meinen schildlerungen oder ist das humbugg weil eine übertragung?

wenns letzteres ist vergiss was ich oben geschrieben habe:smile:

aber sonst… hast du einiges zu tun/vor dir *smile

da ichs hinbekommen habe einst kann das aber sicher jeder.

LG
nina

Will bzw. kann er sich nicht entscheiden, oder muss er sich nicht entscheiden?! (Das nur zu dem Fall)

Der Spielgeber sieht den Mitspieler vielleicht nicht als wirklichen Verlierer – eher als jemanden, der seinen Teil von dem Spiel hat. In seinen beschränken Emotionen sieht er eher sich und sein „Begehren“, lebt in seiner eigenen Welt, seinen Empfindungen und seinen Bedürfnissen. Ich unterstelle hier einfach mal Egoismus und Zuweisung der Rollen und Blindheit für die Emotion des Mitspielers.
Meiner Meinung nach gibt es viele verschiedene Arten von „Spielern“.
Aber was alle gemein haben, ist der Wunsch nach Befriedigung der eigenen Bedürfnisse oder Ziele (bewusst oder mehr oder weniger unbewusst). Das Selbe gilt übrigens auch für den Mitspieler (unbewusst - sonst würde er normalerweise nicht mitspielen oder unter Abwägung Schaden/Nutzen).
Wenn sich eine Stelle findet, wo man andocken kann, irgendein Bedürfnis oder eine Schwachstelle, eine Leidenschaft, ein Interesse… man lockt durch vage Versprechungen (dem Defizit des Mitspielers ansprechend) und erhält die Befriedigung seiner Bedürfnisse.

Das Spiel… wird unterbrochen, wenn der Spielgeber (der die Grundregeln vorgibt) das Spiel als langweilig erachtet (seine (gesteigerten) Bedürfnisse nicht (mehr) ausreichend befriedigt werden), oder der Mitspieler erkennt, dass er als Person nicht wirklich bedeutend ist, sondern nur seine Rolle, in der er sich durch den Spielführer befindet, in dem Bewusstsein, dass ihn nur das erfüllte Defizit zur Nachgiebigkeit, Hingabe und letztendlich zum Mitspielen verleitet hat.

Viele Grüße
Jose