Hallo, nachdem ich bei einigen Wänden den Putz abgeschlagen habe, möchte ich die Wände nun unverputzt lassen. Doch wie muß ich die Fugen und Steine (Ziegel und Naturstein) nun behandeln, damit die Wand nicht „weiterbröselt“. Im Moment kommt eben aus den Fugen der Mörtel gebröselt. Jemand meinte. ich solle die Fugen mit Trasszement neu verfugen. Ich möchte aber ungern etwas zmenthaltiges nehmen, da die Wände feucht waren, und nach Mauertrennung nun noch lange trocknen sollen. Danke für eure Hilfe.
Gina
Hallo
Für solche Sachen gibt es Steinverfestiger Verbrauch nach saugfähigkeit der unterschiedlichen Materialen (ist nicht billig) aber Verfestigt heißt die obere Schicht der Materialien läßt kein Wasser mehr durch und hinter dieser schicht kann sich von unten wieder wasser sammeln.
Fachmann vor Ort fragen der vorbei kommt zum kucken. Steinmetz aus dem Bereich restaurierung dann ist man auf der sicheren Seite mfg
Restauration ist nciht mein Spezialgebiet.
Sorry
Hallo lieber Fragesteller,
die Wände müssen auf jeden Fall erstmal trocknen!
Ich hoffe, die Feuchtigkeitszufuhr ist beseitigt worden!
Die Verfugung (ohne ein Bild vom Zustand zu haben) bei Ziegel und Natursteuín mit Trasszement-Mörtel ist eigentlich O.K. - Sie ersparen sich dadurch evtl. Ausblühungen!
Bei weiteren Fragen müsste ich ggf. mal Fotos sehen um evtl. weitere Tips zu geben!
MfG
Salü Gina
Vielen Dank für Deine Anfrage, die nicht ganz einfach zu beantworten ist.
Naturstein ist nicht gleich Naturstein. Du hast es hier mit einem sehr vielseitigen Material zu tun das, je nach Herkunft des Stein, ganz unterschiedlich reagiert.
Naturstein kann Zement aufsaugen und die im Zement enthaltenen Chemikalien können im Naturstein Spuren hinterlassen.
Daher ist es sehr wichtig zu wissen, was für einen Naturstein Du ganz genau hast. Dabei reicht es nicht einfach zu wissen, dass es „irgend“ ein Gneis ist. Oder ein Granit. Denn es gibt viele unterschiedliche Gneise. So reagiert zum Beispiel ein Maggia Gneis anders als zum Beispiel ein Calanca Gneis, dies obwohl beide Steine „nur“ 20 km entfernt voneinander abgebaut werden und beide sehr ähnlich aussehen.
Wenn Du den genauen Namen des Steines weisst, dann würde ich bei einem Natursteinhändler in Deiner Region vorbei gehen und mir dort einen entsprechenden Fugenmörtel besorgen von welchem der Natursteinhändler ganz explizit bestätigt, dass er für Deinen Stein wirklich geeignet ist.
Und zu guter Letzt würde ich an einer nicht sichtbaren Stelle zuerst eine Probe machen. Fuge ein Stück aus an einer Stelle welche Dich nicht stört, wenn es ein riesigen Fleck bekommt. Eventuell hast Du ja sogar noch „Reserveplatten“ von dem Stein der bei Dir vermauert wurde.
In diesem Sinne wünsche ich Dir viel Erfolg bei Deinem Vorhaben.
Viele Grüsse
Markus Winter
NaturalStone Hofmann
www.NaturalStone.ch
Mein Tipp: erst mal abwarten, beobachten und lernen - ob die Fugen wirklich (zu) weich sind stellt sich erst noch heraus und selbst offene Fugen ziehen nicht zwangsläufig einen Bauschaden nach sich - eher nie.
Bis jetzt alles gut gemacht - weiter so!
ANdreas
Hallo.
In jedem Fall würde ich die Fugen neu verfugen. Als ersten also den ganzen losen Kram auskratzen. Wenn du nichts zementäres benutzen möchtest, kannst du auch einen Trasskalk verwenden. Dieser ist sehr weich und verhält sich gut bei Feuchtigkeit. Er hat auch nicht diese typisch graue zementfarbe, sondern ist etwas heller. Du mischst Trasskalk analog Zement 3:1 mit Sand und dann mit Wasser.
Ich hoffe geholfen zu haben
Hallo Gina,
das die Fugen weiter ausbröseln ist wohl ein Zeichen dafür das die Ziegeln mit einem reinen Kalkmörtel aufgemauert wurden. Das ist bei alten Gebäuden absolut normal. Das Sie die Fugen neu machen müssen ist wohl nicht zu vermeiden.
- Wichtig ist zunächst, das Sie die Fugen wo nötig mit einem nicht zu breiten Flachmeisel und einem ca. 750g Fäustel vorsichtig auf die DOPPELTE Tiefe der FUGENHÖHE ausschlagen. Aufpassen das die Ziegel an den Flanken nicht beschädigt werden.
- Fugen mit Kleinbesen bzw. Flachpinsel grob auskehren
- Einen kleineren Bereich (1m²) satt mit sauberem Wasser und einer großen Malerbürste nehmen um die Fugen auszuwaschen.
- Da einerseits die Fugen ausbröseln und andererseits aber kein reiner Zement wegen Staunässe genommen werden soll würde ich zu einem Trasszementsumpfkalkmörtel greifen.
http://holzkalkbrennerei-koerndl.de/
Einfach Sumpfkalk eingeben dann gibts noch mehr Infos.
Da Sumpfkalk reinweiss ist würde der Mörtel natürlich sehr hellgrau werden.
Habe hier noch was gefunden bei einem Hersteller, der verschiedenste Farben anbietet. Allerdiengs müssten Sie fragen ob das Produkt eben auch zum Fugen geeignet wäre und wie es sich bezüglich Feuchtigkeit verhält.
http://holzkalkbrennerei-koerndl.de/ - Mischungsverhältnis von Selbstangemischtem Trasszement-Sumpfkalkmörtel wäre ca. 8 Teile Sand:1 Teil Trasszement und 2 Teile Sumpfkalk
- Benötigte Werkzeuge zum Anmischen und Verfugen:
- Da Sumpfkalk ähnliche Eigenschaften wie sehr nasser Ton hat wäre es wichtig eine Bohrmaschine mit einem Rührwerk zu nehmen.
- Achtung: Bei der Wasserzugabe sehr vorsichtig sein da der Mörtel sonst schnell viel zu dünn wird. Nur ganz kleine Mengen Wasser zugeben, vor allem wenn der Sand Eigennässe hätte. Am Besten wäre ein Sand reiner Quarzsand in Säcken (Baumarkt). Der Sandkörnung aber auf keinen Fall fein auswählen wegen Rissgefahr.
http://www.derselbermacher.de/handwerk/mauern/moerte…
Die Korngröße des Sandes würde ich bis maximalst 0,4 mm ansetzen und wie gesagt Sand in Kunststoffsäcken haben eine Sieblinie was gröbere Anteile wie aus einem Sandwerk verhindern und das Verfugen wesentlich erleichtern.
- Also Mörtel „Erdfeucht“ anrühren ohne das er bröselt aber auch nicht so das er wie ein Pudding schwimmt. Die Masse muss sich mit dem Werkzeug noch modellieren lassen. Es ist wichtig weil ein zu trockener Mörtel wieder ausbröseln würde und ein zu dünner Mörtel Sauerei an den Flanken der Ziegeln bedeuten würde.
- Werkzeug: 1 Wassereimer, 1 großer gelber Schwamm (grobporig), 1 Mörteleimer,eine Modellierlanzette mit einer flachen und einer spitzen Lanzettenseite, ein Gummibecher, eine mittlere Kelle zum Nachrühren und rausnehmen des Mörtels, eine Fugenkelle in der idealerweise fast gleichen breite der Fugen. Wenn die Fugen variieren braucht man verschiedene Breiten (auch bei den Lanzetten), eine rechteckige Glättkelle.
- Fugen müssen angefeuchtet sein (ausser die Nässe in der Wand ist so hoch, das immer etwas Feuchtigkeit vorhanden ist im Mauermörtel), speziell im Sommer Fugen annässen.
- Mörtel auf Unterseite Glättkelle geben, den Mörtel etwas verdichten auf der Kelle, diese unterhalb der Fuge halten und IMMER bezogen auf die Waagerechte von rechts nach links Fugenmörtel mit der Fugenkelle leicht anpressend reinschieben. Der Mörtel wird gut auf Oberfläche Ziegel aufgebaut.
- Fortsetzung folgt -
- Die Senkrechten Bereiche mit Hilfe des Gummibechers und der Modellierlanzette eindrücken. Die Spitze seite kann gut genommen werden wenn Senkrechtfugen mal etwas dünn geraten sind und Mörtel schwer einzudrücken ist. Auch hier gilt eine Regel. Von UNTEN nach OBEN die Fuge aufbauen. Eine Besonderheit ist, das der Mörtel aus dem Becher genommen wird und dazu ist es wichtig das man sich längliche Batzen auf die Lanzette drückt und dann vorsichtig einfugt. Das ist notwendig da einem sonst die Hälfte ständig auf den Boden fällt.
- Eine Folienunterlage wäre auch gut da herunterfallendes Material unvermeidlich ist.
- Jetzt den eingefugten Mörtel so weit anziehen lassen das dieser bei einem „Kratzen“ nicht mehr zieht, sondern deutlich bröselt.
- Die Fugen würde ich im Falle Ziegelmauer so kratzen das die Fuge letztlich minimal tiefer liegt als die Ziegeloberfläche, so kommen die einzelnen Ziegel noch deutlicher zur Geltung im Gesamterscheinungsbild.
- Falls Ziegelflanken doch verschmutzt wurden. Ganze wichtig. Sauberes Wasser, den Schwamm immer gut ausdrücken und dann immer eine Schwammseite - eine Wischbewegung durchziehen - Schwamm drehen - durchziehen - Schwamm drehen - auswaschen usw. - keineswegs reiben oder schmieren und nur leichten Druck beim Wischen verwenden da die Fuge nicht mehr behelligt werden soll.
- Bei warmem Wetter oder stark saugendem Untergrund nach 1 - 2 Stunden die Fugen anfeuchten. Idealerweise mit einer größeren Wasserdruckpumpe ähnlich denen zum Giftspritzen oder eben eine kleinere Version. Wenn nicht vorhanden die Malerbürste nehmen, eintauchen - grob ausschlagen und dann das Restwasser auf die Mauer spritzen.
- Sollte nach dem Aushärten des Fugenmörtels immer noch Kalkschleier vorhanden sein, dann mit Zitronensäure oder Essigessenz ein Wischwasser anmischen und wie oben beschrieben noch mal säubern.
Viel Glück und Spass
Jürgen
P.s.
Lieber das Wischwasser häufiger wechseln!!!
) Die vielen ! sind nur dafür da, weil ich mind. 80 Zeichen schreiben muss sonst geht nix raus!!
Mit welchem Mittel Wand behandeln?
Hallo Jürgen,
Jou! Das ist eine Antwort, ganz herzlichen Dank. Jetzt denk ich, werde ich auch konkret an diese Sache herangehen und muß durch diese detailierte Beschreibung nicht erst viel herum experimentieren. Was ja auch was hat, aber immer unnötig viel Zeit und Arbeit kostet. Danke nochmal.
Liebe Grüße
Gina
Mit welchem Mittel Wand behandeln?
Hallo Markus,
herzlichen Dank für die Antwort. Dann werd ich wohl mal in einer Ecke einen kleinen Stein „herausprockeln“ um ihn dann einem Fachmann zu zeigen. In der Hoffnung, das es alles die gleichen Steine sind. Das Gebäude ist um 1760 als Stall errichtet worden, dadurch liegen keine Steine davon herum.
Liebe Grüße
Gina
Mit welchem Mittel Wand behandeln?
Hallo Michael,
das mit dem Trocknen der Wände ist so ein Problem. Das Gebäude von ca 1760 war wohl schon länger mit feuchten Wänden. Da es als Stall gebaut wurde, war es nicht nötig, das es trocken ist. Das Fundament sind auch nur dicke Natursteine und keine 80cm tief, beim Legen des neuen Stomanschlusses waren wir unter dem Fundament.
Unsere Vorbesitzer haben auch Versuche gemacht, die Wände trocken zu bekommen. Man sieht das an den alten Injektionlöchern und außen am Haus sind unten so häßlich orange Fliesen angebracht. Sollten wohl verhindern, das Feuchte durch den Putz aufsteigt.
Die Wände die Ziegelmauerwerk sind, haben wir mit Mauertrennverfahren bearbeiten lassen und wir haben einen Holzofen jeden Tag an. Den Boden haben wir 45cm tief ausgekoffert und mit Schotter Speziellem Beton, Feuchtesperre, Dammung und Estrich neu gemacht.
Das Problem sind noch immer die 90 cm dicken Natursteinmauern, die zweischalig aufgebaut ist, so das Injektionverfahren nicht unbedingt sinnvoll ist. Deshalb würde ich an diesen Wänden den Putz weglassen und nur die Fugen bearbeiten. Mit einem Mittel, welches Feuchtigkeit durchlässt. Oder ist der gedanke falsch?
Liebe Grüße
Gina
Guten Morgen Gina
Wenn das Gebäude 1760 errichtet wurde, dann liegt die Vermutung nahe, dass es ein Stein ist, der in unmittelbarer Nähe abgebaut wurde. Ausser es ist ein Herschaftshaus für welches edle Steine von weit her geschleppt wurden. Dann würdest Du vermutlich auch in den Chroniken etwas darüber finden.
Die Idee, mit einem Muster bei einem Experten vorbei zu gehen, finde ich sehr gut. Beachte, dass nicht jeder Experte auch wirklich ein Experte ist. Lass Dir eine Aussage des Experten A von einem Experten B bestätigen. Vorsicht, keine Suggestiv-Fragen.
Viele Grüsse
Markus