Hallo,
seit langem hege ich den Wunsch im Medizinbereich zu arbeiten.
Da ich bereits einen Einblick in den Beruf der Kauffrau im
Gesundheitswesen haben konnte, bin ich mir sicher, dass dieser
Bereich der Medizin genau der richtige für mich ist. Da ich
aber ungerne dauernd im Büro saß, sondern „aktiv“ am
Krankenhaus Leben teilhaben möchte, würde ich gerne in der
zentralen Notaufnahme arbeiten.
Je nach Organisation einer Klinik ist das aber keine eigenständige Abteilung, sondern manchmal gibt es die chirurgische Ambulanz oder die internistische Aufnahme, oder sowas in der Art. Die Schwestern dort sind demnach auch aus der entsprechenden Abteilung, aber fdas ist keine eigenständige Notaufnahmen-Untergruppe, auch wenn sie primär dort in der Aufnahme tätig sind.
Mich interessiert vor allem die Koordination, Organisation und
Verwaltung der Notaufnahme.
Da gibt’s nix zu koordinieren. Der Rettungsdienst fährt an der Warteschlange vorbei direkt ins Behandlungszimmer, alle anderen warten wie beim Hausarzt und werden dann aufgerufen. Dokumentation erledigen Schwestern und Ärzte selber, aber selbst wenn man es dir übertragen würde könntest du wenig machen weil du ohne Ausbildung nicht weißt welche Werte wo wie eingetragen werden müssen und was sich hinter den Angaben überhaupt verbirgt.
Nun frage ich mich, in wie fern es dort überhaupt die
Möglichkeit gibt ohne eine Ausbildung als Gesundheits- und
Krankenpfleger/in zu arbeiten?
Bisher konnte ich meinen Recherchen entnehmen, dass
aussschließlich Gesundheits- und Krankenpfleger/in die
Notaufnahme leiten.
Ja, ich denke das ist auch so. Ohne medizinische Ausbildung wird es nicht gehen.
Nebenbei stellen sich da rechtliche Fragen, also nehmen wir an du machst etwas falsch, z. B. weil du nicht weißt dass man einen Herzinfarkt-Patienten nicht in Schocklage bringen darf - dann ist das Krankenhaus schnell wegen Organisationsverschulden dran, sie hätten sich nicht an solche Patienten lassen dürfen. Auch du selber stehst mit einem Bein im Gefängnis, das Zauberwort heißt „Garantenstellung“ und bedeutet dass der Patient sich darauf verlassen wird dass du weißt was du tust, und er würde deinen Maßnahmen womöglich nicht zustimmen wenn er wüßte dass du eigentlich kein Wissen über das, was du machst, hast.
Und nicht zuletzt: wenn’s hart auf hart kommt bist du nicht in der Lage in Notkompetenz ärztliche Maßnahmen zu übernehmen. Nehemen wir an der Doc kommt nicht rechtzeitig, aber der Patient schmiert ab - dann kannst und darfst du nicht eingreifen, müßtest es aber andererseits weil man erwartet dass du tätig wirst…
Welche Erfahrung in klinischen Notfallbereichen werden mir
ohne eine direkte Pflege Ausbildung / Studium gewährt?
Minimum wäre ein Schwesternhelferinnen-Kurs oder sowas in der Art. Aber selbst dann müßtest du noch einen Arbeitgeber finden, der dich damit nimmt, denn die wollen natürlich lieber gleich richtige Schwestern haben…
Mir fällt auch deine Fixierung auf die Notfallambulanz auf. Zuviel Emergency Room geschaut?
Selbst im Rettungsdienst ist die Action sehr viel geringer als viele Denken - und dazu schnell „Alltag“. Der Reiz verliert sich bald und der Ärger über geringe Bezahlung, idiotische Ärzte, Kostendruck, Überforderung, Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste, schlechte Ausstattung und mangelde Perspektiven überstrahlt schnell das Helfer-Syndrom. Nirgendwo gibt es so viele ausgebrannte Arbeitnehmer wie im sozialen Bereich.
Kann man in der Notaufnahme nur arbeiten wenn man
Gesundheits- und Krankenpfleger/-innen,
Rettungsassistenten/-innen oder
Arzthelfer/-innen gelernt hat?
Korrekt, und dann auch wahrscheinlich nur als Krankenschwester, nicht als Altenpflegerin oder Rettungsassistentin.
Oder ist es auch mit kaufmännischem Hintergrund und etwaige
Weiterbildungen möglich?
Nicht „am Patienten“.
Arbeitet jemand unter Euch in der Notaufnahme und kann mir
wertvolle Tipps, Voraussetzungen und Infos geben?
13 Jahre Rettungsdienst - ist aber inzwischen Vergangenheit. Die guten Zeiten in der Branche, in denen es Spaß machte, sind lange vorbei. Kostendruck, Gesetze, Gesetze, Kostendruck und nochmal Gesetze bestimmen ALLES. Kein Raum mehr für persönliche Entfaltung oder wirkliches „sich um Patienten kümmern“. Es geht um Geld und Zeit. Und selbst Patienten suchen immer mehr nach Wegen das gesundheitssystem - und damit dich! - auszunutzen.
Bleib’ lieber im kaufmännischen Bereich, deine langfristige Zufriedenheit wird größer sein!
Gruß,
MecFleih
Gruß,
MecFleih