Ich denke, daß dieser Vorstoß ins Leere
geht.Wenn im Tierreich (wie es oft vorkommt)
ein männlicher Artgenosse das Baby eines
von ihm begehrten Weibchens ermordet,
damit das Weibchen schneller in Hitze
kommt, würdest Du das Tier bestrafen
wollen? Wenn ein Mensch ein Kind
ermordert, würdest Du ihn bestrafen
wollen?Ich denke, das Beispiel zeigt, daß
Menschen grundsätzlich in Bezug auf ihre
Handlungen schuldfähig sind und sich
nicht auf die Regeln der Evolution
berufen dürfen, die das Handeln des
männlichen Tieres sinnvoll macht.
Hi Thomas,
ich bin im großen und ganzen einverstanden. Aber wir sprechen über völlig verschiedene Dinge, ich hab nichts von dem behauptet.
Ich meinte nur: Sagen wir eines kommen Besucher aus dem All, die unvorstellbar klüger sind als wir, und ganz, ganz anders – sagen wir (for the sake of the argument) sie essen z.B. nichts. Und die sagen dann: Übrigens, dass ihr bei einer Mahlzeit alles durcheinander esst, geht uns gewaltig auf den Senkel. Und coq au win und grüner Salat sind grundsätzlich verboten. Wenn ihr euch nicht daran haltet, legen wir euren Planeten in Schutt und Asche…
Ich denke, die meisten von uns wären ziemlich verblüfft. Und mir geht es genauso bei der zitierten Passage von CW.
Wenn Du nun z.B. die Aussage…
Du interpretierst ‘es ist Gottes Wunsch, dass man sich nicht scheiden…’ also in etwa als Empfehlung Gottes, wie wir am zweckmäßigsten die Gesellschaft organisieren – so etwa wie: „Die soziale Markwirtschaft mit einer starken Gewerkschaft ist das Beste was euch passieren kann, aber passt bloß auf, dass die Inflation, nicht über 5% kommt". Richtig?
Die
Einehe mit treuer und stabiler
Konfiguration über Jahrzehnte hinweg ist
eigentlich das Beste, was Kindern im
Besonderen und der Gesellschaft im
allgemeinen zustossen kann.
Wow. Das zu behaupten, halte ich aber für mehr als verwegen. Ich sehe aber auch nicht einen Fitzel an Grund dafür: Weder dass die Alternativen anderer Gesellschaftsformen (von denen uns die Ethnologie berichtet) klar schlechter sind; noch unsere bisherigen Erfahrungen damit so phantastisch ware, das wir sagen können: ‘Besser gehts nicht’. (und schon gar nicht, wenn man Gottes Rat beherzigt und sich nicht scheiden läßt - so hieß es ja ursprünglich). Und schon gar nicht, dass es die beste _wäre_, wenn wir utopistisch von ‘sozial entwickelten’ Menschen ausgehen dürfen. (Mit perfekten Menschen mach ich dir noch ganz andere Sachen).
Und der Punkt bleibt. Wenn ich die Bibel wirklich als Gottes opus magnum lesen soll (?), das seine ‘Empfehlungen’ versammelt: Für ein Gott ist’s verblüffend dünn – in der Philosophiegeschichte oder der Gesellschaftstheorie hätte er sich keinen Platz damit gesichert. (D.h nicht aufgrund des Inhalts, wohl aber aufgrund der Wirkungsgeschichte).
Viele Grüße
)))