Hallo,
eine Firma stellt ihren Mitarbeitern im Außendienst ein
Firmenfahrzeug zur Verfügung, welches der Mitarbeiter auch
privat nutzen darf. Die Firma ist sehr auf die Unversehrtheit
der Mitarbeiter bedacht und hat sich zum Ziel gesetzt, die
Sicherheit beim Autofahren zu verbessern um die derzeitige
Unfallrate von 0 selbstverschuldeten Unfällen in den letzten
drei Jahren zu verbessern.
Tolle Begründung, wie will man eine Rate von 0 Unfällen noch verbessern?
Dazu will die Firma die Fahrzeuge mit einem System ausstatten,
dass das Fahrverhalten protokolliert.
Es wird aufgezeichnet: Fahrtbeginn und Fahrtende,
Geschwindigkeitsprofil, Beschleunigungs- und Bremsvorgänge
sowie deren Intensität. Eine Positionsbestimmung soll nicht
enthalten sein.
Na ja, der eine oder andere wird seinen Fahrstil evtl. anpassen müssen.
Weiterhin erfolgt bei zu starken Beschleunigungs- und
Bremsvorgängen ein akustisches Signal.
Na ja, bei einer Notbremsung piept das Auto dann auch noch, toll.
Die Daten sollen in regelmäßigen Abständen der Firma übergeben
werden (Datenträger) und es soll das Fahrverhalten mit dem
Vorgesetzten besprochen werden.
Man könnte doch auch jetzt schon aufgrund von Reifenverschleiss, Bremsbelagsverbrauch, Spritverbrauch wirkliche Rowdies finden.
Wäre so etwas zulässig? Wo findet man entsprechende Gesetzte /
Gerichtsentscheide? Darf der Arbeitgeber die Daten speichern?
Wie ist es, wenn das Fahrzeug privat gefahren wird?
Das Fahrzeug bleibt ja Firmeneigentum, also darf man es auch in der Freizeit nicht behandeln, wie man möchte.
Vielen Dank für die Antworten!
Gruß
Achim
Problem könnte bestehen, wenn Firmenwagen auch mal von anderen Kollegen gefahren werden müssen. Da muss schnell mal jemand zur Post und hat kein Fahrzeug …
Dann würde ich mir natürlich von demjenigen unterschreiben lassen, wann er das Fahrzeug übernommen und wieder zurückgegeben hat.
Der BR wird wohl zustimmen müssen, falls es den gibt.
Ansonsten: ordentlich fahren; wenn man einen Termin nicht einhalten kann, ohne Gas zu geben, sagt man ihn eben ab oder verschiebt ihn.
Auf der Autobahn eben ordentlich 130 fahren, nicht 180 oder noch schneller. Das schont auch die Nerven und manchmal Leben. Außerdem ist man bei Tempo > 130 immer Mitschuld. Es gab schon Unfälle, da ist jemand vom Beschleunigungsstreifen gleich auf die linke Spur gefahren, von hinten fuhr ein schnelles Fahrzeug auf. Der Auffahrende bekam Mitschuld, weil nachgewiesen wurde, dass der Unfall vermeidbar gewesen wäre, wenn er 130 gefahren wäre.
Und wer gar keinen Bock auf so eine Kontrolle und Alternativen hat, verlässt eben die Firma.
Eigentlich ist es aber vernünftig, dass die Firma auf ordentliches Fahren bedacht ist. Andere Unternehmen setzen die Leute unter Druck und zwingen sie quasi indirekt zum Rasen, indem sie Termine einfach zu eng planen. Tickets lassen sie natürlich die AN zahlen.
Viele Grüße
Holygrail