Die Brüder A und B haben ein Haus zu je 50% von ihren Eltern geerbt. Seit vielen Jahren bestehen Geldstreitigkeiten/Neid zwischen den beiden, weil A durch viel Arbeit gut verdient, B dagegen nicht viel - es aber auch nicht einsieht, mehr zu arbeiten, er geht lieber ins Schwimmbad oder macht Urlaub. B will das Haus auf jeden Fall zu Geld machen und drängt A, einen Immobilienmakler einzuschalten, dem A zögernd nachgibt und einen Makler einschaltet. Einen Verkauf an A lehnt B ab, ausserdem würde A ungern sein Geld B geben: B spricht immer wieder vom großen Urlaub in der Karibik, denn er hat ja „groß geerbt“, wie er vor gemeinsamen Freunden tönt. [B würde öfter auch A gegenüber betonen, dass er dies nun mit dem Geld von A machen würde und dieser müsse nun das Haus abbezahlen und daran arbeiten während B in Urlaub fährt (diese Einstellug von B bestätigen auch gemeinsame Freunde, dies ist also keine Übertreibung!)]
Einen Hausgutachter lehnt B ab, er wisse, wieviel das Haus wert sei.
Hauptsächlich A und seine Frau pflegen das Haus, damit es nicht verfällt (Aussenanlagen/Garten, Heizung, Wartungsarbeiten), so wie sie sich auf vorher schon fast allein um die kranke Mutter gekümmert hatten, die noch im Haus lebte.
Nach einem Jahr - der Immobilienmakler hat schon ein paar Interessenten mitgebracht und der Preis ist um 12% gesunken - überlegt sich A wieder, doch das Haus von B zu kaufen: er hängt einfach an dem Haus und möchte mit seiner Frau einziehen.
Er bietet B mehrfach an, das Haus zu kaufen, schlussendlich dieselbe Höhe, den bereits Interesseten geboten hatten (B hatte zu dem Betrag mündlich eingewilligt, die Interessenten waren aber wieder abgesprungen). B willigt telefonisch ein und meint, man solle sich einmal persönlich dazu besprechen und den Makler zum nächstmöglichen Termin kündgen.
Eine Woche später - das Gespräch hat noch nicht stattgefunden und der Maklervertrag konnte qua Frist noch nicht gekündigt werden - meint B vor gemeinsamen Freunden (A und seine Frau sitzen dabei), A müsse mal „seinen“ Makler anrufen, der Preis müsse im Internet wieder um zehntausend angehoben werden. Jeden Tag stehe ein Doofer auf, der das Haus für einen hohen Preis kaufen würde, dieser müsse nur gefunden werden.
A und seine Frau sind fassungslos, auch als B wieder zwei Wochen später in einem gemeinsamen Gespräch zwischen A und B nebenbei meint, man könne ja bei der Immobilien- und Geldkrise abwarten, bis die Preise wieder steigen: er habe ja Zeit.
Dass
- die Immobilie von Tag zu Tag weniger wert ist, weil sie verfällt und im Internet zum „Ladenhüter“ wird bei dem sich potentielle Käufer wundern, warum es denn immer noch nicht gekauft wurde und
- der Zinsverlust, der damit einhergeht, enorm ist (wenn das Geld auf der Bank wäre, würde es rd. 300€/Monat an Zinsen abwerfen, und das bei den momentan sehr niedrigen Zinsen) ist für ihn irrelevant/sieht er nicht. Denn der Preis für das Haus werde ja wieder steigen: man müsse nur einen Doofen finden und auf ihn warten. Wie gesagt, er habe ja Zeit. (!Dieser Zustand ist leider keine Karikatur!)
Hauspflege? Irrelevant: A macht es ja.
Er scheint die Machtposition, die er nun über A hat, richtiggehend zu geniessen, um ihn immer wieder hinzuhalten und weiter zu zermürben.
Nun zu den Fragen:
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Was kann A tun, um das Haus zu bekommen, ohne „vor die Hunde“ zu gehen und einen völlig ungerechtfertigten Preis für das Haus zu zahlen? So wie A das sieht, wird B immer arroganter, denn mit dem „Doofen“ war eindeutig A gemeint.
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Auch wenn bspw. Öl für das Haus gekauft werden muss, meint B, nicht die 50% davon zahlen zu müssen: A habe ja Geld um dies zu kaufen, B dagegen nicht. Ist so etwas von B einklagbar, um zu verhindern, dass im Winter Rohre platzen und der Wert des Hauses dadurch noch weiter fällt?
A ist bereits am überlegen, nun B gegenüber zu betonen, dass er seinen Hausanteil nun gar nicht mehr verkaufen werde - mal sehen, wer den längeren Atem habe.
Eine weitere Überlegung wäre, einfach in das Haus einzuziehen, (A und Frau zahlen für die z.Zt. bewohnte Wohnung Miete und haben so einen doppelten finanziellen Verlust). Das wäre aber nicht gerade „die feine Art“ und würde sich in einen weiteren Psychokrieg ausweiten.
- Wäre dann an den Bruder Miete fällig? Dafür dass „sein“ Haus erhalten und gepflegt wird?
Wie bereits gesagt: A wäre bereit, einen angemessenen Preis für die Haushälfte von B zu zahlen, aber eben keinen Phantasiepreis.
Ja, dieser Fall ist recht kompliziert, aber hat jemand vielleicht eine Idee oder einen Ratschlag? A und seine schwangere Frau wissen nicht mehr weiter…

