Hallo,
bei einer Diskussion vertrat ein Beteiligter die Meinung, dass alle Waffen-SS Leute Mitglieder der NSDAP waren. Mir kam das etwas falsch vor, da ab 1943 auch normale Wehrpflichtige zur Waffen-SS einberufen wurden, so z. B. die „malgré nous“ oder andere die einfach dorthin versetzt wurden. Im Internet fand ich, dass 17% der in die Waffen-SS eintretenden Personen auch NSDAP-Mitglieder waren. Ob das sich im Lauf der Zeit änderte, entzieht sich meiner Kenntnis.
Gibt es irgendwo im Internet etwas dazu oder kennt sich jemand damit aus?
Gruss
Rainer
Hallo,
nein alle wahren nicht bei der NSDAP, mitte des 2WK bestanden viele SS Abteilungen aus ausländern. Sprich Inder, Franzosen, Polen, Russen, uvm. Und die gehörten ganz sicher nicht zur NSDAP. Nach dem was mein Opa mir erzählt hat, war auch bekannt das später meist Gebildete Leute bei der NSDAP wahren, sprich die Offiziere (natürlich auch andere). Bei der SS handelte es sich um eine Truppe, die Jedermann beitreten konnte der sportlich tauglich und unabhängig der Klassengesellschaft und der Bildung war. Wie mein Opa damals, war der Intresse über Politik nicht sehr groß.
Ich beziehe diese Information von meinem Opa, der selber bei der SS war.
Ich hoffe ich konnte dir helfen.
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hi,
Ich beziehe diese Information von meinem Opa, der selber bei
der SS war.
Hat er’s damals überlebt?
Interessant!
Grüße
…
Ja hat er, er ist aber vor 6 Jahren gestorben. Leider !
Ja hat er
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hallo Daniel,
nein alle wahren nicht bei der NSDAP, mitte des 2WK bestanden
viele SS Abteilungen aus ausländern.
Ich finde die Frage verweist auf einen oft vernachlässigtes Charateristikum des NS-Regimes. Nämlich darauf, dass vieles im Vagen und Unklaren gelassen wurde. Die „Schutzstafel“ war zwar einerseis eine Gliederung der Partei und andererseits auch „mehr“, nämlich eben der vielzitierte „Orden“ für gegenwärtige Gewalt- und Machtgebrauchszwecke sowie für kommende „Aufartungsprojekte“.
Wichtig finde ich ist, dass das NS-Regime ja nicht in erster Linie ein „NSDAP-Staat“ war, sondern ein „Führer-Staat“. Insofern würde ich die SS auch eher unmittelbar an Hitler dran verortet sehen und nicht etwa an Hess oder seinem Nachfolger „Reichsleiter“ Bormann. Wenn die SS schon von Himmler kaum was gehalten hat, dann von anderen unter Hitler erst recht wohl kaum. Die Frage der NSDAP-Zugehörigkeit scheint in eigenartiger Weise in der Luft zu hängen mit der Möglichkeit, sie je nach Opportunität zu handhaben. Also sicher nicht, um sie in irgendwelchen Parteifragen „mitsprechen“ zu lassen, wohl aber um sie z.B. bei Bedarf als „Bataillone der Partei“ herzeigen zu können. Dafür war die viel zahlreichere SA eben gerade zu unansehnlich und unverträglich mit dem ja keineswegs aufgelösten Staatsapparat, den es zwar auch noch gab, der aber nicht viel „zu bestellen hatte“ wie Goebbels sich auszudrücken pflegte.
Für die Auslandsverbände gab es teilweise einen Sonderstatus als „Waffengrenadierdivisionen“ und eben nicht als „SS-Divisionen“, damit das ganze nicht aus Versehen zu sehr wie Multi-Kulti aussah. Ein wichtiges Axion von Hitler war ja, dass der NS kein „Exportartikel“ sein sollte, selbst dort nicht, wo sich eine gewisse Nachfrage regen mochte.
Sprich Inder, Franzosen, Polen, Russen, uvm. Und die gehörten ganz sicher
nicht zur NSDAP.
Ausgerechnet die Inder gingen rassistisch als „Arier“ durch, (wenn man also sagen würde, „Arbeitsplätze nur für Arier“ dann hätten wir mit der Parole „Inder statt Kinder“ auf den kniffeligen Programmierjobs…) während es über die verbündeten Russen schon eine enorm abschätzige Meinung gab. Aber immerhin 1,5 Millionen „nichtdeutscher Waffenträger“ soll es nach neuester Zählung im Osten gegeben haben, und das obwohl Hitler das anfänglich kategorisch unteragt hatte. Der „Führerstaat“ mußte sich also auch dem einen oder anderen „Sachzwang“ beugen.
Nach dem was mein Opa mir erzählt hat, war auch bekannt
das später meist Gebildete Leute bei der NSDAP wahren, sprich
die Offiziere (natürlich auch andere). Bei der SS handelte es
sich um eine Truppe, die Jedermann beitreten konnte der
sportlich tauglich und unabhängig der Klassengesellschaft und
der Bildung war. Wie mein Opa damals, war der Intresse über
Politik nicht sehr groß.
Es gab so etwas wie das Ideal eines „Militärathletentums“, wobei von Anfang an SS-Leute zur strikter Zurückhaltung und Neutralität bei allen NSDAP-internen Streitereien verpflichtet waren, im Gegensatz zur SA, die ja in gewisser Weise ein Dauersorgenkind war und jede Weile mit der Selbstbolschewisierung drohte. Dass man überhaupt noch über irgendetwas unterschiedlicher Meinung sein konnte und nicht ein fach alle alles gleich „empfanden“ galt an sich schon als Relikt der zu überwindenden Epoche. Die SS war insofern nicht nur Elite sondern auch eine Avantgarde dieser Utopie, als sie politisch, also „innerparteipolitisch“ ein „Eunuch“ zu sein hatte. „Geistig befruchten“ durfte nur der Chef und alles andere störte in dieser Gedankenwelt. Z.B. galt es als verheerend, wenn jemand versuchte eine Hitlerrede zusammenzufassen. Sowas wurde oft verboten, weil man Akzentverschiebungen an dem „Gesamtkunstwerk“ befürchtete und dass dann womöglich eine „jüdische Herumdiskutiererei“ unter den wackeren Recken im Gau ausbrechen könnte.
Ich finde mit der Waffen-SS ist es wie mit Leni Riefenstahl. Man kann natürlich sagen. „Ich habe nur Kunst gemacht“, und „Meine Kunst war halt die Kriegskunst“. Wenn jemand damit keine Probleme hat, dann würde ich auch nicht versuchen ihm welche einzureden. Nur als Erziehungsberechtigter ist so jemand vielleicht dann nicht gerade das Non Plus Ultra.
Von dem Unterschied zwischen Sport bzw. Kunst auf der einen Seite und Politik und Krieg auf der anderen Seite sollte man nach der Erfindung der Olympischen Spiele doch einen gewissen Begriff haben. Sonst wäre ja all die bildhauerische und sonstige Griechenbegeisterung völlig umsonst gewesen.
Der Achill in der Trojaverfilmung ist so ein „unkritischer Helkdenttyp“ bzw. Sportskamerad. Die offiziellen Kriegsgründe kennt er durchaus und findet sie sogar doof, aber als Höhere Zoffgelegenheit will er sie dann doch nicht beiseite lassen, wenigstens nicht nachdem ihm Odysseus das beigebogen hat…
Gruß,
Thomas