Mittäterschaft oder Beihilfe?

Hallo Leute,
ich bin verwirrt und hoffe deshalb auf eure Hilfe…

und zwar geht es um folgenden kurzen Fall:
A möchte C mit einem Knüppel schlagen, B gibt ihm den Knüppel, in dem Wissen, das A C schlagen möchte. A fügt C eine schwere Kopfwunde zu.

Meine Frage, hat B sich der Mittäterschaft oder der Beihilfe schuldig gemacht? und warum?

vielen Dank schonmal,
cheers Jessica

Die Frage lässt sich so nicht beantworten. Es gibt in der Rechtslehre und der Rechtswissenschaft verschiedene Ansätze, nach denen das beurteilt wird. Aber die Kriterien gehen aus deiner Frage nicht hervor. Nach der Rechtsprechung kommt es vor allem darauf an, ob derjenige Täter oder nur Teilnehmer sein wollte. Nach der Lehre ist maßgeblich, ob der fragliche Beteiligte (jedenfalls funktionale) Tatherrschaft hatte (und zwar vom Vorsatz getragen), das heißt, er müsste in der Lage sein, das Geschehen nach seinem Willen vorantreiben oder zu hemmen. In jedem Fall wäre für Mittäterschaft aber ein gemeinsamer Tatplan erforderlich.

Wenn es keine weiteren Anhaltspunkte gibt, wäre dein Fall m.E. nach dem Zweifelssatz zu entscheiden, so dass der Beteiligte nur Gehilfe wäre, weil er eine fremde Tat gefördert hat.

Levay

hey Levay,
danke erstmal für die antwort!!
ich stelle fest, meine kurz-darstellung war wohl nicht ausreichend. ich wollte aber nicht den richtigen fall ins netz stellen…

sehr viel mehr info habe ich aber leider auch nicht.

im original lautet er folgendermaßen und ist der erste teil des tatkomplexes…( leider ist das nicht die schwierigste frage daraus…)

„Nach etwa zehn Minuten kommen beide (Ehemann K und Ehefrau E) an einem Seniorenheim vorbei. „Rück mal ne Banane raus“, sagt K zu E, „mal sehen, ob man die Rentner hier nicht ein bisschen flottmachen kann.“ E versteht. Sie gibt ihm lachend eine Banane, K schält diese und wirft die Schale in hohem Bogen mitten auf den Bürgersteig. „Banana skating“, sagt er, „für unsere älteren Mitbürger, kostenlos“. (Elfriede findet ihn hinreißend komisch.)“

es ist also die frage, ob hier ein gemeinsamer tatplan vorliegt, wobei ja wahrscheinlich von der tatherrschaftslehre ausgegangen werden sollte, oder? reicht es für einen gemeinsamen tatplan aus, dass E das vorhaben des K versteht und den K „hinreißend komisch“ findet?

cheers Jessica

es ist also die frage, ob hier ein gemeinsamer tatplan
vorliegt

Eben, und wenn das nun eine studentische Hausarbeit sein sollte, kann ich die Frage hier unmöglich genauso umfangreich beantworten, wie man sie in der Arbeit beantworten muss. Du wirst dir ein Aufbauschema raussuchen und Punkt für Punkt abarbeiten müssen. An dem gemeinsamen Tatplan hätte ich hier aber eher weniger Zweifel.

wobei ja wahrscheinlich von der tatherrschaftslehre
ausgegangen werden sollte, oder?

Nein, man sollte alle Theorien aufführen und ihre Relevanz für den Fall darlegen; zwischen der herrschenden Lehre und der Rechtsprechung kommt gerade bei der Frage der Abgrenzung Täterschaft oder Teilnahme meistens zum selben Ergebnis, dann kann der Streit dahinstehen.

reicht es für einen
gemeinsamen tatplan aus, dass E das vorhaben des K versteht
und den K „hinreißend komisch“ findet?

Das ist doch gar nicht alles, was sie tut; sie gibt ihm doch die Banane.

Levay

es ist also die frage, ob hier ein gemeinsamer tatplan
vorliegt

Eben, und wenn das nun eine studentische Hausarbeit sein
sollte,

ja, ist es :wink: zumindest ein kleiner teil davon…

wobei ja wahrscheinlich von der tatherrschaftslehre
ausgegangen werden sollte, oder?

Nein, man sollte alle Theorien aufführen und ihre Relevanz für
den Fall darlegen; zwischen der herrschenden Lehre und der
Rechtsprechung kommt gerade bei der Frage der Abgrenzung
Täterschaft oder Teilnahme meistens zum selben Ergebnis, dann
kann der Streit dahinstehen.

nagut, also auf jedenfall einen theoriestreit führen

reicht es für einen
gemeinsamen tatplan aus, dass E das vorhaben des K versteht
und den K „hinreißend komisch“ findet?

Das ist doch gar nicht alles, was sie tut; sie gibt ihm doch
die Banane.

ok, ich werd das mit dem aufbauschema mal machen, und probieren, was rauskommt.

vielen, vielen dank für all die mühe!!

tc,
Jessica