Mittagsbetreuung/Grundschule (Doppel-Posting)

Mein Sohn kommt in die zweite Klasse; bisher fand an seiner Schule der sog. rhythmisierende Grundschulunterricht statt.
Dieser Versuch läuft leider aus. Dadurch stellt sich uns das Problem einer Mittagsbetreuung an der Schule. Die Rektorin sagt, das müßte von einer noch zu gründenden Elterninitiative organisiert und von den Eltern bezahlt werden; einen Raum hat sie angeblich auch nicht, den sie zur Verfügung stellen könnte.
Wo bleibt dennn dann der Anteil der Schule, bzw. der Kommune? Ist das rechtens? Wo kann man sich erkundigen (es geht um eine bayerische Schule)? Da wird in der Politik groß getönt und dann das. Wer hat schon einen Job, bei dem er um 11:30 Uhr zuhause sein kann?

Vielen Dank im voraus
Alexander

Hallo Alexander,

das Problem kenne ich nur zu gut… Aber rechtlich lässt sich da wohl kaum etwas machen.

Es bleiben da nur zwei Möglichkeiten:

  1. Du schickst Dein Kind auf eine Ganztagsschule mit der Möglichkeit des Mittagessens (extrem rar gesät).

  2. Dein Sohn geht in eine der Schule nahe gelegene Kita mit Hortbetreuung.

Viele Grüße
Jana (die auch voll arbeitet und auf den Hort angewiesen ist)

Hallo Alexander,

Bei uns in Baden-Württemberg ist das so, dass die Stadt eine sog. Kernzeitbetreuung in der Grundschule anbietet (fast überall). D.H. von 7.00 Uhr bis 9.30 Uhr und von 11.30 Uhr bis 14 Uhr.
Frage doch mal bei deiner Stadt- oder Ortsverwaltung nach, ob es dort ebenfalls so etwas gibt, oder ggf einen Hort?

Schönen Gruß
Manfred

Hallo Alexander,

das Problem mit der Mittegsbetreuung an bay. Grundschulen ist ja bekannt. Die gesicherte Betreuung bis 14.00 Uhr soll privatrechtlich organisiert werden. Das geht so:

  1. am besten über den Elternbeirat oder Rektorat eine Umfrage an alle Eltern verteilen lassen, wer denn im nächsten Schuljahr eine Kinderbetreuung bis 14 Uhr benötigen wird. Hilfreich ist es auch, im Kindergarten wg. der ABC-Schützen einen diesbezüglichen Aushang zu machen.

  2. Wenn sich genügend Kinder (es sollten mindesten 6 sein) gefunden haben, sollte zunächst ein privatrechtlicher Verein zur Mittagsbetreuung gegründet werden. Dazu braucht ihr insgesamt 7 Personen. Fördermitglieder sind auch ganz hilfreich.

  3. Wenn das alles organisiert ist, muss die Schule euch eigentlich dann einen Raum zur Verfügung stellen. Wenn sich die Schulleiterin weigert, dann hilft es auch, entweder den Schulaufwandsträger (Gemeinde) und/oder den Schulrat einzuschalten. Aber besser nochmal mit ihr reden.

  4. Wenn die Betreuung bis 30.09. organisiert ist, dann bekommt der Verein vom KuMi pro Halbjahr einen Zuschuss von ca. 3100EUR (waren mal 6000,-DM früher). Der Restbetrag der Kosten muss dann über Beiträge reingeholt werden. Der Verein stellt von sich aus die Betreuer ein!!!, meistens als 325,-EUR-Jobs. Es empfiehlt sich, Fachpersonal mit einer pädagogischen Ausbildung zu nehmen. In jedem Dorf git es Kindergärtnerinnen oder ErzieherInnen, die gerade nicht berufstätig sind und es entweder als Nebenjob machen werden oder als Wiedereinstieg in den Beruf. Bitte beachtet, dass der Verein dann als Arbeitgeber fungiert. In manchen Gemeinde wird die Lohnabrechnung auch von der Gemeinde übernommen.

  5. Die Mittagsbetreuung ist k e i n e Hausaufgabenbetreuung. Bitte beachtet, wenn Ihr auch ein Essen anbieten wollt, dass die nötigen Gesundheitszeugnisse vorliegen.

  6. Oberstes Gebot dabei: Wenn man eine Mittagsbetreuung haben will, weil man sie unbedingt braucht, muss man es einfach selber in die Hand nehmen und organisieren, sonst geht es nicht. Wenn alles reibungslos klappt, dann wird sowieso mit der Zeit ein Selbstläufer draus.

Grüße
Michael