Kennt jemand Gerichte / Rezepte aus dem Mittelalter bzw.
typische Gänge die die Menschen im Mittelalter gegessen haben?
Auch guten Tag.
In erster Linie wurde gegessen, was der heimische Boden so hergab. Das waren Erbsen, Bohnen, Linsen, Kohl, Rüben und Zwiebeln sowie alles, was sich mit ein wenig Fantasie aus Mehl und Wasser herstellen lässt. Brot wurde aus Getreide(abfällen) oder Zwiebeln gebacken. Fleisch gab es selten, nicht nur, weil teuer, sondern auch, weil so ab 30+ a) die Zähne rar wurden und b) die Konservierungsmöglichkeiten begrenzt waren. Salz war nicht ohne weiteres verfügbar, man konnte aber nix einfrieren, sondern nur trocknen oder einsalzen. An Fisch zu kommen, war nicht so ganz legal möglich, da die Fischfangrechte ähnlich restriktiv gehandhabt wurden wie das Jagdrecht (allerdings mit der Einschränkung, dass einfache Leute Fischer werden durften).
Die Viehhaltung beschränkte sich, je nach den Bodenverhältnissen, auch meist auf Schafe und/oder Ziegen - Rinder waren, wenn der „normale Bauer“ tatsächlich solche hatte (und dann war er schon eher dem niederen Adel zuzurechnen), als Nutztiere (zum Pflügen bspw.) viel zu wertvoll, um sie einfach zu schlachten und zu verspachteln. Abgesehen davon waren die meisten Rinderrassen auch wesentlich kleiner als unsere heutigen Turbomichaelmuhmachers. Pferde konnte sich der einfache Mann schon gar nicht leisten. Schweinehaltung war wegen der Ernährung ein Problem : Schweine sind Nahrungskonkurrenten des Menschen, also erfordert ihre Haltung einen gewissen Überfluss an Lebensmittel(abfälle)n. Eine Ziege kann zur Not auch mal einen strengen Winter mit Heu und Baumabfällen überstehen - ein Schwein stellt doch etwas höhere Ansprüche.
Vögeln (lach nicht! das war im Mittelalter gleichbedeutend mit „Vögel fangen“! kannst Du in Dein Referat als kleinen Gag mit einbauen!) durfte auch nur der Adel oder aber ein von diesem Beauftragter; bestenfalls waren Hühner (ebenfalls kleiner und anspruchsloser, aber auch weniger „ertragreich“ als heute) oder Gänse als Eigentum einer Dorfgemeinschaft verfügbar. Ein Huhn wanderte aber auch erst in die Suppe, wenn niemand mehr lebte, der sich an das entsprechende Ei erinnerte
also, wenn es zu nix mehr zu gebrauchen war denn Brühe.
Der überwiegende Anteil der täglichen Nahrung, und zwar meine ich das im Bereich von über 95%, war aber das Gemüse und Getreide aus dem ersten Absatz; alles andere war an 360 von 365 Tagen schon eine Gnade.
Gruß Eillicht zu Vensre