Hallöchen!
Ich frage mich gerade wie sich wohl die Menschen ihren Glauben an eine göttliche Macht erklären. Also die Frage nach dem Grund des Bedürfnisses an etwas religiöses glauben zu wollen.
Auf die schnelle fallen mir da ein paar Gründe ein:
Mann glaubt weil es alle tun und man es nicht anders kennt. Meist bieten Religionen einfache Antworten auf vielschichtige Zusammenhänge.
Oder es ist ein logischer Schluß an Gott zu glauben weil es letztendlich keine andere Erklärung für Mensch und Materie gibt.
Die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod ist sicher für viele der wahre Grund, obwohl ich mich ab und zu frage ob das wirklich so toll sein kann in alle Ewigkeit zum exestieren verurteilt zu sein…
Aber vielleicht liegt es auch in der Natur des Menschen an etwas stärkeres zu glauben was ihm freundlich gesonnen ist.
Gute Nacht! 
Vergleichen, d. h. lesen Sie dazu:
Sigmund Freud: Das Unbehagen in der Kultur.
Eine Lektüre, die einigen, die sich auf dieser Seite umtun, gut täte.
Beste Grüße
Fritz Ruppricht
Hallo
Ich frage mich gerade wie sich wohl die Menschen ihren Glauben
an eine göttliche Macht erklären. Also die Frage nach dem
Grund des Bedürfnisses an etwas religiöses glauben zu wollen.
Wie wäre es mit:
Es existiert eine göttliche Macht und bei allen Menschen existiert eine unbewusste Verbindung dorthin, die das Sehnen und Vermuten einer solchen auslöst.
Guten Morgen
Thomas
Jaja…
„Meine absolut herausragendste Fähigkeit ist aber die Bescheidenheit“…
MfG
Antje
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Hallo,
Menschen glauben an etwas, weil es so wunderbar einfach ist. Mit dem Glauben an Gott/Götter/Geheimgesellschaften etc. kann man alles erklären, ohne sich die Mühe zu machen, Ursachen zu erkennen oder irgendetwas vernünftig zu begründen.
Gruss
Peter
Menschen glauben an etwas, weil es so wunderbar einfach ist.
Mit dem Glauben an Gott/Götter/Geheimgesellschaften etc. kann
man alles erklären, ohne sich die Mühe zu machen, Ursachen zu
erkennen oder irgendetwas vernünftig zu begründen.
und von der Verpflichtung zu verantwortungsbewusstem Handeln und Verhalten ist man auch entbunden.
Gruß
Johannes
wie könnt Ihr es wagen, die Feigheit des Menschen und seine Flucht aus der Verantwortung so schonungslos aufzuzeigen!
einer der Gründe, warum das Dritte Reich so erfolgreich bei der Bevölkerung war und immer noch weltweit ist: man kann alle Verantwortung und alles Denken einem einzigen übergeben. Nach diesem Strickmuster funktionieren alle Religionen (die alle ohne Ausnahme von Menschen erfunden wurden)und totalitäre Staaten.
Grüße
Raimund
Hallo Raimund,
wie könnt Ihr es wagen, die Feigheit des Menschen und seine
Flucht aus der Verantwortung so schonungslos aufzuzeigen!
einer der Gründe, warum das Dritte Reich so erfolgreich bei
der Bevölkerung war und immer noch weltweit ist: man kann alle
Verantwortung und alles Denken einem einzigen übergeben. Nach
diesem Strickmuster funktionieren alle Religionen (die alle
ohne Ausnahme von Menschen erfunden wurden)und totalitäre
Staaten.
Leider ist es nicht so leicht, weil es im Bereich Religion und Glauben kein Vakuum gibt.
ALLE Menschen glauben an irgend was;
das Vaterland, die Macht der Sterne, Außerirdische, Gott Mammon, 1.FC Bayern München usw… Die wichtigste und populärste Religion ist die Anbetung des eigenen Egos.
Bei der letzen Variante übergibt man sein Denken und seine Verantwortung nicht anderen, sondern verneint einfach seine Verantwortung. Man hat Rechte und keine Pflichten.
Beweiß? Frage dich selber, ob es Dinge gibt, die du gerne tun würdest und die du nicht tust. Nicht weil du Konsequenzen fürchten müßtest (z.B. strafrechtliche Verfolging), sondern weil sie deinen eigenen Prinzipien widersprechen.
Weiterer Punkt.
Obwohl die Religion in den letzten Jahrzehnten stark an Einfluß verliert, habe ich nicht den Eindruck, daß die Menschen liebevoller miteinander umgehen.
Gruß
Carlos
„Meine absolut herausragendste Fähigkeit ist aber die
Bescheidenheit“…MfG
Antje
Auch für Bescheidene lohnt die Lektüre!
Beste Grüße
Fritz Ruppricht
Meinen Kommentar nicht verstanden? Auch gut.(o.T.)
.
Schon mal was von Ironie gehört?
Da mein Lektüretipp weiter unter offensichtlich wenigsten von einer Person missinterpretiert wurde, möchte ich, obwohl entfernt Freudianer oder Anhänger der Psychoanalyse zu sein, noch einmal mit Ernsthaftigkeit auf diesen Aufsatz Freuds hinweisen, der die hier angesprochenen Fragen - freilich in seiner Terminologie - so umfassend behandelt, wie man sie in dieser Gedrängtheit nicht oft findet. Diese Lektüre könnte auch helfen, eine gemeinsame Diskussionsbasis zu errichten.
Hier eine Kostprobe, bei der ich einschlägige Sätze aneinanderreihte.
Fritz Ruppricht
Aus: Sigmund Freud,
Das Unbehagen in der Kultur
Der Säugling sondert noch nicht sein Ich von einer Außenwelt als Quelle der auf ihn einströmenden Empfindungen.
Ursprünglich enthält das Ich alles, später scheidet es eine Außenwelt von sich ab.
Für die religiösen Bedürfnisse scheint mir die Ableitung von der infantilen Hilflosigkeit und der durch sie geweckten Vatersehnsucht unabweisbar, zumal da sich dies Gefühl nicht einfach aus dem kindlichen Leben fortsetzt, sondern durch die Angst vor der Übermacht des Schicksals dauernd erhalten wird.
… was sie vom Leben fordern, in ihm erreichen wollen. Die Antwort darauf ist kaum zu verfehlen: sie streben nach Glück, sie wollen glücklich werden und so bleiben.
Es ist einfach das Programm des Lustprinzips, das den Lebenszweck setzt. … und doch ist sein Programm im Hader mit der ganzen Welt, mit dem Makrokosmos ebenso wohl wie mit dem Mikrokosmos. Es ist überhaupt nicht durchführbar, alle Einrichtungen des Alls widersprechen ihm; man könnte sagen: die Absicht, dass der Mensch „glücklich“ sei, ist im Plan der „Schöpfung“ nicht enthalten.
Kein Wunder, wenn unter dem Druck dieser Leidensmöglichkeiten die Menschen ihren Glücksanspruch zu ermäßigen pflegen, wie ja auch das Lustprinzip selbst sich unter dem Einfluss der Außenwelt zum bescheideneren Realitätsprinzip umbildete, wenn man sich bereits glücklich preist, dem Unglück entgangen zu sein, das Leiden überstanden zu haben, wenn ganz allgemein die Aufgabe der Leidvermeidung die der Lustgewinnung in den Hintergrund drängt.
Die Art der Leidabwehr greift nicht mehr am Empfindungsapparat an, sie sucht der inneren Quellen der Bedürfnisse Herr zu werden. In extremer Weise geschieht dies, indem man die Triebe ertötet …
Eine andere Technik der Leidabwehr bediente sich der Libidoverschiebung … Die Sublimierung der Triebe leiht dazu ihre Hilfe. => Kunst
Die Schwäche dieser Methode liegt aber darin, dass sie nicht allgemein verwendbar, nur wenigen Menschen zugänglich ist.
Hier wird der Zusammenhang mit der Realität noch mehr gelockert, die Befriedigung wird aus Illusionen gewonnen, die man als solche erkennt, ohne sich durch deren Abweichung von der Wirklichkeit im Genuss stören zu lassen. Doch vermag die milde Narkose, in die uns die Kunst versetzt, nicht mehr als eine flüchtige Entrückung aus den Nöten des Lebens herbeizuführen und ist nicht stark genug, um reales Leid vergessen zu machen.
Energischer und gründlicher geht ein anderes Verfahren vor, das den einzigen Feind in der Realität erblickt, die die Quelle des Leids ist, mit der sich nicht leben lässt, mit der man darum alle Beziehungen abbrechen muss, wenn man in irgendeinem Sinne glücklich sein will. Der Eremit kehrt dieser Welt den Rücken, er will nichts mit ihr zu schaffen haben. Aber man kann mehr tun, man kann sie umschaffen wollen, anstatt ihrer eine andere aufbauen, in der die unerträglichen Züge ausgetilgt und durch andere im Sinne der eigenen Wünsche ersetzt sind.
Wer in verzweifelter Empörung diesen Weg zum Glück einschlägt, wird in der Regel nichts erreichen; die Wirklichkeit ist zu stark für ihn. Er wird ein wahnsinniger, der in der Durchsetzung seines Wahns meist keine Helfer findet. Es wird aber behauptet, dass jeder von uns sich in irgendeinem Punkt ähnlich wie ein Paranoiker benimmt, eine ihm unleidliche Seite der Welt durch eine Wunschbildung korrigiert und diesen Wahn in die Realität einträgt. Eine besondere Bedeutung beansprucht der Fall, dass eine größere Anzahl von Menschen gemeinsam den Versuch unternimmt, sich Glücksversicherungen und Leidensschutz durch wahnhafte Umbildung der Wirklichkeit zu schaffen. Als solchen Massenwahn müssen wir auch die Religionen der Menschheit kennzeichnen. Den Wahn erkennt natürlich niemals, wer in selbst noch teilt.
Die Religion beeinträchtig dieses Spiel der Auswahl und Anpassung (der individuellen Wünsche an die Wirklichkeit [Anmerk. des Abschreibers]), indem sie ihren Weg zum Glückserwerb und Leidensschutz allen in gleicher Weise aufdrängt. Ihre Technik besteht darin, den Wert des Lebens herabzudrücken und das Bild der realen Welt wahnhaft zu entstellen, was die Einschüchterung der Intelligenz zur Voraussetzung hat. Um diesen Preis, durch gewaltsame Fixierung eines psychischen Infantilismus und Einbeziehung in einen Massenwahn gelingt es der Religion, vielen Menschen die individuelle Neurose zu ersparen.
Aber kaum mehr; es gibt, wie wir gesagt haben, viele Wege, die zu dem Glück führen können, wie es dem Menschen erreichbar ist; keinen, der sicher dahin leitet. Auch die Religion kann ihr Versprechen nicht halten. Wenn der Gläubige sich endlich genötigt findet, von Gottes „unerforschlichem Ratschluss“ zu reden, so gesteht er damit ein, dass ihm als letzte Trostmöglichkeit und Lustquelle im Leiden nur die bedingungslose Unterwerfung übriggeblieben ist. Und wenn er zu dieser bereit ist, hätte er sich wahrscheinlich den Umweg ersparen können.
Hallo Raimund,
Dein Artikel verdient eine Goldmedaille. Diese Tatsache von der bequemen Übergabe von Verantwortung spielt vor Allem im Vatikan eine grosse Rolle. Möchte noch eins draufgeben in Sachen : Wie entstehen Religionen. Die Angst vor dem Ungewissen (z.B. Tod),ist die Mutter aller Religionen.
Mit Gruss : engelhard
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
wie könnt Ihr es wagen, die Feigheit des Menschen und seine
Flucht aus der Verantwortung so schonungslos aufzuzeigen!
einer der Gründe, warum das Dritte Reich so erfolgreich bei
der Bevölkerung war und immer noch weltweit ist: man kann alle
Verantwortung und alles Denken einem einzigen übergeben. Nach
diesem Strickmuster funktionieren alle Religionen (die alle
ohne Ausnahme von Menschen erfunden wurden)und totalitäre
Staaten.
Grüße
Raimund
Ist der Text von dem gleichen Raimund, der ungeniert mit Leuten Geschäfte macht, die das „Dritte Reich“ und „den Führer“ verherrlichen? Der Raimund, dem es egal ist, welche Einstellung die Leute haben, solange sie ihre Beiträge zahlen (sinngemäß)? (siehe unter „von Goethe und Götzen“) Das überrascht mich jetzt aber doch sehr.
mfg Sylvia
Hallo Sylvia,
Ist der Text von dem gleichen Raimund, der ungeniert mit
Leuten Geschäfte macht, die das „Dritte Reich“ und „den
Führer“ verherrlichen? Der Raimund, dem es egal ist, welche
Einstellung die Leute haben, solange sie ihre Beiträge zahlen
(sinngemäß)? (siehe unter „von Goethe und Götzen“) Das
überrascht mich jetzt aber doch sehr.
Für einen Christen sollte es selbstverständlich sein, daß er auch in seiner Berufsarbeit nur Dinge tut, die er mit seinem Gewissen vereinbaren kann. Diese Entscheidungen sind bei jemand, der in der freien Wirtschaft arbeitet oft sehr schwierig, weil diese Entscheidungen gelegentlich die eigene Existenz betreffen.
Wenn Raimund sich weigert seinen Job zu machen, kann es passieren, daß er sich nach einen neuen umsehen muß. Dies passiert einem Lehrer nicht ganz so schnell.
Haben Menschen mit nationalsozialistischer Einstellung ein Recht auf eine Krankenversicherung? Wenn ja, dann muß sie irgendjemand die entsprechende Dienstleistung anbieten.
Frage an dich Sylvia; wenn einer deiner Schüler sich klar als Faschist zu erkennen gibt, aber keine Straftaten begeht, würdest du ihn aus deiner Klasse schmeißen. Selbst wenn dein Rektor sagt, daß dieser Junge ein Anrecht auf den Unterricht hat.
Bisher habe noch nie davon gehört, daß dies irgendwo geschehen ist. Es würde den Lehrer ja auch womöglich seinen Job kosten.
Die Entscheidung, ob Raimund einem Faschisten eine normale Dienstleistung zur Verfügung stellt muß er alleine fällen.
Man kann ihn zwar kritisieren, muß aber dann den gleichen Maßstab an sich selber legen lassen.
Gruß
Carlos
richtig, Sylvia, der gleiche unreligiöse und nach Deiner Meinung charakterschwache Raimund! Zufrieden?
Ich hoff, ich werde Dich noch öfters überrachen!
Grüße
Raimund
hallo, Carlos,
so oft wir uns auch schon in der Wolle lagen, hier sind wir mal wieder 100% einig!
Grüße
Raimund