MKS Kondensator oder nicht?

Guten Morgen,

kurze Frage : ist es sinnvoll die Versorgungspins von OpAmps u.ä. mit MKS Kondensatoren gegen Masse abzublocken oder tuen es da auch „normale“ Kondensatoren ? Wie wird das denn in der Industrie/Praxis eher gehandhabt ? (abgesehen von dem höheren Preis der MKS-Bauteile)

Danke
Brombär

Hallo Brombär,

kurze Frage : ist es sinnvoll die Versorgungspins von OpAmps
u.ä. mit MKS Kondensatoren gegen Masse abzublocken oder tuen
es da auch „normale“ Kondensatoren ?

Wichtig ist nur, dass der Kondensator eine gering Serien-Induktivität und -Widerstand (ESR) hat. Die Toleranz und der Temperaturgang sind hier unwichtig.
Insofern sollten keine normal gewickelten Kondensatoren verwendet werden.

Wie wird das denn in der Industrie/Praxis eher gehandhabt ?

Meist werden Keramik-Kondensatoren verwendet.

MfG Peter(TOO)

Danke

Hallo,
zu Kondensatoren hatte ich doch vor kurzem was geschrieben:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/www/service.fpl?..

kurze Frage : ist es sinnvoll die Versorgungspins von OpAmps
u.ä. mit MKS Kondensatoren gegen Masse abzublocken oder tuen

Das ist Geldverschwendung und hat funktionell nur Nachteile.
Solche Folien-C sind für andere Sachen gut

-> geringster Leckstrom ( z.B. als Koppel und Speicherkond.)
-> geringe Toleranz und Drift (z.B. Filter und Generatoren),
-> bei Bedarf hohe Spannungsfestigkeit

es da auch „normale“ Kondensatoren?

Was sind „normale Kondensatoren“ ?

Wie wird das denn in der
Industrie/Praxis eher gehandhabt ? (abgesehen von dem höheren
Preis der MKS-Bauteile)

In Praxis ist die Problematik EMV ziehmlich wichtig, da jedes
Produkt, das in Verkehr gebracht wird, einer Herstellererklärung
bedarf. Da muß auch den Forderungen der EMV-Normen nachgekommen
werden.

Eine ganz wichtige Maßnahme ist das ordentliche Abblocken der
Betriebsspannungen.
Üblicherweise werden Keramik-C in Kombination mit Tantal-C und
Elkos verwendet. Nur Keramik-C sind bis in den GHz-Bereich
wirksam. Als Standardgröße für Keramik-C wird oft 100nF
genommen.
Allerdings ist es besser, 2 verschiedene Werte zu kombinieren
(z.B. 10nF und 100nF), da jedes C irgendwo eine Resonanzfrequenz hat.
Dies ist vor allem dann günstig zu realisieren, wenn man
Powerplanes in der Laterpl. verwendet.

Neben den Block-C sind natürlich noch eine Menge anderer
Maßnahmen notwendig, um störsichere Schaltungen zu bekommen.
Gruß Uwi

Noch eine Nachfrage - EMV
Hallo,

naja mit „normalen Kondensatoren“ meinte ich eigentlich Keramik Kondensatoren. Mit den zwei verschiedenen Kapazitätswerten war mir schon klar, dass ist auch so vorgesehen zum Abblocken der Versorgungsspannung.

Aber wenn du schon die EMV erwähnst - dazu hätte ich gerne Informationen /Literatur wenn Du da einen Tipp hast. Hintergrund : Wir wollen im Laufe dieses Jahres mal mit unserer Messelektronik in die EMV Messkammer (gibt es an dem HF-Lehrstuhl) -
Und ich möchte zumindest alles was man berücksichtigen kann auch berücksichtigen bzw. mich mit dem Thema näher beschäftigen. Folgende Maßnahmen haben wir uns einmal überlegt:

  • Masseflächen für analoge und digitale Schaltungsteile
  • Leitfähig beschichtetes Gehäuse mit Anschluss der Schirmung an
    Signalmasse (HF - Masse)
  • Blockkondensatoren

Aber was würde noch fehlen ? Leider fehlt mir ein erfahrener Kollege an unserem Institut, daher muss man sich das meiste eben aus der Literatur aneignen

Danke
Brombär

Hallo,

Aber wenn du schon die EMV erwähnst - dazu hätte ich gerne
Informationen /Literatur wenn Du da einen Tipp hast.

Puh, Literatur? In Fachpresse - immer mal wieder Artikel zum
Thema Schaltungstechnik und Layoutentwurf.

Ich entwickle seit gut 20 Jahren Schaltungen und seit
gut 12 Jahren professionell als Enwickler.
Da hat man Lehrgeld bezahlt und Erfahrungswissen angehäuft.
Zum Glück habe ich auch einige Elektroniker-Kollegen, die auch
so ihre Erfahrungen gemacht haben.

Zum Thema EMV mußt Du Dir die Normen anschauen.
Die Betreiber von EMV-Messplätzen sollten auch bischen mit
Erfahrungen rausrücken.
Allg. ist das sowieso ein Thema mit dem man viele Bücher füllen
kann.
Inhaltliche Schwerpunkte der EMV-Prüfung (was mir so einfällt)
und für CE-kennzeichnung vorgeschrieben ist:

  1. alles zur Einwirkung von außen
  • Störspannungen auf Netzleitungen und PE
  • kap. Einkopplung Störspannungen auf Signalleitungen
  • ESD-Prüfung
  • Blitzschlag
  • HF-Einstrahlung (ab 30MHz)
  1. alles was das Gerät nach Außen abgeben kann
  • HF-Abstrahlung (Kammer und Freifeld)
  • leitungsgebundene Störstrahlung (Schaltnetzteile)

Hintergrund : Wir wollen im Laufe dieses Jahres mal mit
unserer Messelektronik in die EMV Messkammer (gibt es an dem
HF-Lehrstuhl) -

Für einige „harte“ Sachen braucht man keine Kammer.
z.B. ESD, Surge, Leitungsgebundene Abstrahlung

Und ich möchte zumindest alles was man berücksichtigen kann
auch berücksichtigen bzw. mich mit dem Thema näher
beschäftigen. Folgende Maßnahmen haben wir uns einmal
überlegt:

  • Masseflächen für analoge und digitale Schaltungsteile

Ist natürlich zweckmäßig.

  • Leitfähig beschichtetes Gehäuse mit Anschluss der Schirmung

Ist sehr stark von Gerätekonstruktion und Schaltungsentwurf und
Layout abhängig.
In vielen Fällen ist Metallgehäuse völlig wirkungslos, wenn
nicht alles rundum HF-Dicht gemacht wird.
Solche Abschirmung kostet aber viel Aufwand/Geld, ist oft mit
anderen Randbedingungen schlecht vereinbar und evtl. völlig
unnötig und macht auch zusätzliche Probleme (z.B. bei ESD).

an Signalmasse (HF - Masse)

  • Blockkondensatoren

Aber was würde noch fehlen ? Leider fehlt mir ein erfahrener
Kollege an unserem Institut, daher muss man sich das meiste
eben aus der Literatur aneignen

Der ganze Entwurf wäre im speziellen Fall zu beurteilen.
Sonst ist das nur Blabla.
Gruß Uwi

Hi Uwi,

hm da hast Du natürlich recht, ich habe mir auch dazu schon die Normen und dergleichen ausgeliehen, aber nun ja ist auch nicht sehr einfach zu verstehen, diese Normensprache. Ich wollte ja auch keine Aussage nach dem Motto " mach das so und das so und jenes ist falsch " sondern eher „denk mal an diesen Effekt oder an jenes oder …“ eben Sachen die man weiß wenn man so was jahrelang macht. (Auf keinen Fall jedoch eine Bewertung des Entwurfs).

Lehrgeld ? Ja da kommt man nicht drum herum, aus Fehlern sollte man ja auch lernen - aber da ich ja nicht in der Industrie arbeite und eigentlich auch nicht hauptsächlich Schaltungen entwickle werde ich da wohl enorm viel Lehrgeld zahlen … Aber was solls es gibt viel zu
tun, packen wir es an.

Auf jeden Fall Danke,
und hoffentlich ohne Dich zu nerven : Ich benutze TARGET für die Schaltungslayouts und mit diesem Programm kann man sog. EMV Analysen erstellen - Taugen diese REchnungen für einen Überblick,

GRuss
Brombär

Hallo,

Lehrgeld ? Ja da kommt man nicht drum herum, aus Fehlern
sollte man ja auch lernen - aber da ich ja nicht in der
Industrie arbeite und eigentlich auch nicht hauptsächlich
Schaltungen entwickle werde ich da wohl enorm viel Lehrgeld
zahlen … Aber was solls es gibt viel zu
tun, packen wir es an.

man muß ja auch nicht immer und überall den worst case Fall ansetzen.
Manchmal reicht’s ja auch, wenn etwas gut funktioniert :smile:

Auf jeden Fall Danke,
und hoffentlich ohne Dich zu nerven : Ich benutze TARGET für
die Schaltungslayouts und mit diesem Programm kann man sog.
EMV Analysen erstellen - Taugen diese REchnungen für einen
Überblick,

Kenne Target nicht von praktischer Benutzung.
Bin aber sehr im Zweifel, daß da viel bei rauskommt.
Klar, große Schnitzer werden so wohl erkannt, aber wenn die
eh schon raus sind … ?
Gruß Uwi