MLP-Abschlüsse: KLV, PKV, Riester...Rundumschlag

Hallo liebe Experten!

Wir sind frisch verheiratat und grübeln im Moment, was wir so für unsere Zukunft
tun sollten. Mein Mann ist 39, Angestellter mit ca. 50.000 Euro Brutto,
gesetzlich krankenversichert, und ich bin Freiberuflerin, 31, mit ca. 30.000 Euro
Einkommen (schwankend), Künstlersozialkasse. Wir möchten in den nächsten Jahren
irgendwann Kinder haben und Eigentum erwerben.

Wir haben einen sehr netten und engagierten MLP-Berater, aber wir sind etwas
skeptisch, weil er eine Art „Rundumschlag“ plant. Er rät:

  1. Wechsel von GKV in PKV sowohl bei meinem Mann also auch bei mir(seine
    Argumente: Leistungen besser, ich könnte meine Zusatzversicherungen private KV
    2Bett und Chefart bei Victoria für 40 Euro monatlich und meine
    Krankentagegeldvers. ab 22. Tag für 42 Euro sparen, weil im Tarif enthalten, die
    Künstlersozialkasse KSK bezahlt die Hälfte, egal ob PKV oder GKV, insgesamt zwar
    teurer, aber besser, und in Zukunft bleibt die Familienversicherung in der GKV eh
    nicht mehr bestehen, weil das System nicht mehr funktionieren wird bei der
    demographischen Entwicklung.) Bei meinem Mann würde dieser Wechsel im Moment
    finanziell sogar günstiger sein, und die Beiträge in der GKV steigen nach Info
    des MLP-Beraters in Zukunft steiler als die der privaten, jedenfalls wenn sich
    das so weiterentwickelt wie in der Vergangenheit. Da ich nur in den ersten 5
    Jahren nach Existenzgründung in die PKV wechseln kann, hab ich nur noch 1 Jahr
    Zeit, mir das zu überlegen. Wird das wiklich so sein, dass die
    Familienversicherung in der GKV den Bach runter geht? Was würdet Ihr uns
    empfehlen???

  2. Eigentum erwerben mit Endgetilgtem Darlehen
    Soll so funktionieren, dass wir uns auf eine lange Zeit (15-20 Jahre) auf die
    niedrigen Zinsen festlegen, und die Kohle für die Tilgung in 2 KLV anlegen
    sollen, die fällig sind am Ende der Dahrlehenslaufzeit. Es soll eine KLV zu 50 %
    auf Rentenfonds basieren mit garantiertem Zins von 3,25 (daher noch dieses Jahr
    abschließen, weil ab nächstem Jahr nur noch 2,75 garantiert werden)und zu 50 %
    auf wahrscheinlich lukrativeren Aktienfonds. Dann sollen die Zinsen mit
    Zinseszinsen das Kapital anwachsen lassen, so dass man wesentlich mehr Geld
    anspart, als man für die Tilgung benötigt. Uns erscheint das doch sehr riskant…
    hier im Formum liest man immer wieder, dass Versicherungen von
    „Strukturbetrieben“ besonders hohe Provisionen und Verwaltungsbgebühren nehmen -
    wenn mir 3,25 % garantierter Zins angeboten wird, wo gehen denn dann diese 8%
    Provision für den Makler noch ab??? Oder sind die 3,25 dann doch nicht
    garantiert? Der MLP-Berater meint, dass der Rentenfond sogar in der
    Vergangenheit, auch in den letzen 2-3 besch… Jahren 5,5 % gebracht hat, und
    zeigt uns dann seine schönen Kurven auf seinem Monitor - kann man das glauben???

  3. Riester-Rente
    Mein Mann hat schon eine letztes Jahr abgeschlossen. Mir ist eine angeboten
    worden: bis 65 einzahlen, mit 65 Renbtenbeginn, Anlage in Fonds (MLP balanced
    invest Rente), Höchstbeiträge (die gefördert werden) einzahlen (2002/3 525 Euro,
    2004/5 1050 Euro, 2006/7 1.575 Euro und ab 2008 2.100 Euro jährlich,
    Rentengarantiezeit 15 Jahre. Der Berater meint, dass man auf jeen Fall die
    staatlichen Förderungen mitnehmen sollte und vor allem dass ja der Betrag vom
    Brutto abgezogen wird, wie bei der Gehaltsumwandlung/ Direktversicherung, und
    dass das Produkt „Riester“ zu unrecht so oft kritiseirt wird. man kriegt die 3,25
    % Garantieverzinsung, und das ist doch wirklich alles gut, oder? ich kann das als
    Freiberuflerin auch voll absetzen. Was haben alos immer alle gegen Riester?? Wenn
    wir dann mal Kinder haben kann ich den Riester „stilllegen“ oder mein Mann zahlt
    ihn weiter und kriegt meine Förderung noch obendrauf, oder ich mache nur einen
    „Ehegatten-Riester“ aus dem ich angeblich nur Förderung bekomme, ohne was
    einzuzahlen (kommt mir auch etwas spanisch vor, gibts das wirklich?)

  4. Gehaltsumwandlung/ Direktversicherung für meinen Mann
    Scheint uns ne gute Sache: Beitrag wird wie Riester direkt vom Brutto abgezogen,
    und daher ist es doch schon sehr interessant, oder? Der gezahlte Beitrag soll
    auch hier der höchstmöglich geförderte sein.

  5. MLP-Balance-Konto
    Für Rücklagen (für mich als Selbständige wichtig wegen Steuernachzahlungen,
    Investitionen etc.) sollten wir das einrichten, denn es gibt 2,5% Zinsen (nicht
    auf dem Papier garantiert, aber da dieses Konto nur aus Papieren mit garantierten
    Renditen im Bereich 2-3 % besteht, ist es laut Berater sicher, diese Rendite zu
    kriegen. man kann trotzdem in nerhalb von 2-3 Tagen an das Geld, und jetzt das
    beste: die Rendeite ist in den letzen jahren über 5% gewesen (wieder hübsche
    Kurve auf dem Monitor - kann man das echt glauben oder irgendwo nachlesesn???)

So, dass ist das „Komplett-Programm“, das der MLP-Berater für uns vorgesehen hat.
Da wir beide wirklich nicht viel Ahnung haben von Finanzen, Versicherungen und
vor allem Finanzierung, hoffe ich, dass Ihr mir sagen könnt, ob wir mit den
MLP-Vorsorgekonzepten und Vorschlägen gut bedient sind, oder nicht. Uns würde zum
Beispiel mal interessieren, wo sich der Berater seine Provision (die ja angeblich
bis zu 8% sein soll) abzieht, wo können wir das nachlesen? Insgesamt schein mir
das alles ganz schön viel, was der MLP-Berater mit uns vor hat…

Vielen herzlichen Dank für Eure Hilfe!!!

Andrea Laube

hallo Andrea

Wir sind frisch verheiratat und grübeln im Moment, was wir so
für unsere Zukunft
tun sollten. Mein Mann ist 39, Angestellter mit ca. 50.000
Euro Brutto,
gesetzlich krankenversichert, und ich bin Freiberuflerin, 31,
mit ca. 30.000 Euro
Einkommen (schwankend), Künstlersozialkasse. Wir möchten in
den nächsten Jahren
irgendwann Kinder haben und Eigentum erwerben.

Wir haben einen sehr netten und engagierten MLP-Berater, aber
wir sind etwas
skeptisch, weil er eine Art „Rundumschlag“ plant. Er rät:

  1. Wechsel von GKV in PKV sowohl bei meinem Mann also auch bei
    mir(seine
    Argumente: Leistungen besser, ich könnte meine
    Zusatzversicherungen private KV
    2Bett und Chefart bei Victoria für 40 Euro monatlich und meine
    Krankentagegeldvers. ab 22. Tag für 42 Euro sparen, weil im
    Tarif enthalten, die
    Künstlersozialkasse KSK bezahlt die Hälfte, egal ob PKV oder
    GKV, insgesamt zwar
    teurer, aber besser,

bisher alles in Ordnung

und in Zukunft bleibt die
Familienversicherung in der GKV eh
nicht mehr bestehen, weil das System nicht mehr funktionieren
wird bei der
demographischen Entwicklung.)

hier verrennt er sich! Die Famiulienversicherung (Kinder bei Eltern versichert) wird es weiter geben. Da traut sich keine Partei ran. Dass evtl. mal die Frau einen eigenen Beitrag zahlen muss, ist zwar beschlossene Sache… doch wann das kommt ist ungewiss. Also reine Spekulation.

Bei meinem Mann würde dieser
Wechsel im Moment
finanziell sogar günstiger sein, und die Beiträge in der GKV
steigen nach Info
des MLP-Beraters in Zukunft steiler als die der privaten,

Reine Spekulation! Keiner von uns kann in die Zukunft blicken.

jedenfalls wenn sich
das so weiterentwickelt wie in der Vergangenheit. Da ich nur
in den ersten 5
Jahren nach Existenzgründung in die PKV wechseln kann, hab ich
nur noch 1 Jahr
Zeit, mir das zu überlegen.

Schwachsinn: Du darfst als Selbständige und Freiberuflerin jederzeit in die Private wechseln.

Wird das wiklich so sein, dass die
Familienversicherung in der GKV den Bach runter geht? Was
würdet Ihr uns
empfehlen???

Rein vom Finanziellen wird die Kinderzeit, also die Zeit, in der Du kein Einkommen hast und Dein Mann alles zahlen muss, teurer! Davor und anschließend ist es günstiger, in der Privaten zu sein. Ob jetzt die Victoria die geeignete ist, ist fraglich, hat aber jetzt mit Deiner Frage auch nichts zu tun.

  1. Eigentum erwerben mit Endgetilgtem Darlehen
    Soll so funktionieren, dass wir uns auf eine lange Zeit (15-20
    Jahre) auf die
    niedrigen Zinsen festlegen, und die Kohle für die Tilgung in 2
    KLV anlegen
    sollen, die fällig sind am Ende der Dahrlehenslaufzeit. Es
    soll eine KLV zu 50 %
    auf Rentenfonds basieren mit garantiertem Zins von 3,25 (daher
    noch dieses Jahr
    abschließen, weil ab nächstem Jahr nur noch 2,75 garantiert
    werden)und zu 50 %
    auf wahrscheinlich lukrativeren Aktienfonds. Dann sollen die
    Zinsen mit
    Zinseszinsen das Kapital anwachsen lassen, so dass man
    wesentlich mehr Geld
    anspart, als man für die Tilgung benötigt. Uns erscheint das
    doch sehr riskant…

Also, pauschal kann man sagen, dass eine Finanzierung über LV in den wenigsten Fällen rentabel ist… bei selbst bewohnter Immobilie. außerdem darf das Endkapital eine zur Tilgung verwendeten LV Deine Schuld nicht übrersteigen darf.
Mir macht der gute „Kollege“ den Eindruck, dass er sich für dieses jahr noch sanieren will.

hier im Formum liest man immer wieder, dass Versicherungen von
„Strukturbetrieben“ besonders hohe Provisionen und
Verwaltungsbgebühren nehmen -
wenn mir 3,25 % garantierter Zins angeboten wird, wo gehen
denn dann diese 8%
Provision für den Makler noch ab??? Oder sind die 3,25 dann
doch nicht
garantiert? Der MLP-Berater meint, dass der Rentenfond sogar
in der
Vergangenheit, auch in den letzen 2-3 besch… Jahren 5,5 %
gebracht hat, und
zeigt uns dann seine schönen Kurven auf seinem Monitor - kann
man das glauben???

Kann der Gute in die Zukunft blicken?

  1. Riester-Rente
    Mein Mann hat schon eine letztes Jahr abgeschlossen. Mir ist
    eine angeboten
    worden: bis 65 einzahlen, mit 65 Renbtenbeginn, Anlage in
    Fonds (MLP balanced
    invest Rente), Höchstbeiträge (die gefördert werden)
    einzahlen (2002/3 525 Euro,
    2004/5 1050 Euro, 2006/7 1.575 Euro und ab 2008 2.100 Euro
    jährlich,
    Rentengarantiezeit 15 Jahre. Der Berater meint, dass man auf
    jeen Fall die
    staatlichen Förderungen mitnehmen sollte und vor allem dass ja
    der Betrag vom
    Brutto abgezogen wird, wie bei der Gehaltsumwandlung/
    Direktversicherung, und
    dass das Produkt „Riester“ zu unrecht so oft kritiseirt wird.
    man kriegt die 3,25
    % Garantieverzinsung, und das ist doch wirklich alles gut,
    oder? ich kann das als
    Freiberuflerin auch voll absetzen. Was haben alos immer alle
    gegen Riester?? Wenn
    wir dann mal Kinder haben kann ich den Riester „stilllegen“
    oder mein Mann zahlt
    ihn weiter und kriegt meine Förderung noch obendrauf, oder ich
    mache nur einen
    „Ehegatten-Riester“ aus dem ich angeblich nur Förderung
    bekomme, ohne was
    einzuzahlen (kommt mir auch etwas spanisch vor, gibts das
    wirklich?)

Also, bei Riester enthalte ich mich der Stimme. man merkt sonst, was ich davon halte.

  1. Gehaltsumwandlung/ Direktversicherung für meinen Mann
    Scheint uns ne gute Sache: Beitrag wird wie Riester direkt vom
    Brutto abgezogen,
    und daher ist es doch schon sehr interessant, oder? Der
    gezahlte Beitrag soll
    auch hier der höchstmöglich geförderte sein.

Die Gehaltsumweandlung ist am sterben. Die steuerlichen vorteile werden drastisch gekürzt. Wenn, dann bitte eine AN, oder AG-finanzierte Betriebsrente. Das wird sich auch in zukunft noch rentieren.

  1. MLP-Balance-Konto
    Für Rücklagen (für mich als Selbständige wichtig wegen
    Steuernachzahlungen,
    Investitionen etc.) sollten wir das einrichten, denn es gibt
    2,5% Zinsen (nicht
    auf dem Papier garantiert, aber da dieses Konto nur aus
    Papieren mit garantierten
    Renditen im Bereich 2-3 % besteht, ist es laut Berater sicher,
    diese Rendite zu
    kriegen. man kann trotzdem in nerhalb von 2-3 Tagen an das
    Geld, und jetzt das
    beste: die Rendeite ist in den letzen jahren über 5% gewesen
    (wieder hübsche
    Kurve auf dem Monitor - kann man das echt glauben oder
    irgendwo nachlesesn???)

Bei MLP muss ich mich ebenfalls der Stimme enthalten: die sind sehr prozessfreudig.

So, dass ist das „Komplett-Programm“, das der MLP-Berater für
uns vorgesehen hat.
Da wir beide wirklich nicht viel Ahnung haben von Finanzen,
Versicherungen und
vor allem Finanzierung, hoffe ich, dass Ihr mir sagen könnt,
ob wir mit den
MLP-Vorsorgekonzepten und Vorschlägen gut bedient sind, oder
nicht. Uns würde zum
Beispiel mal interessieren, wo sich der Berater seine
Provision (die ja angeblich
bis zu 8% sein soll) abzieht, wo können wir das nachlesen?
Insgesamt schein mir
das alles ganz schön viel, was der MLP-Berater mit uns vor
hat…

Vielen herzlichen Dank für Eure Hilfe!!!

Vergesse den netten Berater. Er ist sehr nett zu seinem Geldbeutel.
Grüße
Raimund

Hallo Andrea,
also erstmal Glückwunsch zu eurer Hochzeit und alles Gute.

Nun zu deinen Fragen. Das ist ein ganz schöner Katalog den ihr da vor euch habt. Wurde alles in einem Termin besprochen?? Wie dem auch sei, zu …
…Punkt1) Das die GKV sich umstrukturieren muß und teilweise ihre bißherigen Leistungen ausgliedert dürfte wohl bekannt sein. Abei ein system schon als Tod darzustellen? naja, ich weiß nicht. Grundsätzlich bin ich ein befürworter der PKV AAAABER Vorsicht: a)Achtet darauf bei welcher Gesellschaft ihr euch absichert (Leistungen, Selbstbeteiligungen und Unternehmenszahlen wollen verglichen werden). In diesem Brett findest du einige Artikle zu Thema PKV. b) Es kann, wenn die Kinder da sind, besser sein, in der GKV zu bleiben und eine zusätzliche Ergänzungsversicherung abzuschließen. Diese Berechnung MUß ein Berater machen, um dem Kunden die ungefähre Entwicklung der beiden Modelle darzulegen (LEBENSPHASENMODELL). c) Ob die Beiträge der GKV schneller oder mehr steigen als bei der PKV wage ich zu bezweifeln. Wenn ich sehe,welche bilanztechnischen Klimmzüge gemacht werden, na dann bin ich mal gespannt. Also auch da VORSICHT, denn manche PKV’s hauen kräftig zu. d) Ich wußte garnicht, das ein MLP Berater Hellsehen kann (GKV wird kippen und bald gibt es keine Familienversicherung mehr??), naja… Also ich würde mir den Wechsel sehr gut überlegen und mir zu diesem Thema auch eigenes Wissen aufbauen und auch ein Gespräch mit der GKV führen.

Zu Punkt 2) Eigentumserwerb ohne vermieteten Anteil über eine LV zu finanzieren (Tilgungsaussetzung)??? HAAAAALLO, gehts noch?? Ein Hausbesitzer hat nur für eines zu Sorgen bei seiner Finanzierung: Tilgen, Tilgen, Tilgen und das jeden Monat also ein Annuitätendarlehn und sonst nix!!! Ersten ist durch die Kosten und Provisionen eine LV viiiel zu teuer 6% und mehr keine Seltenheit und zweitens rechne dir mal aus, was eine LV an rendite bringen muß und den abgetilgten Zinsvorteil weg zu machen. Nähh, also die Härte ist ja noch dann zu behaupten, das ein Rentenfond in besch… Zeiten 5,5% machte. Sach ma, hat der überhaupt keine Ahnung?? Irak-Krieg, niedrig Zins, etc. dadurch sind die Kurse der festverzinslichen Werte nach oben geschnellt (da sind noch Zinsscheine bei von 5-6%, von guten Adreßen) und die Nachfrage war enrom. Performence 2002 12-15% für einen Rentenfond. Und der MLP Mensch sagt es waren besch… Zeiten, ich kann nicht mehr.

Punkt 3) Riester ist eine gute Sache und ich kann ja zahlen muß aber nicht. Du entscheidest also. Aaaaber bitte laßt euch anhand eurer derzeitigen Einkommensdaten ein Berechnungsmodell aufzeigen. Weiterhin würde mich mal die Performence der LV oder Verwalter Interessieren und die Kosten. das betrifft auch die Gehaltsumwandlung. Hat die Firma deines Mannes mit der MLP einen Vertrag? Oder gibt es da noch einen Haus und Hof versicherer??

Punkt 4) Ballance Konto?? Hää, also wenn das ein Geldmarkt-Fond ist, kann man diesen ganz gut Vergleichen. Das ist im Prinzip nichts anderes wie ein Sparbuch nur ohne festen Zins, wie die Zinswerte sich entwickeln, so steiegen auch die Werte (Kurzläufer-Anleihen bis 2 Jahre meistens).

So, jetzt bin ich fertig hier. Bitte macht eines, laßt euch ein Beratungsprotokoll anfertigen, indem alles was mübdlich besprochen wird auch schriftlich fixiert wird. Denn manches ist schon Haarsträubend. Zweitens rate ich einen weiteren Vergleich, anhand der ausgearbeiteten Angebote zu machen. Zu guter letzt möchte ich nochmal auf die Berufsunfähigkeit kommen? besteht die schon oder wurde die weggelassen??

Sorry Leute ging nicht kürzer.

Gruß
Martin
*derjetztmapfengeht*

Hallo Andrea,

ich werde Dir im wesentlichen das selbe wie Martin und Raimund sagen.

  1. Wechsel von GKV in PKV sowohl bei meinem Mann also auch bei
    mir(seine

Grundsätzlich eher ja, kommt ein bischen auf eventuelle Voererkrankungen an, darauf ob die Künstlersozialkasse auch während eventuellen Erziehnugsurlaubes zahlt und wieviele Kinder ihr haben wollt (bei mehr als 2 ist es wohl besser, in der GKV zu bleiben).
Wenn ihr Euch dafür entschließt, rate ich euch das gesparte Geld anzulegen, um später den Beitrag besser leisten zu können (Im Rentenalter müsst ihr die PKV selbst zahlen).

  1. Eigentum erwerben mit Endgetilgtem Darlehen

Davon kann ich Euch nur DRINGEND davon abraten. Der 10 jährige Zins für endfällige Darlehen beträgt derzeit etwa 4,8%, Die Versicherung verzinst sich derzeit mit nur etwa 4,5%, die Überschüsse der meisten VErsicherer werden aber nächstes Jahr nochmal drastisch gesenkt. Dann kriegt ihr auf euer Geld bei der Versicherung nur noch 4%, während ihr gleichzeitig 4,8% zahlt. Und in 10 Jahrne zahlt ihr womoglcih 8%, und kriegt von der Versicherung 5.
Wenn ihr ein Haus kaufen wollt, nehmt ein normales Tilgungsdarlehen auf und tilgt ordentlich, solange die ZInsen niedrig sind.

  1. Riester-Rente

Mach das, mit den Zulagen ergibt sich eine ansehnliche Rendite.

  1. Gehaltsumwandlung/ Direktversicherung für meinen Mann
    Scheint uns ne gute Sache: Beitrag wird wie Riester direkt vom
    Brutto abgezogen,

Da ist schonmal Quatsch. Er zahlt 20% Pauschalsteuer, und keine Sozialversicherungsbeiträge, wenn der Beitrag der DV aus Urlaubs oder WEihnachtsgeld gezahlt wird.

Die Direktversicherung für Deinen Mann ist also fragwürdig. Der Steuervorteil läuft zudem 2008 aus, dann bleibt nur noch die Sozialversicherungsfreiheit. Aber mit derzeit 50000€ p.a. ist Dein Mann ja nicht mehr so sehr weit von der Bemessungsgrenze entfernt, womöglch liegt er in 5-10 Jahren eh drüber.
Er soll sich bei seinem Arbeitgeber erkundigen, welche Möglichkeiten der betrieblichen ALtersvorsorge der anbietet. Wenns nur eine Direktversicherung ist o.k. sonst würde ich eher das Alternativangebot des Arbeitgebers nehmen.

  1. MLP-Balance-Konto

Wenn ich das recht sehe, ist das ein Geldmarktfonds. Die Vergangenheitsentwicklung von 5% zu zeigen ist unseriös. Hier wird der Eindruck erweckt, es gäbe eine sichere Anlage mit 5% Verzinsung. Dem ist derzeit nicht so. Ansonsten ist es natürlich sinnvoll, sich eine jederzeit verfügbare Rücklage in Höhe von rund 10000-20000 € für unvorhergesehenes zu halten. Ein ordentlicher Geldmarktfonds ist dafür nicht die schlechteste Wahl.

Liebe Grüße,

Max

Hallo Andrea,

zunächst einmal ist eine solche Beratung sicher schon einmal besser als gar nichts in diese Richtung zu unternehmen und dann in üble Versorgungslücken zu fallen. Allerdings ist die Beratung eines MLP-Beraters auch nicht ganz „wohltätig“, sprich, er möchte damit Abschlüsse erzielen und dafür Provisionen kassieren. Und so befindet er sich mit seiner Beratung natürlich in einem Spannungsfeld zwischen dem Vorteil und Nutzen des Kunden und seinen eigenen Gewinnaussichten. Dabei habe ich MLP-Berater im Gegensatz zu allen anderen Mitarbeitern bei ähnlichen Unternehmen bislang immer als äußerst engagiert und kompetent erlebt, was an einer wiederum im Gegensatz zu anderen Anbietern auf diesem Markt, offenbar ausgezeichneten Ausbildung liegt. MLP richtet sich ja vornehmlich an Akademiker (hat mit Ärzten und Juristen angefangen) und die lassen sich natürlich nicht mit jeder Bauernfängerei ganz so leicht einwickeln, wie vielleicht andere Kunden.

Fakt ist aber, das MLP-Kunden überdurchschnittlich viele Lebensversicherungspolicen haben, und diese dem Kunden nicht immer als solche auf den ersten Blick erkennbar sind (siehe Investitionssparprogramm für eure Immobilie, die zum MLP-Standardprogramm gehört). Hierüber finanziert sich die ganze Sache und wirft dann nebenbei die gute Beratung in allen Lebenslagen und die Vermittlung wirklich guter und günstiger Versicherungsprodukte in anderen Bereichen ab.

D.h. Lasse dich auf weiter dort beraten und schließe dort auch ruhig - natürlich nicht blind und ohne Vergleich mit anderen Anbietern -Versicherungen ab (Auto, Rechtsschutz, Haftpflicht, PKV über MLP sind mit wenig Aufwand günstig zu bekommen), sei aber vorsichtig bei den ganzen LV-Modellen zur Zukunftsicherung und Investitionsplanung.

So sind die Riester-Geschichten für längst nicht jeden auch nur annähernd so interessant, wie MLP es als Verkaufsargument immer wieder anführt. Auch das Investitionsparprogramm ist zumindest momentan in der beschriebenen Form Blödsinn (die fontgebundenen KLVs an sich mal außen vor gelassen). Gut hingegen auf jeden Fall Produkte wie der immer wieder gerne genutzte Basisfond für die kurzfristige Rücklagenschaffung (hat bei mir in den letzten Jahren im Vergleich zum Sparbuch o.ä. wirklich richtig gut Geld gemacht und ist dabei so einfach wie ein Girokonto zu handhaben) oder VWL-Angebote.

Aufpassen sollte man außerdem bei der PKV, weil zwar die Angebote selbst schon gut sind, aber natürlich nicht jeder in jeder Lebenslage wirklich ein Fall für die so von MLP gepriesene PKV ist. Bei mir passte es tatsächlich, und wenn ich mir anschaue, was ich z.B. als Referendar bezahlt habe, da sind den Kollegen die Tränen gekommen. Und auch heute noch liege ich weit unter den Kollegen, die ohne MLP (oder natürlich auch jede andere vernünftige Beratung) nur irgendeine Standard-PKV haben.

Gruß vom Wiz

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Andrea,
also erstmal Glückwunsch zu eurer Hochzeit und alles Gute.

Vielen Dank - und vor allem für die netten Antworten auf unsere so wichtigen
Fragen!!

Nun zu deinen Fragen. Das ist ein ganz schöner Katalog den ihr
da vor euch habt. Wurde alles in einem Termin besprochen?? Wie
dem auch sei, zu …

Nein, bisher 2 und der nächste ist schon festgemacht, wegen der garantierten
zinsen, die es nur noch dieses Jahr mit 3,25 % gibt.

Punkt 3) Riester ist eine gute Sache und ich kann ja zahlen
muß aber nicht. Du entscheidest also. Aaaaber bitte laßt euch
anhand eurer derzeitigen Einkommensdaten ein Berechnungsmodell
aufzeigen. Weiterhin würde mich mal die Performence der LV
oder Verwalter Interessieren und die Kosten. das betrifft auch
die Gehaltsumwandlung. Hat die Firma deines Mannes mit der MLP
einen Vertrag? Oder gibt es da noch einen Haus und Hof
versicherer??

Die Firma meines Mannes hat nichts dergleichen, und er wäre der erste, der mit
einer Gehaltsumwandlung ankommt. es gibt auch leider keine andere betriebliche
Altersvorsorge. ist das denn nicht trotzdem sinnvoll, weil er würde das vom
Weihnachtsgeld bezahlen, also nur mit 20 % versteuern, und es wird dann vom
Brutto abgezogen, ist doch super. Auch hier gibts die 3,25 garantierte
Verzinsung, wobei ich in meinem Riester-Vertrag im kleingedruckten auf Gebühren
gestoßen bin, und zwar 2 %!!! auf meine Frage, ob die dann von den 3,5
garantierter Verzinsung abgezogen werden, hab ich die antwort nicht richtig
bekommen, sondern sowas wie "das besprechen wir nächstes mal, etwas
komplizeriter, ist irgendwie mit was verrechnet (?). Das ist irgendwie nicht
besonders vielversprechend, aber ist das nicht überall so, dass es
Verwaltungsgebühren kostet? zu den Modellen: bei Riester kann ich ja wählen
zwischen der balance invest (mit mehr Aktienfonds) und der Rentenfondsbasierten
„Classic-Variante“. ich weiss nur nicht, wie ich das überprüfen soll, weil ich ja
nie wirklich weiss, was die für eine rendite abwerfen, und selbst die
garnatierten 3,5 % evtl. nicht wirklich garantiert sind (das weiss ich j anicht
genau)

Punkt 4) Ballance Konto?? Hää, also wenn das ein
Geldmarkt-Fond ist, kann man diesen ganz gut Vergleichen. Das
ist im Prinzip nichts anderes wie ein Sparbuch nur ohne festen
Zins, wie die Zinswerte sich entwickeln, so steiegen auch die
Werte (Kurzläufer-Anleihen bis 2 Jahre meistens).

ist kein Geldmarkt-Konto, sondern ein Konto, von dem MLP das geld in
festverzinsliche bzw. renditegesicherte papiere steckt und auf alle leute, die
ihr Geld auf diesem Konto haben wird die rendite verteilt. Und nach Berater waren
das in den letzten jahren über 5 % und garantiert sind glaub ich 2%. Aber das
kriegt man auch nicht so richtig auf dem Papier, wenn ich das richtig verstanden
habe…ist aber sicher, vor allem wenn man die letzen jahre anschaut. Aber woher
weiss ich, woher der die zahlen in den hübschen Schaubildern hat! Dieses
MLP-Konto reizt mich aber irgendwie, hat da denn noch nie jemand was von gehört?
auf dem Antrag steht „Frankfurt Trust“ und es heisst FT-Investmentkonto, und
basiert auf dem Basis Fonds 1.

So, jetzt bin ich fertig hier. Bitte macht eines, laßt euch
ein Beratungsprotokoll anfertigen, indem alles was mübdlich
besprochen wird auch schriftlich fixiert wird. Denn manches
ist schon Haarsträubend. Zweitens rate ich einen weiteren
Vergleich, anhand der ausgearbeiteten Angebote zu machen. Zu
guter letzt möchte ich nochmal auf die Berufsunfähigkeit
kommen? besteht die schon oder wurde die weggelassen??

BU haben wir beide, bereits bei MLP. Ebenso jeder eine KLV :frowning:( scheinbar eine
fehlentscheidung? Bei mir gekoppelt mit BU für 120 Euro im Monat, seit 2 jahren
und bei meinem Mann seit 3-4 Jahren, ich glaube das doppelte, Laufzeit bis 60
glaub ich, oder 65!

Also nochmals vielen dank für die vielen Tipps, und die Zeit die Ihr Euch nehmt!!
Ich finde dieses Forum super!!

Viele Grüße,

Andrea Laube

Hallo Andrea,

Martin hat in vielem Recht, deswegen wollte ich nur noch folgendes dazu sagen:

  1. bei mir in der Familie gibt es ein Paar, beide privat versichert. Ohne Kinder ging das ganz gut, da haben sie schön Geld gespart. Dann kamen 2 Kinder auf einen Schlag. Die Frau mußte nach zwei Jahren arbeiten gehen, weil sie die Raten fürs Haus und die PKV sonst nicht mehr hätten bezahlen können. Ihr Teilzeitgehalt geht fast komplett für die Kinderbetreuung und eben die Beiträge drauf. Soll heißen, ohne Kinder war´s eine gute Lösung, mit Kindern zum Heulen, denn jedes Kind muß extra versichert werden und die Beiträge für die Frau müssen auf jeden Fall bezahlt werden, egal ob berufstätig oder nicht. Du weißt ja wahrscheinlich selbst am besten, ob Erziehungsurlaub oder nicht und wie lange.

  2. Für uns ist es auch mal durchgerechnet worden. Ergebnis: ohne Kinder okay, mit einem Kind gerade noch tragbar, mit zwei Kindern war die PKV unbezahlbar.

Überlegt Euch das also gut, ich kann leider keine konkreten Ratschläge geben, da ich die Bedingungen dieser Künstlerkasse nicht kenne. Aber man hat ja auch zwischen den gesetzlichen ein bißchen Auswahl, zumindest Dein Mann… An das Sterben der Familienversicherung generell glaub ich nicht, denn das würde viele Familien ruinieren.

Direktversicherung: rentiert sich vor allem dann so richtig, wenn ein Gruppenvertrag über den AG abgeschlossen wird und der AG auch noch die Steuer spendiert. Ansonsten müßte man das mit anderen Geldanlagen vergleichen.

Mein Tip: lasst Euch noch woanders beraten, dann habt Ihr mehr Anhaltspunkte, jeder Berater will ja schließlich auch Butter aufm Brot haben und preist deswegen seine Produkte besonders an.
Ja, und Finger weg von der LV als Tilgung fürs Haus, viel zu teuer.

Grüße

Helen

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Martin,

Zu Punkt 2) Eigentumserwerb ohne vermieteten Anteil über eine
LV zu finanzieren (Tilgungsaussetzung)??? HAAAAALLO, gehts
noch?? Ein Hausbesitzer hat nur für eines zu Sorgen bei seiner
Finanzierung: Tilgen, Tilgen, Tilgen und das jeden Monat also
ein Annuitätendarlehn und sonst nix!!! Ersten ist durch die
Kosten und Provisionen eine LV viiiel zu teuer 6% und mehr
keine Seltenheit und zweitens rechne dir mal aus, was eine LV
an rendite bringen muß und den abgetilgten Zinsvorteil weg zu
machen.

Hierzu habe ich mal noch eine Frage: Wenn ich das ganze (LV) im Rahmen von Höchstbeträgen in der Steuer geltend machen kann und einen Teil vermiete, dann wäre das doch aber durchaus die lukrativere Anlage, oder? Zumindest habe ich das mal so gelernt und erscheint mir auch durchaus logisch.

Gruß
Marco

Hallo Marco,

wenn ich vermiete (teil oder ganz) kann das Sinn machen. Leider sind solche Darlehnskonstruktionen dann auch ziemlich unflexiebel und ich kann nicht zwischendurch mal zusätzlich Tilgen. Die Konstruktion ist mit Sicherheit interessant aber birgt auch viele Risiken (durch Änderung von Lebensumständen-Kinder,Trennung,Job,Gehaltsänderungen,etc.), die ich dem Kunden alle aufzählen muß. Bitte bedenke auch, das ich den Teil mit einer LV unterlegen kann, der auch vermietet ist. Ich ging jetzt mal von einem Einfamilienhaus aus, also ist das so ziemlich das blödeste was man tun kann.

Gruß

Martin

Hallo Andrea !

Dein Begriff „Rundumschlag“ trifft das Ganze wohl auf den Punkt. Geldanlage und Versicherungen sind in erster Linie eine Sache des Vertrauens zum Berater / Vermittler. Und du musst ein gutes Gefühl dabei haben. Sonst besser nichts machen. Vor allem niemals unter Zeitdruck setzen lassen !

Hier noch einige Gedanken von mir zu einzelnen Punkten:

Eine LV wegen dem Garantiezins noch schnell jetzt abschließen, sollte man nur tun, wenn man sowieso vorhatte, eine solche unbedingt haben zu wollen. Der Garantiezins wird übrigens nicht auf den Monatsbeitrag gerechnet, sondern nur auf das, was nach Abzug der Kosten der Versicherung vom eingezahlten Geld übrig bleibt. Im reinen „Garantiezinsfall“ bringt eine LV nach z.B. 25 Jahren also deutlich weniger, als z.B. ein Sparkonto mit gleicher (Mini-)Verzinsung (des gesamten monatl. Sparbeitrages). Der LV-Garantiezins sagt übrigens nichts darüber aus, wie das tatsächliche Ablaufergebnis ist. Die Senkung des Garantiezinses bei LV liegt nur an aufsichtsrechtlichen Vorgaben. Beispiel LV ab 12/03 mit 20.000 EUR Garantiewert und 38.000 EUR prognostiziertem Ablauf und LV ab 01/04 mit 17.000 EUR Garantiewert und dennoch 38.000 EUR prognostiziertem Ablauf muss also kein Unterschied sein.

Endalter 65 erachte ich persönlich als Ablauf für LV als zu spät. So lange werden viele nicht mehr arbeiten.

Altersvorsorge / Sparen muß nicht zwangläufig mit einer Versicherung erfolgen. Das kann man auch mit anderen, flexibleren Anlageprodukten, ohne für mehrere Jahrzehnte auf Gedeih und Verderb an eine Gesellschaft gebunden zu sein.
Risikoabsicherung für Todesfall und Berufsunfähigkeit kann auch separat erfolgen.

Finanzierungen mit LV über endfällige Darlehen sind nur in ganz wenigen Fällen wirklich gut. Du trägst das Risiko, dass die Versicherung bei Ablauf nicht die prognostizierte Leistung schafft und der Kredit länger abgezahlt werden muss. Desweiteren zahlst du ja über die gesamte Laufzeit auf den gesamten Anfangs-Kreditbetrag Zinsen ! Die Restschuld gegenüber der Bank sinkt nicht ! Bei einem normalen Annuitätendarlehen sinkt die Restschuld dagegen von Anfang an jährlich, dadurch sinkt die Zinsbelastung ebenfalls jährlich und wird bei gleichbleibender Monatsrate in steigende Tilgung gesteckt. Und das, was an Versicherungsbeitragen sonst an die Versicherung gehen würde, könnte man doch besser gleich von Anfang an monatlich in die Rückzahlung des Kredites stecken - oder ?

Wenn Erwerb von Wohneigentum noch ein bissel Zeit hat, dann ist es u.U. sinnvoller, jetzt eher Eigenkapital flexibel anzusparen, statt in langlaufende Lebens- und Rentenversicherungen zu investieren. Jeder Euro mehr Eigenkapital bei der Finanzierung spart später 2,50 Euro an Zinsen über die Laufzeit ein. Sollte der Wunsch nach Haus oder Wohnung dann doch nicht oder erst später realisiert werden, habt ihr dann immer bereits erspartes Geld zur Verfügung, statt zu warten, bis die Versicherungen in vielen, vielen Jahren ablaufen.

Private Krankenversicherung ist ein separates, sehr umfassendes Thema. Ob und wie Kinder mal mitzuversichern sind, ist nicht unwichtig. Falls die Entscheidung zur PKV jetzt noch zu früh für euch ist, könnte u.U. eine sog. Anwartschaftsversicherung interessant sein. D.h. Eintrittsalter und Gesundheitsfragen von jetzt sozusagen festschreiben, noch in der Gesetzlichen KV bleiben und bei Bedarf dann zu gegebener Zeit in die PKV mit garantierter Aufnahme und besseren Konditionen wechseln.

Investmentfonds sind i.d.R. eher für mittel- und längerfristige Anlagezeiträume geeignet. Im Kurzfristzeitraum, für Steuernachzahlungen usw. halte ich pauschale Empfehlungen im Fondsbereich für recht kritisch.

Lasst euch nochmal von eurem Berater „beraten“. Ohne sofort irgendetwas abzuschließen. Und holt euch auch mal von anderen Fachleuten aus eurer Gegend Rat ein. Kann nie schaden, andere Meinungen VOR einer Entscheidung zu hören. Jeder Vermittler möchte natürlich Geld verdienen. Das ist normal. Aber die Art und Weise, wie das gemacht wird und ob jemand auf Biegen und Brechen die schnelle Mark (Euro) an euch verdienen will oder wirklich langfristig Stückchen für Stückchen gemeinsam mit euch was aufbaut, ist entscheidend.

Viel Erfolg
Uwe

Hallo Uwe!

Vielen dank für die vielen wichtigen Informatioinen bzw. Einschätzungen, die uns
wirklich sehr weiterhelfen!

Ihr habt uns von übereilten Fehrentscheidungen bewahrt und wir haben nun
eigentlich vorgehabt, in der gesetzlichen KV zu bleiben, und bezülich Eigentum
(und evtl. auch Renten) erst mal vieles auf dieses lukrative Konto zu sparen. WIZ
hat ja auch so nett geantwortet, und schrieb:

…Gut hingegen auf jeden Fall Produkte wie der immer wieder gerne genutzte
Basisfond für die kurzfristige Rücklagenschaffung (hat bei mir in den letzten
Jahren im Vergleich zum Sparbuch o.ä. wirklich richtig gut Geld gemacht und ist
dabei so einfach wie ein Girokonto zu handhaben) oder VWL-Angebote…

Auf dem Antrag, den wir ausfüllen sollen, steht „Frankfurt Trust“ und es heisst
FT-Investmentkonto, und basiert auf dem Basis Fonds 1. Wie gesagt handelt es sich
um ein Konto, von dem MLP das geld in festverzinsliche bzw. renditegesicherte
papiere steckt und auf alle leute, die ihr Geld auf diesem Konto haben wird die
rendite verteilt. Und nach Berater waren das in den letzten jahren über 5 % und
garantiert sind glaub ich 2%. Aber das kriegt man auch nicht so richtig auf dem
Papier, wenn ich das richtig verstanden habe…

Du schreibst uns, dass du kurzfristiges Kapital nicht in Fonds stecken würdest,
aber meinst du nicht, dass sich das lohnen könnte? wie gesagt kann man ja
kurzfristig (Faxantrag) innerhalb von 2-3 Tagen an das Geld. Kennt denn niemand
dieses MLP-Konto und könnte mir einen Tipp geben?

Vielen Dank!!!

Andrea

Hallo Andrea !
Es gibt verschiedene Arten von Investmentfonds. Wie schon gesagt, einfach so pauschal zu einem Fonds raten tue ich nicht. Die konkrete Anlageform muss zum Kunden passen - nicht zum Berater. Investmentfonds unterliegen Schwankungen. Die können also duchaus mal ins Negative ausschlagen. Wenn du dann gerade unbedingt Geld brauchst, realisierst du Verluste. Zu berücksichtigen sind bei Fonds desweiteren die Kosten, wie Ausgabeaufschlag, Management- und Kontoführungsgebühren usw.
Der von dir genannte FT Basisfonds I hat lt. Investmentgesellschaft folgendes Fondsporträt:

„Der Basis-Fonds I legt seine Mittel in Euro-Anleihen mit kurzen Restlaufzeiten an. Ziel der Anlagepolitik ist eine über Festgeldniveau liegende Wertentwicklung bei möglichst kontinuierlichem Verlauf auf Sicht von 12 Monaten. Damit ist der Basis-Fonds I insbesondere als renditeorientierte Liquiditätsreserve zu empfehlen.“

Garantiert ist soweit mir bekannt, bei diesem Fonds im Übrigen gar nichts. Die Wertentwicklung in diesem Jahr lag bisher kumuliert bei 2,5 %. Das schafft ein herkömmliches Tagesgeldkonto mit konstantem Zins von 2,5 %, ohne Kontoführungsgebühren und ohne Schwankungsrisiko momentan auch. Wie gut oder nicht gut ein Fonds mal in der Vergangenheit war, muss keine Schlussfolgerung für die zukünftige Entwicklung bedeuten.
Wie schon gesagt, ich selber empfehle Fonds eher für mittel- und längerfristige Laufzeiten. Da sind bei guter Zusammenstellung des Portfolios durchaus überdurchschnittliche Renditen unter Berücksichtigung des jeweiligen Schwankungsrisikos zu erwarten.

Vielleicht ist es in deinem Fall sinnvoll, erst einmal regelmäßig eine bestimmte Liqiditätsreserve auf eher konservative Art anzuparen. Das schließt nicht aus, zeitgleich oder später eine monatliche Sparrate z.B. in verschiedene Fonds unterschiedlicher Anlageklassen und Anbieter sinnvoll aufzuteilen. Das ist variabler, als alles Geld in z.B. einen Fonds zu stecken.
Da muss sich euer Berater sicher noch mal ein bissel strecken, so er die erforderlichen Fachkenntnisse besitzt und nicht nur den einen MLP-Fonds kennt.

Viele Grüße
Uwe