Mlp- berater ?!

Hallo.

Folgendes: zur Zeit bin ich als Beamter beurlaubt.
Inzwischen hatte ich ein sehr gutes Bewerbungsgespräch bei einer Geschäftsstelle von MLP- Finanzdienstleistungen AG (Geschäftsmodell ist vor allem als Vertreter Versicherungsabschlüsse für Akademiker zu tätigen).
Ich könnte dort gleich anfangen. Ich habe mir aber Bedenkzeit erbeten.

Denn meine persönlichen Bedenken:
zunächst einmal habe ich nicht unbedingt ein Verkäufer- Mentalität.
Und zum anderen ist es mir (noch) fremd, als SELBSTÄNDIGER tätig zu sein.

Aufgrund dieser Bedenken: was meinst du? Lohnt es sich für mich hierbei einzusteigen? Oder ist es besser, noch weiter nach etwas Angemessenerem für mich zu suchen?

Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Bis dann
webbe

hallo Webbe,
Warum willst Du gleich mit dem berühmten „Sprung ins kalte Wasser“ beginnen. Teste Dich doch erst mal. Ich könnte mir vorstellen, dass Deine ehemalige Dienststelle nichts dagegen hat, dass Du diesen Job ausprobierst.
Er ist knallhart!
Hier heißt es: friss Hund oder stirb.
Wenn Du Dich gleich zu 100% dafür entscheidest, es sich aber herausstellt, dass Du nicht dafür geeignet bist, dann stehst Du vor dem Nichts.
Ich schätze, dass ca. 80% der ganz allgemein als Versicherungsvermittler bezeichneten scheitern. Oder am Existenzminimum herumkrebsen. Und das ganz besonders 2002! Das Geschäft war noch nie so hart, wie z.Zt.!
Überlege es Dir gut, ob Du Deinen sicheren Bematenjob gegen ein Hochjubeln von Interessierten eintauschen sollst. Denn wenn es daneben geht, werden diejenigen, die jetzt sagen, Du wärst genau der Richtige, Dir nicht helfen.Sie lassen Dich wie eine heiße Kartoffel fallen. Hier heißt es: ex oder hop!
Grüße
Raimund
Übrigen: auch nebenberuflich kann man den Job machen.

Hallo Webbe,

erwähnen sollte man auch noch, dass am Anfang meistens der Kundenstamm fehlt. Um das auszugleichen, soll man daher, gemäß Aussage / Wunsch vieler Finanzinstitute (warum haben eigentlich fast alle 3 Buchstaben als Firmennamen ?) die Verwandten, Freunde und Bekannten ansprechen.

DAS IST DIE SCHNELLSTE METHODE, SICH UNBELIEBT ZU MACHEN !!!

Übrigens: Um überleben zu können, muß man möglichst viele KLV FLV, PKV und BUs verkaufen (von Haftpflichtversicherungen kann keiner leben).

Wie stehst Du zu diesen Produkten ?

Grüsse

Sven

Nachtrag
Hallo Webbe,

zunächst einmal habe ich nicht unbedingt ein Verkäufer-
Mentalität.

Die Du aber unbedingt benötigst, denn zum Überleben mußt Du auch Produkte verkaufen, zu denen Du nicht unbedingt stehen kannst (ich hatte mir selbst mal so einen Laden angesehen, weiss also wovon ich spreche). Wie schon weiter unten erwähnt: vom Verkauf von Privathaftpflichtversicherungen kann man nicht leben. Man muß nicht die für den Kunden optimalen Produkte verkaufen, sondern vielmehr die für den Arbeitgeber interessanten (auf die der AG auch am meisten Provision bezahlt).

Und zum anderen ist es mir (noch) fremd, als SELBSTÄNDIGER
tätig zu sein.

Daher rate ich hier mal zum Besuch eines Seminars, insbesondere in Bezug auf Kalkulation. Die meisten Finanzberater leben nämlich am Existenzminimum, es sind nur wenige, die sich nach oben arbeiten können. Hast Du Familie ? Dann stelle Dich mal auf Zeiten ohne Geld ein (kann bei Selbstständigen mal vorkommen).

Aufgrund dieser Bedenken: was meinst du? Lohnt es sich für
mich hierbei einzusteigen? Oder ist es besser, noch weiter
nach etwas Angemessenerem für mich zu suchen?

Wie Raimund schon sagte: wenn, dann unbedingt vorher mal nebenberuflich anschauen (vor der Kündigung als Beamter !), unbedingt mit den Produkten beschäftigen (sowohl mit Grundlagen der Versicherungen, als auch mit den MLP-Produkten, hierbei natürlich nicht mit der besonders günstigen Haftpflichtversicherung, sondern mit KLV, FLV, Rentenvers. usw.)

Ach ja, und nicht von 5-stelligen Monatseinkommen, wie sie immer so gern angepriesen werden, blenden lassen.

Lass Dir mal durch den Kopf gehen, was Du dafür alles verkaufen mußt, überlege Dir, welchen potentiellen Kundenkreis Du hast und bedenke dabei, dass der Aufbau eines eigenen Kundenkreises mehrere Jahre dauern kann. Bei der Übernahme eines Kundenkreises von einem anderen Berater ist Dir dieser Kundenkreis übrigens nicht sicher, da Finanzprodukte i.A. über persönliche Beziehungen verkauft werden und die Kunden mit Ihrem Berater zum nächsten AG wechseln.

Grüsse

Sven