Was ratet Ihr mir?
- weiter laufen lassen, da wie wesentlichen Gebühren/Kosten
inzwischen bezahlt sind?
- beitragsfrei stellen (-> Fallen dann keine
Verwaltunsggebühren mehr an?)
- Kündigen?
- weiter regelmäßige Erhöhungen mitmachen (die wieder
Verwaltungskosten etc. nachsichziehen)?
Hallo Heinz,
nicht alle Fondspolicen müssen schlecht sein, allerdings sind mir bislang nur wenige untergekommen, die wirklich ihre Berechtigung hatten. Es war jedoch keine von MLP dabei.
Wie das in Deinem Fall zu bewerten ist, kann man so pauschal natürlich nicht beantworten, das wäre unseriös. Zu vielfältig sind die beeinflussenden Faktoren.
Was hier neben den üblichen Möglichkeiten, wie
- Kündigung
- Beitragsfreistellung und
- Fortsetzung
noch nicht genannt wurde, ist der Verkauf der Police. Das ist in der Regel rentabler, als eine Kündigung, wenngleich es auch nicht viele Aufkäufer von Fondspolicen gibt.
Der einzig richtige Weg für Dich besteht darin, den Vertrag finanzmathematisch zu analysieren, um so den Grenzzinssatz für die einzelnen Möglichkeiten zu finden. Der Grenzzinssatz beschreibt den Zinssatz, der erforderlich ist, um bei dem eingeschlagenen Weg mindestens den gleichen Wert herauszubekommen.
Ein Beispiel soll das verdeutlichen:
Eine Kapitallebensversicherung mit folgenden Daten…
Beginn: 2004
Laufzeit: 30 Jahre
Beitrag: 200 Euro mtl.
Einzahlungen bislang: 12.000 Euro
Rückkaufwert aktuell: 8.800 Euro (= -12,09% Beitragsrendite)
Ablaufleistung, Prognose: 141.000 Euro (= ca. 4,11% Beitragsrendite)
Kündige ich nun den Vertrag und lege die Rückkaufsumme von 8.800 Euro (Steuer etc. mal unberücksichtigt) wieder an und bespare eine alternative Anlageform für die gleiche Restlaufzeit, also 25 Jahre, benötige ich mindestens 4,72% Beitragsrendite, um auf das gleiche Endergebnis zu kommen.
Diese Rechnung muss man dann noch für die übrigen Möglichkeiten aufmachen und natürlich auch die eventuell fälligen Kapitalertrasteuern mit berücksichtigen. Zudem kommen bei dem neuen Produkt ggf. wieder neue Ankaufgebühren hinzu, die den Ertrag schmälern und auch hier stellt sich die Frage nach der Nachsteuerrendite.
Nur so wäre das aus meiner Sicht eine fundierte und seriöse Analyse, mit deren Ergebnis man dann auch etwas anfangen kann.
Nicht das Du mich jetzt falsch verstehst - ich kann Fondspolicen nicht ausstehen und bin absolut dagegen, aber die Finanzmathematik hat da ein gewichtiges Wörtchen mitzureden und das lässt sich leider nicht wegdiskutieren.
Dennoch glaube ich, dass es möglich ist, eine konkurrenzfähige Rendite mit deutlich mehr Sicherheit auch nach Steuern zu realisieren, so dass sich ein Verkauf oder eine Kündigung eventuell doch lohnen könnte. Aber wie gesagt, das wäre zunächst einmal genau zu untersuchen. Vielleicht findest Du einen guten, unabhängigen Berater in Deiner Nähe, der Dir so eine Analyse ggf. gegen ein Honorar erstellt. Damit wärst Du dann auf der sicheren Seite.
Sorry, dass das nicht etwas genauer geht, aber alles andere wäre nur Augenwischerei.
Ich hoffe, das hilft Dir ein wenig weiter.
Viele Grüße aus Südniedersachsen
Stephan Heddigna