MLP-Fondspolice

Hallo,

ich bin trauriger Besitzer einer MLP-Fondpolice (über 10 Jahre Laufzeit). Nun, ich Depp, habe ich mal genauer nachgefragt und festgestellt, dass das ja ein ganz miserables Produkt ist. Vor allem in den ersten jahren fallen da ja wahnsinnige Gebühren an.

Habt Ihr Erfahrungen mit der MLP-Fondspolice?

Was ratet Ihr mir?

  • weiter laufen lassen, da wie wesentlichen Gebühren/Kosten inzwischen bezahlt sind?
  • beitragsfrei stellen (-> Fallen dann keine Verwaltunsggebühren mehr an?)
  • Kündigen?
  • weiter regelmäßige Erhöhungen mitmachen (die wieder Verwaltungskosten etc. nachsichziehen)?

Was meint Ihr? Habt ihr Erfahrungen gemacht? Was sollte man machen?

Gruß
H.

Hallo,

  • weiter laufen lassen, da wie wesentlichen Gebühren/Kosten
    inzwischen bezahlt sind?

Ich denke, wenn keine Fehlberatung vorliegt (was steht im Beratungsprotokoll, warum wurde das Produkt verkauft?) dann wird das die beste Möglichkeit sein. Und je nach Fondsauswahl kann es doch noch in den nächsten Jahren ein gutes Geschäft werden.

  • beitragsfrei stellen (-> Fallen dann keine
    Verwaltunsggebühren mehr an?)

Ich schätze mal, dass dann bereits bezahlten „Gebühren“ verschenkt werden.

  • Kündigen?

Genau so hoher Verlust.

  • weiter regelmäßige Erhöhungen mitmachen (die wieder
    Verwaltungskosten etc. nachsichziehen)?

Vermutlich die schlechteste Idee. Aber die Erhöhungen müssen ja auch nicht mitgemacht werden.

Beste Grüße
Guido

Hallo, mit Laufzeit meinst du, der Abschluss liegt schon 10 Jahre zurück? Eigentlich ist Laufzeit etwas anderes…
Kannst du denn wenigstens ein paar gute Fonds auswählen? Das Umschichten würde ich als Erstes machen. Kündigung/Beitragsfrei stellen wird sich wohl nicht lohnen. Wie lange läuft denn der Vertrag noch?
Den Erhöhungen kannst (solltest) du jedes Jahr widersprechen, das ist dein Recht. Wenn du das 3 mal getan hast, gibt es keine weiteren automatischen Erhöhungen mehr.

Was kannst du noch tun? Alle Bekannten vor MLP warnen! :wink:

Gruß
Granini

Guten Tag Heinz Sch,
für einen überzeugten Fondskäufer stellen sich die von Ihnen gestellten Fragen nicht.
Denn in diesem Bereich gibt es weder Kosten noch Dämpfer noch Verluste. Insoweit sind die gestellten Fragen und die einbezogenen
Alternativen obsolet.
Jede Erscheinung, die Verdruß signalisiert, ist nichts anderes
als eine vorübergehende auf dem sicheren Weg zu mehr Ertrag, Glück
und Weltherrschaft.
Die anderen - die überzeugten Fondsnichtkäufer - kaufen diese
Prütteln erst gar nicht. Wegen der Nerven, des Gewissens, der Geldgier
und wegen des eigenen Geldes.
Gruß
Günther

Was ratet Ihr mir?

  • weiter laufen lassen, da wie wesentlichen Gebühren/Kosten
    inzwischen bezahlt sind?
  • beitragsfrei stellen (-> Fallen dann keine
    Verwaltunsggebühren mehr an?)
  • Kündigen?
  • weiter regelmäßige Erhöhungen mitmachen (die wieder
    Verwaltungskosten etc. nachsichziehen)?

Hallo Heinz,

nicht alle Fondspolicen müssen schlecht sein, allerdings sind mir bislang nur wenige untergekommen, die wirklich ihre Berechtigung hatten. Es war jedoch keine von MLP dabei.

Wie das in Deinem Fall zu bewerten ist, kann man so pauschal natürlich nicht beantworten, das wäre unseriös. Zu vielfältig sind die beeinflussenden Faktoren.

Was hier neben den üblichen Möglichkeiten, wie

  • Kündigung
  • Beitragsfreistellung und
  • Fortsetzung
    noch nicht genannt wurde, ist der Verkauf der Police. Das ist in der Regel rentabler, als eine Kündigung, wenngleich es auch nicht viele Aufkäufer von Fondspolicen gibt.

Der einzig richtige Weg für Dich besteht darin, den Vertrag finanzmathematisch zu analysieren, um so den Grenzzinssatz für die einzelnen Möglichkeiten zu finden. Der Grenzzinssatz beschreibt den Zinssatz, der erforderlich ist, um bei dem eingeschlagenen Weg mindestens den gleichen Wert herauszubekommen.

Ein Beispiel soll das verdeutlichen:

Eine Kapitallebensversicherung mit folgenden Daten…
Beginn: 2004
Laufzeit: 30 Jahre
Beitrag: 200 Euro mtl.
Einzahlungen bislang: 12.000 Euro
Rückkaufwert aktuell: 8.800 Euro (= -12,09% Beitragsrendite)
Ablaufleistung, Prognose: 141.000 Euro (= ca. 4,11% Beitragsrendite)

Kündige ich nun den Vertrag und lege die Rückkaufsumme von 8.800 Euro (Steuer etc. mal unberücksichtigt) wieder an und bespare eine alternative Anlageform für die gleiche Restlaufzeit, also 25 Jahre, benötige ich mindestens 4,72% Beitragsrendite, um auf das gleiche Endergebnis zu kommen.

Diese Rechnung muss man dann noch für die übrigen Möglichkeiten aufmachen und natürlich auch die eventuell fälligen Kapitalertrasteuern mit berücksichtigen. Zudem kommen bei dem neuen Produkt ggf. wieder neue Ankaufgebühren hinzu, die den Ertrag schmälern und auch hier stellt sich die Frage nach der Nachsteuerrendite.

Nur so wäre das aus meiner Sicht eine fundierte und seriöse Analyse, mit deren Ergebnis man dann auch etwas anfangen kann.

Nicht das Du mich jetzt falsch verstehst - ich kann Fondspolicen nicht ausstehen und bin absolut dagegen, aber die Finanzmathematik hat da ein gewichtiges Wörtchen mitzureden und das lässt sich leider nicht wegdiskutieren.

Dennoch glaube ich, dass es möglich ist, eine konkurrenzfähige Rendite mit deutlich mehr Sicherheit auch nach Steuern zu realisieren, so dass sich ein Verkauf oder eine Kündigung eventuell doch lohnen könnte. Aber wie gesagt, das wäre zunächst einmal genau zu untersuchen. Vielleicht findest Du einen guten, unabhängigen Berater in Deiner Nähe, der Dir so eine Analyse ggf. gegen ein Honorar erstellt. Damit wärst Du dann auf der sicheren Seite.

Sorry, dass das nicht etwas genauer geht, aber alles andere wäre nur Augenwischerei.

Ich hoffe, das hilft Dir ein wenig weiter.

Viele Grüße aus Südniedersachsen
Stephan Heddigna

Hi,

ich kann meinem Vorredner nur zustimmen. Besser jetzt kündigen und in eine bessere Anlage investieren. Wenn die Laufzeit nicht mehr so lang ist, dann besser beitragsfrei stellen und die Beiträge in ein anderes Produkt investieren.

Hallo Heinz Sch.

das ist einfach zu beantworten:

ja die MLP Fondspolicen haben übedurchscnnittlich hohe Gebühren die die Rendite schmälern.

Folgende Möglichkeiten machen Sinn

weiter laufen lassen, da die Gebühren schon bezahlt sind sind Sie nun sozusagen in der attraktiven Phase

die Erhöhungen produzieren weiter Kosten, also nicht weiter machen.

oder den Vertrag Rückabwickeln lassen. Das geht mit Klage über einen Prozesskostenfinanzierer, der darin großen Erfolg hat. Man erhält alle einezahlten Beiträge mit Zinen abzül. 25% für den Anwalt.

Gruß