Mobbing

Hallo!
Hab in meiner Familie grad ein Problem, in das ich selbst zu sehr verwickelt bin um noch objektiv zu sein. Vielleicht könnt ihr mir ja ein bisschen helfen?
Also: Meine Mama wird an ihrer Arbeitsstelle von ihrer Chefin gemobbt. Diese Chefin mobbt aber nicht nur meine Mutter, sondern (laut Aussage meiner Mutter und ihrer Kollegen) den ganzen Betrieb. Der Betrieb hat seit Ende Juni 2007 neu geöffnet und seitdem hat sich die gesamte Belegschaft (bis auf Chefin und meine Mama) geändert, weil alle gekündigt wurden, oder selbst gekündigt haben. Sagt ja schon ein bisschen was aus. Meine Mama kann nicht gekündigt werden, weil sie in der blöden Lage ist, für den Betrieb so eine Art Strohmann zu sein. Das heißt die Chefin ist eigentlich auf meine Mutter angewiesen, denn wenn sie alles hinschmeißt und geht, verliert der Betrieb die offzizielle Leitung und da er noch keine 5 Jahre offen ist, ist unklar an wen die Leitung übergehen würde. Also eigentlich ist es ziemlich blöd von der Chefin meine Mama so massiv zu mobben, sie tut es aber trotzdem. Da vor kurzem wie von Zauberhand auch die internen Verträge verschwunden sind, die zwischen Chefin und meiner Mama zwecks Strohmann-Dasein bestehen, wird uns das allen jetzt etwas unheimlich, weil wir nicht mal nachlesen können ob meine Mama, wenn sie den Job an den Nagel hängt, irgendwelche Nachteile hätte (abgesehen von der Arbeitslosigkeit).

Meine Mutter arbeitet 3 Nachmittage in der Woche und das reicht komplett um sie langsam aber sicher in eine Depression zu treiben. Außerdem gibt es mit ihr kein anderes Thema mehr als ihre Chefsituation, was meiner ganzen Familie ziemlich auf die Nerven geht und uns natürlich belastet. Zuzusehen wie die eigene Mutter/Ehefrau in eine Depression rutscht und einem selbst sind die Hände gebunden, das ist schon ziemlich hart. Gut gemeinte Ratschläge an sie sind ziemlich zwecklos.

Gespräche mit der Chefin (von allen erdenklichen Seiten) sind bis jetzt absolut im Sand verlaufen, da diese Frau in der Lage ist, alles so umzumünzen, dass SIE selbst am Ende das Opfer ist! ("Wie kannst du jetzt nur zu weinen beginnen?! Jetzt steh ich wie die Böse da!!)

Hab schon probiert meiner Mama eine Therapie einzureden. Das hat sie abgelehnt. Stattdessen erzählt sie mir und meiner Familie stundenlang von ihren Sorgen.

Was denkt ihr? Was kann ich tun? So geht’s nicht weiter.
Schon mal danke im Voraus!
lg infi

Moin infi
„Mobbing“ wird heutzutage ja schnell im Munde geführt; man sollte immer von Fall zu Fall genau hingucken, WAS da passiert.
Du hast NICHTS Inhaltliches beschrieben, was nicht gerade weiter hilft. Das ist so, als wenn Du im Medizinbrett geschrieben hättest: „Meine Mutter ist krank. Was kann das sein? Was sagt ihr dazu?“
So allgemein kann man das nicht beantworten. Für den einen ist schon Mobbing, wenn der Andere schlecht gelaunt oder chrakterlich anders ist als er/sie selber.
Zum Mobbing gehören immer mindestens zwei: Einer, der mobbt und einer, der sich mobben lässt.
Eine Saymurai-Persönlichkeit kann man weitaus schwerer mobben als eine selbstunsichere Persönlichkeit.
Gruß,
Branden

Hallo Branden!
Du hast natürlich recht. Ich wollte den Artikel nicht zu lang werden lassen, daher hab ich nichts genaues beschrieben. Mir ging es eigentlich auch mehr um den Umgang mit meiner Mutter als Gemobbte (und ja, sie ist der Charakter der sich eher mobben lässt).

Trotzdem jetzt eben ein paar Details:
Vorweg: Meine Mutter und ihre Chefin kennen sich schon seit dem Studium und haben sozusagen eine „freundschaftliche Beziehung“.
Meine Mutter kommt bei der Tür herein und ihr wird schon entgegengerufen welche Fehler sie gemacht hätte. Zumeist stellt sich bei diesen Fehlern im Nachhinhein heraus, dass sie von der Chefin selbst begangen wurden. Das wird diese aber nie zugeben. Immerhin ist sie ja unfehlbar.
Vor einigen Tagen stimmte abends die Kasse nicht. Meine Mutter hat geschlagene (unbezahlte!) 1,5 Stunden nach dem Fehler gesucht, konnte ihn aber nicht finden. Am nächsten Tag stellte sich heraus, dass Geld kassiert worden war, der Verkauf aber nicht im Computer gespeichert wurde. Es handelte sich um eine Kundin der Chefin, also hohe Wahrscheinlichkeit, dass es ihr Fehler war. Sie meinte aber nur, eine der Angestellten (vorzugsweise meine Mutter) habe betreffenden Verkauf mutwillig aus dem Computer gelöscht. Keine Ahnung warum das jemand tun sollte. Die Chefin hält alle Fehler die passieren meiner Mutter vor, auch wenn es offensichtlich Schwachsinn ist, weil die Unterschrift der Chefin darauf ist und stellt meine Mutter als inkompetent, dumm und unfähig hin und das vor der ganzen Belegschaft. Die Kollegen, denen es gelegentlich ebenso geht, versuchen meine Mutter zu unterstützen und suchen auch Beweise für die „Unschuld“ meiner Mutter. Diese werden von der Chefin jedoch nicht anerkannt. Sie hält meiner Mutter vor: „Jeden Tag finden die Conny und ich 5-6 Fehler von dir, die ich dann ausbessern muss!“ Wenn man dann bei Conny nachfrägt war kein einziger Fehler meiner Mutter dabei, sondern nur Fehler der Chefin selbst.
Die Chefin scheint mit ihrem Job total überfordert zu sein. Dass sie mit Angestellten nicht umgehen kann ist eines, aber sie ist so überlastet und zerstreut, dass sie permanent Dinge vergisst und sie dann den Angestellten in die Schuhe schiebt und es ihnen wochenlang vorhält. Sie duldet auch keinen Widerspruch und verwickelt sich daher permanent in Streitereien mit Angestellten.

Von der Putzfrau hat sie verlangt innerhalb von 15 Minuten 3 Räume zu säubern (Staubwischen, Boden reinigen, aufräumen). Das ist unmöglich. Wenn sie es nicht schafft bekommt sie vorgeworfen faul zu sein und die Chefin um ihr Geld zu betrügen, da sie ja einen Stundenlohn bekommt. Auf der anderen Seite muss aber alles steril sauber sein. Außerdem musste diese Putzfrau an einem Tag die Woche auch das Wohnhaus der Chefin putzen, worüber sie aber Stillschweigen bewahren musste. Dann kamen noch so Ansagen: „Sei froh, dass du überhaupt eine Arbeit hast, du kannst ja nicht mal richtig Deutsch!“. Die arme Putzfrau hat 5 Wochen gearbeitet und hat sich dann mit schweren Depressionen (was zugegebenerweise übertrieben war - aber eine leichte Depression war sicher vorhanden) krankschreiben lassen und hat inzwischen gekündigt.

Die Beweisführung gegen meine Mutter (dass sie unfähig ist, nur Fehler macht,…) geht weiter. Während dessen gibt es aber wieder Unterredungen zwischen meiner Mutter und der Chefin, bei der meine Mutter so Ansagen zu hören bekommt: „Wir zwei müssen zusammen halten gegen die Angestellten“. Was soll das denn bedeuten? Dann gibt es auch immer wieder eifersüchtige Anwandulungen, weil die Angestellten alle lieber mit meiner Mutter zusammen arbeiten als mit der Chefin, was der Chefin natürlich auch nicht passt. Also versucht sie mit Gerüchten und Geschichten Freundschaften zu untergraben.

Nachdem die Chefin den Betrieb verlassen hat, kommt sie 5 Minuten später wieder „weil sie etwas vergessen hat“, gelegentlich schickt sie ihren Sohn oder Mann als Kontrolle vorbei, die dann petzen müssen was die Angestellten für Kleidung anhaben, ob ein Radio läuft, oder am Ende sogar Kaffee getrunken wird!!!
Die Angestellten dürfen keinen Radio im Hintergrund laufen haben, weil das störend ist. Es ist auch dann störend, wenn die Chefin nicht im Haus ist. Auch nicht dort, wo die Kunden es nicht hören können. Das lenkt nur ab. Und es passieren sowieso schon so viele Fehler…

Wir warten alle gespannt auf die Installation von Überwachungskameras und Mikrofonen *fg*

Ich bezeichne das jetzt einfach mal als Mobbing, weil ich kein besseres Wort dafür kenne. Psychoterror vielleicht. Oder was denkst du?

Wenn die ganze Sache nicht so traurig wäre, wäre sie ja direkt zum lachen. So eine Person wie die Chefin kann man ja eigentlich gar nicht ernst nehmen. Blöd nur, dass sie die Chefin ist…

Jetzt nochmal die Frage: Wie kann ich meine Mutter unterstützen?

lg infi

Hallo

Jetzt nochmal die Frage: Wie kann ich meine Mutter
unterstützen?

Vielleicht weniger mit psychologischen, sondern mehr mit (arbeits-)rechtlichen Mitteln: FAQ:2299

mfg M.L.

Hallo Infi,

mir fallen folgende Dinge ein:

  1. die Frage, ob Deine Mutter den Job unbedingt braucht, also ob die Nachteile einer Kündigung schwerer wiegen als die Unannehmlichkeiten im Job jetzt.

  2. Ihr könnt ihr vielleicht so helfen, indem Ihr nicht auf ihr Jammern eingeht. Ernsthaft über Lösungen reden, ja. Aber das geht vergleichsweise schnell und muß nicht die ganze Zeit über die Gespräche dominieren wie das derzeitige Jammern. Mit dem Jammern läßt Deine Mutter wertvolle psychische Energie wie Wut sinnlos verpuffen, die sie besser dafür nützen könnte, um ihre Situation zu verändern (eventuell Selbstkündigung, in Therapie gehen…). Sie hält sich damit die Situation gerade noch erträglich, um nichts ändern zu müssen, aber das geht auch auf Deine Kosten!

  3. Mir kommt vor, es ist oft nicht so gut, wenn alte sozusagen freundschaftliche Beziehungen mit Geschäftlichem vermischt werden. Ich wollte einmal mit Kollegen (Freunden?) aus der Studienzeit eine Firma gründen. Es war nur furchtbar.

Grüße,

I.

Hallo!
Das hab ich mir auch schon überlegt, aber ich glaube nicht, dass in der Privatwirtschaft und in kleinen Betrieben der rechtliche Weg untrm Strich zu einem besseren Klima führt. Das schafft doch noch mehr böses Blut, oder?

Hallo

Wenn die ganze Sache nicht so traurig wäre, wäre sie ja direkt
zum lachen. So eine Person wie die Chefin kann man ja
eigentlich gar nicht ernst nehmen. Blöd nur, dass sie die
Chefin ist…
Jetzt nochmal die Frage: Wie kann ich meine Mutter
unterstützen?

Hier gibt es nichts zu unterstützen - nur zu
entscheiden. Hier liegt offensichtlich eine
massiv psychisch gestörte Person in vorge-
setzter Rolle vor (soll ja vorkommen). Jegliche
weitere „Bemühung“ in irgend einer Form, die
nicht die völlige Abkehr von der derzeitigen
Struktur darstellt, scheint mir absurde Zeit-
verschwendung zu sein.

Grüße

CMБ

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Hi Infi

Meine Mutter kommt bei der Tür herein und ihr wird schon
entgegengerufen welche Fehler sie gemacht hätte. Zumeist
stellt sich bei diesen Fehlern im Nachhinhein heraus, dass sie
von der Chefin selbst begangen wurden.

Spontan würde ich an Stelle deiner Mutter wohl sofort -noch in der Tür- zurückbellen: „Na, das werden doch wie üblich mindestens zur Hälfte wieder Ihre Fehler gewesen sein, Verehrteste!“
Bei mir lief es meist auf ein show-down hinaus, wenn mir ein Chef dumm kam. Natürlich habe ich die ein oder andere Stelle dann verloren, aber das wars mir wert.
Gruß,
Branden

Hallo Infi,

Das hab ich mir auch schon überlegt, aber ich glaube nicht,
dass in der Privatwirtschaft und in kleinen Betrieben der
rechtliche Weg untrm Strich zu einem besseren Klima führt. Das
schafft doch noch mehr böses Blut, oder?

Noch böser??

hast Du Dir mal überlegt wie sehr Deine Mutter darunter leidet? Physisch und psychisch?

Solche Demütigungen,Beleidigungen und ungerechtfertigten Unterstellungen sind nicht nur rechtlich nicht zu billigen…seelisch und auch gesundheitlich wird Deine Mutter früher oder später vor die Hunde gehen. -&gt:stuck_out_tongue_winking_eye:sychosomatik

Und jetzt überlege Dir bitte nochmal:

Ist es das alles wert? Will Deine Mutter wirklich dauerhaft Sündenbock, Mülleimer, Fußabtreter für einen Menschen sein, der seine eigenen Unzulänglichkeiten dadurch zu kaschieren versucht, anderen das leben zur Hölle zu machen? (und dabei offenbar auch vor Manipulationen nicht zurückschreckt)

Will Deine Mutter ihre Gesundheit opfern damit sie Spielball für die unausgeglichenen Gefühlsausbrüche eines so egoistisch handelnden Menschen sein kann??

Hat diese Chefin denn selbst keinen Vorgesetzten? Lassen sich die Fehler die passieren beweiskräftig ihr zuordnen? Vermutlich wird ja auf die anderen Mitarbeiter nicht zurückzugreifen sein, oder? Wer ist diese Conny? Würde sie, wenn sie Fehler feststellt, und sie dabei feststellt wer diese Fehler gemacht hat (nämlich die Chefin selber), wahrheitsgemäß aussagen?

Gruß
Maja

Hallo!
Ja, natürlich sehe ich, dass meine Mutter leidet, sonst würde ich ja kaum um Hilfe fragen :wink:
Ich weiß, dass es so nicht weiter gehen kann. Aber die rechtliche Lage ist durch diese ganze Strohmann-Geschichte und die verschwundenen Unterlagen etwas kniffelig. Wir können ja jetzt nicht mal nachlesen, was meine Mutter irgendwann vor 2 Jahren mal unterschrieben hat. Vielleicht ist da ja wo eine Klausel drinnen, dass sie nicht einfach das Handtuch werfen kann…

Hat diese Chefin denn selbst keinen Vorgesetzten? Lassen sich
die Fehler die passieren beweiskräftig ihr zuordnen?
Vermutlich wird ja auf die anderen Mitarbeiter nicht
zurückzugreifen sein, oder? Wer ist diese Conny? Würde sie,
wenn sie Fehler feststellt, und sie dabei feststellt wer diese
Fehler gemacht hat (nämlich die Chefin selber), wahrheitsgemäß
aussagen?

Also um das ganze zu konkretisieren. Es handelt sich um eine Apotheke. Vorgesetzter der Chefin in dem Sinne wäre also der Verantwortliche in der Apothekerkammer (denk ich mal). Meine Mama ist Pharmazeutin (nebenbei bemerkt seit über 30 Jahren und sie hatte noch nie ernsthafte Probleme mit Chef oder Kollegen). Bei Conny handelt es sich um eine junge, sehr nette und engagierte PKA. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie die Wahrheit sagen würde, wenn man sie frägt. Alleredings bei der derzeitigen Lage am Arbeitsmarkt ist jeder froh, wenn er einen Job hat. Speziell in der Privatwirtschaft ist das ja immer so eine Sache. Um die Jobaussichten meiner Mutter mach ich mir keine wirklichen Sorgen. Da ein Vorgesetzer für einen angestellten Pharmazeuten immer das gleiche Gehalt zahlt und die Lohnerhöhung mit den Dienstjahren von der Apothekerkammer beglichen wird, hat meine Mutter als ältere, erfahrene Kraft sogar mehr Chancen als eine junge Frau, die eventuell bald eine Familie gründen will.
Die Angst zu Kündigen begründet sich hauptsächlich aus den Fehlenden Unterlagen die zwischen Chefin und Mama getätigt wurden.

Hallo,

eine Freundin meiner Mutter wurde auch aus einer Apotheke gemobbt(wird das Mode?)und das ist noch gar nicht so lange her…da wollte man lieber die Nachfolgerin ziehen, weil die ja noch formbar ist :-/
Diese Freundin hat letztendlich das Handtuch geworfen, allerdings kenne ich keine Deteils und weiß nicht ob überhaupt und was sie vorherevtl. gegen das Mobbing unternommen hat.

Hat Deine Mutter denn keine Durchschläge oder Kopien dieser hochbrisanten Urkunden?
Was könnte ihr denn passieren? Waren das illegale Vertragsvereinbarungen? Dann wären die eh nichtig, da bekäme im Zweifelsfall eher die Obrigkeit Schwierigkeiten…

Erpressen lassen würde ich mich auf keinen Fall, wenn das damit gemeint ist was das für Folgen haben kann…notfalls würde ich eben ein paar Federn lassen, und würde selbst -wenn unbedingt nötig- diese Zusatzvereinbarungen soweit noch bekannt ans Licht holen…

Macht doch folgendes:
Sucht Euch einen Rechtsanwalt der Fachanwalt für Arbeitsrecht ist und lasst Euch dort einmal beraten. Dieses Beratungsgespräch verursacht nur relativ geringe Kosten und hat noch keine Aktionen zur Folge. dann könnt Ihr in Ruhe abwägen, ob ihr rechtliche Schritte einleiten sollt/wollt/müsst.
Am besten schriftlich auf das Gespräch vorbereiten, damit auch möglichst alle Punkte des Problems zur Sprache gebracht werden können.

Gruß
Maja

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Strohmann in der Apotheke
Hallo,

ein unpsychologischer Ansatz: Die Geschichten, die Du da von Strohmännern, verschwundenen Unterlagen und vergessenen Unterschriften erzählst, werden immer dubioser.

Vielleicht schlägst Du Deiner Mutter vor, diese Baustelle mal gründlich aufzuräumen. Alle anderen Probleme erledigen sich dann womöglich von alleine.

Gruß
Andreas

Liebe infinity7,

zu den psychologischen Aspekten sage ich nichts - Du als Psychologie-Studentin scheinst kompetenter . . .

Hier gibt es neben dem Mobbing offensichtlich rechtliche Aspekte, die es zu betrachten gilt:

. . . Da
vor kurzem wie von Zauberhand auch die internen Verträge
verschwunden sind, die zwischen Chefin und meiner Mama zwecks
Strohmann-Dasein bestehen, wird uns das allen jetzt etwas
unheimlich, weil wir nicht mal nachlesen können ob meine Mama,
wenn sie den Job an den Nagel hängt, irgendwelche Nachteile
hätte (abgesehen von der Arbeitslosigkeit).

Heisst das tasächlich, dass Deine Mutter in Verträgen steckt, von denen sie selbst in Ihrem Verfügungsbereich keine Kopien hat? Da mir die ganze „Strohmann-Geschichte“ ohnehin schon suspekt erscheint (ich kenne mich allerdings im österreichischen Recht nicht aus und kann von daher nicht einschätzen, inwieweit dieses Tun rechtlich zulässig ist und ob ggf. Tatbestände erfüllt sind, welche illegal sind), mag ich gar nicht glauben, dass sich jemand ohne Rückversicherung auf sowas einlässt. Neben psychologischer Hilfe benötigt Deine Mutter ggf. ganz fix rechtlichen Beistand?!

Zu guter Letzt: Warum sollte deine Mutter sich in eine Reha begeben, solange sie Dir (und ggf. anderen) mit ihren Problemen im Ohr liegen kann und darf? Darüberhinaus kann man sich mit solchen Storys auch schön ins Mittelfeld rücken und darf sich der Sorge und Aufmerksamkeit aller bewusst sein.

Hallo Infinity,
habe mich eben durchgelesen durch all die Texte und mir fällt auf dabei, dass deine Mutter Pharmazeutin mit 30jähriger Erfahrung ist.

Diese Strohmann-Geschichte stelle ich mir so vor, dass die nette Chefin keine anerkannte Ausbildung in dieser Richtung hat und allein keine Apotheke führen kann. Sie ist vielleicht keine Pharmazeutin, hat evtl. ihr Studium oder Ausbildung nicht korrekt abgeschlossen.

Sicher sind die anderen Angestellten ebenfalls keine ausgebildeten Pharmazeuten und so ist sie eben auf deine Mutter angewiesen, die zwar nur zeitweise anwesend ist, aber eine Alibi-Funktion gegenüber der Apotheken-Kammer oder was auch immer ist.

Ich kenne das von unserer Branche; ein Handwerker kann sich nur selbstständig machen, wenn er Meister ist in seinem Fach. Oder er stellt einen Meister ein, oder ein befreundeter Betrieb in der Nähe übernimmt die Verantwortung.

Für alle Beteiligten wäre es wirklich sehr viel besser, wenn deine Mutter aufhört. Sie bekommt bestimmt einen anderen Posten, gerade Apotheken haben ja enormen Zulauf bekommen.

Ich wünsche dir und euch allen viele gute Gedanken und eine baldige Klärung dieser irren Geschichte!
Gruß
Elke

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Machtstrukturen
Hallo, infi!

Nachdem ich grad den ganzen Thread hier gelesen hab, kann ich nur sagen:

Erstaunlich, dass sich eine ganze Belegschaft dermaßen von einer einzigen Person unterdrücken lässt!!!

Wenn doch alle so gegängelt werden: Warum hält die Belegschaft nicht zusammen und streikt einfach???

Und wenn die Chefin ihre Apotheke nicht weiterführen kann ohne deine Mutter als Strohfrau: Womit sollte sie deiner Mutter bei einer Kündigung drohen können???

Und wenn deine Mutter doch gut qualifiziert ist für den Arbeitsmarkt: Warum hält sie diesen Psychoterror aus? Ist ihr ihre (psychische) Gesundheit nicht mehr wert???

Alles in allem für mich nur ERSTAUNLICH!!

Gruß, ChrisTine

Erstaunlich, dass sich eine ganze Belegschaft dermaßen von
einer einzigen Person unterdrücken lässt!!!
Wenn doch alle so gegängelt werden: Warum hält die Belegschaft
nicht zusammen und streikt einfach???

Hallo, das hab ich mich auch gefragt, ich hab den Artikel eine Zeitlang mitverfolgt, ohne mich bisher zu äussern, da ich vom Österreichischen Apowesen keine Ahnung hab, aber wenn nur die Mutter die Lizenz zum Arzneien abgeben/machen etc. hat und die Belegschaft hinter ihr steht, wieso geht sie damit nicht zur Apokammer und beantragt die Zulassung für eine eigene Apotheke, sprich sie würde mit der ganzen Belegschaft evtl auf die andere Strassenseite ziehen.

Und wenn die Chefin ihre Apotheke nicht weiterführen kann ohne
deine Mutter als Strohfrau: Womit sollte sie deiner Mutter bei
einer Kündigung drohen können???

Hier vermute ich einen Grund für die verschwundenen Verträge, damit Mutti nicht weiß wie sie aus eben jenen herauskommt. Aber irgendwo dürften doch Kopien vorhanden sein, da damit das Geschäftsmodell belegt werden musste (Anwalt der die Dinger aufsetzte, Apokammer die das so genehmigen musste etc?) Wenn das nur so Verträge waren die man sicherheitshalber untereinander geschlossen hat, da ja vermutlich auch Gelder zusammengeschmissen wurden etc, damit man einen Beleg/Festlegung hat wer wieviel Anteil und welche Aufgaben hat etc, also irgendwo auf dem Küchetisch zusammengeschrieben, dann haben die evtl gar keine Bedeutung.
Die Apokammer kann da evtl Durchblick verschaffen oder ein guter Anwalt.

Und wenn deine Mutter doch gut qualifiziert ist für den
Arbeitsmarkt: Warum hält sie diesen Psychoterror aus? Ist ihr
ihre (psychische) Gesundheit nicht mehr wert???

Ob sie angestellt oder Teilhaberin ist wird sie doch noch wissen, oder? Wenn sie angestellt ist, kann sie kündigen, so einfach ist das. Soll die Chefin doch sehen wo sie mit der Apo bleibt.
Damit die Mutter nicht die Belegschaft auf dem Gewissen hat, weil die andere Apo zumachen muss, sollte sie sich mal wegen dem eröffnen einer eigenen Apo (womöglich einfach in der Nähe der alten) erkundigen. HIer in D gibt es so eine Art Gebietsschutz, weiß nicht wie es in A ist, aber irgendwo findet sich ein sinnvolles Plätzchen und in Anbetracht der Situation lässt sich evtl auch eine Ausnahmegenehmigung erwirken.

Alles in allem für mich nur ERSTAUNLICH!!

Jepp, stimm ich zu
Gruß Susanne

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Hallo Susanne,

sollte sie sich mal wegen
dem eröffnen einer eigenen Apo (womöglich einfach in der Nähe
der alten) erkundigen. HIer in D gibt es so eine Art
Gebietsschutz, weiß nicht wie es in A ist, aber irgendwo
findet sich ein sinnvolles Plätzchen und in Anbetracht der
Situation lässt sich evtl auch eine Ausnahmegenehmigung
erwirken.

leicht o. t.:

das kannst Du vergessen. Die Konzessionsvergabe ist in Österreich sehr restriktiv geregelt. Neuerrichtung: strenge Bedarfsprüfung, und die Übernahme der Konzession für eine bestehende Apotheke ist eigentlich nur durch Kauf dieser Apotheke möglich (Größenordung ab 1 Mio. Euro). Wenn jemand nicht aus einer Apotheker-Familie kommt, wird es schwierig und bedarf einer zielstrebigen Vorbereitung, die über mehrere Jahre geht.

Als österreichischer Pharmazeutin sind der Mutter der Urprungsposterin diese Umstände sicherlich bekannt.

Grüße,

I.

Hallo, das hab ich mich auch gefragt, ich hab den Artikel eine
Zeitlang mitverfolgt, ohne mich bisher zu äussern, da ich vom
Österreichischen Apowesen keine Ahnung hab, aber wenn nur die
Mutter die Lizenz zum Arzneien abgeben/machen etc. hat und die
Belegschaft hinter ihr steht, wieso geht sie damit nicht zur
Apokammer und beantragt die Zulassung für eine eigene
Apotheke, sprich sie würde mit der ganzen Belegschaft evtl auf
die andere Strassenseite ziehen.

Die Apotheke „gehört“ ja offiziell meiner Mutter. Es ist so, dass jede Pharmazeutin nur um EINE Konzession ansuchen kann. Ihre Kollegin/Chefin hatte um eine angesucht, die allerdings ewig nicht bewilligt wurde, da in der Apokammer wer sitzt der sie nicht mag. Jetzt ist mir auch klar warum. Auf jeden Fall hat sie meine Mama gebeten auch anzusuchen. Sie hätte dadurch aber keine Kosten/Pfichten außer eben 5 Jahre in der Apotheker die offizielle Leitung zu haben. Danach wird alles ganz offiziell an die Chefin abgegeben. Intern wurde das vor einem Notar mit Verträgen gesichert (falls meine Mama stirbt, geht die Leitung automatisch an die Chefin… Hoff das führt nicht noch zu einem Mord).
Weiters ist es so, dass man, wenn man eine Konzession aufgibt, 5 Jahre lang keine neue beantragen darf. Also nix mit der Apotheke gegenüber.
Die Chefin ist genauso Mag.Pharm. wie meine Mama. Nur hats eben nicht mit der Konzession geklappt.

Und wenn die Chefin ihre Apotheke nicht weiterführen kann ohne
deine Mutter als Strohfrau: Womit sollte sie deiner Mutter bei
einer Kündigung drohen können???

Hier vermute ich einen Grund für die verschwundenen Verträge,
damit Mutti nicht weiß wie sie aus eben jenen herauskommt.

Eben diese Kopien von den Verträgen sind verschwunden. Sind die eventuell in Kopie noch beim Notar auffindbar?

Und wenn deine Mutter doch gut qualifiziert ist für den
Arbeitsmarkt: Warum hält sie diesen Psychoterror aus? Ist ihr
ihre (psychische) Gesundheit nicht mehr wert???

Doch das wird es demnächst der Fall sein.

lg infi

Die Apotheke „gehört“ ja offiziell meiner Mutter. Es ist so,
dass jede Pharmazeutin nur um EINE Konzession ansuchen kann.

Hallo KOnzession ist das eine, das Gewerbe (Laden, Kosten etc.) eine andere Seite, zumindest wärs in D so.

Ihre Kollegin/Chefin hatte um eine angesucht, die allerdings
ewig nicht bewilligt wurde, da in der Apokammer wer sitzt der
sie nicht mag. Jetzt ist mir auch klar warum. Auf jeden Fall
hat sie meine Mama gebeten auch anzusuchen. Sie hätte dadurch
aber keine Kosten/Pfichten außer eben 5 Jahre in der Apotheker
die offizielle Leitung zu haben.

Wenn ich dich unten recht versteh, dann auch die Pflicht, nach 5 Jahren Leitung erst mal auf eine neue eigene Konzession zu verzichten, das kommt einem BErufsverbot gleich.
Dringend nochmal der rat einen Anwalt zu nehmen und die Apokammer einzuschalten, ich fürchte deine Ma wurde schon gleich zu Anfang abgezockt.

Danach wird alles ganz
offiziell an die Chefin abgegeben. Intern wurde das vor einem
Notar mit Verträgen gesichert (falls meine Mama stirbt, geht
die Leitung automatisch an die Chefin… Hoff das führt nicht
noch zu einem Mord).

Wie sieht es aus, wenn deine Ma in den Wahnsinn getrieben wird, oder in den Selbstmord, oder was wenn sie so unter Stress gesetzt wird (Folge Herzerkrankung), dass eine kleine Gabe Digitalis nicht auffällt. In Apothekerkreisen würde ich mich vorsehen, mir Feinde zu machen.

Weiters ist es so, dass man, wenn man eine Konzession aufgibt,
5 Jahre lang keine neue beantragen darf. Also nix mit der
Apotheke gegenüber.

Eben und auch nix mit irgendwo weiterarbeiten wenn man die Leitung der einen Apo los ist, oder nicht?

Die Chefin ist genauso Mag.Pharm. wie meine Mama. Nur hats
eben nicht mit der Konzession geklappt.

Manchmal hat das seine Gründe, wusste die Apokammer von diesem Spiel, dasss hier eine Gesetzeslücke ausgenutzt werden soll. Kann sie deiner MA nicht deshalb evtl vorzeitig die Konzession für eine Weile entziehen, so dass das Gebäude zusammenfällt.

Und wenn die Chefin ihre Apotheke nicht weiterführen kann ohne
deine Mutter als Strohfrau: Womit sollte sie deiner Mutter bei
einer Kündigung drohen können???

Hier vermute ich einen Grund für die verschwundenen Verträge,
damit Mutti nicht weiß wie sie aus eben jenen herauskommt.

Eben diese Kopien von den Verträgen sind verschwunden. Sind
die eventuell in Kopie noch beim Notar auffindbar?

Hallo, die Verträge MÜSSEN einfach beim Notar sein, wenn nicht, hängt der irgendwie mit drin und spätestens dann wird es Zeit für einen Anwalt und auch die Apokammer sollte dann eingeschaltet werden.

Gruß Susanne

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In Apothekerkreisen würde ich
mich vorsehen, mir Feinde zu machen.

Das gilt doch auch für die Chefin? Sollte die Belegschaft vielleicht mal drüber nachdenken… :wink:

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