Mobbing gegen Rollstuhlfahrerin im Rathaus

Hallo liebe www-Gemeinde;

leider bin ich momentan etwas aufgebracht, nachdem ich wieder die „Neuigkeiten“ vom Studium meiner Schwester zur Diplomverwaltungswirtin (FH) gehört habe. Sie absolviert zur Zeit ihren ersten Praxisteil an einem Rathaus. Dort ist sie allerdings alles andere als glücklich, denn der Bürgermeister dort - entschuldigt den Ausdruck - ist ein kleines schizophrenes Rassistena.loch! Den einen Tag lobt er sie in den Himmel, den nächsten macht er sie zur Sau. Sie sitzt im Rollstuhl, was ja aber bei der Bewerbung um diese Stelle kein Geheimnis war (wie auch!?) und jetzt meckert er immer rum, ob sie denn wieder nur die „Negerarbeit“ machen würde. Wenn sie nachfragt, folgt umgehend ein Anpfiff, sie müsste das doch wissen (Hallo?! Sie ist da zur A-u-s-b-i-l-d-u-n-g!), wie hätte sie nur ihr Abi geschafft, etc. Da sie ja aber auf sein Zeugnis angewiesen ist, kann sie ihm ja auch nicht „dumm kommen“. Die Mitarbeiterinnen bekommen das auch alles mit und wenn sie vor meiner Schwester aus dem Rathaus kommen, bekommt meine Mutter, die sie abholt, schonmal einen Kommentar wie „Heute hat er sie wieder fertiggemacht“ zu hören.
Das kann doch kein Zustand sein! Der ist zu allen Mitarbeitern so wankelmütig, führt sich auf wie der Sonnenkönig, aber mit meiner Schwester hat ers wirklich besonders.
Kann man was machen?! So kann es ja nicht wirklich weitergehen. Der einzige Lichtblick für meine Schwester ist, dass diese erste praktische Phase in ein paar Wochen vorbei ist, aber die wollen auch rumgebracht werden :frowning:

Dankbar für jede Hilfe;
A:stuck_out_tongue::smile:

Hi,
Urlaub nehmen oder krankschreiben lassen, bis der praktische Abschnitt vorbei ist oder mit dem Ausbildungsleiter sprechen ob der Abschnitt beim Bürgermeister nicht verkürzt werden kann und mit dem Schwerbehindertenbeauftrageten des Amtes reden

Allerdings wenn die Kollegen zu ihr halten, sollte sie durchhalten. Sie ist keine 14 mehr und steht voll im Arbeitsleben. Wenn Sie in zwei, drei Jahren fertig ist, soll sie schliesslich mal eine Leitungsfunktion übernehmen, da muss sie auch mit üblen Kunden und Untergebenen fertig werden.
In diesem Fall gilt: was uns nicht umbringt macht uns hart und es ist ja ein Ende abzusehen

grüsse
dragonkidd

hab vergessen zu erwähnen, das das Abschnittszeugnis sooo wichtig nicht ist. Wenn Sie die Prüfungen an der FH alle schafft, sind die Abschnittszeugnisse sowas von egal…
Ausserdem wird sie noch mehrere bekommen, mal gute mal schlechte, auch der Ausbildungsleiter weiss das und zu einer schlechten Abschnittsbewertung kann man eine Stellungnahme dazu schreiben, ggfs wird dann Bewertung nochmal überarbeitet.
grüsse
dragonkidd

Hallo,

nimm es mir nicht übel, aber ich kann in deiner Schilderung keinerlei Anhaltspunkte für ein spezifisches, auf die Behinderung deiner Schwester abzielendes Fehlverhalten feststellen, was die Überschrift rechtfertigen würde. Deine Schwester will wie ein Fußgänger behandelt werden, und wird es offenbar auch.

Natürlich ist es immer schlimm, wenn man solche A… als Ausbilder bekommt, aber das passiert leider häufiger. Der blöde alte Spruch: „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“, stimmt nun mal nach wie vor und wird seine Gültigkeit auch nie verlieren. Da muss man durch, so schwer es auch fällt und sollte dem Gegenüber nicht auch noch den Gefallen tun, sich auf seine Handicaps zu berufen, um eine andere Behandlung zu verlangen. Ein Bürgermeister ist in seiner Behörde nun mal der unangefochtene Chef und es wird sich niemand neben deine Schwester setzen und ihm jedes Mal eine auf die Finger geben, wenn er einen dummen Spruch macht.

Natürlich kann man sicherlich auch die Ausbildungsstätte wechseln, oder mit dem Behindertenbeauftragen sprechen (und dann vielleicht die letzten Wochen im Keller im Archiv verbringen und gar nichts lernen), aber ich bezweifle, dass dies ein wirklich sinnvoller Weg ist. Die Arbeitswelt ist nun mal nicht mehr die in Watte gepackte Schulzeit und da muss man auch mal einstecken können und sich sagen: „Augen zu und durch“

BTW: Ich kann mich noch gut an meinen Lieblingsausbilder aus Referendarzeiten erinnern, den ich ein halbes Jahr lang aushalten durfte. Stinkendfaul, despotisch, dreckig und von nichts eine Ahnung. Wir haben uns mehrfach angeschrien und es hat ihn zumindest beeindruckt, dass ich mir nichts habe bieten lassen. Seine Liebesbeweise waren dann, dass er mir Akten von 500 Seiten übertrug, die er schon seit Jahren verfristet hatte. Während ich mit zwei dieser Schwarten ins Wochenende zog um sie dann mit einem zweiseitigen Urteil abzuschließen, nahmen die anderen 10 Blatt mit. Da habe ich auch oft genug geflucht und Sch… geschrien. Aber auch die Zeit ging vorbei und ist heute noch für die ein oder andere Anekdote gut.

Also Kopf hoch und munter bleiben!

Gruß vom Wiz

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… fragen Sie den Personalrat Ihres Vertrauens.

Der Personalrat ist in einer öff. Verwaltung das, was ein Betriebsrat in der Wirtschaft ist.
Er unterstützt (in den meisten Fällen) die Arbeitnehmer und die Beamten der Verwaltung bei Problemen mit dem Ausbilder. Je nach Alter Deiner Schwester könnte ggfls. auch noch die Jugend- und Auszubildendenvertretung helfen.

Mit kollegialen Grüßen

Halo Wiz;

erst mal danke für den ausführlichen Kommentar :smile:

nimm es mir nicht übel, aber ich kann in deiner Schilderung
keinerlei Anhaltspunkte für ein spezifisches, auf die
Behinderung deiner Schwester abzielendes Fehlverhalten
feststellen, was die Überschrift rechtfertigen würde. Deine
Schwester will wie ein Fußgänger behandelt werden, und wird es
offenbar auch.

Selbstverständlich will sie nicht auf eine Behinderung reduziert werden, aber
für mich ist es schon auf diese zurück zu führen, dass er ihr absichtlich, wie
er sie nennt, „Negerjobs“ überträgt. Er lässt sie nicht mal ins Bürgerbüro
sitzen, um dort mitzuarbeiten, als müsse man sich schämen. Naja, ich weiß auch
nicht…

Natürlich kann man sicherlich auch die Ausbildungsstätte
wechseln, oder mit dem Behindertenbeauftragen sprechen (und
dann vielleicht die letzten Wochen im Keller im Archiv
verbringen und gar nichts lernen), aber ich bezweifle, dass
dies ein wirklich sinnvoller Weg ist. Die Arbeitswelt ist nun
mal nicht mehr die in Watte gepackte Schulzeit und da muss man
auch mal einstecken können und sich sagen: „Augen zu und
durch“

Nach einem Wechsel hatten wir uns mal erkundigt, allerdings ging es darauf
wieder besser und wegen den letzten paar Wochen lohnt sich wohl der Aufwand
nicht mehr. Haha, ins Archiv kann sie, soweit ich weiß, nicht einmal. Aber so
schöne Dinge, wie Ergänzungslieferungen in die dicken Gesetzes-Backsteine
einsortieren, muss sie ja jetzt schon machen (siehe „Negerjob“).
Ich finde, Augen zu und durch kann man nur machen, wenn es unangenehm ist und
nicht, wenn man psychisch angegriffen wird. Aber am Ende bleibt einem ja meist
eh nichts Anderes übrig…

Also Kopf hoch und munter bleiben!

Sag ich ihr auch immer, aber wenn man nicht drin steckt, geht einem so was
schnell über die Lippen.

LG,
A:stuck_out_tongue::smile:

Hallo Radio Eriwan :wink:

meine Schwester macht dort den ersten praktischen Teil ihres Studiums, also
wird wohl noch unter die Zuständigkeit der Jugend- und Auszubildendenvertretung
fallen.
Ist aber eine Idee.

Vielen Dank :smile:

LG,
A:stuck_out_tongue::smile:

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Dragonkidd;

ja, meine Schwester ist wirklich seeehr ehrgeizig, und daher mache ich mir
keine großen Sorgen, dass das mit der FH alles klappt. In diesem DZU
(Dienstzeitbegleitender Unterricht) wurden ja auch schon Klausuren geschrieben
und da gehörte sie zum oberen Drittel :smile:
Mag ja sein, dass man über das ganze Theater *später* mal lachen kann, aber
wenn man drinsteckt, ist es einfach nur nervenraubend.

Danke und LG,
A:stuck_out_tongue::smile:

Selbstverständlich will sie nicht auf eine Behinderung
reduziert werden, aber
für mich ist es schon auf diese zurück zu führen, dass er ihr
absichtlich, wie
er sie nennt, „Negerjobs“ überträgt.

Das ist doch normal für Praktikanten, Auszubildende, Aushilfen usw. Bei uns im Hotelfach hieß das nicht „Negerarbeit“ sondern „Azubi-Arbeit“. 8 Stunden Zucchini schälen, Besteck polieren, usw.

Er lässt sie nicht mal
ins Bürgerbüro
sitzen, um dort mitzuarbeiten, als müsse man sich schämen.

Dürfen Kollegen mit gleichem Kenntnisstand bzw. in gleicher Position denn ins Bürgerbüro?

Mal politisch inkorrekt formuliert: so lange Deine Schwester nicht irre Zuckungen inkl. Tourette-Syndrom hat, spricht ja nichts gegen den Einsatz im Bürgerbüro. Worauf man hinter dem Schreibtisch hockt, ist ja egal.

Gruß,

Myriam

Hallo Myriam;

Er lässt sie nicht mal
ins Bürgerbüro
sitzen, um dort mitzuarbeiten, als müsse man sich schämen.

Dürfen Kollegen mit gleichem Kenntnisstand bzw. in gleicher
Position denn ins Bürgerbüro?

Ja, die andere Praktikantin durfte das, bevor sie ein paar Kunden angepflaumt hat… Also ja.

Mal politisch inkorrekt formuliert: so lange Deine Schwester
nicht irre Zuckungen inkl. Tourette-Syndrom hat, spricht ja
nichts gegen den Einsatz im Bürgerbüro.

Nein, die einzige Behinderung bezieht sich darauf, dass sie nicht laufen kann. Geistig ist sie zum Glück fit :smile:

Worauf man hinter dem Schreibtisch hockt, ist ja egal.

Sehe ich auch so.

LG,
A:stuck_out_tongue::smile:

hi

Den einen Tag lobt er sie in
den Himmel, den nächsten macht er sie zur Sau.

oh ein Despot - schön - so jemand hatte ich auch mal als Ausbilder - war nicht sehr angenehm aber abzusehen

und jetzt meckert er immer rum, ob
sie denn wieder nur die „Negerarbeit“ machen würde.

Wenn man ihr keine anderen Arbeiten gibt … das sind normale Stifts-tätigkeiten (Ergänzunglieferungen einsortieren, kopieren, Kaffeekochen, blablabla… das gehört nunmal (gerade beim ersten Praxisteil) dazu denn die anderen Beschäftigten müssen diese Idiotenarbeiten genauso machen *schulterzuck* bei mir gehörte dann noch stundenlanges Lesen von Akten, das zusammensortieren der Gemeinderatsunterlagen (es gab noch keine Kopierer die sortieren undheften konnten) etc. dazu

nachfragt, folgt umgehend ein Anpfiff, sie müsste das doch
wissen (Hallo?! Sie ist da zur A-u-s-b-i-l-d-u-n-g!), wie
hätte sie nur ihr Abi geschafft, etc. Da sie ja aber auf sein
Zeugnis angewiesen ist, kann sie ihm ja auch nicht „dumm
kommen“.

Wäre auch nicht empfehlenswert - denn gerade diese Zeugnisse zählen

Das kann doch kein Zustand sein! Der ist zu allen Mitarbeitern
so wankelmütig, führt sich auf wie der Sonnenkönig, aber mit
meiner Schwester hat ers wirklich besonders.

meint sie ? meinst du ?

Wenn er so zu allen ist, ist das im Moment einfach ihr Pech dass sie sich ausgerechnet dort beworben hat :-\ aber es ist ja abzusehen - da muss sie dann eben durch - die anderen Mitarbeiter tun mir irgendwie mehr leid, die müssen nämlich bleiben (der Stellenmarkt sieht entsprechend aus)

Kann man was machen?!

nein, kann man nicht, ausser sich bei der nächsten Stelle vorher anzuschauen, in was für einen Laden man gerät,und falls das Zeugnis schlecht ausfällt eine Gegendarstellung schreiben und diese in die Perso-akten nehmen lassen

So kann es ja nicht wirklich weitergehen.

die anderen Mitarbeiter halten das auch aus und das schon/noch länger …das Arbeitsleben IST hart und oft ungerecht

Der einzige Lichtblick für meine Schwester ist,
dass diese erste praktische Phase in ein paar Wochen vorbei
ist, aber die wollen auch rumgebracht werden :frowning:

Augen zu und durch - es könnte noch viel schlimmer sein - ernsthaft und ohne Witz !!

…und bei der endgültigen Stelle schauen, dass es eine etwas grössere Gemeinde/Behörde ist - dann ist man dem Obergott nicht so direkt unterstellt und hat eher die Möglichkeit bei menschlichen Inkompatibilitäten innerhalb des Hauses zu wechseln

Gruß H.

hallo A.
ich kann an deinen Schilderungen wenig Verwerfliches entdecken. Gerade für sogen. frische Abiturienten ist es sehr schwierig, die Verwaltung zu verstehen. Und mal ehrlich, nur wer alle - wirklich alle Arbeiten selbst mal durchgeführt hat – hat später nach Abschluß aller Examen und evtl. einer Stelle auch das Gefühl für seine Mitarbeiter.

Ich hasste es immer wenn so hochnäsig z.B. sich beklagt wurde, Ergänzungslieferungen einzusortieren. Gerne macht es keiner – aber ich sage dir ganz ehrlich, ich habe meine immer selbst sortiert – allerdings dann in der Freizeit zuhause, so war ich dann auch immer auf dem laufenden.

Und bei uns im Ministerium hat es auch ein Oberregierungsrat selbst sortiert - aus ebensolchen Gründen. Und stell dir vor, in meinen Praktika war ich auch mal in der Registratur und durfte per Hand Akten für die Dauerarchivierung zubereiten. Da ist mir kein Zacken aus der Krone gebrochen.

Also in der Ausbildung ist es nun mal kein Honigschlecken und vielleicht gibtst du deiner Schwester den Rat, sich schon jetzt ein dickeres Fell zuzulegen.

Mir war immer ein Kommentar ins Gesicht lieber – als hinter meinem Rücken.

und noch 1 Punkt:bis zu der Einführung der PCs waren 2 Schreibdamen für meine Diktate zuständig. Dann mussten wir unsere Briefe selbst schreiben — und nach meiner Meinung waren wir da dicke dicke überbezahlt… aber deshalb sich aufregen… ne, jede Medaille hat 2 Seiten… denk mal in Ruhe darüber nach.

Sri, dass ich nicht ins allgemeine Echo verfalle

kiekut