Mobbing im Büro

Hallo @all -

wie würdet ihr euch im Falle von Mobbing verhalten? Still halten, Fassade aufsetzen und durchhalten bis ein neuer Job in Aussicht ist? Oder, da die Situation ja eh verfahren ist, den Mund aufmachen, auf Missstände hinweisen oder gar das Engagement auf „Dienst nach Vorschrift“ herunterfahren?

Bin ratlos -
das Fischbrot

Den Spieß umdrehen, sich auf die Hinterbeine stellen, vehement und mit
Karracho zurückschlagen und zurückmobben so daß dem anderen die Spucke wegbleibt.
Angriff ist die beste Verteidigung !

(Manche Vertreter des Tierreichs schaffen es auch bestens zu bluffen, mit Drohgebärden und Aufplustern sich Gegner vom Hals zu halten.
Auf Menschen übertragen ist das oft auch eine wirksame Methode, für die nur etwas Schauspieltalent von Nöten ist.)

Ich spreche aus Erfahrung, denn in meinem Beruf wird auch gemobbt, was das Zeug hält. (Pflegeberuf)
ICH hatte mit dieser Methode immer Erfolg ! Und der Zweck heiligt in diesem Fall die Mittel.

Gruß
Merkur

hmm ich würd sagen das hängt davon ab ob man alleine vor dem mobbenden rest
steht oder ob man „verbündete“ hat oder sich schaffen kann… wenns ne einzelne
person is die da rummobbt, dann würd ich auch kräftig dagegen vorgehen… gegen
mehrere kann man wohl auch mit mehreren verbündeten gut vorgehen… wenns aber
alle auf der arbeitsstelle sind, dann isses wohl schwer da jemals wieder ein
vernünftiges verhältnis aufzubauen…

mfg
jj

Hallo,
grundsätzlich kontra - egal wer die Person(en) ist/sind.

Gruss
Enno

Hallo Frishbrot!

Zusätzlich zu dem Gesagten, würde ich auch Buchführen. Im Fall des Falles, kannst du ja dann alles genau beschreiben und beweisen.

Alles Gute und Kopf hoch!

Schöne Grüße
Helena

Hi
Gegenhalten, jedenfalls. Protokollieren, belegen. irgendwann wirds zur Sprache kommen (Betriebsrat, Mediation o.ä.).
Allerdings kannst nur du die Situation kennen. Ich hab nach 1,5 jahren Terror einer borderlineminderwertigkeitskomplexbehaftetenzuwendungheischendenkoksendenallesaufsichbeziehenden Blondine in vorgezogenen Wexeljahren (30) die Kurve gekratzt und gekündigt. War nervlich am ende, trotz (oder wegen) Betriebsrat, Chef, Betriebspsychologe, Mediation und und und. Es war einfach so dass ich auf dem weg zum Job keine lust mehr hatte arbeiten zu gehn und um 11:00 die ersten Kopfschmerztabletten eingeworfen habe. Zeugen sagten immer nur "erwarte nicht, dass ich im ernstfall was sage, ich muss eventuell weiter mit der Alten arbeiten…
Als ich vor der Wahl stand nen Killer anzuheuern oder… bin ich gegangen.
HH

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Hallo, ich glaub stillhalten ist nicht so gut, überhaupt alles wo man aussieht wie ein Opfer wird nur noch mehr ausgenutzt. Versuch mal einfach die Person direkt darauf anzusprechen und zu fragen ob man nicht einfach freundlich miteinander umgehen will, damit die Zusammenarbeit wieder besser funktioniert. Ich find keine situation so verfahren daß man nicht noch drüber reden könnte.

Grüße
Sandra

Hi Fischbrötchen,
auch wenn’s einer gehörigen Portion Mut bedarf: Die Abteilung zu einem Meeting (incl. Chef und einer Vertrauensperson aus dem Betriebsrat) bestellen, das Problem öffentlich machen, danach bleiben dem Mobber wenig Chancen, sein perfides Spiel weiter zu betreiben.
Gruß,
Anja

Hallo Fischbrot,

leider hast du dein Problem nicht genauer beschrieben. Denn es kommt darauf an, ob du selbst oder ein Teamkollege von dir betroffen ist (wie du also reagieren könntest).
Dann kommt es darauf an, wie die Repressalien aussehen. Zu schnell wird an Mobbing gedacht, wenn es latente Auseinandersetzungen unter bestimmten Kollegen gibt. Waschechtes Mobbing ist, wenn z.B. Daten gelöscht, Informationen zurückgehalten, Gerüchte über einen verbreitet werden, so dass nicht nur die Zusammenarbeit sondern auch der Einsatz eigener Leistungsfähigkeit nicht mehr möglich ist, man also am Arbeiten gehindert wird. Von einem Betriebsratsmitglied habe ich einmal erfahren, dass Mobbing unter Störung des Betriebsfriedens eingeordnet wird, und mit Kündigung geahndet werden kann. Das setzt aber voraus, dass man Beweise vorlegen kann, und der Arbeitgeber ein Interesse daran zeigt, den Betriebsfrieden wieder herzustellen. Manchmal kann man sogar den AG verklagen, wenn er nicht dafür sorgt, dass sein AN wie vertraglich vereinbart seine Arbeit tun kann. Grau ist alle Theorie :wink:

wie würdet ihr euch im Falle von Mobbing verhalten? Still
halten, Fassade aufsetzen und durchhalten bis ein neuer Job in
Aussicht ist? Oder, da die Situation ja eh verfahren ist, den
Mund aufmachen, auf Missstände hinweisen oder gar das
Engagement auf „Dienst nach Vorschrift“ herunterfahren?

Wie gesagt, es kommt darauf an. Manchmal kann man sich mit den Kollegen arrangieren, und kommt sich auf halben Weg entgegen, nachdem geklärt wurde, was störte oder nervte. Es gibt Leute, die sich schnell genervt fühlen, wenn etwas nicht nach ihrer Vorstellung gearbeitet wird, ohne nachzufragen warum jemand so handelt. Da ist einfach der Wunsch im Vordergrund, dass der andere sich anpaßt. Das ist noch kein Mobbing.
Still halten und Fassade aufsetzen hat Vor- und Nachteile. Stillhalter akzeptieren das System im Team und tauchen in eine Tabuzone ab. Stillhalter müssen aber auch damit rechnen, dass sie auf ihre Wehrhaftigkeit oder auf ihre Meinung überprüft werden. Kommt darauf an, um was für einen Mobbertyp es sich handelt.
Dienst nach Vorschrift funktioniert in Ausnahmesituationen nicht, vorallem wenn Kreativität und Reaktionsvermögen abverlangt wird. Und wehe, man ist gut, dann wird die Position des Mobbers in Frage gestellt. Wer so arbeitet (Dienst nach Vorschrift), muss sich fragen, für wen er arbeitet - für den Mobber oder für seinen Geldgeber.
Mit dem Mund aufmachen kommt es darauf an, was, wieviel und wem man etwas sagt. Läuft es auf eine Konfrontation hinaus, ist man eine Weile auf der Liste derjenigen die „beglückt“ werden. Erklärt man bei Gelegenheit einem Vorgesetzten die Situation, kommt es darauf an, wie der reagiert. Nach meiner Erfahrung sind die meisten Vorgesetzten von solch komplexen Problem überfordert, und wünschen sich insgeheim, dass doch der geht, der von der Mehrheit als Störenfried empfunden wird - also nicht automatisch derjenige, der mobbt.

Mobbing am Arbeitsplatz ist für Betroffene schwer zu lösen. Nach meiner Erfahrung würde ich mich immer ohne zu zögern nach einem neuen Arbeitsplatz Ausschau halten, und bis dahin um Schadensbegrenzung für mich selbst bemühen.

viele Grüße
claren

Hallo Claren,

Mobbing am Arbeitsplatz ist für Betroffene schwer zu lösen.

da hast du mit Sicherheit Recht!

Nach meiner Erfahrung würde ich mich immer ohne zu zögern nach
einem neuen Arbeitsplatz Ausschau halten, und bis dahin um
Schadensbegrenzung für mich selbst bemühen.

so handle ich derzeit auch - allerdings kann sich das hinziehen und es bleibt abzuwarten, wie ich die Situation meistern kann.

Viele Grüße
vom Fischbrot