Hallo Fischbrot,
leider hast du dein Problem nicht genauer beschrieben. Denn es kommt darauf an, ob du selbst oder ein Teamkollege von dir betroffen ist (wie du also reagieren könntest).
Dann kommt es darauf an, wie die Repressalien aussehen. Zu schnell wird an Mobbing gedacht, wenn es latente Auseinandersetzungen unter bestimmten Kollegen gibt. Waschechtes Mobbing ist, wenn z.B. Daten gelöscht, Informationen zurückgehalten, Gerüchte über einen verbreitet werden, so dass nicht nur die Zusammenarbeit sondern auch der Einsatz eigener Leistungsfähigkeit nicht mehr möglich ist, man also am Arbeiten gehindert wird. Von einem Betriebsratsmitglied habe ich einmal erfahren, dass Mobbing unter Störung des Betriebsfriedens eingeordnet wird, und mit Kündigung geahndet werden kann. Das setzt aber voraus, dass man Beweise vorlegen kann, und der Arbeitgeber ein Interesse daran zeigt, den Betriebsfrieden wieder herzustellen. Manchmal kann man sogar den AG verklagen, wenn er nicht dafür sorgt, dass sein AN wie vertraglich vereinbart seine Arbeit tun kann. Grau ist alle Theorie 
wie würdet ihr euch im Falle von Mobbing verhalten? Still
halten, Fassade aufsetzen und durchhalten bis ein neuer Job in
Aussicht ist? Oder, da die Situation ja eh verfahren ist, den
Mund aufmachen, auf Missstände hinweisen oder gar das
Engagement auf „Dienst nach Vorschrift“ herunterfahren?
Wie gesagt, es kommt darauf an. Manchmal kann man sich mit den Kollegen arrangieren, und kommt sich auf halben Weg entgegen, nachdem geklärt wurde, was störte oder nervte. Es gibt Leute, die sich schnell genervt fühlen, wenn etwas nicht nach ihrer Vorstellung gearbeitet wird, ohne nachzufragen warum jemand so handelt. Da ist einfach der Wunsch im Vordergrund, dass der andere sich anpaßt. Das ist noch kein Mobbing.
Still halten und Fassade aufsetzen hat Vor- und Nachteile. Stillhalter akzeptieren das System im Team und tauchen in eine Tabuzone ab. Stillhalter müssen aber auch damit rechnen, dass sie auf ihre Wehrhaftigkeit oder auf ihre Meinung überprüft werden. Kommt darauf an, um was für einen Mobbertyp es sich handelt.
Dienst nach Vorschrift funktioniert in Ausnahmesituationen nicht, vorallem wenn Kreativität und Reaktionsvermögen abverlangt wird. Und wehe, man ist gut, dann wird die Position des Mobbers in Frage gestellt. Wer so arbeitet (Dienst nach Vorschrift), muss sich fragen, für wen er arbeitet - für den Mobber oder für seinen Geldgeber.
Mit dem Mund aufmachen kommt es darauf an, was, wieviel und wem man etwas sagt. Läuft es auf eine Konfrontation hinaus, ist man eine Weile auf der Liste derjenigen die „beglückt“ werden. Erklärt man bei Gelegenheit einem Vorgesetzten die Situation, kommt es darauf an, wie der reagiert. Nach meiner Erfahrung sind die meisten Vorgesetzten von solch komplexen Problem überfordert, und wünschen sich insgeheim, dass doch der geht, der von der Mehrheit als Störenfried empfunden wird - also nicht automatisch derjenige, der mobbt.
Mobbing am Arbeitsplatz ist für Betroffene schwer zu lösen. Nach meiner Erfahrung würde ich mich immer ohne zu zögern nach einem neuen Arbeitsplatz Ausschau halten, und bis dahin um Schadensbegrenzung für mich selbst bemühen.
viele Grüße
claren