Mobbing, pers. Angriffe gegen MA

Hallo!

Folgender Fall in einem Transportunternehmen: Mitarbeiterin hat die Anlieferung eines kleinen, aber wichtigen Kartons verzögert, aus welchen Gründen auch immer.
Es sind Kosten entstanden. Die MA hat eine Abmahnung erhalten. Sie stellt ihre Schuld nicht in Frage, das ist alles auch soweit geklärt.

Nun hat sich im Gespräch mit dem BR aber anderes erstaunliches heraus gestellt. (Dies ist nur ein Auszug, man könnte noch weiteres schreiben!)

Man behandelt sie derart schlecht, daß sie bereits wegen Magenbeschwerden und Kopfschmerzen erkrankt war.
Sie wird vor versammelter Mannschaft im Großraumbüro zurecht gewiesen. Es gibt Emails, in denen sie beleidigt und herunter gemacht wird. Sie erhält vom höheren Vorgesetzten Anweisungen, sie solle Ablage machen, ihr direkter sieht es, fragt, was sie denn da mache? Sie solle es sofort einstellen und ihrer Arbeit nachgehen.

Sie ist für die Beschaffung von Rückladung zuständig, aus dem Raum Spanien/Portugal. Sie ist Portugiesin und dafür eingestellt worden. Ablage u. a. gehört definitiv nicht zu ihrem Aufgabengebiet.

Sie soll nach Spanien fliegen, einen Leihwagen nehmen und Kunden organisieren. Das ist nicht ihr Job. Dafür wurde sie nicht ausgebildet, auch nicht eingestellt. Aber da wäre sie nicht mehr im Büro…

Sie wird regelrecht fertig gemacht. Bemerkungen wie „Portugal ist eigentlich Afrika, wieso Afrikaner studieren dürfen?“, was sie denn hier überhaupt wolle usw. sind wohl noch das wenigste.

Ist das Mobbing? Oder ist Mobbing etwas, daß man nicht durch Emails o. ä. belegen kann?

Was kann sie und der BR machen, um ihr zu helfen?

Danke für Eure Unterstützung!

Gruß
Carmen

Man behandelt sie derart schlecht, daß sie bereits wegen
Magenbeschwerden und Kopfschmerzen erkrankt war.
Sie wird vor versammelter Mannschaft im Großraumbüro zurecht
gewiesen. Es gibt Emails, in denen sie beleidigt und herunter
gemacht wird. Sie erhält vom höheren Vorgesetzten Anweisungen,
sie solle Ablage machen, ihr direkter sieht es, fragt, was sie
denn da mache? Sie solle es sofort einstellen und ihrer Arbeit
nachgehen.

Die betroffene Mitarbeiterin ist arbeitsrechtlich geschützt! Sie kann
vor dem Arbeitsgericht Unterlassung verlangen. Genießt sie
Kündigungsschutz nach dem KündigungsschutzG (länger als 6 Monate dort
und mehr als 10 AN beschäftigt), sollte sie dies auch tun! Für
Beleidigungen steht ihr Schmerzensgeld gegen den Verletzer zu -
gleiches im Grundsatz bzgl. der Mobbingfolgen, wobei letzteres
schwierig zu beweisen sein könnte.

Sie ist für die Beschaffung von Rückladung zuständig, aus dem
Raum Spanien/Portugal. Sie ist Portugiesin und dafür
eingestellt worden. Ablage u. a. gehört definitiv nicht zu
ihrem Aufgabengebiet.

Wenn sich durch den Arbeitsvertrag und/oder Zeugen ergibt, dass diese
Tätigkeit auch nicht dem Direktionsrecht des AG unterliegt, dann kann
sie Feststellung beim Arbeitsgericht verlangen, dass diese
Tätigkeiten von ihr nicht zu leisten sind. Macht sie es einfach nur
nicht, besteht die Gefahr einer Kündigung (nach Abmahnung).

Sie soll nach Spanien fliegen, einen Leihwagen nehmen und
Kunden organisieren. Das ist nicht ihr Job. Dafür wurde sie
nicht ausgebildet, auch nicht eingestellt. Aber da wäre sie
nicht mehr im Büro…

-wie oben-

Sie wird regelrecht fertig gemacht. Bemerkungen wie „Portugal
ist eigentlich Afrika, wieso Afrikaner studieren dürfen?“, was
sie denn hier überhaupt wolle usw. sind wohl noch das
wenigste.

Hier handelt es sich um Beleidigungen, gegen die der Rechtsweg offen
steht, s.o.

Insgesamt empfiehlt sich in jedem Fall ein Gespräch bei einem RA,
weil immer auch die weiteren Folgen eines Prozesses bedacht werden
müssen.

Grüße

Torsten

Danke.
Hallo Torsten!

Zunächst einmal Danke für die Antwort.

Inzwischen hat sich allerdings heraus gestellt, nachdem die Emails vom BR gelesen wurden, daß sie wohl äußerst sensibel ist und zu denen gehört, die leicht alles in den falschen Hals bekommen. Und bei denen man alles auf die Goldwaage legen muß. Z. B. wurde sich nach ihrer Krankheit erkundigt, ob es ihr nun wieder besser geht. Ohne Unterton, sehr freundlich… Nein, sie fasste es als Angriff auf. Weitere Emails waren ebenfalls nicht bedenklich.

Man hat ihr mittlerweile eine Aufhebungsvertrag angeboten. Den wird sich auch annehmen.

Schönes Wochenende!

Gruß
Carmen