Mobilcom

Guten Abend!

Eben höre ich, daß es wohl eine Initiative des Bundes und der Landesregierung in Schleswig-Holstein geben wird, um Mobilcom zu retten.

Nun frage ich mich: Wer und was ist Mobilcom? Was macht das Unternehmen? Worin liegt der Wert dieses Unternehmens?

Nach meinem Kenntnisstand ist Mobilcom ein Service-Provider. Im Klartext: Eine Abrechnungsfirma ohne eigenes Know-how, ohne technische Substanz, ohne eigenes Sendernetz. Mobilcom benutzt für seine Kunden bestehende Funknetze anderer Unternehmen.

Mobilcom war einer der Stars am Neuen Markt. Frau Simonis höre ich im Zusammenhang mit Mobilcom von „Hochtechnologie“ reden. Ich scheine da etwas nicht richtig zu verstehen. In meiner Küche steht neben einer Mikrowelle ein Toaster und eine Kaffeemaschine. Auf diese Art von Technik, nämlich in den Teeküchen, wird sich die Technologie von Mobilcom beschränken. Das Ganze ist eine riesige Seifenblase ohne eigene Substanz.

Die vielen Arbeitsplätze sehe ich auch. Aber was nützt Geld in einem Unternehmen, das eigentlich nur aus einer Fata Morgana besteht? Wozu also Rettungsversuche? Mobilcom hat Netzkapazität von der Telekom gekauft und verhökert diese Kapazität zu eigenen Bedingungen weiter. Die machen den gleichen Job wie so viele andere Anbieter auf dem Energie- und Telefongebiet, eben ein Haufen Verwaltung und Marketing, ohne tatsächlich über ein eigenes Produkt, eine eigene Dienstleistung zu verfügen.

Kann es sein, daß unsere Regierenden gar nicht so recht kapiert haben, was da abgeht, weil ich immer etwas von Technologiestandort höre?

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

also von dir hätte ich schon ein bißchen mehr Informiertheit erwartet.

Mobilcom ist nach Debitel der zweitgrößte Mobilfung-Provider Deutschlands.

Nur aus dem Kopf folgende Zahlen:

Mobilcom hat für die UMTS-Lizenzen ca. 8 Milliarden bezahlt.
Mobilcom hat zur Zeit ca. 6,5 Milliarden Verbindlichkeiten.
Ziehste davon die UMTS ab, dann macht das Unternehmen eigentlich 1,5 Milliarden Gewinn.

Da im Moment alle UMTS-Besitzer am Stockgehen und das Verfahren insgesamt (Versteigerung) in die ritik zu geraten droht, ist es natürlich angesagt, hier „Wiedergutmachung“ in Form einer Bürgschaft zu machen.

Informier dich doch bitte über die Geschäftsfelder von Mobilcom selbst auf deren Homepage.

gruss
winkel

Hallo!

Mobilcom hat für die UMTS-Lizenzen ca. 8 Milliarden bezahlt.
Mobilcom hat zur Zeit ca. 6,5 Milliarden Verbindlichkeiten.
Ziehste davon die UMTS ab, dann macht das Unternehmen
eigentlich 1,5 Milliarden Gewinn.

Du wolltest bestimmt sagen: Gäbe es bei Mobilcom eine nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten seriös agierende Führung und hätte sich das Unternehmen mit der UMTS-Lizenz nicht hoffnungslos übernommen, hätte es eine Chance, Gewinn zu erzielen.

Entweder erzielt ein Unternehmen Gewinn oder es erzielt keinen Gewinn. „Eigentlich Gewinn“ gibts nicht. Was ich meine, erlebst Du, wenn Du mit Kreditwunsch zum Banker gehst und dem erzählst: „Ich habe so viele Schulden gemacht, daß ich nicht einmal die Zinsen bezahlen kann. Ich bin überschuldet und zahlungsunfähig, aber eigentlich mache ich Gewinn“.

Mobilcom ist ein Händler. Das Unternehmen hat Kundenzugang und verkauft Netzzugang anderer Anbieter. Ich wiederhole mich: Mobilcom besitzt kein eigenes Mobilfunknetz, sondern läßt seine Kunden auf fremden Netzen telefonieren. Mobilcom ist deshalb nichts weiter als ein Verwaltungsapparat. Das Unternehmen handelt, wie es auch in anderen Marktsegmenten anzutreffen ist: Das Produkt eines anderen Unternehmens wird genommen und nur das eigene Label aufgeklebt.

Wenn solche Firmen aus eigener Kraft überleben, ist es ja gut. Es ist aber überhaupt keine Substanz vorhanden. Es werden nur anderweitig erzeugte Produkte und von Dritten bereit gestellte Dienstleistungen weitergereicht. Würde Mobilcom vom Markt verschwinden, gäbe es keine Lücke. Mobilcom ist lediglich eine zwischengeschaltete Stelle zwischen tatsächlichem Anbieter und Kunden. Wenn Du selbst einen Einzelhandelsladen eröffnest und Deinen Einkauf bei Aldi tätigst, übst Du eine Mobilcom vergleichbare Funktion aus. Im Beispiel ist Aldi der Bereitsteller der Infrastruktur mit eigenen Kundenkontakten und flächendeckender Versorgung. Welcher Zwischenhändler sich auch immer in das Geschäft mit dem Endverbraucher einklinkt, kann er dem Kunden keinen weiteren Nutzen bieten. Mobilcom verkauft seinen Kunden den Zugang zum Mobilfunknetz eines anderen Anbieters, bei dem man aber auch direkt ohne Zwischenschaltung von Mobilcom Netzzugang haben kann. Dabei kann es durchaus sein, daß einem Kunden die gebotene Verquickung von Handyvertrag und Netzzugang gefällt. Ändert aber nichts daran, daß Mobilcom eben doch nur ein Händler und nicht etwa ein Technologieunternehmen ist, das sich zu erhalten lohnt, etwa um Know-how zu retten.
Von einem reinen Handelshaus hätte ich aber überlegtere Handlungsweise beim Eingehen von Verbindlichkeiten erwartet. Daß Branchenkollegen sich bar jeder kaufmännischen Vernunft nicht minder idiotisch verschuldeten, macht die Sache keinen Deut besser.

Mag ja sein, daß es sich um eine unangenehme Wahrheit handelt, weil sich viele Menschen blenden ließen und in solche Luftnummer investierten.

Gruß
Wolfgang

3 „Gefällt mir“

also von dir hätte ich schon ein bißchen mehr Informiertheit
erwartet.

Hallo und noch eine kleine Ergänzung aus http://www.mobilcom.de/un_24.html?shop_id=&vp_nummer…

Zitat:
„Als Service Provider für Mobilfunkprodukte der Firmen T-Mobile, Vodafone und E-Plus erreichte MobilCom einen hohen Bekanntheitsgrad und konnte…“

Mobilcom ist auch nach eigener Einschätzung kein Anbieter eines eigenen Dienstes, sondern Händler oder Vermittler. Dieser Händler/Vermittler bietet nichts, was man als Kunde nicht auch direkt vom Netzbetreiber ordern kann. Die Existenz von Mobilcom ist damit nur ein überflüssiges Aufblasen von Strukturen. Das Unternehmen ist eine Luftnummer ohne erkennbare Funktion.

Gruß
Wolfgang

1 „Gefällt mir“

Hallo winkel,

Mobilcom hat für die UMTS-Lizenzen ca. 8 Milliarden bezahlt.
Mobilcom hat zur Zeit ca. 6,5 Milliarden Verbindlichkeiten.
Ziehste davon die UMTS ab, dann macht das Unternehmen
eigentlich 1,5 Milliarden Gewinn.

Dir ist schon bewusst, dass Du hier Äpfel mit bestenfalls Birnen vergleichst?

Die 8 Mrd für die Lizenzen stehen sicher in der Bilanz als werthaltiges Recht auf der Aktiva-Seite!

Und Verbindlichkeiten-Aktivposten gibt vielleicht eine Aussage hinsichtlich des Verschuldungsgrades, aber sicherlich keine Aussage bzgl. eines Gewinns. Also was soll das?

Da im Moment alle UMTS-Besitzer am Stockgehen und das
Verfahren insgesamt (Versteigerung) in die ritik zu geraten
droht, ist es natürlich angesagt, hier „Wiedergutmachung“ in
Form einer Bürgschaft zu machen.

Wie Wolfgang schon sagte: Ein Management hat hoch gepokert und verloren. So what? Du kannst doch nicht ein in meinen Augen sehr faires Verfahren verantwortlich machen dafür, dass einige Manager die Marktgegebenheiten nicht vernünftig einschätzen können und viel zu viel Geld sinnlos raushauen? Das gilt für Mobilcom ebenso wie für die Telekom und alle anderen Mitbieter.

Was mich nur wieder ankotzt, ist, dass jetzt sage und schreibe für 5000 Arbeitsplätze 400Mio öffentliche Bürgschaften gestellt werden (macht nach A. Riese 80TEUR pro Arbeitsplatz). Und jeder kleine Selbständige muss für diese Summen massiv persönliche Risiken übernehmen, so er sowas überhaupt finanziert bekommt.
Warum riskiert eigentlich Herrn Schmidt nicht sein Privatvermögen? Warum muss es meines (über die öffentlichen Mittel) sein? Glaubt der Herr selber nicht an den weiteren Erfolg von Mobilcom?

Und ich stimme mit Wolfgang absolut überein: Es gibt wirklich keinen Grund, ein Unternehmen wie Mobilcom am Leben zu lassen. Sorry, Wirtschaft macht nicht immer Spass, um die jetzt arbeitslos werdenden tuts mir leid, aber was sollen immer diese staatlichen Eingriffe? Es gibt auf diesem Markt immer noch deutlich erfolgreicher agierende Unternehmen, sollen die die Misswirtschaft von Mobilcom finanzieren?

Frustrierte Grüße
Jürgen

2 „Gefällt mir“

Mobilcom ist gerettet
Hallihallo

soeben habe ich in den Nachrichten gehört, dass es eine Bürgschaft in Höhe von 400Mio gibt (landesbank und Schleswig Holstein)

Zitat: Mobilcom hätte zur Zeit nur einen finanziellen Engpass, wäre im Kern aber gesund.

Und ich persönlich denke, dass es wichtig ist, solche Firmen und deren MA zu retten.

Gruß Marco

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallihallo

soeben habe ich in den Nachrichten gehört, dass es eine
Bürgschaft in Höhe von 400Mio gibt (landesbank und Schleswig
Holstein)

Zitat: Mobilcom hätte zur Zeit nur einen finanziellen Engpass,
wäre im Kern aber gesund.

Und ich persönlich denke, dass es wichtig ist, solche Firmen
und deren MA zu retten.

Gruß Marco

Hallo Marco,
die von Dir angesprochene Bürgschaft sichert lt. Angaben von
Mobilcom nur das Überleben für weitere 6 Monate. Die Kredite sind
damit nicht getilgt, eine Insolvenz wird so m.E. nur um ein paar
Monate verschoben. Die einzige Chance für Mobilcom besteht darin,
das France Telecom ihren vertraglich festgelegten Verpflichtungen
nachkommt. Wie die hochverschuldete FT dies allerdings stemmen
soll/kann, entzieht sich meiner Kenntnis…

In diesem Sinne, reden wir in einem Jahr nochmal drüber…
Gruß
Michael

Hallihallo

Der Termin ist schon notiert…:smile:

Die Börsianer sehen das scheinbar ein wenig anders. Dort stieg die Aktie in der Spitze um 275%. Nur heute wohlgemerkt.

Gruß Marco

*dermangelsmassekeineamfreitaggekaufthat*

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo!

Vermutlich weiss auch Schröder nicht, was Mobilcom macht, und das ist auch egal.
Hier wurde mit Steuermitteln Wahlkampf gemacht, sonst nichts.

Das ist nur ein weiterer Beweis für die Wirtschaftspolitik der ruhigen Hand, die allerdings ganz plötzlich ganz nervös mit Geld um sich wirft, wenn ein Großer wackelt, denn das gibt Schlagzeilen.
Wer die Arbeitsplätze in diesem Land schafft, haben die Sozis sowie auch die Kommunisten, welche uns regieren, bis heute nicht verstanden.

Grüße,

Mathias

Hallo

Und ich persönlich denke, dass es wichtig ist, solche Firmen
und deren MA zu retten.

Nur leider wird hier nichts gerettet werden…

Das war doch bei Holzmann genauso: erst pumpt man noch aus Steuermitteln einen dicken Nachschlag in die Firma und ein paar Monate hinterher ist sie dann doch pleite. :frowning:

Einige Nasen haben sich an dieser „Rettungsaktion“ eine goldene solche verdient, und die Mitarbeiter und Subunternehmer vom Pleitier haben letztendlich doch alle in die Röhre gesehen - aber erst, nachdem sie vorher noch „ihren Beitrag zur Rettung der Arbeitsplätze“ leisten durften, mit Lohnverzicht, Forderungsverzicht, Vergleichen…

Es ist ein schmutziges Geschäft, und das wird auch hier wieder so oder ähnlich laufen - nur kommt die große Katastrophe jetzt halt erst NACH der Bundestagswahl, und das ist auch das einzige, worauf es unserem Bundesdressman (sorry, Bundeskanzler!) ankommt!

Bullshit!!!

Schönen Gruß,
Robert

Und ich persönlich denke, dass es wichtig ist, solche Firmen
und deren MA zu retten.

Hallo Marco,

vor allen Dingen ist es wichtig, gesunde Unternehmen zu haben. Faule Früchte infizieren den Rest und kosten weiteres Geld, in diesem Fall Steuergeld.

Gerettet ist das Unternehmen keineswegs. Überschlage einmal: Mobilcom hat irgendwo zwischen 6 bis 8 Mrd Schulden. Die 400 Mio, für die der Fiskus gerade stehen will, decken die Größenordnung der Jahreszinsen für die Schulden. Es ist Futter für die beteiligten Banken. Nun muß man wissen, daß die UMTS-Lizenz, wenn Sie nicht einfach nur in den Wind geblasenes Geld sein soll, noch einmal Kosten in gleicher Größenordnung für ein engmaschiges Sendernetz erfordert. Kein Mensch weiß bis heute, woher die verschuldete Branche dieses Geld nehmen will. Selbst wenn dieses Geld auf wundersame Weise beigebracht werden kann, ist es noch mehr als wackelig, daß sich überhaupt ausreichend Abnehmer für die gebotenen Spielereien finden. Von einem Rückfluß investierter Mittel kann also noch lange nicht die Rede sein. Es sind im Gegenteil noch einmal so hohe Aufwendungen fällig, bevor die Technik überhaupt funktionieren kann. Vorher sind nicht einmal bescheidenste Rückflüsse möglich.

Die Macher nicht nur bei Mobilcom konnten schön träumen, als die Börsenkurse für Windbeutel am Neuen Markt in die Höhe schossen. Bei 200 Euro pro Aktie konnte richtig abgesahnt werden. Heute steht der Kurs bei 1 Euro, 3 Euro…ist auch egal, das Papier ist weitgehend wertlos und die Börse ist für Mobilcom kein Finanzierungsinstrument mehr. Das Unternehmen hat nichts, ist nichts, ist nur ein Händler, der fremde Dienstleistungen durchlangt, ohne selbst eine irgend erkennbare Leistung zu erbringen.

Politiker schwadronieren seit Jahren im Zusammenhang mit Mobilcom von Technologie. Lächerlich, wenn es nicht so traurig wäre! Mobilcom hat keine Technologie! Rein nichts! Null! Mobilcom ist ein Dealer, der An- und Verkauf betreibt. Zudem ein Dealer, der eine teure Lizenz erworben hat, die er nur mit Leben ausfüllen kann, wenn man ihm weitere Milliarden gibt. Für Mobilcom ist das UMTS-Geld in den Sand gesetzt. Mit einem viel stärkeren Partner könnte Herr Schmid etwas daraus machen, aber dieser Partner hat gerade das Handtuch geworfen. So hat die ganze Branche nur noch die UMTS-Schulden als Klotz am Bein, aber der Rückenwind von der Börse ist weg und es ist nicht zu erkennen, woher die Kraft kommen soll, noch einmal die gleichen Beträge aufzubringen, um die technische Infrastruktur zu schaffen. Mobilcom ist endgültig auf die Rolle des perspektivlosen Zwischenhändlers reduziert.

Nun sind da die 5000 Büdelsdorfer Arbeitsplätze. Schade drum, aber es will mir nicht einleuchten, in ein mausetotes Unternehmen ohne eigene Dienstleistung/eigenes Produkt so viel Geld zu stecken. Es kann nur so enden, daß sehr bald das Geld fort ist und die Arbeitsplätze auch. Jeder einzelne Arbeitsplatz wird jetzt mit 80 T€ letztlich aus dem Staatssäckl gestützt. Das ist der Hauptgrund meines Ärgers. Da wird vom Technologiestandort Büdelsdorf geredet. Die Bürgschaftsbanker und Politiker in SH sind ganz stolz darauf, aber sie pumpen das Geld in Handelsunternehmen. Sollen sie es doch in Technologieunternehmen investieren. Wenn ein Mittelständler mit eigener Technologie und eigenem Produkt eine Bürgschaft von 80.000 Euro pro Mitarbeiter je bekäme, stellt er etwas vom Feinsten auf die Beine und schafft tatsächlich Arbeitsplätze, die sich rechnen. Wer je versuchte, von der landeseigenen Bürgschaftsbank für ein tragfähiges Konzept mit Patenten und Kunden im Kreuz einen nennenswerten Betrag wenigstens verbürgt zu bekommen, weiß, wovon ich rede. Das ist für kleine Unternehmen, die vor Motivation und Substanz nur so strotzen, geradezu aussichtslos. Da muß der Weg über die „Hausbank“ gegangen werden, die Bürgschaftsbank verbürgt einen Teil und der Betriebsinhaber übereignet letztlich sein gesamtes Vermögen vom Dach über dem Kopf über die Altersversorgung bis zur Unterhose.

Deshalb treibe ich hier geradezu „Kampfposting“, weil unsere Politiker auf den Wahltermin schielend Steuermillionen in tote und überflüssige Unternehmungen stopfen, aber eine wirksame Förderung der KMU nicht stattfinden lassen. Ein Beispiel für die Schieflage: Mobilcom - eben eine bedeutungslose Durchreiche für anderweitig erbrachte Leistungen - erhält 80 T€ pro Arbeitsplatz. Während der Elbeflut vollständig zerstörte Handwerks-, Dienstleistungs- und Herstellbetriebe erhalten für den kompletten Betrieb (!!) maximal 50 T€. Ich halte das für eine erschütternde Schieflage. Dabei meine ich nicht, daß die vom Hochwasser betroffenen Betriebe mehr Geld bekommen sollten (wenn sie es denn überhaupt jemals erhalten), denn immerhin muß das Geld ja irgendwo herkommen. Nein, aber das Geld für Mobilcom kann man lieber stilvoll verbrennen, denn es wird bei Mobilcom ohnehin restlos vernichtet, so wie auch die Holzmann-Millionen vorhersehbar einfach nur verblasen wurden. Es macht keinen Sinn, tote Unternehmen und Firmen in übersättigten Märkten zu stützen. Zwar können sich jetzt Politiker hinstellen und sich wegen geretteter Arbeitsplätze selbst beweihräuchern. Tatsächlich aber wurde das Aus für die Arbeitsplätze im mausetoten Unternehmen nur ein wenig verschoben und viel Geld vernichtet, mit dem sich Initialzündungen für weit mehr als 5000 Arbeitsplätze auslösen ließen.

Für die Kreuzchen am 22. September ist wohl jedes Mittel recht.

Gruß
Wolfgang

5 „Gefällt mir“

Und ich persönlich denke, dass es wichtig ist, solche Firmen
und deren MA zu retten.

ja, super!
Siehe Holzmann.

Die lernen es einfach nicht!

Grüsse-Sven.

Hallo Wolfgang,

Jeder einzelne
Arbeitsplatz wird jetzt mit 80 T€ letztlich aus dem
Staatssäckl gestützt.

die Rechnung ist ja eigentlich noch viel zu tief angesetzt. Zum einen geht auch bei der Sanierung vermutlich eine erhebliche Anzahl von Arbeitsplätzen schlicht und einfach verloren (nach Meldungen von Mobilcom über 2000!), zum anderen würden bei einer Insolvenz wahrscheinlich Teile von Mobilcom von anderen Unternehmen übernommen und damit erhalten bleiben…

Wenn wir das also ansetzen, erreichen wir mit Sicherheit die doppelte Summe pro Arbeitsplatz. 160TEUR für 1 Arbeitsplatz, ich habe für mein Unternehmen mit 4 Arbeitsplätzen insgesamt kaum mehr bekommen unter in Kaufnahme eigener Verschuldung.

Und das für Mobilcom, ein reines Marketingunternehmen ohne besonderen Mehrwert. Ich glaubs echt nicht…

Grüße
Jürgen

1 „Gefällt mir“

Hi,
ich würde mal sagen, Mobilcom ist ein Dienstleistungsunternehmen. So wie z. B. Versicherungsmakler. Vermitteln und dafür kassieren. Die Gesetzgebung läßt sowas zu, die Regulierungsbehörde schafft die Rahmenbedingungen dafür und Unternehmen verdienen Geld damit. Die Frage ist nicht, ob Mobilcom nun (technische) Substanz hat oder nicht, sondern ob sich damit Geld verdienen lässt oder nicht? Ich denke schon. Dass Mobilcom jetzt Staatshilfe benötigt und wohl auch bekommt, ist in Ordnung. Schließlich hat der Staat durch die UMTS-Versteigerung über 45 Milliaren Euro eingenommen und damit die Probleme mit verursacht. Folge wird aber wohl sein, dass die Hilfe, die der eine bekommt, eigentlich auch den anderen zusteht …

Gruß
Andreas

Mal eine Frage an alle
Hallo zusammen,

es ist schon sehr interessant zu sehen wir schnell sich hier jemand eine Meinung bildet.

Hat sich eigentlich irgendwer die Mühe gemacht die Bilanz und die Geschäftsberichte des Unternehmens näher zu beleuchten um zu sehen ob so eine Massnahme Sinn macht oder nicht?

Gruß Ivo

Mogelcom
Hallöchen,

Hat sich eigentlich irgendwer die Mühe gemacht die Bilanz und
die Geschäftsberichte des Unternehmens näher zu beleuchten um
zu sehen ob so eine Massnahme Sinn macht oder nicht?

bei Schulden von rd. 6,5 Mrd Euro sind die angesagten 400 Mio. Euro Kredit, die ja noch lange nicht sicher sind, nicht mehr als der reine Zinsdienst von ein paar Monaten.

Mobilcom selber hat vor ein paar Wochen veröffentlicht, daß man für das Jahr 2007 mit einem ausgeglichenen Ergebnis auf EBITDA-Ebene rechnet. D.h. man will 2007 ein ausgeglichenes Ergebnis vor Abschreibungen, Steuern und Zinsen ausweisen.

Mit anderen Worten: Eine Pleite mit Ansage.

Der Laden ist ohne kapitalstarken Partner weder sanierungsfähig noch -würdig.

Gruß
Christian

Wolfgang, Du irrst!
Guten abend,

auch die Holzmann-Millionen vorhersehbar einfach nur verblasen
wurden.

die Holzmann-„wir haben´s geschafft“-Millionen wurden nicht verblasen. Tatsächlich wurden die bundverbürgten Kredite nie gezogen, weil die Voraussetzungen (u.a. vollständige Ausschöpfung der bestehenden Kreditlinien) nie erfüllt wurden.

Wie sagte ein Bekannter von mir - als Wirtschaftsprüfer von Holzmann - so schön: Die Schröderschen 100 Mio. waren bei den Verbindlichkeiten von Holzmann nie mehr und nie weniger als eine Rundungsdifferenz.

Ich frage mich, wie es sein kann, daß ein Mensch Bundeskanzler werden kann, der sich mit den nackten Grundlagen der VWL (Stichwort Marktversagen) noch nie im entferntesten beschäftigt hat. Oder besser: Wo bekommt der Mann ein Wahlvolk her, daß ihn nach vier vergeigten Jahren sogar wieder wählt?

Mir graust schon von den Texten meiner Kunden, die ich mir am Dienstag anhören darf.

Gruß
Christian

Hallo Christian,

das will ich nicht bestreiten.

Trotzdem bezweifle ich, dass sich hier mit wenigen Ausnahmen irgendwer ernsthalft mit dem Thema beschäftigt hat. Da hat doch jeder nur gedacht: Das läuft eh wie bei Holzmann!

Gruß Ivo