Mobile Klimaanlage für ca. 30qm Zimmer OHNE Abluftschlauch?

Australien hat bereits 1980 auf metrisch umgestellt, den Angelsachsen und Rednecks steht das noch bevor, deren Maßeinheiten sind geistig “unvorstellbar”.

Danke für die Vorwegnahme.

Nichts anderes, als die alte Klimaanlage des Neustadter Saalbau: Dort rauschten pro Minute 3 m³ Wasser durch die Uhr, um die Kälte zu erzeugen. In den späten 90ern hat man (nach Neubau durch Großbrand 1980) dann aufgrund ökologischer Bedenken und der Wasserkosten die Anlage nur noch selten bis gar nicht in Betrieb genommen.

Wenn die Kälteakkus warm sind, ist Schicht im Schacht. Bei den aktuellen Lufteintrittstemperaturen in die Geräte gebe ich dem Kälteakkugerät 2h, bis nur noch “pißwarm” herauskommt.

Selbst die Klimaanlage unserer Linienbusse laufen am thermischen Limit.

Manchmal bin selbst ich zu faul, die Rechtschreibkorrektur aufm Handy zu korrigieren.

1 kg Eis benötigt:
38 kJ um von - 18 °C auf 0 °C erwärmt zu werden,
335 kJ zum Schmelzen,
42 kJ um von 0 °C auf 10 °C erwärmt zu werden.

In der Summe hast du 415 kJ, die 1 kg Eis bei - 18 °C aufnehmen kann, bis daraus 1 kg Wasser bei 10 °C geworden ist.

Da wir dummerweise bei der Zeit immer noch nicht metrisch sind, kommen da nun so dämliche Faktoren von 60 s/min und 60 min/h hinzu.
415 kJ = 415000 J = 415000 Ws = 115,27 Wh

Damit hätten wir also bei einer Entwärmungsleistung von mageren 800 W gerade einmal 0,144 h Kühlzeit (8 Minuten und 39 Sekunden).

Über die Luftmasse darf man auch gerne rechnen.
Ein Standventilator hat Werte um 500 m³/h.
Luft hat bei 1013 hPa, 30 °C und 50% rH eine Dichte von 1,155 kg/m³.
Pro Stunde also 578 kg Luft.
Ich nehme vereinfacht eine spez. Wärmekapazität von 1 kJ/(K kg) an.
Als Austrittstemperatur wünsche ich mir 15 °C und vereinfache, dass ein geeigneter Regler dafür sorgt, dass diese durch Variation der Wärmetauscherfläche konstant gehalten wird.

Das ergibt eine stündlich umgesetzte Energie von 578 kg * 15 K * 1 kJ/(K kg) = 8670 kJ = 2,4 kWh, damit also 2,4 kW Leistung.

Unzulässige Vereinfachung: Am Wärmetauscher wird der Taupunkt unterschritten, ich muss also zusätzlich noch Kondensationswärme abführen.

Zulässige Folgerung: Mit 0,115 kWh Energie, die 1 kg Eis binden kann, bekommst du nicht einmal annähernd an die Leistung einer echten Entwärmungsanlage (vulgo „Kliamaanlage“).
Bei stündlichem Kühlakkuwechsel 115 W und bei vierstündlichem 460 W. Für 2,4 kW Leistung wäre ein dreiminütlicher Kühlakkuwechsel notwendig.

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Anektode:

Einem Kunden wurde vom Fachplaner ein Serverschrank in ein ehemaliges WC geplant. Keines Fensterchen, keine drei Quadratmeter Grundfläche.

Das ging nicht lange gut und der Technische Leiter der Firma machte das, was jeder vernünftige und verantwortungsvolle Mensch macht: Er bestelle bei Amazon ein „Klimagerät“. Mit Wassertank, Funktionsweise „Verdunstungskälte“.

Ich sah es und sagte, dass das nicht funktionieren könne.
Doch, doch, was ich denn da sagen würde, Verdunstungskälte sei ja keine Spinnerei - natürlich müsse das funktionieren.

Wohin soll das Wasser, was verdunstet?
Wieviel Gramm Wasser pro Stunde kann Luft wohl aufnehmen, welche seit Stunden immer wieder im Kreis an der Verdunsteroberfläche vorbeiführt und dabei gegen 100 % rel. Luftfeuchte annehmen wird?

Die Teile gibt es immer noch. Mit teils sehr guten Bewertungen!

Hier die Werbung:
"Luftkühler mit 7L Wasserkühlung | Mobile Klimaanlage ohne Abluftschlauch.
Kompaktes Design mit breiter Luftzufuhr: Erleben Sie effizientes Kühlen mit einem kompakten, aber leistungsstarken Luftkühler, der einen breiten und komfortablen Luftstrom liefert. Das Gerät verfügt über ein längeres Luftkanaldesign basierend auf Strömungsmechanikprinzipien, das schnelleres Kühlen und ein hohes Luftvolumen von 2.000 m³/h gewährleistet. Mit einer Verdunstungsrate von 800 m³/h und einer Luftgeschwindigkeit von 7,2 m/s bietet es einen feuchten und erfrischenden Windzug. "

Bewertungsauszüge:

  • Ich schreibe selten Bewertungen aber diesmal muss ich meine Erfahrungen teilen. Das Gerät ist absolut zu empfehlen, habe es auf der Arbeit und hab es dann für zu Hause (Dachgeschoss) bestellt. Es macht zwar den Raum nicht kühler, denke das kann man auch nicht erwarten, ist ja keine echte Klimaanlage
  • Ich habe ihn jetzt noch gar nicht mit Wasser getestet, ist ja noch keine Hitze
  • Die Kühlfunktion benutze ich im Moment gar nicht
  • Es ist unfair, dass Gerät schlecht zu bewerten, weil man es mit einer Klimaanlage vergleicht.
  • Besonders positiv finde ich, dass der Air Cooler gleich mehrere Funktionen vereint: Kühlung, Luftbefeuchtung und Ventilation. Ich freue mich schon sehr auf die heißen Tage, um das Gerät richtig auszuprobieren.

Das waren Bewertungen mit fünf Sternen.
Es ist also gut, bei unerträglicher Schwüle ein Gerät zu haben, was die Luft befeuchtet.
Und ganz besonders hilfreich finde ich die vielen Bewertungen, die enthusiastisch das Gerät feiern und dann ganz leise anmerken, es bislang noch nicht zum Kühlen genutzt zu haben.

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Ist das die dritte Elektrodenart? :winking_face_with_tongue:

Entschuldige bitte, manche Schreibfehler sind richtig schön.

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Danke an @X_Strom für das Rechenexempel.

Dieser “Scheißhausserver” gibt es ähnlich im Haushaltsgerätebereich, wenn Kunden Ihre Kondenstrockner in kleinen Abstellkämmerchen bei geschlossener Türe betrieben. Die Kondensation setzte aus, die Geräte liefen in die Zeitbegrenzung hinein und die Wäsche war naß.

Hier noch ein kurzer Beitrag aus dem Fernsehen, der es recht einfach erklärt: Wie sinnvoll sind Klimageräte ohne Abluftschlauch? | mdr.de