Moderne Erziehungsmethode für Hunde

hi

Es gibt so viele verschiedene Arten, wie man seinen Hund erziehen kann. Im Grund könnte man aber 2 grobe Kategorien machen:

alt:
System „Guter Hund“ oder „Böser Hund“, die Betonung liegt vermutlich beim Korrigieren von falschen Verhalten. Ist das nicht natürlich, wie es auch im Rudel vorkommt?

neu: (z.b. Clicker)
System „Guter Hund“. Es ist nur noch möglich, gewünschtes Verhalten zu verstärken, nicht aber den Hund für Falsches oder Gefährliches zu ‚bestrafen‘. Das soll offenbar effizienter sein, ich kann mir das aber nicht wirklich vorstellen, denn man muss ja dann immer warten, bis der Hund zufälligerweise das Richtige tut.

Was sind eure Gedanken dazu?

gruss
pumix

Hi,
leider bringst du verschiedene Methoden durcheinander.
alt: Ich schlag den Hund wenn er nicht tut was ich will. D.h. ich breche seinen Willen und baue ihn dann wieder nach meinem Denken auf.
Dies wird und wurde mittels Stachelhalsband, Teletak oder auch einer Rute durchgeführt. Auch das Brüllen gehört hier massiv dazu.
Ein Lob gab es so gut wie nie geschweigeden eine Belohnung. Der Hund hatte zu folgen. Basta. Achtung diese Methode wird heute noch in a)Fachliteratur und b) auf manchen Hundeplätzen propagiert.

neu:frowning:bzw. auch alt da 1908 entdeckt und durch Trummler und andere schon in den 50er beschrieben)
Durch Futterreiz eine bedingte Konditionierung hervorrufen. Siehe hierzu das Pavlowsche Gesetz.
Näheres hierzu in ausführlicher Version auf Anfrage möglich.
Der Clicker ist nur die letztliche technische Ausführung von Pavlow.
Auch huier wird nur ein Kommando über eine Belohnung verknüpft. Clicker schließt aber in seiner Urform und die ist die Sinnige, nicht die Bestrafung aus. Allerdings fällt diese nicht durch Leinen reißen auf sondern durch Gegenkonditionierung und z.B. Wasserspritze
Moderne Methoden die nur noch auf Liebe und Heiterkeit setzen sind bie bestimmten Rassen als sinnlos zu erachten.

Die Rudeltheorie von der alle reden sagt nicht daß man hart sein soll und brutal sondern konsequent und straight. Hunde leben in einer art demokratischen Diktatur. D.h. einer führt im Notfall das Rudel aber solange keine Notwendigkeit besteht machen die anderen was sie wollen, außer das Alttier anzugehen. Taucht streit auf geht der Althund dazwischen und macht allein durch seine Anwesenheit Ruhe.
D.h.moderne Hundetrainer arbeiten sehr viel über Körpersprache und Authorität. Aber nicht über Gewalt. Und belohnen hie und da gut gebrachte Ergebnisse. Try and Error ist das Mittel der Wahl.
Folgende Fachliteratur kann dir weiterhelfen.
Bloch: Yukon Timberwolf und Co.
Trummler ale Bücher
Pietralla: Clickertraining
Baumann: … damit wir uns besser verstehen
Milani: Die unssichtbare Leine
Coppinger: Hunde

Gruß Steffen
PS: Ich hab hier versucht auf einfache Art und weise zu beschreiben was sonsnt einen Abend und mehr füllen würde. Daher sind nicht alle Ausführungen vollständig eroiert.

hi steffen

vielen dank, dein beitrag hat mir einiges erklärt.

gruss
pumix

System „Guter Hund“ oder „Böser Hund“, die Betonung liegt
vermutlich beim Korrigieren von falschen Verhalten. Ist das
nicht natürlich, wie es auch im Rudel vorkommt?

hi pumix,
in ergänzung zu steffen:
begriffe wie „gut“ und „böse“ existieren für ein tier nicht.
„überleben“ und „arterhaltung“ ist für ein rudel z.b. wichtig.
menschliche moralbegriffe haben hier nichts verloren, sofern du die
handlungsweisen eines tieres nachvollziehen willst.
leider wird dies oft übersehen, sobald ein "haus-"tier sich in eine
menschliche gesellschaft einfügen soll, die zwischen lebenden wesen
und dekoration nicht unterscheiden kann.

gruß,
frank

Hallo!
Meiner Meinung nach ist das Clicker-Training eine nette Zusatzmethode, umd dem Hund einige Dinge beizubringen.
Im Grunde ersetzt der Clicker aber lediglich die Belohnung, das heißt die Stimme oder ein Leckerchen o.ä.
Vorteilhaft ist es, weil man den passenden Moment besser erwischen kann, weil die Belohung immer gleich ist, d.h nicht durch Variationen der Stimmlage irritiert wird.
Clicker verbindet Klassische mit Operanter Konditionierung und ist deshalb so erfolgreich, weil der Hund aus eigenem Verhalten lernt, durch Try and Error. Solche Erfolge beeinflussen das Lernverhalten besser!
Clicker-Training schließt aber nicht aus, dass auch „Strafen“ angewendet werden. Manchmal ist es sinnvoll, seinem Hund Konsequenz beizubringen, wie es ja auch in einem Rudel passieren würde. Da läuft auch nicht alles über positive Verstärkung!
Beides miteinander in Einklang zu bringen ist der Trick, denke ich, wobei die positive Verstärkung überwiegen sollte, weil sie einfach effizienter ist!
Gruß, Galli