Guten Morgen,
ich bin zurzeit auf der Suche nach einem Haus das ich kaufen will. Dabei schaue ich auch, ob die Objekte mordernisiert sind bzw. modernisiert werden müssen (Heizung, Fenster, Dämmung etc.).
Vor kurzem stieß ich auf ein Objekt, das modernisiert war; als Heizungsart war „moderne Nachspeicherheizung“ angegeben? Für ein modernisiertes Haus finde ich das etwas seltsam. Zwar kenne ich mich mit dem Funktionieren einer Nachtspeicherheizung nicht soo gut aus, aber meines Wissens sind Nachtspeicherheizungen doch eher für ineffizientes und teures Heizen ein Begriff und werden deshalb nach und nach durch andere Alternativen ersetzt.
Können denn Nachtspeicherheizungen wieder eine ernste Alternative sein?
Gruß, djhooker
Hallo,
wie groß ist denn das gesamte Objekt? Bei mehr als 5 Wohneinheiten wirst du dich (vorbehaltlich, daß das Gesetz nach der Wahl nicht wieder kassiert wird) innerhalb der nächsten 30 Jahre nach etwas neuem umsehen müssen §10a EnEV.
Wenn vorher z.B. Öl-Einzelöfen drin waren, sind Nachtspeicher aber schon ein Fortschritt, auch wenn ich nichts davon halte jetzt noch Nachtspeicher neu zu verbauen, da der Ausstieg schon vorgegeben ist (und schon länger absehbar war, da das in meinen Augen eine direkte Konequenz des Ausstiegs aus der Kernenergie ist, die einen wesentlichen Teil des billigen Nachtstroms liefert).
Such dich mal durchs Archiv, da steht schon vieles dazu nachzulesen. Noch ist ja etwas Zeit, daß sich die Architekten und Ingenieure sich etwas ausdenken, wie man die ersetzten kann. Ich sehe aber, ehrlich gesagt, nichts, was mit vernünftigem Aufwand machbar ist - vor allem, falls kein Gasanschluß vorhanden ist.
Cu Rene
Hallo!
Ist es klug, mit 30% Wirkungsgrad aus einem Primärenergieträger elektrischen Strom zu erzeugen, um den Strom zu verheizen, wenn man den Primärenergieträger (z. B. Gas) mit über 90% feuerungstechnischem Wirkungsgrad zum Heizen nehmen kann? Es wäre reine Geldverbrennung, nicht besonders klug, eher ziemlich dämlich.
Falls es modern ist, ziemlich dämlich zu handeln (tägliche Beobachtung bestätigt die Vermutung), ist eine Nachtspeicherheizung eine moderne Heizung.
Zum Vergleich der Betriebskosten verschiedener Energieträger und Heizungsarten, vergleiche die Kosten pro kWh . Der letzten Stromrechnung kann Du entnehmen, dass der Arbeitspreis z. B. 20 Cent/kWh beträgt. Nachtstrom kostet je nach Versorger ungefähr die Hälfte. Zum Vergleich: Leichtes Heizöl bringt es auf ca. 10 kWh pro Liter. Mit derzeit ca. 60 Cent pro Liter kommt man auf 6 Cent pro kWh. In ungefähr gleicher Größenordnung liegen die Kosten für Erdgas. Die Kosten muss man aber noch mit dem Kehrwert des feuerungstechnischen Wirkungsgrads multiplizieren (Faktor 1,1 als Faustregel für neuere Heizanlagen).
Heizen mit Strom verursacht die höchsten Betriebskosten.
Nach meiner Beurteilung sind Nachtspeicherheizungen ökonomischer und Ökologischer Irrwitz und eine Zumutung hinsichtlich Raumklima und Innenarchitektur.
Gruß
Wolfgang