Brauche in nächster Zeit einen Negativ-Scanner und habe die Mittelformat-Modelle von verschiedenen Herstellern angesehen. Am besten gefiel mir der Nikon, aber der hat im Gegensatz zu anderen eine Farbtiefe von 14 Bit. Andere haben 16. Mir sagt das gar nichts. Bringt es was auf 16 Bit zu setzen? Ich muss nicht mit aller Gewalt das technisch Mögliche haben, wenn es im Druck sowieso nie umgestzt werden kann. Ich möchte solide, einfach zu bedienende Qualität die auch in drei Jahren noch mithalten kann. Für 4000 Euro meine ich das auch erwarten zu dürfen. Liege ich da mit dem Nikon-Gerät richtig oder ist nach der nächsten Cebit schon wieder alles für die Katz? Ach ja - das mit der Farbtiefe wüsste ich auch gerne.
Danke Carsten
Hallo Carsten,
die Farbtiefe sagt aus, wie viele Abstufungen pro Farbkanal
möglich sind. Verbreitet ist eine Farbtiefe von 8bit pro Kanal
das lässt beim RGB-Farbraummodell 256 Farben pro Farbe, oder insgesamt ~16 Millionen Farben zu. Das ist immer noch Stand
der Technik in der professionellen Bildverarbeitung.
Bei sehr starken Korrekturen neigt so ein System zum Informationsverlust, es entstehen „Abrisse“, d. h. Daten, die eigentlich unterschiedlich sind, haben die gleichen Werte.
Das führt in verlaufenden Bildteilen zu Abstufungen.
Hier kann eine höhere Farbtiefe Abhilfe schaffen.
Meiner Meinung nach ist 14 bit pro Kanal voll ausreichend.
Die Verarbeitungssoftware muss das auch unterstützen !
Gruss
Manfred
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Wobei natürlich professionelle Systeme nicht im RGB-Modell
sondern mit CMYK arbeiten (zumindest in der Druckindustrie)
Das lässt dann theoretisch schon mehr als 4 Milliarden
Abstufungen zu (bei 8bit pro Kanal), das ist aber nur Theorie
Eine grössere Farbtiefe kann da sicher nicht schaden !
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Noch ein Modell …
Sieh Dir auch mal die Minolta-Homepage an - die haben auch einen Multi-Format-Scanner, der super ist. Und Minolta ist nicht so überheblich wie Nikon (zumindest hier in Österreich). Wenn Du Dir erlaubst, Nikon zu fragen, ob Du das bestellte Teil noch in diesem Leben bekommen wirst, bekommst Du sinngemäß zur Antwort: Das wirst Du schon sehen, wann es da ist …
Danke Manfred
Das habe ich verstanden. Wenn 8 Bit noch Standard ist, kann ich mit 14 Bit also noch ein Weilchen arbeiten, bevor jemand meckert was ich da abliefere.
Carsten
Danke. An den habe ich auch schon gedacht. Ist auch etwas preisgünstiger wie der Nikon. Allerdings soll die Software beim Nikon sehr gut sein. Polaroid hat auch einen Multiformat-Scanner, aber da bin ich unsicher. Hast du den Minolta mal ausprobiert?
Carsten
Minolta und mehr …
Ein Freund von mir hat ihn, den Minolta, und ist sehr zufrieden. Das ist ein Freak, der Filme einscannt und auf einem umgebauten Epson 1290 (mit „Infusionsflaschen“ für alle 6 Farben - und das mit pigmentierten und damit über 100 Jahre archivfesten Tinten!) ausdruckt als Ausstellungs-Prints.
Zum Thema Polaroid: Da hat es in den letzten Monaten im ColorFoto oder im Fotomagazin einen Test aller drei Multiformat-Scanner gegeben. Einer (ich glaube, es war der Polaroid, aber nagel mich nicht fest drauf) ist durch seinen außerordentlichen Dichteumfang besonders für Schwarzweiß geeignet.
Gute Adresse (wenn man ein wenig Englisch kann), um sich wirklich praxisorientierte Berichte von Nutzern anzusehen(und nicht von evtl. mit Inseraten geschmierten Fotozeitschriften): „www.photographyreview.com“
Ich danke dir. Die Seite kannte ich schon, ist sehr gut. Habe da aber vorher nie nach Scannern geguckt. Drei Erfahrungsberichte habe ich gefunden, alle drei sagen 5 von 5 Punkten und loben den Minolta. Damit ist die Entscheidung so gut wie gefallen. Muss jetzt nur noch mit den Minolta-Leuten klären, ob die Masken für meine 24x66 Panoramen geeignet sind. Vom Preis her ist er sowieso 1000 Euro günstiger wie der Nikon und auch die Zubehörteile sind wesentlich billiger. Ich denke, mit 33 MB aus einem KB Negativ bei 16 Bit Farbtiefe kann ich ein Weilchen zurechtkommen bevor die Druckereien nörgeln über veraltete Technik.
Carsten
moin
einem umgebauten Epson 1290 (mit „Infusionsflaschen“ für alle
6 Farben - und das mit pigmentierten und damit über 100 Jahre
archivfesten Tinten!) ausdruckt als Ausstellungs-Prints.
gibbet davon irgendein pic im web ?
und welche tinte ?
ciao norbert
Guten Morgen, Norbert!
Hier ist mal die erste Adresse (von dem, der die Umbau-Kits und die pigmentierte Tinte vertreibt - in der EU ist ja der Sitz im Salzburgischen kein Thema mehr):
Lotus View Camera
Günter Ströbele
Ernsting 31/32
A 5121 Ostermiething / Austria
Tel. +43-(0)62 78-79 00 41
Fax +43-(0)62 78-74 76
http://www.lotusviewcamera.at/
Und hier die Homepage des amerikanischen Umbau- udn Tinten-Spezialisten: http://www.inksupply.com/
Günther Ströbele kommt gegen Entgelt ins Haus, um den Drucker umzubauen, oder er schickt den Umbau-Kit. Ob’s in Deutschland auch sowas gibt, weiss ich nicht. Aber die Dinge, die man damit machen kann, sind toll. Archivsichere Schwarzweiß-Prints (entsprechend fixiert, gewässert und getont) sind ja kein großes Problem, aber Ausstellungs-Farbprints, die man evtl. auch an Galerien verkaufen kann, muss man auf diese Weise selber machen. Außerdem bekommt man dann das, was man will, und nicht das, was ein Labor aus dem Negativ macht. Und ein eigenes Farblabor ist halt nicht Jedermanns Sache. Auch die Auswahl an bedruckbaren Medien (wie Bütten- bzw. Aquarellpapier) hat ihren Reiz.
Soweit meine Ausführungen - in ein paar Wochen stehen auch bei mir ein Power-Mac und besagter Drucker.
Gruss, Dietmar