Möglichkeiten zur 'Gewinndrückung'

Hallo Forum!

Ich habe mich vor einiger Zeit selbstständig gemacht. Meine Tätigkeiten reichen von Marketing über Eventdienstleistungen, bis hin zu einfacheren Bürotätigkeiten. Dieses Gewerbe läuft parallel zu meinem Studium.
Die Geschäftstätigkeit habe ich offiziell aufgenommen am 1.9.2003. Bis dahin hatten sich einige Umsätze angesammelt, die ich dann im September verbucht habe.
Ich habe zwei sichere Auftraggeber, beides größere Industrieunternehmen, die mir eine Beschäftigung für mind. weitere 4 Jahre mit einem Monatlichen Auftragsvolumen von jeweils ca. 200 Euro zugesichert haben. Diese Stellen haben sich aus Praktika ergeben und die Firmen sind offensichtlich interessiert, mich weiterhin zu beschäftigen. Hinzu kommen noch mehrere kleine Kunden, die mir weitere 100-150 € Umsatz bringen. Natürlich hoffe ich nach dem Studium auf eine feste anstellung bei einer der Firmen…
Macht alles in allem einen monatlichen Umsatz von ca. 500 €, manchmal mehr, bin ich zum Beispiel an einer Messe beteiligt, kommen etwa 1.000€ hinzu.
Jetzt meine Frage(n):

  1. Solange ich unter dem Freibetrag bleibe (7.188 € Gewinn??) behalte ich meinen Studentenstatus, oder? Das heißt, keine Einkommenssteuer, richtig? BaFög bekomme ich eh keins, also nur Kindergeld.

  2. Da ich in diesem Jahr das Gewerbe nur 4 Monate angemeldet habe, aber auf Umsätze von ca. 5.500€ komme, könnte es Probleme geben, denn Umsatz heißt für mich im Moment Gewinn. Bis auf ein paar kleine Ausgaben, aber die fallen nicht wirklich ins Gewicht (ca.500 €)

  3. unter 17.500 € Gewinn (2004) keine USt-Pflicht?

  4. Ich nutze zur Zeit Bus & Bahn. Das ist zum einen wirklich lästig, vor allem wenn man Termine hat. Also überlege ich mir, einen Firmenwagen zu leasen. Anzahlung etwa 5.000 € bei einer monatlichen Rate von ca. 200 €. Wie kann ich den Wagen ansetzen?

Für die Beantwortung der Fragen schon im Voraus einmal vielen Dank!

Gruß
Peter

Hallo Forum!

Hallo Pedro,

Ich habe mich vor einiger Zeit selbstständig gemacht. Meine
Tätigkeiten reichen von Marketing über Eventdienstleistungen,
bis hin zu einfacheren Bürotätigkeiten. Dieses Gewerbe läuft
parallel zu meinem Studium.
Die Geschäftstätigkeit habe ich offiziell aufgenommen am
1.9.2003. Bis dahin hatten sich einige Umsätze angesammelt,
die ich dann im September verbucht habe.
Ich habe zwei sichere Auftraggeber, beides größere
Industrieunternehmen, die mir eine Beschäftigung für mind.
weitere 4 Jahre mit einem Monatlichen Auftragsvolumen von
jeweils ca. 200 Euro zugesichert haben. Diese Stellen haben
sich aus Praktika ergeben und die Firmen sind offensichtlich
interessiert, mich weiterhin zu beschäftigen. Hinzu kommen
noch mehrere kleine Kunden, die mir weitere 100-150 € Umsatz
bringen. Natürlich hoffe ich nach dem Studium auf eine feste
anstellung bei einer der Firmen…
Macht alles in allem einen monatlichen Umsatz von ca. 500 €,
manchmal mehr, bin ich zum Beispiel an einer Messe beteiligt,
kommen etwa 1.000€ hinzu.
Jetzt meine Frage(n):

  1. Solange ich unter dem Freibetrag bleibe (7.188 € Gewinn??)
    behalte ich meinen Studentenstatus, oder? Das heißt, keine
    Einkommenssteuer, richtig? BaFög bekomme ich eh keins, also
    nur Kindergeld.

Einkommensteuer und Kindergeld haben leicht unterschiedliche Grenzen. Bei der Steuer gilt für 2003 ein Grundfreibetrag von 7.235 Euro. Beim Kindergeld sind es die angesprochenen 7.188 Euro.

  1. Da ich in diesem Jahr das Gewerbe nur 4 Monate angemeldet
    habe, aber auf Umsätze von ca. 5.500€ komme, könnte es
    Probleme geben, denn Umsatz heißt für mich im Moment Gewinn.
    Bis auf ein paar kleine Ausgaben, aber die fallen nicht
    wirklich ins Gewicht (ca.500 €)

Das ist für Steuer und Kindergeld egal. Hauptsache, du bleibst im gesamten Jahr unter dem Freibetrag. Wenn du als Student noch in der Krankenkasse eines Elternteils familienversichert bist, darfst du aber auf den Monat umgerechnet nicht mehr als 340 Euro Gewinn machen. Sonst musst du dich selbst in der studentischen Krankenversicherung versichern (ca. 55 Euro im Monat). Vorsicht: Wenn nachträglich festgestellt wird, dass du über diesem Betrag lagst, darfst du nachzahlen!

  1. unter 17.500 € Gewinn (2004) keine USt-Pflicht?

Das ist die sogenannte Kleinunternehmerregelung. 17.500 Euro gelten auch rückwirkend schon für 2003. Allerdings nicht Gewinn sondern Umsatz (!). Hier spielt jetzt auch die Dauer der gewerblichen Tätigkeit eine Rolle. Also in 2003 nicht 17.500 Euro, sondern nur 4/12 davon, also ca. 5.800 Euro.

  1. Ich nutze zur Zeit Bus & Bahn. Das ist zum einen wirklich
    lästig, vor allem wenn man Termine hat. Also überlege ich mir,
    einen Firmenwagen zu leasen. Anzahlung etwa 5.000 € bei einer
    monatlichen Rate von ca. 200 €. Wie kann ich den Wagen
    ansetzen?

Das ist relativ kompliziert. Die Antwort überlasse ich lieber den echten Steuerexperten.

Für die Beantwortung der Fragen schon im Voraus einmal vielen
Dank!

Gruß
Peter

Gruß
Sebastian

Hallo auch,

Äääh, kurze Frage mal zu kaufmännischen Seite. 200 € Leasing, 100 € Sprit, Versicherungsbeiträge, Steuern (KFZ), Reparaturen und Rücklagen für Abnutzungen, etc??? Meinst du nicht, das es wohl ein bißchen zuviel des Guten ist??

Bezieh mich auf folgende Aussage:

Macht alles in allem einen monatlichen Umsatz von ca. 500 €,
manchmal mehr, bin ich zum Beispiel an einer Messe beteiligt,
kommen etwa 1.000€ hinzu.

Die ratierlichen Einkünfte kommen von zwei Kunden und wenn die wegbrechen (positiv denken heißt nicht blauäugig handeln!) siehts echt suuper aus. Rate kann nicht bezahlt werden, Auto futsch, Kosten am Ar… (Sorry) und wenigstens ein Auto gehabt. *g*

Kauf dir einen Wagen der dich weniger kostet oder bleib bei Bus und Bahn. Setz das Geld zweckbringend ein. Überlege dir bitte, das du mind. 80% deiner Einnahmen an ein Auto verschwendest, mit dem du nichtmal Geld verdienst!!

Viele Grüße

Martin

Hallo auch,

Äääh, kurze Frage mal zu kaufmännischen Seite. 200 € Leasing,
100 € Sprit, Versicherungsbeiträge, Steuern (KFZ), Reparaturen
und Rücklagen für Abnutzungen, etc??? Meinst du nicht, das es
wohl ein bißchen zuviel des Guten ist??

–> JA! Aber der Wagen soll zu einem Teil Privat genutzt werden. Das macht ihn zwar nicht billiger, aber ich bekomme einen Teil Geld rein.

Bezieh mich auf folgende Aussage:

Macht alles in allem einen monatlichen Umsatz von ca. 500 €,
manchmal mehr, bin ich zum Beispiel an einer Messe beteiligt,
kommen etwa 1.000€ hinzu.

Die ratierlichen Einkünfte kommen von zwei Kunden und wenn die
wegbrechen (positiv denken heißt nicht blauäugig handeln!)
siehts echt suuper aus. Rate kann nicht bezahlt werden, Auto
futsch, Kosten am Ar… (Sorry) und wenigstens ein Auto
gehabt. *g*

Kauf dir einen Wagen der dich weniger kostet oder bleib bei
Bus und Bahn. Setz das Geld zweckbringend ein. Überlege dir
bitte, das du mind. 80% deiner Einnahmen an ein Auto
verschwendest, mit dem du nichtmal Geld verdienst!!

–> Du hast völlig recht! Und schön an der Blume vorbei gesprochen… Hehe! So ein KFZ bringt tatsächlich keinen Gewinn. Nur über kurz oder lang, sprich in den nächsten 6 Monaten sollte schon was herbei, das spart mir am Tag schon einiges an Zeit. Ich sitze im Schnitt 4 Std. in öffentlichen Verkehrsmitteln oder warte auf selbige, das lässt sich glatt um drei viertel reduzieren. So ist das auf’m Lande! Alles andere ist ein Rechenspiel.

A) Ich kaufe mir einen Gebrauchten, für meinetwegen 7.500 €. Nichts dolles, aber ich muß mich auch nicht dafür schämen. Dafür sind die Euros auf einen Schlag weg, und ich kann das Fahrzeug abschreiben. Allerdings bekommt man für 7.500 € kein Auto, das noch bis 2006 Steuerfrei ist. Und mein Konto ist dann überzogen.

B) Ich lease das Fahrzeug, für 4 Jahre. Die Anzahlung strecke ich aus dem Gewinn diesen Jahres. KFZ-Steuer bezahle ich keine, die Versicherung ist in diesem Leasing-Vertrag mit drin. Außerdem verbraucht soe ein Pumpe-Düse-Diesel mit 100PS nur 5 Liter. Ein weiterer Vorteil eines aktuellen Autos. Also komme ich wenn ich die 7500 € auf die Vertragsdauer aufzinse und geringere Unterhaltskosten berücksichtige besser weg. Das heißt für mich dass ich für die Zeit meines Studiums zwar relativ viel für „mein“ Auto arbeiten müsste, aber in 2 Jahren, nach meinem Diplom bräuchte ich sowieso eins das zuverlässig läuft. Hoffe ich mal blauäugig :wink: . Außerdem könnte ich durch die Leasingrate verhindern, dass ich in die Krankenkassen-Grenze reinrutsche. Wieder 55€ pro Monat gespart.

Vorausgesetzt das lässt sich so absetzen… Aber darf ich die Frage weiterreichen??
Gruß
Peter

Viele Grüße

Martin

DANKE FÜR EURE SCHNELLEN ANTWORTEN!