Hallo Tom,
mich überrascht die Ankündigung nicht. Solche Ankündigungen an Betroffene gab es schon immer, wenn die richtigen Staatsanwälte mit dem richtigen Parteibuch aktiv geworden sind. Solche - nie persönlich überbrachte Warnungen - meist waren es anonyme Anrufe - auch wenn man die Hintermänner durchaus kannte - sind nun mal üblich, wenn gerechnet wird, dass durch eine Aufdeckung noch mehr bekannt wird.
Mich überrascht nur, dass öffentlich angekündigt wird, dass man bei Möllemann eine Durchsuchung machen will. Es gibt hier nun auch zwei Möglichkeitne. Es wird öffentlich gestreut, dass es zur Durchsuchung kommt, damit nichts geschieht oder aber, man gibt der StA ein Handlungsbedarf, den diese nach Beweislage nicht hat. Letzteres setzt jedoch kriminelle Energie der Redaktion voraus oder der Informanten.
sicherlich was, dran, raimund, aber wenn von überaus
profitablen warentermingeschäften gesprochen wurde, denke ich,
das da schon irgendetwas dran ist. und wir alle wissen, wenn
man was finden will, tut man dies auch, mal egal was wir von
mölle halten.
Richtig, hier wird man jedoch nicht einmal viel finden dürfen. Oder will man sich damit befassen, wie es zu Waffenverkäufen gekommen ist, welche Rolle der frühere Bundesaussenminister Genscher hatte, nachdem Mölle als Wirtschaftsminister bereits abgelehnte Lieferungen ausführen liess. Die FDP hat bislang nicht beanstandet, dass der Nachbar von Mölle ein Herr Kashoggi ist. Und auch andere Geschäftspartner der FDP und Möllemanns die FDP mit Spenden diverser Kreise versorgen.
Zur Klarheit für jeden, der es noch nicht begriffen hat. Nur dann, wenn die Bundesregierung zustimmt, nur dann wenn die Landesregierung zustimmt und nur dann, wenn die FDP-Führung zustimmt, wird die StA bei Möllemann auftauchen. Sie wird das finden, was sie finden soll. Man wird Möllemann nicht zu nahe treten.
Nur wer riskieren will, dass der Mord an Uwe Barschel nochmals eine Neuauflage erhält, wird Möllemann scharf angreifen. Wer den Mord - Barschel war im übrigen auch in dieser Villa von Kashoggi vor seinem Tod - nicht aufklären will, wird den Kreis in der FDP nicht stören.
Oder soll man die „Blaupausen-Affäre“ in die CDU und FDP Bundesminister verwickelt waren, illegale Waffengeschäfte mit Israel, mit Südafrika und den Saudis nochmals an den Tag holen. Nein, keine Sorge um Möllemann.
Man erfährt zwischenzeitlich, dass immer mehr wussten, was sie bislang nicht wussten und schon überhaupt nicht wussten, was Möllemann wusste. Mir scheint, die FDP ist in die eigene Falle gelaufen. Möllemann hat doch nachgefragt bei der FDP ob es eine Möglichkeit gibt, die Angelegenheit intern zu bereinigen. Da nun aber „niemand was wusste, alle nur Möllemann die Schuld gegeben haben“ wurde das Angebot abglehnt. Hätte alle in der Führung der FDP gewusst, dass es heraus kommen wird, dass es Mitwisser gibt, wüssten wir heute noch nicht, wie der Flyer finanziert ist.
Es gibt niemand, der mir glaubhaft erklären kann, dass die FDP - selbst wenn zutreffend wäre - dass Möllemann sogar aus Geschäften die FDP finanziert hat - nicht an der Spitze genau wusste, was geschehen ist. Offenbar wusste doch auch Frau Pieper Bescheid. Warte mal ab, unsere Justiz arbeitet so, wie es im Ministerium gewünscht ist.
Gruss Günter