Möllemann und das Geplärre

Ich frage mich:
Was ist so schlimm an den Aussagen von Jürgen W. Möllemann?!
Es verwundert mich sehr, dass seine Äusserungen zu solch heftigen Streitigkeiten geführt haben und immer noch führen.

Hat Möllemann nicht recht, wenn er behauptet, Ariel Scharon sei „kriegstreiberisch und friedensgefährendet“?!
Meiner Meinung nach trifft dies (zumindest in Teilen) zu. Ich bin bestimmt kein Wähler und Staatsbürger, den man in die rechte oder rechtsextreme Wcke stellen kann.

Ist man gleich ein Populist oder ein Rechtsgesinnter, nur weil man Kritik an der Politik Israels und Scharons übt?
Wir leben in einem Land, wo Meinungsfreiheit herrscht.

Holocaust hin oder her - er ist geschehen, er kann nicht rückgängig gemacht werden, wir sollten ihn dennoch nicht aus unserem Gedächtnis streichen. Verbieten die Vorfälle des 2.Weltkriegs und davor aber jegliche Kritik an den Juden?

Ich habe Verständnis fuer die jüdische und deutscher Vergangenheit, halte es aber für übertrieben und lächerlich, dass sich die Juden sehr schnell auf den Schlips getreten fühlen. Sei es durch die kleinste Kritik an ihrer Politik oder ihrem Verhalten (übersensibilisiert).

Und nochwas: Hat Möllemann nicht auch recht mit seiner Aussage, dass die Wahlergebnisse der letzten Jahre in Europa Ergebnis „der Emanzipation der Demokratie“ seien und dass die Wähler mit ihrer Wahl ihre Unzufriedenheit mit den Regierungen zum Ausdruck gebracht haben?

Auch dieser Aussage muss ich zustimmen. Die Aussage ist in keiner Hinsicht bewertend. Es ist eine reine Feststellung!

Sagt mir bitte: Wo liegt das Problem bei Möllemanns Aussagen?
Ich kann nur ein halbherziges Argument erkennen - nämlich den Respekt vor der deutschen Vergangenheit und dem Holocaust.
Dies ist aber noch lange kein Grund, Kritik in den Israelis zu verbieten.

Meine Meinung. Ich erinnere nochmal: Ich bin keiner rechtsextremen Gesinnung. die Äusserungne haben fuer mich absolut nichts mit Rechtsradikalität oder -extremismus zu tun.

Zum Schluss noch die Frage: Wer findet die Politik Israels positiv und treffend?
Meine Meinung. Und noch einmal zur Erinnerung: Ich bin bin nicht rechtsextremer Gesinnung!

hallo,

Was ist so schlimm an den Aussagen von Jürgen W. Möllemann?!

der vergleich mit nazis und die aussage, friedmann als jude wuerde antisemitimus erzeugen. wie waere es denn mit der mensch friedmann zeugt aufgrund seiner art nicht gerade von diskutabler toleranz?

siehe den sehr langen thread weiter unten von mir alias "moellemann stern in fdp faellt. dort steht einiges mehr, was ihmo an moellemann und friedmann und begriffen falsch ist.

heftigen Streitigkeiten geführt haben und immer noch führen.

leider, ich wuenschte es waere nicht mehr so.

Hat Möllemann nicht recht, wenn er behauptet, Ariel Scharon
sei „kriegstreiberisch und friedensgefährendet“?!
Meiner Meinung nach trifft dies (zumindest in Teilen) zu. Ich

damit kann ich leben, das ist ihmo voellig ok als deine kritik.

Ist man gleich ein Populist oder ein Rechtsgesinnter, nur weil
man Kritik an der Politik Israels und Scharons übt?
Wir leben in einem Land, wo Meinungsfreiheit herrscht.

nein, ist man nicht, wenn er kritik als solche hart, aber mit den richtigen worten findet. aber siehe was er noch sagt. dann ist moellemann ein opportunistischer populist einer schmlimmeren sorte.

Holocaust hin oder her - er ist geschehen, er kann nicht
rückgängig gemacht werden, wir sollten ihn dennoch nicht aus
unserem Gedächtnis streichen.

ja

Verbieten die Vorfälle des
2.Weltkriegs und davor aber jegliche Kritik an den Juden?

nein

Ich habe Verständnis fuer die jüdische und deutscher
Vergangenheit, halte es aber für übertrieben und lächerlich,
dass sich die Juden sehr schnell auf den Schlips getreten
fühlen. Sei es durch die kleinste Kritik an ihrer Politik oder
ihrem Verhalten (übersensibilisiert).

ups, nein, du musst dir die geschichte von juden der letzten 2000 jahre vorstellen, aus der binnensicht, und das moellemann ein uraltes antisemitisches urteil gefaellt hat, siehe ganz oben, oder anderer threads.
das heisst dann nicht, das er es selber ist.
ich bin muede geworden mit tippen.

Und nochwas: Hat Möllemann nicht auch recht mit seiner
Aussage, dass die Wahlergebnisse der letzten Jahre in Europa
Ergebnis „der Emanzipation der Demokratie“ seien und dass die
Wähler mit ihrer Wahl ihre Unzufriedenheit mit den Regierungen
zum Ausdruck gebracht haben?

vielleicht ihmo hat er hier ein wenig recht, wenn ich jetzt einige haertere toene von ihm nicht mit hinzu rechne.

Sagt mir bitte: Wo liegt das Problem bei Möllemanns Aussagen?

siehe den thread unten von mir oder die links von iris im selben thread.

Dies ist aber noch lange kein Grund, Kritik in den Israelis zu
verbieten.

richtig, ihmo die siedlungen IL’s in westbank und gaza haetten gar nicht erst entstehen duerfen, ich wuensche mir eine sofortige und vollstaendige raeumung.

Zum Schluss noch die Frage: Wer findet die Politik Israels
positiv und treffend?

meine kritik habe ich schon oefters geschrieben.
zu zionismus aber sage ich, ja bitte! dieser ist naemlich eine ursache von dem wort und den taten, die ich hier nicht noch einmal zu oft erwaehnen will.
aber nicht in westbank und gaza und nicht mit gewalt. meine kritik zu arafat et al faellt, entsprechend und bereits geschrieben, heftiger aus.

Meine Meinung. Und noch einmal zur Erinnerung: Ich bin bin
nicht rechtsextremer Gesinnung!

ok :wink:

beste gruesse
lego

Hallo…

da mich dieses Thema auch beschäftigt und ich es gelinde gesagt albern finde, dass daraus wiederum so ein Drama gemacht wird. Ich persönlich sehe mich in keinster Weise auf der rechten Seite des Tisches und ich werde auch nicht vergessen, dass die Deutschen den Juden viel Leid angetan haben.

Aber warum werden die Deutschen in Sippenhaft genommen? Meine Urgroßeltern waren mit Sicherheit nicht pro Deutsches Reich, denn sie wurden verfolgt, aber dennoch werde ich für Verhalten verantwortlich gemacht, welches Gleichaltrige meiner Urgroßeltern gemacht haben.

Leben im Staat Israel nicht mehrheitlich Menschen, die jüdischen Glaubens sind? Sage ich Israelis sind Verbrecher, ist es auch schon schlimm… aber sage ich als Deutscher „die Juden in Isreal sind Verbrecher…“ bin ich gleich ein Nazi…

Ist mir nicht so ganz begreiflich. Ich sage auch Christ oder Katholik… aber bei Jude ist man gleich ein Nazi.
Einer der Menschen, die ich am meisten schätze, ist Viktor Klemperer… was war er? Ein Deutscher… ein Jude… Ein deutscher Jude… er war kein deutscher Christ, er war ein deutscher Jude…
Juden sind Menschen in meinen Augen, wie es auch Christen, Heiden und was weiß ich nicht noch alles sind… ich spreche nur gezielt den Glauben an, aber deswegen sind es doch keine anderen Menschen, oder sehe ich das nur falsch?

Und wenn ich wegen jeder solcher Äußerung von den betroffenen Personen eine an den Karren bekomme, dann stellt sich mir echt die Frage, mit welcher überheblichen Arroganz soetwas geschehen kann. Daher gebe ich in diesem Zusammenhang auch Möllemann recht, dass solches Rumgestrullere nur solche Menschen in der Meinung bestätigt, dass jüdische Mitbürger sich emporspielen müssen, dass sie mir meine Meinung vorschreiben (die, die ich haben darf und die, die ich nicht haben darf).
Aber ich lebe nunmal in Deutschland und nicht in einer Autokratie. Ich darf mir meine Meinung bilden und muss mir die nicht vorschreiben lassen.
Und dieses Hervortun schürt einfach Hass… und das wollte Friedman eigentlich gar nicht… aber dennoch ist er in meinen Augen weit dafür mitverantwortlich.

Das ist meine Meinung. Und das hat alles nicht zur Folge, dass ich die Leistungen von jüdischen Menschen schmälere…
vieles haben wir Ihnen zu verdanken. Aber deswegen muss ich nicht ewig krumm dastehen…

Gruß
Marco

zwei Sternchen! o.w.T.
.

Hallo Marco,

da mich dieses Thema auch beschäftigt und ich es gelinde
gesagt albern finde, dass daraus wiederum so ein Drama gemacht
wird. Ich persönlich sehe mich in keinster Weise auf der
rechten Seite des Tisches und ich werde auch nicht vergessen,
dass die Deutschen den Juden viel Leid angetan haben.

da haben wir beide uebereinstimmung, mit der einschraenkung, das das thema nicht albern ist, und moellemann und friedmann meiner meinung nach in ihren worten beide zu scharf sind.

Aber warum werden die Deutschen in Sippenhaft genommen? Meine
Urgroßeltern waren mit Sicherheit nicht pro Deutsches Reich,
denn sie wurden verfolgt, aber dennoch werde ich für Verhalten
verantwortlich gemacht, welches Gleichaltrige meiner
Urgroßeltern gemacht haben.

niemand macht dich dafuer verantwortlich und es darf meiner meinung nach (ihmo) keine sippenhaft geben. jeder mensch hat nur die verantwortung fuer seine eigenen taten und in dem mass fuer seine umwelt/gesellschaft, als das es eine bessere sein sollte.
bzw siehe weiter unten

oder anders: tue niemandem etwas an, was du nicht willst, das man es dir antut.

Leben im Staat Israel nicht mehrheitlich Menschen, die
jüdischen Glaubens sind?

ja, mehrheitlich

Sage ich Israelis sind Verbrecher,
ist es auch schon schlimm…

hui, israelis sind auch nur fuer das verantwortlich, was der einzelne selber tut. aber sicher gibt es noch den staat und etc wie ueberall anders auch. oder so, wie du bereits schreibst, eine solche verallgemeinerung trifft alle und jeden und ist daher zu vermeiden.

aber sage ich als Deutscher „die
Juden in Isreal sind Verbrecher…“ bin ich gleich ein
Nazi…

nun, gleich ein nazi nun nicht, nein. aber bereits hier werden menschen angeklagt allgemein als juden und nicht als menschen mit einem wort, welches eines der besagten keulen ist und in keinster weise handlungen auf israelischer seite gerecht wird, denn jene anderen herren hatten ein gelinde gesagt andere vorgehensweisen.

Ist mir nicht so ganz begreiflich. Ich sage auch Christ oder
Katholik… aber bei Jude ist man gleich ein Nazi.

nein ist man nicht.
aber weiter auch,
warum regen sich hierueber sowenige menschen relativ zu nahost auf? naemlich siehe:
http://www.taz.de/pt/2002/05/27/a0144.nf/text

Juden sind Menschen in meinen Augen, wie es auch Christen,
Heiden und was weiß ich nicht noch alles sind… ich spreche

genau

nur gezielt den Glauben an, aber deswegen sind es doch keine
anderen Menschen, oder sehe ich das nur falsch?

welcher christ oder jude oder moslem ist denn schon religioes?
und wenn schon, was hat glauben mit politik zu tun. man trenne bitte zwischen glauben und politik. alles andere ist naemlich nur missverstanden oder aber ein missbrauch von glauben, und damit kein glauben mehr.
nun, es ist richtig, dass es ein konflikt zwischen juden und moslems ist, genauso wie in indien und pakistan respektive oder zu nordirland. man koennte aber auch sagen, es ist ein konflikt
zwischen israelis und palaestinensern.

jedoch bei einer pauschalisierung, wie zum beispiel juden haetten an ihrem unglueck selber schuld, sollte bei der bestehenden vergangenheit und der hier benutzten argumentationskette einfach unterbleiben.

Und wenn ich wegen jeder solcher Äußerung von den betroffenen
Personen eine an den Karren bekomme, dann stellt sich mir echt

wird doch nicht, kritik ist erlaubt und erwuenscht und hilfreich. siehe zum beispiel hier

rabbiner Rabbi Michael Melchior schreibt folgendes zu antisemitismus, und zu kritikfaehigkeit von israel.

http://www.hagalil.com/archiv/2001/08/antisemitismus…

"…

Arabischer Antisemitismus

Ich möchte eine Unterscheidung
zwischen dem Antisemitismus und dem Teil eines
politischen Konflikts zwischen den
arabischen Ländern und dem Staat Israel treffen.
Es
handelt sich um einen politischen
Konflikt, wegen dem ich persönlich in die Politik
gegangen bin, um ihn - leider ohne
großen Erfolg - zu beenden. Aber wir werden nicht
aufgeben, um diesem Konflikt ein
Ende zu setzen. Aber Israel zu kritisieren, die
israelische Regierung zu
kritisieren, wird nicht, wurde nicht und darf
niemals als
Antisemitismus bezeichnet werden.

Es ist absolut legitim, die
israelische Regierung zu kritisieren, genauso wie
man die ägyptische
Regierung, die amerikanische
Regierung oder sogar die norwegische Regierung
kritisiert. Jede
Regierung kann kritisiert werden,
und die Kritik an der israelische Regierung ist
eine Aufgabe,
der ich persönlich seit vielen Jahre
nachgehe. Es ist in meiner derzeitigen Position
etwas
schwieriger, aber es ist innerhalb
eines demokratischen Rahmens absolut legitim,
Regierungen
zu kritisieren. Selbst scharfe
Kritik und harte Worte haben nichts mit
Antisemitismus zu tun.
Wir müssen sehr vorsichtig sein,
wenn es darum geht, Personen, Dinge oder
Erklärungen als
antisemitisch abzustempeln.

die Frage, mit welcher überheblichen Arroganz soetwas

ist die arroganz nicht auch bei moellemann zu suchen in seiner wortwahl? eine unglaubliche missachtung?

Menschen in der Meinung bestätigt, dass jüdische Mitbürger
sich emporspielen müssen, dass sie mir meine Meinung

das ist eine verallgemeinerung. wieviele juedische und auch vor allem nichtoeffentliche juedische buerger in deutschland kennst du?

Aber ich lebe nunmal in Deutschland und nicht in einer
Autokratie. Ich darf mir meine Meinung bilden und muss mir die
nicht vorschreiben lassen.

genau so ist es.
niemand schreibt selbst bei harter kritik vor. nur wenn keulen oder begriffe in unglaublich verniedlichender art und weise verwendet werden, dann folgt harte kritik an dieser polemik. leider war jene auch nicht immer sachlich hier aktuell.

Und dieses Hervortun schürt einfach Hass… und das wollte
Friedman eigentlich gar nicht… aber dennoch ist er in
meinen Augen weit dafür mitverantwortlich.

meinst du tatsaechlich, dass friedmann hass erzeugt hat?

Das ist meine Meinung.

deine meinung enthaelt nichts, was ich fuer verurteilswert halte.

Und das hat alles nicht zur Folge, dass
ich die Leistungen von jüdischen Menschen schmälere…
vieles haben wir Ihnen zu verdanken. Aber deswegen muss ich

hmmm ja

nicht ewig krumm dastehen…

wer sagt, du solltest krumm stehen. es ist auch eine frage, wie du dich selbst angesprochen fuehlst.

jetzt mal allgemein.
ich finde es populistisch und falsch von vielen seiten aus der vergangenheit in billiger polemik, naemlich in einer fuer die eigenen zwecke instrumentalisierten form, gewinn zu schlagen. sei es schroeder, die gruenen, moellemann, sogar der ZRdJ statt endlich zu einer bewussten UND abgeschlossen form der geschichte zu gelangen nebst einer angemessen bewerteten benutzung einiger begriffe.
auch privatpersonen benutzen begriffe zuweilen sachlich falsch.

denn daraus erwaechsen nur probleme, innen- und aussenpolitisch.
bis hin zu knallharten ressentiments oder einer generellen ablehnung von geschichtswahrnehmung. einige linke machen sich dann denn flotten spruch zu eigen „nie wieder faschismus“, lehnen aber eine beschaeftigung mit heutigen wahrheiten ab mit den worten „na uns koennen sie ja nie meinen, ich bin frei von allem“. siehe gruene versus ihres langjaehrigen mitgliedes karsli oder einige linke, welche sich gegen zionismus wenden, aber die ursache fuer zionismus wahrzunehmen sich weigern.

wenn parteien und NGO-institutionen innerhalb deutschlands neben einigen reinen prominenten privatpersonen geschichte nicht fuer ihre eigene zwecke misshandeln taeten, waeren wir bzgl geschichtsbewaeltigung schon jahrzehnte weiter. auch wenn sich viele mit geschichte mehr auseinander setzen wollten, denn es gibt, unter anderem, keine sippenhaft. deutschland als Staat ist ihmo nur den direkten opfern wie jeder staat ihmo rechtsstaatlich schuldig. mehr nicht. schon gar nicht ad infinitum denkmaeler bauen. ich kenne da einige meinungen von leuten diesbezueglich, fuer die die denkmaeler sein sollten. oder wie sieht es mit juristisch verdienenden personen aus?

jedenfalls ensteht aus eigennuetziger geschichtsdeformation UND geschichtsverweigerung UND begriffsmissbrauch eine menge unglueck UND missverstaendnisse fuer fast alle.

schade.

beste gruesse, lego

da mich dieses Thema auch beschäftigt und ich es gelinde
gesagt albern finde, dass daraus wiederum so ein Drama gemacht
wird.

Wenn man selber nicht von Antisemitismus betroffen ist oder sein kann, dann tut man sich leicht, das als „albern“ abzuqualifizieren.

Ich persönlich sehe mich in keinster Weise auf der
rechten Seite des Tisches und ich werde auch nicht vergessen,
dass die Deutschen den Juden viel Leid angetan haben.

und auch vielen anderen

Aber warum werden die Deutschen in Sippenhaft genommen? Meine
Urgroßeltern waren mit Sicherheit nicht pro Deutsches Reich,
denn sie wurden verfolgt, aber dennoch werde ich für Verhalten
verantwortlich gemacht, welches Gleichaltrige meiner
Urgroßeltern gemacht haben.

Von wem - wo - wann wurdest Du „in Sippenhaft genommen“?
Oder ist es nur die berühmte Unterstellung „die Juden“ würden die nichtjüdischen Deutschen in Pauschalhaftung nehmen?
Ich höre diese Aussprüche häufig von Leuten, die sagen, sie würden keinen einzigen Juden kennen.

Leben im Staat Israel nicht mehrheitlich Menschen, die
jüdischen Glaubens sind?

Die meisten Israelis (70 %) sind säkular und haben mit Religion nicht viel am Hut.

Sage ich Israelis sind Verbrecher,
ist es auch schon schlimm… aber sage ich als Deutscher „die
Juden in Isreal sind Verbrecher…“ bin ich gleich ein
Nazi…

Du machst zumindest deutlich daß Du wenig differenzierst, Vorurteile wiederholst, auf Stereotypen abfährst und offensichtlich von den realen Verhältnissen wenig Ahnung hast.

Da es zum Inventar antisemitischer Stereotypen gehört, Juden für alles Schlechte alleine haftbar zu machen und Du dies in dieser Aussage tust „Juden in Israel sind Verbrecher“, machst Du damit eine antisemitische Aussage, die nichts mit differenzierter Kritik zu tun hat, die besagen würde, wer in welcher situation sich in welcher Weise fehlverhalten hat.

Ist mir nicht so ganz begreiflich. Ich sage auch Christ oder
Katholik… aber bei Jude ist man gleich ein Nazi.

Du hast in Deiner Bezugnahme auf Möllemann nicht thematisiert ob er Christ ist, katholisch - protestantisch was auch immer.
Außerdem hat niemand behauptet, es sei eine Nazi-Äußerung „Jude“ zu sagen. Der Unterschied besteht darin ob man jemand als Juden diffamiert.

Einer der Menschen, die ich am meisten schätze, ist Viktor
Klemperer… was war er? Ein Deutscher… ein Jude…

Jemand, der als Jude geboren wurde, später zum Protestantismus konvertierte und von den Nazis, die das nicht interessierte als Jude verfolgt wurde, denn bei Nazis und Co ging es nicht um Religion sondern um die „jüdische Rasse“.

Ein
deutscher Jude… er war kein deutscher Christ, er war ein
deutscher Jude…

Gelegentlich unterscheidet sich Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung.

Juden sind Menschen in meinen Augen, wie es auch Christen,
Heiden und was weiß ich nicht noch alles sind… ich spreche
nur gezielt den Glauben an, aber deswegen sind es doch keine
anderen Menschen, oder sehe ich das nur falsch?

Du siehst es insofern falsch als Jude sein sehr viel mehr als Religion umfaßt und daß es auch Leute mit einer sehr klaren jüdischen Identität gibt, die mit jüdischer Religion nichts am Hut haben.
Aber wie gesagt, bei den Nazis ging es um die Erfindung der „jüdischen Rasse“

Und wenn ich wegen jeder solcher Äußerung von den betroffenen
Personen eine an den Karren bekomme, dann stellt sich mir echt
die Frage, mit welcher überheblichen Arroganz soetwas
geschehen kann.

DU bekommst eine an den Karren? Von wem - wann - in welchen Zusammenhang? Oder ist das Polemik?

Daher gebe ich in diesem Zusammenhang auch
Möllemann recht, dass solches Rumgestrullere nur solche
Menschen in der Meinung bestätigt, dass jüdische Mitbürger
sich emporspielen müssen, dass sie mir meine Meinung
vorschreiben (die, die ich haben darf und die, die ich nicht
haben darf).

Davon kann nicht die Rede sein, aber das wird weiter unten im Brett aufgedröselt - vielleicht klinkst du dich dort in die entsprechende Diskussion ein.

Aber ich lebe nunmal in Deutschland und nicht in einer
Autokratie. Ich darf mir meine Meinung bilden und muss mir die
nicht vorschreiben lassen.

Hat niemand gesagt - es ging um antisemitische Diffamierungen.

Und dieses Hervortun schürt einfach Hass… und das wollte
Friedman eigentlich gar nicht… aber dennoch ist er in
meinen Augen weit dafür mitverantwortlich.

Was auch immer mit dem „Hervortun“ gemeint ist - und egal ob man Friedmans Art und sein öffentliches Auftreten mag, er ist nicht für antijüdische Vorurteile verantwortlich

genausowenig wie man Guido Westerwelle - so man sein öffentliches Auftreten und seine Art nicht mag - dafür verantwortlich machen kann, daß es in Deutschland auch Leute gibt, die Vorurteile gegen Schwule haben

genausowenig sind Behinderte für Behindertenfeindlichkeit haftbar zu machen.

Das ist meine Meinung. Und das hat alles nicht zur Folge, dass
ich die Leistungen von jüdischen Menschen schmälere…
vieles haben wir Ihnen zu verdanken. Aber deswegen muss ich
nicht ewig krumm dastehen…

Als ob das jemand von Dir verlangt hätte

Iris

Hallo Iris,

Wenn man selber nicht von Antisemitismus betroffen ist oder
sein kann, dann tut man sich leicht, das als „albern“
abzuqualifizieren.

Nein, ich finde diese Diskussion nur leicht überzogen.

und auch vielen anderen

Das ist mir bewusst, habe ich, da in diesem Zusammenhang ja nur die jüdischen Menschen Thema sind, aber unbeachtet gelassen.

Von wem - wo - wann wurdest Du „in Sippenhaft genommen“?

Wenn es heißt: „Die Deutschen haben die Verbrechen getan.“ Dann ist dies sippenhaft und da ich Deutscher bin, fühle ich mich auch in meinem Alter davon angesprochen.

Oder ist es nur die berühmte Unterstellung „die Juden“ würden
die nichtjüdischen Deutschen in Pauschalhaftung nehmen?

Nein, das wären nicht nur Juden. Da ich ein Ostdeutscher Mitbürger bin, weiß ich, dass diese Aussage auch von den Russen so getätigt wurde.
Nur wenn ich in „Pauschalhaftung“ genommen werde, dann steht mir gleiches zu. Mit dem Unterschied, dass die Menschen in Israel von heute sehr wohl mehr für die derzeitigen Handlungen, als ich für die damaligen von Deutschland.

Ich höre diese Aussprüche häufig von Leuten, die sagen, sie
würden keinen einzigen Juden kennen.

Da dies nicht der Fall ist und ich mehr als genug „Juden“ kenne, brauchst du dir darüber keine Gedanken machen. Nebenbei, von einem dieser „Juden“ kommt auch ein Ausspruch: „Gäbe es keine Religion, gäbe es keine Kriege.“ Diese Aussage kann ich ohne jeden Zweifel unterschreiben. Denn selbst wenn die Religion den Krieg nicht ausgelöst hat, so wird sie doch meistens als Vorwand genutzt, der fortan wegfallen würde.
In meiner alten Schule gab es mehr als genug Juden und da ich im Förderverein bin und wir auch in Israel eine Partnerschule haben, kenne ich somit sehr wohl Juden.

Die meisten Israelis (70 %) sind säkular und haben mit
Religion nicht viel am Hut.

Okay… habe ich wieder was gelernt.

Du machst zumindest deutlich daß Du wenig differenzierst,
Vorurteile wiederholst, auf Stereotypen abfährst und
offensichtlich von den realen Verhältnissen wenig Ahnung hast.

Es bleibt dennoch gleich: Selbst wenn ich nur sagen würde: Die Israelis sind Verbrecher, wenn sie so gnadenlos auf diese Taten reagieren. Selbst in diesem Fall würde (weil schon sehr of vorgekommen) der Generalrat der Juden rumlamentieren. Es ist sein gutes Recht. Aber auch meines, meine Meinung zu äußern.
Genauso wie dann die folgende Aussage kommt: Deutschland dürfte solch eine Aussage nicht tätigen, weil historische Vergangenheit und so weiter…
Nur warum muss ich mich solcher Taten erinnern und gleichzeitig mich zu Israel nicht äußern?
Es ist hierbei immer wieder das gleiche.

Da es zum Inventar antisemitischer Stereotypen gehört, Juden
für alles Schlechte alleine haftbar zu machen und Du dies in
dieser Aussage tust „Juden in Israel sind Verbrecher“, machst
Du damit eine antisemitische Aussage, die nichts mit
differenzierter Kritik zu tun hat, die besagen würde, wer in
welcher situation sich in welcher Weise fehlverhalten hat.

Siehst du… genau das ist es, was ich meine: Nicht hinter jedem Busch steht auch ein Verbrecher.
Ich mache Juden nicht für alles schlechte verantwortlich. Ich habe deswegen auch am Ende gesagt, wir haben ihnen viel zu verdanken. Immerhin waren dies früher die Menschen, die den höchsten Bildungsstand von den Religionen her (prozentual gesehen) hatten. Nur dadurch ist Deutschland auch ein Forscherland und auch ein Land, in dem kfm. Grundsätze noch weitestgehend beachtet werden.
Aber Auge um Auge und Zahn um Zahn war noch nie eine Basis für die Lösung eines Problems. Was machen denn Isrealis im Gaza-Streifen? Was machen sie in der West-Bank? Warum desertieren immer mehr eigene Soldaten?

Und wenn ich das sage, dann ist dies sicherlich pauschal auf alle Israelis bezogen… nur auch sie machen nichts dagegen. Wie Deutschland. Es finden sich hier also nur allzu viele Parallelen. Während Deutschland aber falsch gehandelt hat (was letztendlich auch so ist), handelt Israel nicht minder falsch?

Du hast in Deiner Bezugnahme auf Möllemann nicht thematisiert
ob er Christ ist, katholisch - protestantisch was auch immer.
Außerdem hat niemand behauptet, es sei eine Nazi-Äußerung
„Jude“ zu sagen. Der Unterschied besteht darin ob man jemand
als Juden diffamiert.

Eben. Und wobei fängt denn bei dir eine Diffamierung an?

Gelegentlich unterscheidet sich Selbstwahrnehmung und
Fremdwahrnehmung.

Ach, was ich hierbei ausdrücken wollte. Deutsch bleibt Deutsch und die Religion ist mir dabei schnuppe.

DU bekommst eine an den Karren? Von wem - wann - in welchen
Zusammenhang? Oder ist das Polemik?

Es sagt einer was gegen Israel, was viele Deutsche ebenso denken und schon fängt das Gejammer und die Gruppenhaft an. Warum aber darf ich meine Meinung nicht äußern gegenüber einem Land, dessen Verhalten ich nicht richtig finde (nebenbei, auch Arafats Verhalten ist nicht richtig) äußern, ohne gleich den GRdJ zu mobilisieren?

Was auch immer mit dem „Hervortun“ gemeint ist - und egal ob
man Friedmans Art und sein öffentliches Auftreten mag, er ist
nicht für antijüdische Vorurteile verantwortlich

Es sind keine antijüdischen Vorurteile. Es sind Urteile gegenüber jeden Menschen, die mir meine Meinung verbieten. Und das habe ich satt. Egal, ob es das Christentum oder sonstwer ist.
Ich habe auch zum Beispiel keine Religion, bin nicht getauft und werde mich auch hüten, dies zu tun. Nur mein Chef kann mir was vorschreiben und Gesetze. Aber kein anderer Mensch.

Gruß
Marco

Hallo Lego,

da haben wir beide uebereinstimmung, mit der einschraenkung,
das das thema nicht albern ist, und moellemann und friedmann
meiner meinung nach in ihren worten beide zu scharf sind.

Das mag vielleicht sein… aber wie so oft… ein Wort gibt das andere…

oder anders: tue niemandem etwas an, was du nicht willst, das
man es dir antut.

Ich stimme dir voll zu :smile:

ja, mehrheitlich

Würde aber Iris´ Aussage widersprechen. *wunder*

hui, israelis sind auch nur fuer das verantwortlich, was der
einzelne selber tut. aber sicher gibt es noch den staat und
etc wie ueberall anders auch. oder so, wie du bereits
schreibst, eine solche verallgemeinerung trifft alle und jeden
und ist daher zu vermeiden.

Auch hier stimme ich mit dir überein. Manchmal nimmt man diese Gruppenhaft zu schnell wahr, auch bei anderen. Ich selber nehme mich dabei nicht aus.

jedoch bei einer pauschalisierung, wie zum beispiel juden
haetten an ihrem unglueck selber schuld, sollte bei der
bestehenden vergangenheit und der hier benutzten
argumentationskette einfach unterbleiben.

So wollte ich es auch nicht ausdrücken. Vielleicht kam dies etwas falsch rüber. Aber ich bin dennoch der Meinung, dass sie die Leute anti-Judentum gerade dann mehr in diese Richtung schieben, wenn sie sich über jede Äußerung gegen Israel mukieren.

meinst du tatsaechlich, dass friedmann hass erzeugt hat?

Er setzt dahingehend Tendenzen. Grund habe ich bei Iris erläutert.

Gruß
Marco