Hallo Marco,
da mich dieses Thema auch beschäftigt und ich es gelinde
gesagt albern finde, dass daraus wiederum so ein Drama gemacht
wird. Ich persönlich sehe mich in keinster Weise auf der
rechten Seite des Tisches und ich werde auch nicht vergessen,
dass die Deutschen den Juden viel Leid angetan haben.
da haben wir beide uebereinstimmung, mit der einschraenkung, das das thema nicht albern ist, und moellemann und friedmann meiner meinung nach in ihren worten beide zu scharf sind.
Aber warum werden die Deutschen in Sippenhaft genommen? Meine
Urgroßeltern waren mit Sicherheit nicht pro Deutsches Reich,
denn sie wurden verfolgt, aber dennoch werde ich für Verhalten
verantwortlich gemacht, welches Gleichaltrige meiner
Urgroßeltern gemacht haben.
niemand macht dich dafuer verantwortlich und es darf meiner meinung nach (ihmo) keine sippenhaft geben. jeder mensch hat nur die verantwortung fuer seine eigenen taten und in dem mass fuer seine umwelt/gesellschaft, als das es eine bessere sein sollte.
bzw siehe weiter unten
oder anders: tue niemandem etwas an, was du nicht willst, das man es dir antut.
Leben im Staat Israel nicht mehrheitlich Menschen, die
jüdischen Glaubens sind?
ja, mehrheitlich
Sage ich Israelis sind Verbrecher,
ist es auch schon schlimm…
hui, israelis sind auch nur fuer das verantwortlich, was der einzelne selber tut. aber sicher gibt es noch den staat und etc wie ueberall anders auch. oder so, wie du bereits schreibst, eine solche verallgemeinerung trifft alle und jeden und ist daher zu vermeiden.
aber sage ich als Deutscher „die
Juden in Isreal sind Verbrecher…“ bin ich gleich ein
Nazi…
nun, gleich ein nazi nun nicht, nein. aber bereits hier werden menschen angeklagt allgemein als juden und nicht als menschen mit einem wort, welches eines der besagten keulen ist und in keinster weise handlungen auf israelischer seite gerecht wird, denn jene anderen herren hatten ein gelinde gesagt andere vorgehensweisen.
Ist mir nicht so ganz begreiflich. Ich sage auch Christ oder
Katholik… aber bei Jude ist man gleich ein Nazi.
nein ist man nicht.
aber weiter auch,
warum regen sich hierueber sowenige menschen relativ zu nahost auf? naemlich siehe:
http://www.taz.de/pt/2002/05/27/a0144.nf/text
Juden sind Menschen in meinen Augen, wie es auch Christen,
Heiden und was weiß ich nicht noch alles sind… ich spreche
genau
nur gezielt den Glauben an, aber deswegen sind es doch keine
anderen Menschen, oder sehe ich das nur falsch?
welcher christ oder jude oder moslem ist denn schon religioes?
und wenn schon, was hat glauben mit politik zu tun. man trenne bitte zwischen glauben und politik. alles andere ist naemlich nur missverstanden oder aber ein missbrauch von glauben, und damit kein glauben mehr.
nun, es ist richtig, dass es ein konflikt zwischen juden und moslems ist, genauso wie in indien und pakistan respektive oder zu nordirland. man koennte aber auch sagen, es ist ein konflikt
zwischen israelis und palaestinensern.
jedoch bei einer pauschalisierung, wie zum beispiel juden haetten an ihrem unglueck selber schuld, sollte bei der bestehenden vergangenheit und der hier benutzten argumentationskette einfach unterbleiben.
Und wenn ich wegen jeder solcher Äußerung von den betroffenen
Personen eine an den Karren bekomme, dann stellt sich mir echt
wird doch nicht, kritik ist erlaubt und erwuenscht und hilfreich. siehe zum beispiel hier
rabbiner Rabbi Michael Melchior schreibt folgendes zu antisemitismus, und zu kritikfaehigkeit von israel.
http://www.hagalil.com/archiv/2001/08/antisemitismus…
"…
Arabischer Antisemitismus
Ich möchte eine Unterscheidung
zwischen dem Antisemitismus und dem Teil eines
politischen Konflikts zwischen den
arabischen Ländern und dem Staat Israel treffen.
Es
handelt sich um einen politischen
Konflikt, wegen dem ich persönlich in die Politik
gegangen bin, um ihn - leider ohne
großen Erfolg - zu beenden. Aber wir werden nicht
aufgeben, um diesem Konflikt ein
Ende zu setzen. Aber Israel zu kritisieren, die
israelische Regierung zu
kritisieren, wird nicht, wurde nicht und darf
niemals als
Antisemitismus bezeichnet werden.
Es ist absolut legitim, die
israelische Regierung zu kritisieren, genauso wie
man die ägyptische
Regierung, die amerikanische
Regierung oder sogar die norwegische Regierung
kritisiert. Jede
Regierung kann kritisiert werden,
und die Kritik an der israelische Regierung ist
eine Aufgabe,
der ich persönlich seit vielen Jahre
nachgehe. Es ist in meiner derzeitigen Position
etwas
schwieriger, aber es ist innerhalb
eines demokratischen Rahmens absolut legitim,
Regierungen
zu kritisieren. Selbst scharfe
Kritik und harte Worte haben nichts mit
Antisemitismus zu tun.
Wir müssen sehr vorsichtig sein,
wenn es darum geht, Personen, Dinge oder
Erklärungen als
antisemitisch abzustempeln.
die Frage, mit welcher überheblichen Arroganz soetwas
ist die arroganz nicht auch bei moellemann zu suchen in seiner wortwahl? eine unglaubliche missachtung?
Menschen in der Meinung bestätigt, dass jüdische Mitbürger
sich emporspielen müssen, dass sie mir meine Meinung
das ist eine verallgemeinerung. wieviele juedische und auch vor allem nichtoeffentliche juedische buerger in deutschland kennst du?
Aber ich lebe nunmal in Deutschland und nicht in einer
Autokratie. Ich darf mir meine Meinung bilden und muss mir die
nicht vorschreiben lassen.
genau so ist es.
niemand schreibt selbst bei harter kritik vor. nur wenn keulen oder begriffe in unglaublich verniedlichender art und weise verwendet werden, dann folgt harte kritik an dieser polemik. leider war jene auch nicht immer sachlich hier aktuell.
Und dieses Hervortun schürt einfach Hass… und das wollte
Friedman eigentlich gar nicht… aber dennoch ist er in
meinen Augen weit dafür mitverantwortlich.
meinst du tatsaechlich, dass friedmann hass erzeugt hat?
Das ist meine Meinung.
deine meinung enthaelt nichts, was ich fuer verurteilswert halte.
Und das hat alles nicht zur Folge, dass
ich die Leistungen von jüdischen Menschen schmälere…
vieles haben wir Ihnen zu verdanken. Aber deswegen muss ich
hmmm ja
nicht ewig krumm dastehen…
wer sagt, du solltest krumm stehen. es ist auch eine frage, wie du dich selbst angesprochen fuehlst.
jetzt mal allgemein.
ich finde es populistisch und falsch von vielen seiten aus der vergangenheit in billiger polemik, naemlich in einer fuer die eigenen zwecke instrumentalisierten form, gewinn zu schlagen. sei es schroeder, die gruenen, moellemann, sogar der ZRdJ statt endlich zu einer bewussten UND abgeschlossen form der geschichte zu gelangen nebst einer angemessen bewerteten benutzung einiger begriffe.
auch privatpersonen benutzen begriffe zuweilen sachlich falsch.
denn daraus erwaechsen nur probleme, innen- und aussenpolitisch.
bis hin zu knallharten ressentiments oder einer generellen ablehnung von geschichtswahrnehmung. einige linke machen sich dann denn flotten spruch zu eigen „nie wieder faschismus“, lehnen aber eine beschaeftigung mit heutigen wahrheiten ab mit den worten „na uns koennen sie ja nie meinen, ich bin frei von allem“. siehe gruene versus ihres langjaehrigen mitgliedes karsli oder einige linke, welche sich gegen zionismus wenden, aber die ursache fuer zionismus wahrzunehmen sich weigern.
wenn parteien und NGO-institutionen innerhalb deutschlands neben einigen reinen prominenten privatpersonen geschichte nicht fuer ihre eigene zwecke misshandeln taeten, waeren wir bzgl geschichtsbewaeltigung schon jahrzehnte weiter. auch wenn sich viele mit geschichte mehr auseinander setzen wollten, denn es gibt, unter anderem, keine sippenhaft. deutschland als Staat ist ihmo nur den direkten opfern wie jeder staat ihmo rechtsstaatlich schuldig. mehr nicht. schon gar nicht ad infinitum denkmaeler bauen. ich kenne da einige meinungen von leuten diesbezueglich, fuer die die denkmaeler sein sollten. oder wie sieht es mit juristisch verdienenden personen aus?
jedenfalls ensteht aus eigennuetziger geschichtsdeformation UND geschichtsverweigerung UND begriffsmissbrauch eine menge unglueck UND missverstaendnisse fuer fast alle.
schade.
beste gruesse, lego