moin marion,
man muss hier ganz vorsichtig differenzieren.
Nicht nur das. Hier muss man auch anerkennen, dass es
vermutlich die in weiten Teilen der deutschen Bevölkerung
vorhandenen Vorurteile gegenüber Juden, gepaart mit religiöser
Feindseligkeit waren, die bei den Deutschen zumindest zu einer
weitgehenden Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal der
Juden führte und somit den Holocaust vermutlich erst
ermöglichte. (Und wem es nicht ganz so egal war und wer
nachfragte, wohin denn die Juden gebracht würden, dem wurde
ziemlich schnell verdeutlicht, dass es besser war, nicht zu
fragen).
ja
Nur wenn man diese Mechanismen erkennt und entsprechend
gegensteuern kann, ist es möglich, Wiederholungen zu
verhindern (Vertreibungen und Vernichtungen anderer
Volksgruppen durch andere Volksgruppen funktionieren übrigens
nach ähnlichen Mustern).
eben, ich meine, wir haben eine bessere zeit, bzgl wiederholungen.
fuer die muster hier muss man jedoch immer aufklaeren, reagieren.
immer und ueberall in jedem aktuellen oder schwelenden konflikt.
Insofern ärgert mich auch diese häufig auf so vereinfachtem
Niveau geführt Diskussion. Sie ändert oder verbessert nämlich
ganz genau NICHTS. Die Zusammenhänge sind viel komplexer.
ja, wir sind hier im cyberspace, alles ist schneller, leider fuehrt dies zu einem mangel an zeit und intensiver auseinandersetzung. um ueberhaupt reagieren zu koennen, kann man leider nur jeweils kurz und simplifiziert reagieren, auf kurze und simplifizierte diskussionsbeitraege.
ja, aeh und siehe meine erlaueterung, es ist dann falsch. es
ist auch falsch, dass kritik an israel dingsbums waere. sie
ist es nicht, sie ist erlaubt, aber siehe dann wortwahl.
einige und gerade aber auf israelkritischer seite wollen uns
das aber vormachen, das angeblich jegliche kritik an IL
dingsbums waere.
Auf der anderen Seite gibt es aber auch immer wieder Stimmen,
die entweder der Meinung sind, wir als Deutsche dürfen Israel
nicht kritisieren, oder der Meinung sind, wir kritisieren
Israel genau deswegen besonders stark, weil wir eben Deutsche
sind.
ja, das hoert man staendig
, ihmo es stimmt jedoch nicht, es ist das, was wahrgenommen wird von seite x von seite y und von seite x an seite y wieder vorgehalten wird, und vice versa.
Nur…es nützt nichts zu sagen, das ist „falsch“. Damit ändert
man keine Meinungen. Hier ist mühselige Überzeugungsarbeit im
Dialog gefragt, und zwar mit dem Ziel, Verständnis zu wecken
und Gemeinsamkeit zu fördern, nicht mit dem Ziel zu trennen
und alte und neu Gräben aufzureißen und zu vergrößern.
ja hmm, wie gesagt zeit,
wenn ich nun aber von einer „seite“ binnenkritik bringe oder freundliche aussenkritik sachlich etc, es interessiert dann die wenigsten.
beispiel die seite
http://www.hagalil.com und et al hier
wird abgestempelt als geschickte propaganda, dafuer gibt es dann wahre hassseiten und pauschalisierende ablehnung etc.
Übrigens bin ich der Meinung, es muss erlaubt sein, sich bei
diesem Dialog (sofern er von beiden Seiten in guter Absicht
gefürt wird) auch ruhig mal anzubrüllen. Bei diesem Thema
spielen auf beiden Seiten eben auch viele Emotionen mit rein
und vieles, was lange Zeit unterdrückt wurde. Nur muss der
Dialog dann auch irgendwann weitergehen. Alles andere wäre
eine schlimme Niederlage, für beide Seiten.
richtig, anbruellen ja, in der richtigen form und nicht mit vergleichen wie du weisst schon und nicht mit staendigen vorhaltungen, „du hast das und das getan“ oder „es war aber vor 100 jahren von dir das geschehen“ etc.
ah ja, ich habe bereits an eine person eine einladung
verschickt, ihn mit einigen juden in berlin bekannt zu machen,
wenn er denn hier ist und mag.
Dann wollen wir mal hoffen, dass dieser Deutsche sich auch gut
benimmt, damit „ihr Juden“ keine schlechte Meinung von „uns
Deutschen“ bekommt *zuzwinker* 
hmmm
, ok, wenn dann der deutsche und nichtjuedischer kommt und sich mit mir deutsschem nichtjuden und einigen deutschen juden trifft, dann bin ich mir sicher, wir werden das kind schon schaukeln. da bin ich optimistisch, ernsthaft.
wobei der politische
antisemitismus erst enstand, nachdem juden es in europa
erlaubt und moeglich war, ihre staedtchen/getthos zu verlassen
und sich teilweise selber „assimilierten“ und damit als juden
nicht mehr zu erkennen waren, aeusserlich. das ist auch
interessant, „das fremde in mir, was ich nicht erkennen kann,
…“
Ja, das wäre sogar ein sehr interessantes Thema, allerdings
denke ich eher fürs Geschichtsbrett oder fürs Religion- und
Ethik Brett. Ich finde es schade, dass man angesichts der
Schreierei allenthalber sich über solche differenzierten
Themen kaum unterhalten kann.
ok, wenn ich zeit habe UND sich die lage beruhigt, werde ich versuchen, eine solche debatte fundiert dort zu beginnen.
Nüja, kann sein, kann nicht sein. Sowenig ich Möllemann
allerdings leiden kann, ich glaube nicht, dass er diese
Aussage machte, um Wähler am rechten Rand abzufischen.
ah, das sagt er doch selber, seine worte das er genau dort fischen will, selbst wenn er es nicht explizit gesagt haette, ist es ihmo offensichtlich
Dafür
ist die Antisemitismusfrage einfach für die Deutsche
Bevölkerung nicht interessant genug (man sieht ja auch in
doch leider ja, viele fuehlen sich zu unrecht angesprochen, das ist mit friedmanns schuld hier nur aktuell mit seinen verweisen auf studien, das ist ueberall in anderen laendern aehnlich, nur fuehlen sich nur deutsche hier faelschlicherweise direkt „beleidigt“, und uebersehen dann bei moellemann einige dinge, was ihm recht ist.
vielen Umfragen, dass sie soooo viel für die FDP durch die
ganze Angelegenheit nicht geändert hat). Wer am rechten Rand
fischen will, der kommt mit ausländerfeindlichen Äußerungen
viel weiter, wie uns die CDU mit der „Volksbefragung“ in
Hessen, der Asyl-Debatte und der widerlichen
Doppelpass-Diskussion wunderbar vor Augen geführt hat.
ja stimmt, so geht das auch. aber viel weiter wuerde ich ihmo nicht sagen. es ist aehnlich, ohne allerdings vergleiche mit der geschichte zu israel aktuell zu treffen und antistereotypeblabla von moellemann zu bedienen. beide zeile finde ich aehnlich schlecht und hilfreich, moellemanns art und weise ist hier ihmo jedoch die heftigere.
Politiker sind keine Heiligen. Nicht jedes Wort (insbesondere
genau, nur wir wissen, wer 4 wochen lang solches faehrt, und moellemann oder friedmann heisst, weiss eben doch, was er tut.
nethertheless, es liegt an uns, inwieweit wir das auf unsere teilweise einseitigen goldwagen legen, manche legen die worte des einen, manche des anderen auf die goldwaage, 
ok, so long, beste gruesse, lego