Mönchtum, incl. Reformorden und Anfänge

Servus!

Ich soll an der Uni ein Kurzreferat halten über die Mönchsorden des Mittelalters , insbesondere die Reformorden… Auch die Anfänge des Mönchtums soll ich besprechen.

Könnt ihr mir vielleicht sagen, wo ich mich da gut informieren könnte oder zum besipiel mal einen guten chronologischen Überblick bekommen könnte?

Die Literatur, die mir dazu gegeben wurde ist zwar schön und gut, aber total durcheinander und ich brauch erst mal einen roten Faden ;D

Vielen Dank
Vince

Standardmäßig würde ich erst mal unter „Mönchsorden“ bzw. unter den Namen der einzelnen Gemeinschaften im Brockhaus nachschlagen. Am Ende des Artikels gibt es normalerweise einige sehr gute Literaturhinweise zur Vertiefung.
Dann gibt es mit Sicherheit das „Lexikon des Mittelalters“ in Deinem Institut. Die Artikel darin sind schon deutlich umfangreicher, geben aber meistens ebenfalls einen guten Überblick.

Servus Vince,

betreffend die Frühzeit will ich morgen ming Adelheid befragen, die hat das studiert.

Betreffend die mittelalterlichen Reformorden schlage ich folgenden roten Faden vor:

Alle Reformen des Mönchswesens waren Versuche, ursprüngliche härtere Regeln („strenge Observanz“, „ancienne rigueur“) wieder herzustellen, nachdem sich diese Regeln jeweils als sehr schwer haltbar erwiesen hatten.

Bereits Benedikt von Nursia als Vater des mittelalterlichen Mönchstums, soweit es diesen Namen verdient, hat mit seiner Regel in erster Linie versucht, aus einem Haufen von Strauchdieben wieder ein Kloster zu machen.

Es folgt die Reihe

Benediktiner > Zisterzienser > Prämontratenser > Trappisten > Karthäuser (wobei die letzten beiden Reformen nicht aus Prämonstratenserkonventen hervorgegangen sind, aber der gleichen beschriebenen Dialektik folgen).

Besonders interessant ist die Reform des Hl. Norbert von Xanten, der in seiner Jugend mit seiner Auffassung von Rückkehr zur alten Askese den Prämonstratenserorden gründete, während er später als arrivierter Politiker diese Askese nicht mehr so bedeutend erachtete, mit der Folge, dass bis heute die westlichen Zirkarien des Ordens (Frankreich, Flandern) und dessen östliche (Österreich, Böhmen, Rheinlande, Sachsen) einander mit einem gewissen Misstrauen begegnen: Die Pères blancs im Westen sind - wiewohl hochgelehrte und missionarisch weltzugewandte - Asketen, während die österreichischen und deutschen Prämonstratenserklöster bekannte BWL-Profs und Management-Coachs stellen…

Die letzte wichtige Reform des Mönchswesens, nicht mehr mittelalterlich, sondern modern, hat ausgerechnet ein Reform-ierter, Frère Roger, veranlasst. Ein Blick darauf mag zwar nicht objektiv-erhellend sein, aber subjektiv die Motive der Reformer erhellen helfen. Interessanterweise spielt in dem ökumenischen Kloster http://www.taize.fr die provokant aufgeblasene Kirchentagsfrage des Abendmahles überhaupt keine Rolle - ancienne rigeur!

Zum Lesen (kein roter Faden, aber Anhörung der Betroffenen):

http://www.benediktiner.de
http://www.zisterzienser-langwaden.de
http://www.premontre.org
http://www.heiligenlexikon.de/index.htm?Orden/Trappi…

Ich hoffe, das hilft wenigstens ein bisschen Struktur in das Thema zu kriegen.

Schöne Grüße

MM

Hallo!
Einen guten Überblick über die gesamte Entwicklung des Mönchtums und der Orden
findest Du in dem entsprechenden Bändchen vom C.H.Beck-Verlag. Das ist schön
knapp geschrieben und doch alles Wichtige drin, und außerdem nicht teuer.
LG und viel Erfolg,
Elisabeth

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