heute schichtet man mit Zement als Bindemittel Stein auf Stein zu Wänden hoch. Vor Jahrhunderten errichtete man hohe Burgen und Schlösser ohne Zement. Man hatte sicherlich Mörtel, der aber wohl kaum die Qualität heutigen Zementes erreichte. Trotzdem überdauerten die Wände oft Jahrhunderte. Woraus wurde damals der Mörtel gemacht?
Als es noch nicht das gab, was man heute Zement nennt, nahm man zum Verkleben von Back- und Feldsteinen eine Mischung aus Kalksteinen, Muschelschalen und dergleichen, welche durch Brennen zu Ätzkalk wurde. Vermischt mit Wasser und Sand.
Diese Mischung nannte man Luftmörtel und war nur an trockenen Plätzen von Dauer, weil der Einfluß des Wassers und feuchte Luft sie zerstören.
Daher nahm man für feuchte Gegenden und bei Unterwasserbauten den sogenannten Cäment.
Cäment oder Kitt nannte man damals die Art von Mörtel, der sehr schnell vor allem in Feuchtigkeit verhärtet.
Man erhielt Cäment durch Mischungen von Kalk, Ziegelmehl, gebrannten Ton, Hammerschlag, Knochenmehl, Steinkohlenasche, Traß, Porzellanerde.
Ganz sicher waren diese Mischungen regional sehr unterschiedlich, da man nehmen mußte, was in der Nähe zu beschaffen war.
Aber sie waren von sehr hoher Qualität.
Es wurden auch noch organische Stoffe wie z.B. Eier zugesetzt. Die Festigkeit war natürlich sehr unterschiedlich und nur bei anspruchsvollen Bauten (und Bauherrn!) hoch.
eventuell mehr infos beim BLFD
Hi Uwe
du könntest dich mal an das bayerische Landesamt für denkmalpflege wenden, die Beschäftigen sich Professionel mit dem ganzen Zeugs, was die von Anfang der Zeit bis heute in den Wänden so verbaut haben.
Homepage: http://www.blfd.bayern.de/