Liebe Geschichtsfans,
den Sarottimohr kennen wir ja seit unserer Kindheit. Doch wie war das mit Afrikanern im Heiligen Römischen Reich Teutscher Nation anno etwa 1530? Gabs da welche an den Adelshöfen (also auf den Burgen), und wenn ja, als was? Leibeigene? Oder durften die auch was Besseres werden? Was dachte man über sie, wie behandelte man sie?
Freu mich auf eure Antworten, Susanne
Naja, 1530 ist etwas spät für Burgen und etwas früh für Mohren. Die wenigsten Adelsfamilien residierten zu dieser Zeit noch dauerhaft auf Burgen. Und Hofmohren dürften noch recht selten gewesen sein, am häufigsten wohl an spanischen und portugiesischen Höfen. Die meisten von ihnen dürften wohl als „Ausstellungsstücke“ und Kuriositäten gedient haben. Eine gewisse gesellschaftliche Akzeptanz erreichten Angelo Soliman (http://de.wikipedia.org/wiki/Angelo_Soliman) und Ignatius Fortuna (http://de.wikipedia.org/wiki/Ignatius_Fortuna), beide aber erst im späten 18. Jahrhudnert.
Hallo SusannE,
Mohren gab es wohl vereinzelt im 16 Jhdt. immer mal wieder
Ein Abriß hierzu bei Wiki http://de.wikipedia.org/wiki/Mohr
Ein besonders interessantes Bsp. in diesem Zusammenhang ist Ignatius Fortuna, zwar aus dem 18 Jhdt, aber lesenswert http://de.wikipedia.org/wiki/Ignatius_Fortuna
Nicht zu unterschätzen ist jedoch die sprachliche Ungenauigkeit in der Geschichtsschreibung. Mohr bedeutet der dunkle, nicht der schwarze (wie z.B. Neger, Negro, negrus (lat. usw)).
Als Mohren wurden auch Araber, Muslime allgemein… im Prinzip alle Menschen mit dunklerer Hautfarbe als das mitteleurop. „Standardblass“ bezeichnet.
Hoffe, weitergeholfen zu haben
Grüße
Midir
Hallo Susanne,
hätte da evtl. einen Literaturtipp, der dich weiterbringen könnte:
Märtl, Claudia: Mohren und Möhrinnen. Zur Darstellung schwarzafrikanischer Menschen im Hoch- und Spätmittelalter, in: Denkweisen und Lebenswelten des Mittelalters, Herausgegeben von E. Schlotheuber und M. Schuh (Münchner Kontaktstudium Geschichte, Bd. 7, 2004) S. 183-198.
Gruß
Roland
danke für eure Antworten! werde mich dahinter klemmen!
Gruß, Susanne
Guten Abend,
Bei dem Wort „Möhrinnen“ in Rolands Antwort dachte ich zunächst an einen witzigen Vertipper seinerseits - aber das Buch heißt wirklich so!
Dann dachte ich an einen Fehler auf dieser Internetseite http://www.geschichte.uni-muenchen.de/ma/personen_pu… , auf der das Buch erwähnt wird.
Dann habe ich mal rumgegugelt, und siehe da, Möhrinnen gab es früher wirklich.
(Möhrinnen) in ir swerze wolgevar und sehzic juncherren balt in ir swerze wol gestalt APOLL. 13938.
http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbu…
Soviel Volks auch war darinnen,
Mohren und Möhrinnen
Waren beide, Weib und Mann.
Auch sah der Degen wohlgetan (19, 20)
Viel Schilde da zerbrochen
Und von Speeren ganz durchstochen.
Man sah sie aufgehangen
An Wand und Türen prangen.
http://www.wissen-im-netz.info/literatur/esch/parziv…
Im letzten Link wird sehr umfangreich über Mohren / Mohrinnen / Möhrinnen in der älteren Literatur berichtet. Gib als Suchbegriff im Acrobat-Suchfeld „Möhr“ an, dann erhältst Du alle Varianten und Zusammensetzungen. Das Buch ist auch ganz humorig geschrieben, habe ich den Eindruck.
http://www.sprachberatung-siepe.de/downloads/rosengl…
War echt lustig bei den Möhrinnen, Danke für die Frage!
gargas
Möhrinnen
Hallo Gargas
Dann habe ich mal rumgegugelt, und siehe da, Möhrinnen gab es
früher wirklich.
siehe da, warum auch nicht, wie sollten sonst alle die Mohrenkinder zustande kommen?
Spaßige Grüße
R.
Liebe Geschichtsfans,
danke für eure Antworten. Es macht Gänsehaut, zu lesen, dass so ein armer Mohr-Mensch damals nach seinem Tode ausgestopft wurde… Ein interessantes Thema sind diese Mohren auf alle Fälle!
Susanne
Angelo Soliman in Wien