Molekularkochen

Hallö!

Habe letztens über einen Frankfurter (Sterne-)Koch einen sehr bemerkenswerten Bericht auf 3SAT gesehen und mich nach dem „WARUM“ gefragt…

Neugierig? Dann schau mal:

http://www.hubertwallner.at/molekularkueche/

Ich frag mich allen Ernstes, was das soll und ob jemand von euch wohl schon Erfahrung mit dieser Art des Kochens gemacht hat und was es gebracht hat…

Wurde hier das Rad neu erfunden, oder was??? Warum sollte ich „optisch“ ein Seezungenfilet essen wollen / sollen, das nach weißen Pfirsichen schmeckt? Oder ich hab da optisch ne Currywurst auffm Teller, und die schmeckt dann plötzlich nach Kirschsorbet??? Neee, nienicht! Nicht für Luzie!!!

Häh??? Wo, bitte, ist der Reiz? Im Überraschungseffekt oder in der Art des Zubereitens??? In den Gesichtern der Essenden? Im „Erfinden“???

Mal so ganz nebenbei: Kann man nu irgendwann nur noch kochen, wenn man vorher ein Chemiestudium abgeschlossen hat???

Etwas ratlos, aber doch immer auf Neues erpicht,

Luzie
(die gern etwas auf dem Teller / Löffel, wo auch immer sieht, was sie dann auch schmeckt - zumindest annähernd!)

Hallo,

vielleicht ist das die Art des Kochs, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen? Eine Art Kunst auf dem Teller? Wobei man mit Essen nicht spielen darf - sagt Mami.

Liebe Grüße!

Hallo,

hier geht es nicht um Essen. Man wird von diesem Essen ja auch nicht satt.

Es geht um neue orale Erfahrungen haptisch wie geschmacklich.

Es geht darum Gewohntes und Erwartungen aufzubrechen.
Eben wie die Erwartung „sieht aus wie Fischfilet und muss somit wie Fischfilet schmecken“ um dann mit der völlig anderen Erfahrung „hoppla, schmeckt nach Pfirsich und fühlt sich im Mund an wie Vanilleeis“ zu überraschen.

Ferran Adria ist einer der berühmtesten Vertreter des molekularen kochens. Wiki hat dazu einen guten Artikel: http://de.wikipedia.org/wiki/Ferran_Adria

Keine Angst, du kannst weiterhin kochen wie du möchtest, aufgrund des grossen Aufwands dieser Küche, wird sich das so schnell nicht durchsetzen.

Aber offen sein für Neues, Ungewöhnliches und Überraschendes sollte man immer, sonst bleibt man Bauer, frei nach der Weisheit: Was der Bauer nicht kennt frißt er nicht.

grüsse
dragonkidd

Hallo!

Ich habe einmal bei einem Schüler von Ferran Adria, dem Molekularkoch-Pabst, einen Spargelschaum in einem schmalen hohen Schnaps-Glas vorgesetzt bekommen. Dazu ein Teelöfel um den Schaum aus dem Glas zu kriegen. Der Schaum schmeckte unheimlich intensiv nach Spargel, zerfiel aber auf der Zunge zu einem Nichts. Man hatte nur Geschmack im Mund, aber nichts zu Essen.
Als Gag mag das ganz nett sein, aber da ist für mich die Grenze zur Perversion überschritten. Wieviel Aufwand es wohl gekostet hat, diesen Geschmack aus echten Spargeln zu extrahieren und zu konzentrieren? Und dann bekommt man als Gast nicht mal was in den Magen. War das nicht mal der eigentliche Sinn und Zweck des Essens?
Wenn man sich vorstellt, was für ein sinnliches Tasterlebnis es für die Zunge ist, einen perfekt auf den Punkt gegarten Spargel zu spüren. Wenn man ihn zerbeißt und er gerade noch den Widerstand der idealen Knackigkeit bietet. Und schließlich schluckt man den genüßlich zerkauten Spargel hinunter. Das alles wurde mir dort vorenthalten, zugunsten einer fragwürdigen Effekthascherei.
Ich will jetzt nich die Molekularküche pauschal verdammen. Und die Kreativen sollen ihre Spielwiese auch haben. Dennoch sollten sie ihre eigenen Kreationen auch mal kritisch hinterfragen. Nichts gegen neue und ausergewöhnliche Garmethoden, wenn diese dazu dienen, den Genuß zu steigern oder Kombinationen möglich machen, die es so vorher nicht gab. Aber zum Selbstzweck und zur puren Effektshow sollte das Kochen nicht verkommen.

Liebe Grüße,

Thomas.

hallo luzie,

es ist die avantgarde des kochens, kochkunst im eigentliche sinne, die leute zu erstaunen, zu überraschen, zu begeistern. adria ist ein clown, der den humor in die küche gebracht hat. der spielt mit erwartungen, deinen sinnen und trachtet danach, dich auch ein wenig an der nase herumzuführen.
es geht jedoch bei der einführung wissenschaftlicher grundlagen in den garmethoden und zubereitungsarten darum, unabhängig von konventionen, auf der suche nach dem perfekten gericht zu sein.
wenn wir so fragten wie du, würden wir immer noch rohes mammutfleisch essen, dürften wir weder knoblauch mit vanille und chili kombinieren, noch das ganze mit fisch auf den teller bringen.
auch dürften spitzenköche nicht versuchen, für ein stück fleisch oder gemüse den idealen garpunkt zu finden, nicht nach der idealen sauce forschen.
kraftwerk sangen einmal: „es muss immer weiter gehen, musik als träger von ideen“ so ähnlich gilt das auch fürs kochen. vielleicht helfen die anregungen der neuen kochtechniken, daß auch die deutschen eine eigene hochküche entwickeln?

strubbel
K:open_mouth:)

Hi Strubbel! :smile:

adria ist ein clown, der den humor in die küche gebracht hat.

Das ist so ziemlich das einzige Argument, dass ich für mich gelten lasse… Obwohl ich Clowns eigentlich schon auf Kindergeburtstagen ziemlich doofdoofdoof fand… Nun ja. Jedem seinen eigenen Humor! :wink:

der spielt mit erwartungen, deinen sinnen und trachtet danach,
dich auch ein wenig an der nase herumzuführen.

Sorry, aber dann kann er meinetwegen bei Roncalli auftreten, aber nicht wirklich erwarten, als Koch ernstgenommen zu werden!

Ich hab mir vorhin ein Rinderfilet gekauft. Hab dafür auch ein wenig tiefer in die Tasche gegriffen, weil ich es bei einem Supermetzger erstanden habe.

Der Weg nach Hause war schon voller Vorfreude auf das köstliche Mahl.

Zuhause wurden Karoffeln gerieben, mit diversen Zutaten zu Rösti verarbeitet.

Ich habe frischen französischen Salat und italienische Flaschentomaten geputzt, gewaschen, geschnibbelt, eine Vinaigrette mit feinstem Oilivenöl angerührt.

Das Filet habe ich genau „au point“ gebraten, mit einer feinen Pfeffersauce auf den Teller gebracht.

Als ich dann so vor meinem Schlemmermahl saß, hab ich überlegt, was ich nu wohl lieber hätte: Das, was da vor mir steht oder alle Geschmacksnuancen zusammen in einem - zugegebnermaßen - nett drapierten Schnapsgläschen. Nun, die Frage zu beantworten, war recht einfach für mich. Was meinst du wohl?

Danach rief ich bei der Enkelin meiner Vermieterin an, die heute Geburtstag hat und mir aufgeregt von ihrem Geburtstagskuchen mit Erdbeeren, Schokolade, Baiser, Sahne und 7 Kerzen erzählte. Abgesehen davon, dass man sieben Kerzen wohl schlecht in son Gläschenmamps gesteckt bekommt: Was hätte sie wohl lieber gehabt, wenn sie hätte wählen können?

Neee, neee. Beim Essen gehört für mich dazu, dass ich kauen kann (Gott-sei-Dank kann und darf ich das noch, wer weiß, wie es im Alter aussieht!), meine Kiefer genüsslich das Fleisch zermahlen, den Salat, was auch immer. Dass ich wählen kann, ob ich das eine Stückchen Fleisch lieber nur mit Pfeffer, das nächste vielleicht mit ein wenig Sauce möchte. Essen kann sinnlich sein, sehr sinnlich. Dazu ist es aber auch wichtig, mit allen Sinnen zu genießen.

Molekularkocherei mit dem Haps auf dem Löffelchen oder nem Schlückchen im Glas ist für mich wie Cybersex: Kompirmiert, steril, gaga.

Diese Art von Kocherei ist in meinen Augen für gelangweilte, übersättigte Schischi-Menschen, die schon alles im Leben „genossen“ haben und nun auf der Suche nach dem nächsten ultimativen Kick sind.

Ne Currywurst von Dönninghaus (Bochum) statt auffer Faust als Glibberzeugs im Glas? Nö Danke!!! *würg*

wenn wir so fragten wie du, würden wir immer noch rohes

mammutfleisch essen, dürften wir weder knoblauch mit vanille
und chili kombinieren, noch das ganze mit fisch auf den teller
bringen.

Das Zauberwort hast du grad selbst benutzt: „…auf den Teller“. Und genau dort möchte ich mein Mammutfleisch mit Knoblauch, von mir aus auch mit Vanille und Chili, haben! Auf dem Teller.

auch dürften spitzenköche nicht versuchen, für ein stück
fleisch oder gemüse den idealen garpunkt zu finden, nicht nach
der idealen sauce forschen.

Das Argument ist an den Haaren herbeigezogen. Denn danach forscht wohl jeder Mensch, der gern kocht, gern genussvoll isst. Aber worin liegt der Sinn, den optimal gegarten Spargel so zu verändern, dass ich das Geschmackserlebnis eines Spargelpfundes mit köstlich geklärter Butter, neuen Kartöffelchen und hauchzartem Schinken in einem Schluck durch die Kehle gejagt habe???

Im Übrigen mag ich Sex auch nicht nur dreißig Sekunden lang. Denn so lange wird es wohl auch dauern, bis der Schluck „um die Ecke“ ist, für den du hier so eintrittst.

Herzlichen Gruß,

Luzie
(Pappensatt, zufrieden und glücklich ob des opulenten Mahls!)

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Hi Lucie,

also ich würde mich wahnsinnig freuen, mal zu so einem Geschmackserlebnis eingeladen zu werden. Ist ja nunmal sündhaft teuer, was man bei dieser aufwändigen Verfahrensweise auch nachvollziehen kann.

Diese Art der Küche ist etwas ganz besonderes, ein Ereignis.

Jeden Tag in der Kantine molekular essen zu müssen wäre genauso, als müsste ich jeden Tag Schweinshaxe essen.

Alles andere hat Strubbel schon gesagt.

Gruß,

Anja

hallo luzie,

es ist die avantgarde des kochens, kochkunst im eigentliche
sinne, die leute zu erstaunen, zu überraschen, zu begeistern.
adria ist ein clown,

Er ist alles andere als das ! Ein Meister unseres Faches und ein guter Geschätsmann !

der den humor in die küche gebracht hat.

Mit Humor hat das nichts zu tun, ganz zu schweigen davon dass er ihn in die Küche gebracht hätte.
Er hat ganz simpel ausgedrückt mit einer „Spinnerei“ Glück gehabt und den Zeitgeist getroffen.

der spielt mit erwartungen, deinen sinnen und trachtet danach,
dich auch ein wenig an der nase herumzuführen.

Genau das habe ich auch immer gemacht wenn ich den Gästen in meinem Laden höllisch scharfe Chiliwürste und total ungeniesbare Currywürste gebruzelt und serviert habe. Die haben es bestimmt nicht gegessen weil sie umwerfend schmeckte und die Scharfen Saucen aus Amerika ihnen bald Gaumen und Magen verätzt haben, sonder weil es einfach zu dieser Zeit „In“ war beim dicken Bernd zu den bezwingern einer Chiliwurst zu gehören.

http://www.zumdickenbernd.de/html/gewurzgarten.html

Oder will jemand behaubten das die Leute auf den Bildern noch nach Genuss aussehnen und das Mahl zu sich nahmen weil es so gut schmeckte und sie neue Erfahrungen machen wollten ?

es geht jedoch bei der einführung wissenschaftlicher
grundlagen in den garmethoden und zubereitungsarten darum,
unabhängig von konventionen, auf der suche nach dem perfekten
gericht zu sein.

Mit Sicherheit ist es nicht die Suche nach dem perfekten Gericht, dies wird nämlich nicht möglich sein so lange es verschiedene Gaumen gibt.

wenn wir so fragten wie du, würden wir immer noch rohes
mammutfleisch essen, dürften wir weder knoblauch mit vanille
und chili kombinieren, noch das ganze mit fisch auf den teller
bringen.

Aha, Kerner kocht. Aber wenn unser allseits verehrter Herr Schubeck das nun für „normal“ erklärt ist das trotz allem und dem geschätzten Sachverstand des Alfons, nur ein Spiel mit Aromen. Für uns unkoventionell, in China jeden Tag so auf dem Teller oder in der Schüssel.

Will sagen das was für uns neu und ungewöhnlich schmeckt anderenortes abgedroschen ist.
Vergohrener Hai in Norden und geröstete Jack Hoden im Süden sind bestimmt örtliche Delikatessen aber müssen, um meinen geschmacklichen Horizont zu erweitern, nicht auf meinem Teller landen weil es irgendwann schick sein wird diese in Stickstoff zu garen und mit Blattgold zu verziehren.

auch dürften spitzenköche nicht versuchen, für ein stück
fleisch oder gemüse den idealen garpunkt zu finden, nicht nach
der idealen sauce forschen.

Das mache ich täglich und selbst das noch so perfekte Stück Fleisch das mir und meinen Kollegen sowie Angestellten leichte Errektionsschübe verursacht, muss dem Gast der 90€ dafür löhnt noch lange nicht passen. Nicht selten kommen Bestellungen zurück mit der bitte das Stückchen Kobe Rinderfilet doch ein bischen länger auf den Grill zu klatschen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kobe-Rind

kraftwerk sangen einmal: „es muss immer weiter gehen, musik
als träger von ideen“ so ähnlich gilt das auch fürs kochen.
vielleicht helfen die anregungen der neuen kochtechniken, daß
auch die deutschen eine eigene hochküche entwickeln?

Glaube mir das haben wir schon. Und dies nicht mit irgendwelchen „Clowns“ sonder mit den Kollegen die es über Jahre hinweg schaffen, alt bewährtes bei zu behalten und sich trotz allem stetig weiterentwickeln ohne sich jeden Tag neu entdecken zu müssen.
Das wichtigste ist hier noch nicht genannt worden, der Wirtschaftliche Faktor, sicher ist das Reservierungsbuch von Adria für die nächsten zwei Jahre voll, aber sollte man sich doch Gedanken machen was ist wenn die Schickeria es satt hat gelierte Gurken und Kohlrabi zu essen.
Ich kenne Restaurants die es seit Jahren gibt und die auch in Zukunft ohne Stickstoff auskommen werden, ebenso werden die Besagten auch weiterhin Schwarze Zahlen schreiben.
Nix für ungut aber ist so.

strubbel
K:open_mouth:)

LG Bernd

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von Kunst und mangelndem Verständnis
Hi,

dazu kann man dann nur noch sagen, dass Du weder verstanden hast, was Kunst sein kann, noch hast Du verstanden was Strubbel Dir zu erklären versucht hat.

Schön für Dich, wenn Dir Dein Leben fest zementiert am Besten gefällt.
Aber es gibt auch noch Menschen, die Freude am experimentieren haben.

Wenn Du keinen Zugang zu einem Zweig der Kunst hast, dann ist das in Ordnung. Diesen Zweig der Kunst dann aber in Bausch und Bogen zu verdammen, das zeugt in meinen Augen von mangelnder Reife.

Gruss,
Herb

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Hallo,

Du teilst hier ganz schön aus, obwohl dich niemand zwingt, diese übrigens gar nicht so neue Geschichte in deinen Speiseplan einzubauen oder auch nur ansatzweise die „Gefahr“ bestehen würde, dass man morgen nichts anderes mehr zu essen bekäme, oder selbst nur noch so kochen dürfte. Zudem reduzierst Du die Sache auch noch auf Einzelaspekte die sich deiner Meinung nach besonders eignen, durch den Kakao gezogen zu werden, und verdammst damit, dass sich hier einfach nur eine Chance auftut, den eigenen kulinarischen Horizont zu erweitern. Insbesondere verkennst Du aber auch, dass hinter dem, was Du da als Spinnerei abtusts wissenschaftliche Erkenntnisse stecken, die man sich auch in der Alltagsküche zu Nutze machen kann.

Ich habe damals sofort das erste Buch von Hervé This gekauft, und auch das zweite, und habe viel für eine Küche in deinem Sinne davon profitiert. Viele neue Rezepte sind daraus entstanden, und manch Fehlversuch lässt sich vermeiden, wenn man im Hinterkopf hat, das Kochen etwas mit Physik und Chemie zu tun hat, und Dinge nicht funktionieren können, die vor diesem Hintergrund einfach nicht klappen können.

Wenn momentan nun ein gewisser Hype aus der Sache entstanden ist, und kleine Randaspekte hochstilisiert werden, und eine gewisse Schicht sich darüber gar nicht mehr genug begeistern kann, dann kann ich nur sagen, dass es dies immer schon gegeben hat, geben wird, und Dinge nun mal kommen und gehen. Was aber glücklicherweise oft bleibt ist eine gewisse Essenz des ein oder anderen Trends, die Bestand hat und die Qualität insgesamt positiv beeinflusst und den Horizont der Möglichkeiten erweitert.

Ich möchte auch nicht jeden Tag zum Italiener oder Chinesen gehen, aber wir dürften uns einig sein, dass die Möglichkeit dies zu tun grundsätzlich gut ist, und wir froh sein können diese heute zu haben, was unseren Großeltern noch nicht vergönnt war. Wenn heute jeder meint, einen sündhaft teuren Kaffeevollautomaten haben zu müssen, und über Kaffeebohnen aus Katzenkot diskutiert wird, dann ist auch dies ein Trend, der vorüber geht, aber dass wir seit dem die Chance haben fast überall einen doch deutlich besseren und interessanten Kaffee zu bekommen ist doch wunderbar.

Also probier doch mal Dinge einfach aus. BTW: Mein Lieblingsrezept aus den Büchern von Hervé This ist Orangenente aus der Mikrowelle (vorher mit einer Infusion behandelt, nur minimal angebraten und dann in der Micro fertiggestellt. Soviel zum Thema „Fleisch auf den Teller“

Gruß vom Wiz

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi,

dazu kann man dann nur noch sagen, dass Du weder verstanden
hast, was Kunst sein kann, noch hast Du verstanden was
Strubbel Dir zu erklären versucht hat.

Also Köche sind eigentlich keine Künstler sondern Handwerker und Dienstleister.

Schön für Dich, wenn Dir Dein Leben fest zementiert am Besten
gefällt.

Wie gesagt für andere sind gegrillte Jack Hoden und gammeliger Hai auch fest zementiert.

Aber es gibt auch noch Menschen, die Freude am experimentieren
haben.

Das sollen sie ruhig tun, keiner hat was dagegen gesagt. Die Aussage bzw. die Frage war nur ob sich das durchsetzen wird und ob das die Zukunft der modernen Küche ist.

Wenn Du keinen Zugang zu einem Zweig der Kunst hast, dann ist
das in Ordnung. Diesen Zweig der Kunst dann aber in Bausch und
Bogen zu verdammen, das zeugt in meinen Augen von mangelnder
Reife.

Ob das mangelnde Reife ist, bezweifele ich ! Das es Kunst ist möchte ich nicht in Frage stellen, ebenso gefallen mir nicht alle Bilder von Dali oder Skulpturen von XY.

Gruss,
Herb

Auch so Bernd

2 „Gefällt mir“

Hallo Luzie,

ich denke, Du grübelst am falschen Ansatz. Strubbel hat es eigentlich sehr schön und treffend erklärt. Molekularküche ist eher eine Form von Kunst, oder aber experimentieren.

Hier ist es eigentlich ganz gut erklärt:

http://de.wikipedia.org/wiki/Molekulargastronomie
oder hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Molekulark%C3%BCche

So, wie Du fragst, geht es mir mit Motivtorten. Viel zu süß, viel zu bunt und wenn sie gelungen sind, dann doch eigentlich viel zu schade zum Essen. Warum tut man das also? Sicherlich nicht alltäglich für den Sonntagskuchen. Sondern, wenn man etwas besonderes möchte. Und da ist die Optik vorrangig. Ich mag gar nicht überlegen, wieviel Zeit dafür verwendet werden muss. Es ist also kein Kuchen backen, sondern das Erschaffen eines kleines Kunstwerkes, mit begrenzter Haltbarkeit.

In der Molekularküche geht es nicht darum, ein sättigendes, normales Gericht zu gestalten. Ich glaube nicht, dass sich das jemand täglich gönnt. Oder dass Molekularköche ihr tägliches Mahl ausschließlich so zubereiten.

Die Molekularküche wird sicherlich nicht in die normalen Haushalte einziehen bzw. wenn, dann nur bedingt.

Ich hatte mal eine Sendung mit Tim Mälzer gesehen. Er hat da mit flüssigem Stickstoff experimentiert. (und behauptet, dass das zur Molekularküche gehört. Ich hoffe, das stimmt auch). Er hat dabei auch erzählt, dass das selbstverständlich nichts für den normalen Haushalt ist, weil auch viel zu teuer. Es ist eher sowas wie „Show“. Und somit also Kunst.

Es werden mit Sicherheit keine Molekularstände aus dem Boden schießen, die die traditionelle Pommesbude oder den Dönerstand ablösen werden. Aber auch die haben ihre Berechtigung. Wenn ich auf einem Jahrmarkt/Rummel/Volksfest bin, dann esse ich gerne solche Sachen, das gehört einfach irgendwie dazu. Und so hat halt jedes Ding seine Zeit und seinen Ort.

Genieße Dein Steak mit Rösti, das hat auch seine Zeit und seinen Ort.

LG

Sarah

Du solltest erstmal klären, was Du willst.
Entweder:

Also Köche sind eigentlich keine Künstler sondern Handwerker
und Dienstleister.

oder:

Das es Kunst ist möchte ich nicht in Frage stellen,

Moin,

ich sage das was Adria macht ist Kunst.

Das was ich mache ist Kochen.

LG Bernd

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

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hi
wir haben hier in der nähen so einen „hype-molekular-koch“, es wird gutes über ihn gesagt.

hier, zum anschauen http://www.denismartin.ch/Index-Gen.htm (rubrique „quelque plats“

eins muss mal dem lassen : sieht schon hübsch aus…

grüssli, fred