Hi Strubbel! 
adria ist ein clown, der den humor in die küche gebracht hat.
Das ist so ziemlich das einzige Argument, dass ich für mich gelten lasse… Obwohl ich Clowns eigentlich schon auf Kindergeburtstagen ziemlich doofdoofdoof fand… Nun ja. Jedem seinen eigenen Humor! 
der spielt mit erwartungen, deinen sinnen und trachtet danach,
dich auch ein wenig an der nase herumzuführen.
Sorry, aber dann kann er meinetwegen bei Roncalli auftreten, aber nicht wirklich erwarten, als Koch ernstgenommen zu werden!
Ich hab mir vorhin ein Rinderfilet gekauft. Hab dafür auch ein wenig tiefer in die Tasche gegriffen, weil ich es bei einem Supermetzger erstanden habe.
Der Weg nach Hause war schon voller Vorfreude auf das köstliche Mahl.
Zuhause wurden Karoffeln gerieben, mit diversen Zutaten zu Rösti verarbeitet.
Ich habe frischen französischen Salat und italienische Flaschentomaten geputzt, gewaschen, geschnibbelt, eine Vinaigrette mit feinstem Oilivenöl angerührt.
Das Filet habe ich genau „au point“ gebraten, mit einer feinen Pfeffersauce auf den Teller gebracht.
Als ich dann so vor meinem Schlemmermahl saß, hab ich überlegt, was ich nu wohl lieber hätte: Das, was da vor mir steht oder alle Geschmacksnuancen zusammen in einem - zugegebnermaßen - nett drapierten Schnapsgläschen. Nun, die Frage zu beantworten, war recht einfach für mich. Was meinst du wohl?
Danach rief ich bei der Enkelin meiner Vermieterin an, die heute Geburtstag hat und mir aufgeregt von ihrem Geburtstagskuchen mit Erdbeeren, Schokolade, Baiser, Sahne und 7 Kerzen erzählte. Abgesehen davon, dass man sieben Kerzen wohl schlecht in son Gläschenmamps gesteckt bekommt: Was hätte sie wohl lieber gehabt, wenn sie hätte wählen können?
Neee, neee. Beim Essen gehört für mich dazu, dass ich kauen kann (Gott-sei-Dank kann und darf ich das noch, wer weiß, wie es im Alter aussieht!), meine Kiefer genüsslich das Fleisch zermahlen, den Salat, was auch immer. Dass ich wählen kann, ob ich das eine Stückchen Fleisch lieber nur mit Pfeffer, das nächste vielleicht mit ein wenig Sauce möchte. Essen kann sinnlich sein, sehr sinnlich. Dazu ist es aber auch wichtig, mit allen Sinnen zu genießen.
Molekularkocherei mit dem Haps auf dem Löffelchen oder nem Schlückchen im Glas ist für mich wie Cybersex: Kompirmiert, steril, gaga.
Diese Art von Kocherei ist in meinen Augen für gelangweilte, übersättigte Schischi-Menschen, die schon alles im Leben „genossen“ haben und nun auf der Suche nach dem nächsten ultimativen Kick sind.
Ne Currywurst von Dönninghaus (Bochum) statt auffer Faust als Glibberzeugs im Glas? Nö Danke!!! *würg*
wenn wir so fragten wie du, würden wir immer noch rohes
mammutfleisch essen, dürften wir weder knoblauch mit vanille
und chili kombinieren, noch das ganze mit fisch auf den teller
bringen.
Das Zauberwort hast du grad selbst benutzt: „…auf den Teller“. Und genau dort möchte ich mein Mammutfleisch mit Knoblauch, von mir aus auch mit Vanille und Chili, haben! Auf dem Teller.
auch dürften spitzenköche nicht versuchen, für ein stück
fleisch oder gemüse den idealen garpunkt zu finden, nicht nach
der idealen sauce forschen.
Das Argument ist an den Haaren herbeigezogen. Denn danach forscht wohl jeder Mensch, der gern kocht, gern genussvoll isst. Aber worin liegt der Sinn, den optimal gegarten Spargel so zu verändern, dass ich das Geschmackserlebnis eines Spargelpfundes mit köstlich geklärter Butter, neuen Kartöffelchen und hauchzartem Schinken in einem Schluck durch die Kehle gejagt habe???
Im Übrigen mag ich Sex auch nicht nur dreißig Sekunden lang. Denn so lange wird es wohl auch dauern, bis der Schluck „um die Ecke“ ist, für den du hier so eintrittst.
Herzlichen Gruß,
Luzie
(Pappensatt, zufrieden und glücklich ob des opulenten Mahls!)