Montag ist

Spiegel Tag.

(Ich hoff dass ist das richtige Forum - fällt ja eigentlich nicht unter Belletristik)

Denn ich persönlich kann mit Focus nicht viel anfangen. Viele farbige Bildchen, zu reisserisch aufgemacht und zudem kann ich dort die Informationen - wenn mal welche drin versteckt sind - nicht so leicht abgreifen.
Zudem noch die tolle Fernsehwerbung die eigentlich den letzten Leser vergraulen sollte wenn es in dieser Redaktion tatsächlich so zugehen sollte (Selbstmord ist immer eine Lösung :wink:) )

Den einzigen Fehler den Spiegel macht: für denjenigen, der wie ich 3 mal am Tag Spiegel online aufruft, steht dann nicht mehr allzuviel interessantes im Magazin weil man bis auf das Titelthema kostenlos alles schon auf online gelesen hat.

Herbert

… Focus - Tag.

Der ‚Focus‘ ist ein Magazin für Menschen, denen die zu flachen Denkmustern eigentlich ausreichend kompatible thematische Aufbereitung von Nachrichten und die argumentative Stringenz der Bildzeitung zwar eher entgegen käme, die aber doch auf den Prestigewert eines bunten Hochglanzmagazins und den damit verbundenen Nimbus souveräner Verfügung über seriöse Informationsquellen nicht verzichten mögen. In solchen Kreisen wird die Lektüre der Bildzeitung als kompromittierend weil dem sozialen Status inadäquat und ihm somit potentiell abträglich empfunden. The medium is the message; und die message des Mediums ‚Focus‘ ist das neowilhelminische ‚es ist erreicht‘ nachrangiger Profiteure gesellschaftlicher Entsolidarisierung. Geschichte wiederholt sich nicht, höchstens als Farce, sagte Marx. Die Zeiten, die diese Zeitschrift beschriftet, verdienen in der Tat die Bezeichnung Farce. Da entpuppt sich der ‚Focus‘-lesende Betriebswirt als Reinkarnation des Stehkragenproletariers und Ladenschwengels einer noch nicht im Zeichen der Globalisierung stehenden Gründerzeit und der ‚Focus‘ als sein Fetisch - pardon, seine ‚Gartenlaube‘ (allerdings deutlich unter deren Niveau).

Auf genau diese Zielgruppe ist der strunzdumme Euphemismus ‚Infoelite‘ gemünzt, der ebenso wie das preziös-prätentiöse, gleichzeitig scheinbar polyglott und klassisch-bildungsbürgerlich daherkommende ‚c‘ im Zeitschriftentitel demonstriert, wo Barthel Markwort bevorzugt den Most holt: bei denen, die sich so gerne die Besseren dünkten, es aber allenfalls zum Besserverdienenden bringen und dabei ihre kulturellen und intellektuellen Defizite nur allzu notdürftig zu kaschieren vermögen. Immerhin - Schamgefühl scheint noch vorhanden. Versteht sich, dass ein solches Blatt durch eine affirmative Grundhaltung gegenüber dem politischen und sozialen Mainstream der Entwicklung einer zunehmend liberalisierten Ökonomie Rücksicht auf die geistige Leistungsfähigkeit oder -willigkeit seiner Leser nimmt und tunlichst Erschütterungen von Weltbild respektive Selbstverständnis vermeidet. Das Leitbild des typischen ‚Focus‘-Lesers scheint jener smarte Banker zu sein, der bei jeder passenden Gelegenheit der Weltöffentlichkeit seine maßgeschneiderten Anzüge und breit grinsend sein teuer saniertes Gebiss vorführt und folgerichtig auch derzeit als höchster Repräsentant unseres Gemeinwesens allgemeine Wertschätzung genießt. Der ‚Focus‘-Leser glaubt sich mit sich, der Welt im Allgemeinen und dem ‚Focus‘ sowie Herrn Köhler im Speziellen in Einklang. Er ist die Verkörperung des Zeitgeistes; so wie Hegel in Napoleon den Weltgeist zu Pferde sah, ist er der Weltgeist im Mittelklasse-PKW; der Prototyp des zeitgenössischen ‚Geschäftsführers des Weltgeistes‘ - was einiges über die Zeit, ihre Genossenschaft und ihre Geschäfte aussagt.

Im Übrigen bin ich davon überzeugt, dass es in den Redaktionskonferenzen des ‚Focus‘ tatsächlich so kotzbrockig zugeht, wie es Herr Markwort persönlich der staunenden Öffentlichkeit per TV-Werbespot demonstriert. Zumindest würde dies so manches erklären …

Freundliche Grüße,
Ralf

…intellektuell sind wir uns alle überlegen

…intellektuell sind wir uns alle überlegen

Kann ich nicht von mir behaupten- denn in den stundenlangen Diskussionen mit mir kristallisiert sich nie ein eindeutiger Sieger heraus und sowohl ich als auch ich behaupten gewonnen zu haben !

… Focus - Tag.

Der ‚Focus‘ ist ein Magazin für Menschen, denen die zu flachen
Denkmustern eigentlich ausreichend kompatible thematische
Aufbereitung von Nachrichten und die argumentative Stringenz
der Bildzeitung zwar eher entgegen käme, die aber doch auf den
Prestigewert eines bunten Hochglanzmagazins und den damit
verbundenen Nimbus souveräner Verfügung über seriöse
Informationsquellen nicht verzichten mögen. In solchen Kreisen
wird die Lektüre der Bildzeitung als kompromittierend weil dem
sozialen Status inadäquat und ihm somit potentiell abträglich
empfunden. The medium is the message; und die message des
Mediums ‚Focus‘ ist das neowilhelminische ‚es ist erreicht‘
nachrangiger Profiteure gesellschaftlicher Entsolidarisierung.
Geschichte wiederholt sich nicht, höchstens als Farce, sagte
Marx. Die Zeiten, die diese Zeitschrift beschriftet, verdienen
in der Tat die Bezeichnung Farce. Da entpuppt sich der
‚Focus‘-lesende Betriebswirt als Reinkarnation des
Stehkragenproletariers und Ladenschwengels einer noch nicht im
Zeichen der Globalisierung stehenden Gründerzeit und der
‚Focus‘ als sein Fetisch - pardon, seine ‚Gartenlaube‘
(allerdings deutlich unter deren Niveau).

Auf genau diese Zielgruppe ist der strunzdumme Euphemismus
‚Infoelite‘ gemünzt, der ebenso wie das preziös-prätentiöse,
gleichzeitig scheinbar polyglott und
klassisch-bildungsbürgerlich daherkommende ‚c‘ im
Zeitschriftentitel demonstriert, wo Barthel Markwort bevorzugt
den Most holt: bei denen, die sich so gerne die Besseren
dünkten, es aber allenfalls zum Besserverdienenden bringen und
dabei ihre kulturellen und intellektuellen Defizite nur allzu
notdürftig zu kaschieren vermögen. Immerhin - Schamgefühl
scheint noch vorhanden. Versteht sich, dass ein solches Blatt
durch eine affirmative Grundhaltung gegenüber dem politischen
und sozialen Mainstream der Entwicklung einer zunehmend
liberalisierten Ökonomie Rücksicht auf die geistige
Leistungsfähigkeit oder -willigkeit seiner Leser nimmt und
tunlichst Erschütterungen von Weltbild respektive
Selbstverständnis vermeidet. Das Leitbild des typischen
‚Focus‘-Lesers scheint jener smarte Banker zu sein, der bei
jeder passenden Gelegenheit der Weltöffentlichkeit seine
maßgeschneiderten Anzüge und breit grinsend sein teuer
saniertes Gebiss vorführt und folgerichtig auch derzeit als
höchster Repräsentant unseres Gemeinwesens allgemeine
Wertschätzung genießt. Der ‚Focus‘-Leser glaubt sich mit sich,
der Welt im Allgemeinen und dem ‚Focus‘ sowie Herrn Köhler im
Speziellen in Einklang. Er ist die Verkörperung des
Zeitgeistes; so wie Hegel in Napoleon den Weltgeist zu Pferde
sah, ist er der Weltgeist im Mittelklasse-PKW; der Prototyp
des zeitgenössischen ‚Geschäftsführers des Weltgeistes‘ - was
einiges über die Zeit, ihre Genossenschaft und ihre Geschäfte
aussagt.

Im Übrigen bin ich davon überzeugt, dass es in den
Redaktionskonferenzen des ‚Focus‘ tatsächlich so kotzbrockig
zugeht, wie es Herr Markwort persönlich der staunenden
Öffentlichkeit per TV-Werbespot demonstriert. Zumindest würde
dies so manches erklären …

Freundliche Grüße,

soso aha, jaja - äääääh wie war das im Mittelteil ?
Wenn ich Dir so zuhöre, glaube ich dass es für mich doch angebracht wäre, Focus zu lesen. Den verstehe ich nämlich meistens ohne Probleme. Da versucht auch keiner, absichtlich soviel Fremdwörter reinzuknallen, um intellektuell zu wirken (damit möchte ich Dir Dein i. Niveau nicht absprechen).

Grüße zurück

Herbert
Der Mann für ´s Grobe

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Eigentlich war mein Beitrag auch eher für „Mister Intellektuell“ Ralf gedacht. Das die Medien Manipulation betreiben weiß nun so ziemlich jeder, auch ein Stern oder Spiegel oder andere vermeindlich neutral und sachlich ausgeprägten Blätter können sich dem nicht entziehen. Ich als bekennende Focus- Leserin lasse mich nicht als Mob der Zeitungsleser von einem selbigen bezeichnen. Jedenfalls hat das herablassende Posting von Ralf so auf mich gewirkt.

Gruß

1 „Gefällt mir“

Allein schon diese fette Qualle
…namens Markwort, die sich volle Kanne ins TV traut, um dort höhnisch von „Fakten,Fakten,Fakten“ zu schwärmen, verbietet mir den Kauf von „FOCUS“. Insofern hat der verehrte Erstposter Recht: Werbung erzeugt oftmals gegenteilige Effekte.
Gruß,Branden

…intellektuell sind wir uns alle überlegen

Du sagst es. Aber mal was Anderes - findest Du, ich hätte fett und in Großbuchstaben ACHTUNG! SATIRE! vor mein Posting setzen sollen? Mal abgesehen davon, dass ich inhaltlich durchaus dahinter stehe, war diese Polemik ja als Stilparodie gedacht. Nun ja, man muss vielleicht deutlich vor 1960 geboren sein und abgeklärt auf eine solide K-Gruppen-Karriere (ersatzweise mindestens 5 Semester Soziologie) zurückblicken, um das komisch zu finden … :wink:.
Oder so etwas:

„Die strukturelle Zensur wird mit Hilfe der Sanktionen des Feldes vollzogen, das wie ein Markt funktioniert, auf dem die Preise der verschiedenen Ausdrucksarten ermittelt werden; sie gilt für ausnahmslos alle Produzenten symbolischer Güter, auch für den autorisierten Sprecher, dessen Machtwort sich sogar mehr als alle anderen den offiziellen Anstandsnormen beugen muss und lässt denen, die sich auf den Positionen der Beherrschten befinden keine andere Alternative, als zu schweigen oder, frei sprechend, Anstoß zu erregen.“
Pierre Bourdieu, Was heisst Sprechen.

Diesen Anstoß wollte ich vermeiden und stattdessen bei dem Einen oder Anderen hier ein Schmunzeln hervorrufen (nicht unbedingt bei der Focus-Leserschaft …). Übertriebene Verwendung von Jargon ist immer für einen Lacher gut.

„Was Jargon sei und was nicht, darüber entscheidet, ob das Wort in dem Tonfall geschrieben ist, in dem es sich als transzendent gegenüber der eigenen Bedeutung setzt; ob die einzelnen Worte aufgeladen werden auf Kosten von Satz, Urteil, Gedachtem. Demnach wäre der Charakter des Jargons überaus formal: er sorgt dafür, daß, was er möchte, in weitem Maß ohne Rücksicht auf den Inhalt der Worte gespürt und akzeptiert wird durch ihren Vortrag.“
Theodor W. Adorno, Jargon der Eigentlichkeit

Die exzessive Anwendung dieses Prinzips führt es natürlich selbst ad absurdum und erzeugt dadurch die komische Fallhöhe. Naja, wenn man einen Witz erklären muss … Das nächste Mal werde ich sowas im Witzebrett posten.

In diesem Sinne,
freundliche Grüße,
Ralf

Du bist uns eben weit voraus, mir zumindest… jedenfalls was das Alter angeht und somit klärt sich wohl auch unser Verständigungsproblem. Was du als witzig und satirisch abtust, ist für manche bitterer Ernst, wo soll ich anfangen nach dem Witz zu suchen?

Und die Moral von der Geschichte: Man sollte die älteren Generationen nicht so ernst nehmen… :wink:

Hi Branden,

…namens Markwort, die sich volle Kanne ins TV traut, um dort
höhnisch von „Fakten,Fakten,Fakten“ zu schwärmen, verbietet
mir den Kauf von „FOCUS“.

weil er eine „fette Qualle“ ist?

Insofern hat der verehrte Erstposter
Recht: Werbung erzeugt oftmals gegenteilige Effekte.
Gruß,Branden

Gruß
Diana

Hi Branden,

…namens Markwort, die sich volle Kanne ins TV traut, um dort
höhnisch von „Fakten,Fakten,Fakten“ zu schwärmen, verbietet
mir den Kauf von „FOCUS“.

weil er eine „fette Qualle“ ist?

Ja ja, jeder ist seiner eigenen Körperfülle Schmied.
Ich glaube aber das die Autorin des Artikels auf den Du dich beziehst einfach eine Wortwiederholung („Markwort“) vermeiden wollte und das auch noch erfolgreich - den jeder weiss wer gemeint war.
Mir stösst diese Werbung und somit er auch ziemlich auf.
Aber wenn sie da Niveamodells mit Piepsstimmen reingesetzt hääten wär´s noch dreister - aber auch das einzige was man ihm zu Gute halten kann !
Herbert

Auch wenn er spindeldürr wäre

weil er eine „fette Qualle“ ist?

Nein, Diana, so verkürzt eher: nein.
Aber er komnmt ja insgesamt unangenehm rüber (jedenfalls für mich). Es gibt dicke Leute, die ich menschlich sehr angenehm finde, z.B. dieser dicke Kabarettist und Schauspieler aus Bayern, der immer den Detektiv mit seiner Mutter zusammen gibt, mir fällt sein Name nicht ein, oder Hella von Sinnen, die ne Menge drauf hat und Humor dazu, oder der begabte, leider schon tote Helmut Qualtinger.
Also, keine Besorgnis, es hat nicht allein was mit der Körperfülle zu tun! Und: Es gibt auch ne Menge schlanker oder dürrer Leute, die ich unangenehm finde.
Gruß, Branden