Mops attackiert, warum?

Hallo,
ich habe seit ca 11 Tagen eine Hündin, ein Mischling schätzungsweise Schäferhund Podengo Mix,sie ist ca 3.5 jahre alt und ursprünglich aus Italien, also weiss man nicht viel von der Vorgeschichte, etwa Kniehoch, bevor ich sie bekam wurde mir bereits gesagt das sie Probleme mit anderen Hunden habe,vor allem Weibchen und kleineren Hunden, bisher wenn wir beim Spazierengehen kleinere Hunde oder Hündinnen begegneten gab es keine Probleme.

Am Wochenende waren wir bei Bekannten in Kiel, die selber auch einen Hund haben (rüde) mit dem gab es kein Problem, und auch der andere Bekannte mit seinem Rüden war kein Problem.

Sonntag waren wir dann am Hundestrand, wo ich sie ohne Leine laufen liess, sie kam auf Abruf und von alleine auch immer wieder, und es liefen sehr viele Hunde dort rum auch kleinere wie Foxterrier usw, und jedem begegnete sie freundlich und Schwanzwedelnd, bis auf einmal ein kleiner schwarzer Mops kam, dem Lina aber meiner Meinung nach per Körpersprache klar machte, ich mag dich nicht, geh weg, der Mops kam immer wieder an, und aufeinmal packte Lina sie kurz hinter dem Kopf seitlich am Nacken( da wo ja jeder Hund seinen „Kragen“ hat) und drückte sie runter, der Mops schrie wie am Spiess, ebenso wie das Frauchen, und das Herrchen meinte ich solle meine Kampfbestie und Töhle da wegnehmen (auch sehr hysterisch) klar versuchte ich, sogar mit dem Bekannten zusammen Lina zu lösen, nach gefühlten 5 std (ca 20-30sek) liess Lina dann auch los.

Am Mops war kein Blut und nix zu sehen!
Meine Frage ist eher, kann es sein das ich Linas benehmen dahingehend beeinflusst habe, weil ich den Mops (ich mag diese äähm Tiere nicht) gesagt hab er solle sich verpissen von mir usw, das sie das getan hat? Und war es eine Erzieherische Massnahme von seiten Lina´s oder ein ernstgemeinter Angriff?
Wobei ich mir da schon gedacht habe, hätte sie es ernst gemeint hätte sie den Mops ja mit einem Biss totmachen können, jedenfalls war es SEHR viel Aufregung, und das Beste zum Schluss, meine Bekannten bei denen wir waren schrieben mir dann ich solle mir das mit Lina überlegen, ob ich mir sicher sei sie behalten zu wollen, und sie hätten nun Angst um ihren Hund (mit dem Lina sich ja bestens verstand) Zitat:
„Aber Angst habe ich um Lukas, denn in einer Wohnung kann es genauso Klick machen und dann ist hier die Hölle los.“

Hat meine Bekannte damit recht? Darf ich meinen Hund, wie sie sagt jetzt nur noch mit Maulkorb und kurzleine durch die Gegend gehen lassen?

Für Tipps, Anregungen und vor allem die Zeit danke ich im Vorraus,

Krissy und Lina

Hallo Krissy,

Ich habe seit ca. 11 Tagen

Naja, das ist noch keine lange Zeit um seinen Hund richtig zu kennen.

Und bei einem Tierheimhund wird man wohl nie das erlebte je nachvollziehen können. So kannst Du nur von Deinen neugewonnenen Eindrücken gebrauch machen. Jetzt wie auch in Zukunft.

Da Du in den paar Tagen aber wohl nur positive Erfahrungen im Umgang von Lina mit anderen Hunden gesammelt hast, würde ich mir da jetzt nicht dermaßen den Kopf zerbrechen.

Klar, war diese Begegnung mit dem Mops etwas unschön, da Du ja auch die Halter nicht kanntest.

Ich kann Dir nur von meiner Hündin schildern, daß diese ein sehr umgänglicher Hund ist (in Bezug auf Menschen und andere Hunde egal ob Rüde oder Hündin).

Aaaaber: Kommt da so ein aufdringlicher Junghund mehrfach auf Sie zu und fühlt sich von Ihm belästigt, wird er erst mit einem knurren verwarnt, sollte dies dann nicht wirken reagiert Sie so wie Du es auch von Lina geschildert hast:

und aufeinmal packte Lina sie kurz hinter dem Kopf
seitlich am Nacken( da wo ja jeder Hund seinen „Kragen“ hat)
und drückte sie runter,

der Mops schrie wie am Spiess,

ja, das machen manche Hunde so. Solch einen Spitz kenne ich auch.

wie das Frauchen, und das Herrchen meinte ich solle meine
Kampfbestie und Töhle da wegnehmen

Ja, das ist normal.

Am Mops war kein Blut und nix zu sehen!

Schön. Hast du denn im Nachhinein erfahren, ob Möpschen etwas zugestoßen ist?

Meine Frage ist eher, kann es sein das ich Linas benehmen
dahingehend beeinflusst habe, weil ich den Mops (ich mag diese
äähm Tiere nicht) gesagt hab er solle sich verpissen von mir
usw, das sie das getan hat?

Ich kenne mich in Sachen Tierpsychologie nicht so aus. Denke möglich ist das schon, aber nach nur 11 Tagen die Ihr zusammenseit, glaube ich eher nicht, daß Sie Deine „Sprache“ schon so interpretieren kann.

jetzt nur noch mit Maulkorb und kurzleine durch die
Gegend gehen lassen?

Das wäre wohl übertrieben.

Und zum Schluß: Ich kenne auch vom Hundeplatz einige Hunde, die sehr gut im Umgang mit anderen Hunden sozialisiert sind. Dann kann es aber doch mal passieren, daß unter 100 Hunden mal 1 Exemplar dabei ist, daß der jeweilige Hund einfach - ich sag jetzt mal: „nicht riechen kann“.
Gibtst bei uns Menschen ja bekanntlich auch.

Alles Liebe für Euch

Motorradmieze

Hallo Krissy,

sicherlich mag Dir hier aus der Ferne niemand einen Freibrief erstellen und damit eine indirekte Verantwortung tragen, falls wirklich mal etwas Schlimmeres passiert, aber…

…wenn Deine Hündin die Dir prognostizierten Probleme gegenüber Hündinnen und kleineren Hunden bisher nicht gezeigt hat und sie bei dem Strandgewusel (was ich sehr gut kenne) in erster Linie offen und freundlich reagiert hat, würde ich den Mops-Vorfall aus der allgemeinen Problematik (sodann sie denn herrschen sollte) herauslösen.

Ich habe hier z.B. einen durchweg freundlichen Hund (der noch nie schlechte Erfahrungen gemacht hat). Aber bei einem Strandbesuch (mit unwahrscheinlich vielen Hunden auf engem Raume) ist ihm ein Rüde zu aufdringlich geworden und die beiden haben sich gekappelt - da sie gleichgroß/-stark waren, hat es sich schlimmer angehört als es war - aber ich habe meinen Hund nicht wiedererkannt.

Soll heißen: Es gibt nun einmal Artgenossen, die einfach nur nerven und die anscheinend bestimmte Signale schlicht übersehen. Andersherum muss ich mir an die eigene Nase fassen, da auf diesem kleinen Hundestrand viel zu viele Hunde waren - und ich habe schon vorher gemerkt, dass mein Hund nicht so entspannt war wie sonst. Und sicherlich hat sich meine Angespanntheit (sonst waren wir immer außerhalb der Saison am Strand, wo sich alles etwas verteilt hat) auch auf ihn übertragen, so wie Deine Lina auch gemerkt hat, dass Deine Anspannung gestiegen ist.

Was jetzt wie gewirkt hat, kann ich Dir leider nicht sagen.

Aber nochmals: Da Deine Hündin in diesem Gewusel offen und auch abrufbar war, lass Dir bitte nicht einreden, Du solltest sie abgeben. Sicherlich solltest Du noch achtsamer sein, und eventuell wäre es - um Dir die Sicherheit wiederzugeben - überlegenswert, einen Spezialisten hinzuzuziehen, aber nach meinem Geschmack ist dieser Vorfall nicht überzubewerten.

Was Deine Bekannten betrifft, finde ich die Reaktion etwas übertrieben. Aber es ist ihnen natürlich freigestellt, sich (wenn auch vermeintliche) Sorgen um ihren Hund zu machen.

Viele Grüße

Kathleen

Hallo,

ich habe seit ca 11 Tagen eine Hündin, ein Mischling
schätzungsweise Schäferhund Podengo Mix,sie ist ca 3.5 jahre
alt und ursprünglich aus Italien, also weiss man nicht viel
von der Vorgeschichte, etwa Kniehoch, bevor ich sie bekam
wurde mir bereits gesagt das sie Probleme mit anderen Hunden
habe,

Gut, für die Hündin ist also alles völlig neu, sie hat sich noch nicht eingewöhnt, kennt ihre neue Umgebung noch nicht, kann Dich noch nicht recht einschätzen und weiss natürlich auch nicht, wie lange sie bei Dir bleiben wird. (Kleine Bemerkung am Rande: Italien und Podenco passt bei mir irgendwie nicht zusammen - es sei denn, das arme Tier sei bereits einmal von Spanien nach Italien ‚gerettet‘ worden, was ich mir wiederum nicht wirklich vorstellen kann…)

Am Wochenende waren wir bei Bekannten in Kiel, die selber auch
einen Hund haben (rüde) mit dem gab es kein Problem, und auch
der andere Bekannte mit seinem Rüden war kein Problem.

Die Hündin wird nun also, obwohl sie sich soeben mit einem neuen Umfeld auseinanderstetzen muss, vielen neuen Hunden und Menschen vorgestellt. Begegnungen, die sie zusätzlich verarbeiten muss. Das soll kein Vorwurf sein, schliesslich macht man einen neuen Hund ja nicht mit den eigenen Gepflogenheiten bekannt, wenn man ihn nicht in seine Aktivitäten integriert. Trotzdem, denk daran, die Hündin ist erst kürzlich bei Euch eingezogen und muss sich im Moment noch zurechtfinden.

Zweitens waren die Hunde der Bekannten ja Rüden. Dir wurde ja gesagt, sie habe Probleme mit Hündinnen.

Sonntag waren wir dann am Hundestrand, wo ich sie ohne Leine
laufen liess, sie kam auf Abruf und von alleine auch immer
wieder, und es liefen sehr viele Hunde dort rum auch kleinere
wie Foxterrier usw, und jedem begegnete sie freundlich und
Schwanzwedelnd,

Schwanzwedelnd heisst nicht unbedingt freundlich. Schwanzwedeln an sich zeigt emotionale Erregtheit an, mehr nicht. Die Position der Rute, die Körperhaltung des Hundes und sein Gesichtsausdruck sagen mehr über die momentane Stimmung aus als Schwanzwedeln allein. Deshalb ist ein wedelnder Hund, der zubeisst, auch keinesfalls ‚abnormal‘ oder ‚gestört‘, wie viele meinen.

bis auf einmal ein kleiner schwarzer Mops kam,
dem Lina aber meiner Meinung nach per Körpersprache klar
machte, ich mag dich nicht, geh weg, der Mops kam immer wieder
an, und aufeinmal packte Lina sie kurz hinter dem Kopf
seitlich am Nacken( da wo ja jeder Hund seinen „Kragen“ hat)
und drückte sie runter, der Mops schrie wie am Spiess, ebenso
wie das Frauchen, und das Herrchen meinte ich solle meine
Kampfbestie und Töhle da wegnehmen (auch sehr hysterisch) klar
versuchte ich, sogar mit dem Bekannten zusammen Lina zu lösen,
nach gefühlten 5 std (ca 20-30sek) liess Lina dann auch los.

Ich war nicht dabei, also kann ich die Situation nur aufgrund Deiner (subjektiven) Schilderung beurteilen und die hört sich für mich nach einem Hund an, der einem anderen einfach klipp und klar sagt: „He, lass mich in Ruh, verp*** Dich endlich“, als dieser die vorhergehende Warnung frecherweise ignoriert hat. Ob und wie angemessen die Reaktion Deiner Hündin war, ist schwierig zu sagen. Dennoch hat sie ihn nicht verletzt und auch (selbständig?) wieder losgelassen, was für mich eher für eine heftige Korrektur spricht. Dennoch solltest Du natürlich versuchen solche Auseinandersetzungen zu vermeiden, egal wie angemessen wie Reaktion Deines Hundes auch war.

Meine Frage ist eher, kann es sein das ich Linas benehmen
dahingehend beeinflusst habe, weil ich den Mops (ich mag diese
äähm Tiere nicht) gesagt hab er solle sich verpissen von mir
usw, das sie das getan hat?

Selbstverständlich. Von nun an musst Du aufpassen, dass es gar nicht so weit kommt. Merkst Du, dass Deine Hündin bedrängt wird, ist es an Dir (NICHT AN DEM HUND) die Situation zu entschärfen. Dafür kannst Du zum Beispiel weggehen und sie rufen - nur einmal, nur kurz, ganz friedlich und ruhig während Du Dich schon entfernst. Auch wenn es Überwindung kostet, dreh Dich ganz um und geh weg. Wirklich weg, nicht ein paar Schritte und lob sie, sobald sie kommt. Ohne Deine Rückendeckung wird sie sich kaum mit anderen Hunden anlegen, zumal sie ja einen guten Grund hat sich aus der ihr ohnehin unangenehmen Situation zu entfernen, da sie Dich ja weggehen sieht. Das funktioniert allerdings nur mit einem Hund, der schon einigermassen eine Bindung zum Besitzer aufgebaut hat. Da Du aber sagst, sie lasse sich gut Abrufen, könnte Weggehen eine Variante sein um derartige Situationen zu vermeiden.

Und war es eine Erzieherische
Massnahme von seiten Lina´s oder ein ernstgemeinter Angriff?

Was verstehst Du unter ernstgemeintem Angriff? Ein Hund hat Zähne und je nachdem wie er diese einsetzt gibt es ein Bluterguss, eine Schramme, ein kleines Loch, ein Riss, eine blutende Wunde, etc. bis zur lebensgefährlichen Verletzung. Wie gesagt, ich war nicht dabei, aber ich würde aus einer Mücke keinen Elefanten machen - sie hat den Mops wohl ganz einfach auf Hundeart (die durchaus einmal rauher sein kann als wir Menschen uns das wünschen würden) korrigiert. Nun liegt es an Dir, sie gar nicht mehr in diese Situationen kommen zu lassen. Du musst sie vor diesen Begegnungen schützen.

Schluss, meine Bekannten bei denen wir waren schrieben mir
dann ich solle mir das mit Lina überlegen, ob ich mir sicher
sei sie behalten zu wollen, und sie hätten nun Angst um ihren
Hund (mit dem Lina sich ja bestens verstand) Zitat:
„Aber Angst habe ich um Lukas, denn in einer Wohnung kann es
genauso Klick machen und dann ist hier die Hölle los.“

„Einfach so Klick“ macht es bei einem gesunden Hund nicht. Ein Verhalten hat immer ein Grund - auch ein Hund hat ein Hirn und keinen Schalter, den man einfach so umlegen kann, auch wenn manche das begrüssen würden. So einfach ist die Welt eben nicht.

Hat meine Bekannte damit recht? Darf ich meinen Hund, wie sie
sagt jetzt nur noch mit Maulkorb und kurzleine durch die
Gegend gehen lassen?

Nein. Suche Dir jemand Kompetenten oder eine Hundeschule, in der Du und Dein Hund gut aufgehoben sind. Versuch auch Du Dich schlau über Hundeverhalten zu machen. Je nachdem wie die Verordnungen bei Euch sind, musst Du sehr aufpassen, dass Dein Hund nicht als ‚gefährlich‘ eingestuft wird. Das ist nun Deine Verantwortung.

Gruss und viel Erfolg,

S.

Hallo,

zuerst ich kenne weder dich noch deinen Hund. Aber, wenn mir gesagt werden würde, mein Hund hätte Probleme mit anderen Hunden, dann würde ich ihn nach so kurzer Zeit und mit so vielen Hunden erst einmal an der Leine lassen. Du kannst deinen Hund noch nicht abschätzen (gut manchmal lernt man seinen Hund nie vollständig kennen) und dein Hund kann dich noch nicht einschätzen.

Wir haben selber einen Tierheimhund aus dem Ausland und als wir in bekommen haben war er alles andere als pflegeleicht, wir haben ihn damals langsam ans frei laufen gewöhnt und ihm die notwenige Erziehung geboten. Mit anderen Hunden haben wir langsam angefangen, nie zuviele auf einmal, er hat bei uns deutlich gezeigt, dass er überfordert ist, wenn zuviele Hunde um ihn rumspringen, egal wie dicht sie an ihn rankommen.

Und was ich bei meinen schon beobachtet habe. Bei uns ist ein Mops mit extremen Atemgeräuschen, es hört sich schon beinahe wie knurren an. Ob sowas vielleicht dazu beigetragen hat.

Ich würde die Flinte nicht ins Korn werfen dir aber nahe legen die Sache langsamer anzugehen. Geh zu ruhigeren Zeiten Gassi, nicht zuviele Hunde auf einmal für den Anfang, übe viel an der Leine und versuch die Reaktionen deines Hundes besser kennen zu lernen. Vielleicht kristallisiert sich dann ganz schnell heraus mit wem er so gar nicht kann.

Grüße Ute

Hallo,

ich gehe weitestgehend mit Semiramis konform. Und auch in meinen Augen ist das, was deine Hündin gezeigt hat, zunächst mal völlig normales Hundeverhalten. Dass es ausgerechnet der Mops war, kann viele Gründe haben.

Es kann einfach der Hund gewesen sein, der den „Hundestress“ an diesem Tag zum Überkochen gebracht hat. Es kann sein, dass sie Möpse nicht mag (auch unter Hunden gibt es „Rassisten“, die mit bestimmten Rassetypen nicht können). Es kann sein, dass die Körpersprache des Mopses für sie nicht verständlich war. Das ist bei Möpsen und ähnlichen Rassen nicht selten, da ihre Mimik aufgrund der Züchtung sehr missverständlich ist. Es kann sein, dass er einfach zu aufdringlich war. Und natürlich kann auch deine Stimmung eine Rolle gespielt haben.

Dass erwachsene Hündinnen andere Hündinnen nicht mögen, ist ebenfalls völlig normal. Bei wildlebenden Hunden bedeutet eine fremde Hündin fremde Nachkommen und damit Beutekonkurrenz für die eigene Brut. Auch wenn das für domestizierte Hunde keine Rolle mehr spielt, befindet sich dieses Wissen noch in den Genen und ist bei manchen Hündinnen stärker, bei anderen weniger stark ausgeprägt. Der Anspruch, den wir gerne haben - dass nämlich jeder Hund jeden anderen lieb haben oder zumindest tolerieren muss - entspricht nicht dem arttypischen Verhalten, das über 12000 Jahre das Überleben gesichert hat. Dass Hunde häufig dennoch ein entsprechend erwünschtes Verhalten zeigen, spricht von ihrer Fähigkeit, sich an Lebensumstände anzupassen. In aller Regel zeigen ehemalige Straßenhunde aber ein eher unproblematisches Sozialverhalten gegenüber Artgenossen. Ihre Schwierigkeiten liegen auf anderen Gebieten.

Am Mops war kein Blut und nix zu sehen!

Das muss nichts heißen. Hundebisse sehen meistens harmlos aus und man entdeckt meist nur kleine Löcher, die kaum bluten. Aber Fangzähne sind lang und bilden tiefe Wundkanäle, die sich prima infizieren können, wenn man nicht aufpasst. Deshalb sollte man eine solche Verletzung immer gut im Auge behalten, denn im Notfall müssen ABs ran. Einen „echten“ Hundebiss erkennt man in aller Regel am Gegenbiss. D.h. dass ein Hund, der richtig zubeißt, den Kiefer schließt und deshalb nicht nur Bissspuren des Oberkiefers, sondern auch solche des Unterkiefers zurück lässt. Aus diesem Grund sollte man immer nach dem Gegenbiss suchen.

Und war es eine Erzieherische Massnahme von seiten Lina´s oder ein ernstgemeinter Angriff?

Ich würde es zunächst bei Ersterem einordnen. Das kann aber durchaus kippen, wenn der andere Hund sich nicht unterwirft (was heutzutage viele Hunde nicht mehr beherrschen) oder der Mensch eingreift. Jedenfalls hat sie ihn definitv nicht mit Tötungsabsicht angegriffen, sonst wäre das Ganze anders abgelaufen.

„Aber Angst habe ich um Lukas, denn in einer Wohnung kann es genauso Klick machen und dann ist hier die Hölle los.“

Zwischen zwei Hunden kann es immer krachen. Auch zwischen solchen, die sich ansonsten prima verstehen oder die sogar zusammenleben. In eurem Fall ist es durchaus wahrscheinlich, dass die beiden ein wenig um die Spielregeln diskutieren. Wenn sie sich öfter sehen, ist es auch wichtig, sie das ausdiskutieren zu lassen. Eine Eskalation würde ich persönlich hier nicht befürchten. Ihr solltet aber vielleicht gerade in der Wohnung darauf achten, Streitobjekte (Futternapf, auch wenn er leer ist und Spielzeug) wegzuräumen.

Hat meine Bekannte damit recht? Darf ich meinen Hund, wie sie sagt jetzt nur noch mit Maulkorb und kurzleine durch die Gegend gehen lassen?

Quatsch. Mir scheint, dein Hund hat ein völlig normales Sozialverhalten. Hündinnen könnten ab und zu kritischer werden, - aber auch das ist normal. Man sollte da halt ein Augen drauf haben.

Schöne Grüße,
Jule

Hallo,

Bei der Beisserei könnte es sich um ganz normales Hundeverhalten handeln(es floss noch nicht einmal Blut), evtl. ist eure/deine Stimmungslage zu dem Mops erkannt worden. Mein Terrier z.B. ist gegenüber Menschen normalerweise sehr freundlich; eines Tages aber, als ich einem mir gänzlich unsympathischen Menschen begegnete, einen Menschen, den ich absolut ablehnte, wurde mein Kleiner aggressiv und knurrte den anderen höchstbedrohlich an. Er hat zu 100 % gemerkt, dass ich den anderen nicht mag.

Es gibt aber ncoh einen anderen Aspekt:
Ich selbst bin sehr viel in Italien und weiss, wie dort gerade im Süden Tiere behandelt werden,sie sind dort keine Lebewesen, sondern Gebrauchsgegenstände, die zu funktionieren haben. Und ggf. weggeschmissen werden.
Die Tierheime werden nicht von Tierfreunden, sondern von Geschäftsleuten geführt, die nicht die Haltungsbedingungen interessiert, sondern wie man möglichst viele Hunde möglichst kostengünstig unterbringen kann (so dass von dem vom Staat gezahlten „Unterhalt“ pro Hund noch genug übrigbleibt). Verhaltensstörungen sind bei diesen Hunden die Regel, nicht die Ausnahme.
Ich würde dir empfehlen, mal mit dem Hund zu einem erfahrenen Trainer vielleicht sogar Therapeuten zu gehen, der eventuelle Verhaltsauffälligkeiten erkennen kann.

Gruss

Iru

OT: Tierschutz in Italien

Ich selbst bin sehr viel in Italien und weiss, wie dort gerade
im Süden Tiere behandelt werden,sie sind dort keine Lebewesen,
sondern Gebrauchsgegenstände, die zu funktionieren haben. Und
ggf. weggeschmissen werden.
Die Tierheime werden nicht von Tierfreunden, sondern von
Geschäftsleuten geführt, die nicht die Haltungsbedingungen
interessiert, sondern wie man möglichst viele Hunde möglichst
kostengünstig unterbringen kann (so dass von dem vom Staat
gezahlten „Unterhalt“ pro Hund noch genug übrigbleibt).
Verhaltensstörungen sind bei diesen Hunden die Regel, nicht
die Ausnahme.

Das kann ich nur unterstreichen, einer meiner Hunde kommt aus einem berüchtigten „Tierheim“ in Rieti.
http://www.hundepfoten-in-not.de/ReiseberichtRieti20…

So sehr ich die Leute bewundere, die Tiere da rausholen: es gibt eigentlich keine Veranlassung, diesen Verbrechern da unten noch zuzuarbeiten, indem man ihre Hunde vermittelt. Es gibt ausreichend Länder und ausländische Tierschutzorgas, die kooperieren und an Zusammenarbeit, Hilfe und aktivem Tierschutz (inkl. Kastrationsprojekten usw.) ernsthaft interessiert sind.

Gruß,

Myriam

PS: Noch als Info für die Thread-Eröffnerin - Poden c os kommen aus Spanien, in Italien gibt es sie praktisch nicht. Ist der Hund schlank und jagdlich interessiert, ist es eher ein Bracken-, Pointer- oder Settermix, diese Hunde sind dort extrem häufig.

1 Like

Dein Bericht ist irgendwie typisch, für das was ich immer erlebe.
warum laufen eigentlich immer die „größeren“ Hunde ohne Leine? Auch ich hatte einen Mops, bzw jetzt nur noch eine franz. Bulldogge. Beide wurden an die Leine genommen, wenn größere Hunde entgegen kamen.
In der regel taten es die anderen selten. Auf anfrage kam meist die Antwort: der tut nichts. Weggeben wäre falsch. Ein Hund ist kein Auto, das seinen Besitzer ständig wechseln sollte. Dann bekommt er erst recht einen Tick. Frag in einer Hundeschule in deiner Gegend, damit er sein Sozialverhalten lernt. Obwohl Hunde von der Strasse, in der regel ein gutes Sozialverhalten haben. Es wird Dir und Deinem Hund sicher gut gefallen, wenn er in eine Hundeschule geht, und mit Artgenossen rumtoben, bzw lernen kann.

Hallo,

warum laufen eigentlich immer die „größeren“ Hunde ohne Leine?

wenn ihnen noch größere entgegen kommen, werden auch sie an die Leine genommen.

Auch ich hatte einen Mops, bzw jetzt nur noch eine franz.
Bulldogge. Beide wurden an die Leine genommen, wenn größere
Hunde entgegen kamen.

Du machst es ja anscheinend auch so :wink:

Gruß

Johnny